Ferkel: Sind zu teuer
Als Mäster geben wir z.Z. 55% unseres Erlöses für den Einkauf neuer Ferkel aus.
30 Kg Ferkel kosten frei Stall über 70 €. Bei den derzeitigen Futterkosten liegen die Produktionskosten für Ferkel bei 50 €.
Müsste jetzt nicht allmählich eine Kaufzurückhaltung beim Einstallen erfolgen.
Wer sich über zu niedrige Erlöse für fertige Mastschweine beschwert, sollte sich doch mal wieder über sein eigenes Verhalten beim Ferkeleinkauf Gedanken machen.
Gruß Paul
Moin Paul,
wenn Dir die Ferkel zu teuer sind eventuell selber in die Ferkelproduktion einsteigen.
Bleiben dann nach Deiner Rechnung ja 20 Euro/MS mehr.
MfG
Laie
@ paul [#1]
Hallo,
das stimmt, die Ferkel sind sehr teuer im Verhältnis zu den Mastschweinen. Bedenke aber wenn die Ferkel 20 Euro runter sollen dann rapelt das im Karton bei den Ferkelerzeugern.
Bei uns sind auch ein paar 500 er Ferkelezeugerbetriebe schon ins straucheln geraten und verkaufen Grund und Boden.
Dann werden demnächst sogar Mastställe leerstehen und es wird trotzdem garnichts mehr verdient in der Schweinemast. Ich kann nur jedem Mäster raten, haltet das Geld zusammen es kommt eine schwere Zeit auf die Mast zu.
Man kann eben den Ferkelerzeugern nur einmal in die Tasche greifen!!!
Gruß Lukas
@ Laie [#2]
Wenn mir der Abnehmer zu wenig für meine Schweine bezahlt, schaffe ich mir doch auch nicht gleich einen eigenen Schlachthof an.
@ Lukas [#3]
So wandeln sich die Zeiten. Derzeit greift der Ferkelerzeuger den Mästern wohl in die Tasche?
Gruß Paul
Diese Diskussion wer auf wessen Kosten zu viel bzw. zu wenig verdient gibt es anscheinend ewig!
Dass zur Zeit die Ferkel im Verhältnis zum Schweinepreis zu teuer sind, ist sicher unbestritten. Aber dieses Szenario haben doch vor einem Jahr sehr viele (ich glaube auch Paul) vorhergesehen. Ich glaube, dass diese Relationen sich nicht lange halten werden, noch sind deutlich höhere Schweinepreise zum Grillsaisonstart eingepreist. Kommt es anderes, wird es wirklich heftig im Karton rappeln.
@ paul [#4]
Genauso ist es!
Ich glaube aber trotzdem der Strukturwandel greift immer in seinem Produktionszweig um sich. Der Ferkelerzeuger steht im Wettbewerb seines Kollegen Ferkelerzeugers. Und der Mäster steht im Wettbewerb seines Kollegen Mäster. Schlachthof gegen Schlachthof u.s.w.
Gegenseitige Schuldzuweisungen an dem geringen Erfolg ist nicht über die Erzeugerstufen hinweg festzumachen, sondern nur in seiner Stufe.
Wenn andere Meinung, dann bitte melden.
Gruß Lukas
@ paul [#1]
Wenn die Ferkel teuer sind,dann lohnt es sich doch wieder
schwere Mastschweine zu produzieren und gezielt zu vermarkten.
Ein Zuwachs bis zu 100 kg ist möglich!
Wir müssen nicht so oft waschen und auch die Transportkosten/ MPL sinken!!
Wir bezahlen zur Zeit 70-75 Eur + Mwst für die Ferkel und
verkaufen Mastschweine mit 125- 138 Kg.( 140 - 160 Eur )
Auch haben sich schon einige Schlachthöfe darauf eingestellt und
nehmen gerne schwere Tiere ( denn auch Sie sparen damit Schlachtkosten je Kg Fleisch)
@ Spekulatius_Maximus [#5]
@ Lukas [#6]
Es geht nicht um Schuldzuweisung. Das Thema sollte eher die Mäster ansprechen um über die eigenen Produktionskosten nachzudenken. Der Ferkelpreis bleibt solange hoch, wie die Mäster ohne murren ihn akzeptieren.
Ferkel sind genügend da. Die Hoffnung auf leicht steigende Preise zur Grillsaison (Börse 1,50) rechtfertigen nicht die betriebswirtschaftliche Sorglosigkeit beim Ferkeleinkauf.
@ Saubauer2 [#7]
Vollkostenrechnung incl.zusätzliches Futter bitte einstellen.
Gruß Paul
@ paul [#8]
ich heiße zwar nicht Saubauer aber meine Kalkulation würde so aussehen:
133 kg LG 118 kg LG 0,5 dt Ferkelfutter x 25,76 12,88 € 12,88 € 1,0 dt Mittelmast x 22,94 22,94 € 22,94 € 1,6 dt Endmast x 21,61 34,57 € 21,61 € f. 1,0dt Ferkel 75.- 75,00 € 75,00 € sonst. Kosten 5,50 € 5,00 € Afa + Zins Stall bei 2,6 Umtr. 15,00 € - Afa + Zins Stall bei 2,9 Umtr. - 13,80 € Lohnansatz 5,00 € 4,50 € Summe Kosten 170,89 € 155,73 € Erlös bei 1,50 ZMP abzgl 6,50 Vork. 170,18 € 1,56,75 € Gewinn/Verlust -0,71 € - 1,02 €Fazit: Saubauer hat Recht, unter diesen Bedingungen macht man mit schweren Schweinen weniger miese.
