Ferkel: Kommt jetzt ein heftiger Aufwärtsschwung wie in 2009 ?
Sauenhalter in der Zwickmühle
Topagrar.com (03.09.10) - Viele Ferkelerzeuger fragen sich angesichts niedriger Erlöse und steigender Kosten, wie es weitergehen soll. Dr. Albert Hortmann-Scholten, Marktexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, kommt zu folgendem Ergebnis:
Auch wenn die Ferkelpreise in den vergangenen Wochen deutlich unter Druck gekommen sind, ist nicht zu erwarten, dass sich die Preismisere des Katastrophenjahres 2007/08 wiederholt. Im Jahr 2009 kam es in der 45. Kalenderwoche bei einem Ferkelpreis von rund 34 € zu einem heftigen Umschwung. So etwas ist auch in diesem Jahr nicht auszuschließen. Schließlich haben viele Mäster neue Mastkapazitäten geschaffen, die eine zusätzliche Nachfrage erzeugen.
Überdies dürfte die zunehmende Diskussion um die so genannte „4-D-Strategie“ nordwestdeutscher Schlachthöfe die deutschen Ferkelerzeuger zusätzlich unterstützen. Denn diese nimmt insbesondere beim Fleischexport Richtung Asien eine immer größere Rolle ein. Außerdem wird sich langfristig spätestens ab dem Jahr 2012 vor dem Hintergrund der auslaufenden Übergangsfristen zur Gruppenhaltung eine positivere Ausgangssituation der Ferkelerzeuger ergeben. Schließlich dürfte das Gros der Betriebe in Süd- und Osteuropa nicht mehr die finanzielle Kraft haben, sich den neuen Haltungsanforderungen zu stellen, so dass sich spätestens dann eine wesentlich bessere Marktlage ergeben sollte.
(Quelle: Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe 35/2010)
Kassamarkt: Schwierige Vermarktung
Der Ferkelmarkt ist ausreichend versorgt und die vollständige Vermarktung bleibt schwierig. In dieser Woche dürfte es nochmals zu leichten Preisabschlägen kommen.
Terminmarkt: Umsatzlos
An der Eurex in Frankfurt wurden heute alle Termine umsatzlos auf Vortagsbasis taxiert und dies, mit Ausnahme des Frontmonats September, schon zum zweiten mal hintereinander.
Ist dieser Marktbericht ein Gefälligkeitsgutachten von Herrn Hortmann-Scholten? Ich vermute, dass es in 2010 etwas härter kommt als noch in 2009.
Gründe sind die deutlichen gestiegenen Futterkosten und der trotz 4D-Trend stetig steigende Import von dänischen und niederländischen Ferkelherkünften.