Richard Ebert
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Ferkel: Pilotprojekt Ferkelpreisvergleich

Erste Ergebnisse beim Pilotprojekt Ferkelpreisvergleich

Tiergesundheit.de (16.07.09) - Wieviel kostet ein Ferkel? Eine Frage, die sowohl Ferkelerzeuger als auch Schweinemäster dringend interessiert. Die wöchentlich veröffentlichten Preisnotierungen geben darüber nach Angaben des Landvolkes Niedersachsen allerdings nicht wirklich Aufschluss. Mehr Transparenz in das unübersichtliche Geschäft mit den Ferkeln soll das vom Deutschen Bauernverband im vergangenen Jahr gestartete Pilotprojekt „Ferkelpreisvergleich“ bringen. Erste Auswertungen haben gezeigt, dass die von den Ferkelerzeugern erzielten Erlöse oft stark von den vielfältigen Preisnotierungen abweichen und deshalb kaum vergleichbar sind. Zu stark wird der Grundpreis von den verschiedenen Mengen- und Qualitätszuschlägen sowie unterschiedlichen Vermarktungskosten und sonstigen Faktoren überlagert.

Hinzu kommen große regionale Unterschiede. So beträgt die Differenz zwischen der Leitnotierung und dem tatsächlich gezahlten Ferkelpreis in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ungefähr fünf Euro, in Bayern sogar sieben Euro. Das ist bei einem Ferkelpreis von zurzeit ungefähr 50 Euro immerhin eine Abweichung von zehn Prozent und mehr. Bei einzelnen Betrieben kann die Abweichung sogar noch größer sein und bis zu 25 Prozent betragen. Auffallend waren auch große Unterschiede innerhalb Niedersachsens. Zwar besteht insgesamt für den Bedarf der niedersächsischen Mäster ein Mangel an Ferkeln, der durch Zufuhren aus anderen Bundesländern sowie Dänemark und den Niederlanden gedeckt werden muss, dennoch gibt es begrenzte Regionen in Niedersachsen mit einem Ferkelüberschuss, in denen die Ferkelpreise niedriger liegen. Hier ist es den Vermarktern offensichtlich nicht gelungen, Marktchancen durch das niedersächsische Ferkeldefizit zu nutzen und die Regionen aus dem Niedrigpreisgebiet herauszuführen.

An dem Pilotprojekt hatten sich 280 Ferkelerzeuger mit insgesamt 660 Abrechnungen des Monats Oktober 2008 beteiligt. Sie haben nach der Auswertung für jede Abrechnung einen individuellen Vergleich ihrer erzielten Preise mit dem Durchschnitt ihres Bundeslandes erhalten. Besonders groß war die Beteiligung in den „Hochburgen“ der Schweinehaltung, darunter Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Ziel war es, ein Vergleichskonzept zu erarbeiten, um aussagekräftige Auswertungen erstellen zu können. Die Ergebnisse des Pilotprojektes sowie viele positive Rückmeldungen der Teilnehmer sprechen für eine Fortsetzung. Dann sollen mehrere Monate ausgewertet werden. Allerdings kann der Vergleich nach dem „Aus“ für die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) nicht mehr kostenlos angeboten werden. Interessenten können sich an Christa Niemann beim Deutschen Bauernverband wenden unter Tel. (0251) 4175150 oder Email christa.niemann@wlv.de.

(Quelle: http://www.tiergesundheit-aktuell.de/schweine/aktuelles-617.php)

Geschrieben von Richard Ebert am
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