Gerechnet wurde mit folgenden Getreidepreisen , Gerste 16,50 Weizen 17.-
brutto incl.Lagerkosten. Futterverwertung 3:1 bei dem schweren Endgewicht. (133 kg LG )
Voraussetzung Abnehmer zahlt die schweren Tiere genauso regulär nach ZMP.
Mfg
BB
@ Bauer Bernie [#9]
Erstens, dumme Frage von mir, da ich ja kein Landwirt bin: Wie kommt der
Erlös, bei dem Lebendgewicht zustande?
Zweitens Anmerkung: Die MFA wurden nicht berücksichtigt und sind bei
schwereren Schweinen im Schnitt niedriger! Oder wurden/werden die Schweine nur im Schnitt verkauft?
Gruß Brontosaurus
P.S. Die Möglichkeit diese schweren Schweine zu den genannten Konditionen zu vermarkten, haben wohl die wenigsten! Oder sehe ich das falsch?
Gruß Brontosaurus
@ Brontosaurus [#10]
Es kommt selten vor daß wir einer Meinung sind, aber hier gebe ich Dir recht.
Daß von Bauer Bernie vorgerechnete Ergebnis ist höchstens bei Metzgerschweinen zu erreichen, über 90 % gehen aber andere Wege. Schieb diese Übergewichtler mal durch eine Allerweltsmaske, da bleiben mindestens 5-10 € an Ertrag weniger.
Die gesamte Rechnung , auch für die leichteren Schweine, ist auf Optimalbedingungen aufgebaut. Was ist z.B. mit dem finanziell höherem Verlustrisiko bei schweren Schweinen, was ist mit dem höheren tiergerechten Platzbedarf, was passiert mit Übergewichten in der Sortierung von mehr als 120 Kg SG, usw.
Mir sind die Ergebnisse von vielen Arbeitskreismitgliedern bekannt, selbst bei den 10% "Besten" wäre das vorgerechnete Ergebniss ein Überflieger.
Gruß Paul
Hallo Brontosaurus und Paul,
folgende Zahlen liegen hier zugrunde:
133 kg LG x 0,8 = 106,4 kg SG x 1,50 = 159,6 +10,7% Mwst. =176,67 - 6,5 VK = 170,18
Beim 118 kg LG -Schwein gleicher Rechengang.
Leider habe ich hier versäumt die 6,50€ VK-Pauschale abzuziehen. Sorry
Da Saubauer meint es gibt Schlachthöfe, die diese Tiere suchen habe ich ja geschrieben:
Voraussetzung, Abnehmer zahlt die schweren Tiere genauso nach ZMP.
Ich gebe Paul auch vollkommen recht, daß hier der eine oder andere Ansatz für mehr Stallplatz, höheres Verlustrisiko zum Ansatz kommen soll.
Bei der leichteren Variante muss man aber nicht so oft Stall putzen, dies habe ich auch vernachlässigt.
Man kann sich wie bei jeder Rechnung entweder reich oder bettelarm rechnen, besonders wenn man 6,50 Vorkosten unterschlägt.
Nochmals Entschuldigung für diesen Fauxpass.
Mfg
BB
Bei der schwereren Variante muss man nicht so oft Stall putzen....
@ Bauer Bernie [#9]
Hallo,
ich sehe es auch so, dass diese Zahlen sicher nicht optimal sind aber sind immerhin erst mal Zahlen, die ungefähr zeigen, wie es zur Zeit aussieht.
Es würde mich aber vielmehr interessieren, wie es auf der anderen Seite aussieht. Vielleicht nutzt ja jetzt mal jemand von der roten Seite die Chance und überzeugt "die Landwirte" davon, dass es bei einem V-Preis von 1,36€ auf der roten Seite auch so düster aussieht, wie hier in den letzten Wochen berichtet wurde...
Wie gesagt, ich will niemanden damit reizen und es soll auch gar nicht so klingen, als wollte ich der roten Seite hier etwas unterstellen aber es wäre doch mal "nett" zu sehen, wie es bei "euch" aussieht...
Bin gespannt
Hallo
Habe gerade erst die Fragen zu "meiner betrieblichen Entscheidung" gelesen. Nun ein paar Anmerkungen:
1 Wir füttern die Tiere flüssig mit Nebenprodukten!
VM -30% Einsatzrate und EM - 45 % Einsatzrate
Daher belaufen sich unsere Futterkosten z.Z. auf 63.- Eur je Schwein 135 Kg LG
WW u WG noch mit 17 Eur gerechnet.
2 Ab Jan 09 sind aber sicher noch 5.- Eur weniger durch billigeren Einkauf möglich!
Soya wird und wurde über Kontrakte angesichert. 31-34 Eur
3 Transportkosten sind bei mir Ferkel 2,20 und MS 7,50-9,00 Eur
Wenn ich das zusammenrechne habe ich schon 4.00 Eur je MPL!! (ist das nichts?)
4 Reinigungskosten + Desinf. (Ich binn halt a bissel faul und will net so oft Stall waschen)
Auch wir verdienen z.Z kein Geld, aber Humor ist wenn man von 1,80 träumt!
Mfg Saubauer