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Festpreise für Schlachtschweine

Mehr Butter- als Schweinefutures an der Warenterminbörse gehandelt - EWB will Instrument der Risikoabsicherung in Deutschland salonfähig machen - Fixe Abrechnungspreise für Mäster im Schweinehandel vorgeschlagen - Höhere Planungssicherheit kann im Kundeninteresse liegen - Globales Handelsvolumen und Schweineangebot sinken

BONN. Die geringe Neigung der Akteure am deutschen Schweinemarkt zur Risikoabsicherung an der Frankfurter Warenterminbörse Eurex stößt bei der EWB Commodity Exchange Consulting auf Unverständnis. Nach Angaben des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens mit Sitz in Bonn wurden im Zeitraum von 1. Januar bis 21. Juni 2013 insgesamt 414 Schlachtschweinefuture und 104 Ferkelfuture gehandelt; der Butterkontrakt brachte es in der gleichen Zeitspanne mit 843 Trades auf ein sehr viel höheres Handelsvolumen. „Obwohl die Schlachtschweinepreise phasenweise ähnlich stark wie der Dax schwanken und sich anscheinend auch die Milchbranche durch Risikoabsicherung auf die größere Preisvolatilität einstellt, nutzen die Beteiligten am Schweinemarkt dieses Instrument zur Risikominimierung nur unzureichend“, stellte der EWB-Vorstand und frühere Geschäftsführer der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP), Ralf G o e s s l e r, fest. Nach seinen Angaben wurden im Mai Klagen auf der Mästerseite laut,dass die Produktionskosten bei einem Basispreis der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) von 1,60 Euro/kg Schlachtgewicht(SG)nicht zu decken sind. Goessler zufolge bestand jedoch die Möglichkeit, den Verkauf der Schlachtschweine im Vorfeld abzusichern, was die Verluste stark eingegrenzt hätte. Er machte folgende Beispielrechnung auf: Der Verkauf von drei Kontrakten mit jeweils 8.000 kg an der Eurex hätte am 14. Februar bei 1,80 Euro/kg exakt 43.200 Euro gebracht. Der Rückkaufspreis hätte am 14. Juni bei einem Kurs von 1,70 Euro/kg bei 40.800 Euro gelegen. Wer sich nicht abgesichert habe, dem seien 2.400 Euro Gewinn entgangen. Die Händler- aber auch die Schlachthofseite versäume allzu oft, sich zumindest einen Teil ihres Schweinebezugs preislich zu absichern. „Wer nicht an die Terminbörse geht, der spekuliert“, betonte Goessler und verwies dabei auf die breite Nutzung der Terminabsicherung in den USA.

Risikoabsicherung als Kundendienstleistung
Der EWB-Vorstand empfahl insbesondere den Viehvermarktern und Erzeugergemeinschaften, Modelle zu prüfen, in denen an der Eurex abgesicherte feste Abnahmepreise als Dienstleistung für die Mäster angeboten werden, was beispielsweise in der Getreidevermarktung oder jüngst auch als Modellversuch bei der neuseeländischen Molkerei Fonterra für Milchlieferanten der
Fall sei. Laut Goessler gibt es bereits verschiedene Konzepte,um professionelles Risikomanagement der Händler und Weiterverarbeiter, nicht nur zur Sicherung des eigenen Betriebes, sondern auch als Service für die Kunden, zu betreiben. In Kombination mit soliden Finanzpartnern eröffneten sich dadurch neue Beschaffungs- und Absatzpotentiale und es könne durch Planungssicherheit „ein Mehrwert“ im Wettbewerb angeboten werden, so der EWB-Vorstand. In Schulungen werde Interessierten aufgezeigt, welcher zeitliche Aufwand und welche Kosten bei der Risikoabsicherung entstünden und auf Wunsch werde auch ein komplettes Dienstleistungspaket angeboten, welches die Betriebe konkret anleite und entlaste. Denn eines sei sicher, so Goessler, die Preisschwankungen an den Agrarmärkten und damit auch am Schweinemarkt würden in Zukunft durch die internationalen Verflechtungen eher zu- als abnehmen. Dafür müsse man sich rüsten, um das eigene Unternehmen auf sichere Füße zu stellen und im Wettbewerb die Nase vorn zu haben.

Handel rückläufig
Zur aktuellen Lage am Schweinemarkt stellte die EWB fest, dass der internationale Handel mit Schweinefleisch im bisherigen Jahresverlauf eine rückläufige Entwicklung aufweise. So seien Lieferungen des weltgrößten Exporteurs USA nach Russland wegen der Ractopamin-Sperre eingebrochen und auch der Absatz in China und Japan falle geringer aus. Dies gelte ebenfalls
für Europas Exporte nach Russland. Grund sei die verbesserte Versorgungslage in diesen Ländern, abzuleiten an den für diese Länder vergleichsweise niedrigen Schweinepreisen in Russland mit 2,37 Euro/kg und in China mit 2,25 Euro/kg. In den USA sind nach EWB-Angaben die Juni-Börsenkurse saisonbedingt auf 1,64 Euro/kg gestiegen, allerdings mit fallender Tendenz in Richtung der Liefertermine im Herbst. Dafür komme Brasilien mit seinen saisonalen Preisabschlägen auf zuletzt 1,25 Euro/kg wieder verstärkt ins internationale Sommergeschäft. Die Schweineproduktion in der EU solle laut Informationen der EUKommission im Zeitraum Juli bis September 2013 um 3,3 % geringer als in der Vorjahresperiode ausfallen; im letzten Quartal des Jahres werde ein Rückgang der Schlachtungen um 2,4 % erwartet.

Schweinepreise in Bewegung geraten
Das rückläufige Angebot sei bereits in den vergangenen Wochen europaweit zu spüren gewesen, so zum Beispiel in Österreich,Frankreich, Spanien und zuletzt auch in Deutschland, berichtete die EWB. Deshalb sei nach wochenlanger Stagnation in preisliche Bewegung in den Markt gekommen. Der festen Situation am Lebendmarkt stünden allerdings Absatz- und Erlösschwierigkeiten beim Teilstücke- und Fleischverkauf gegenüber. Schwierig bleibe vor allem das Geschäft mit Verarbeitungsware und Nebenerzeugnissen,die als Frostware noch reichlich zur Verfügung stünden. Bei den edleren Teilen falle es schwer, in allen Segmenten die gestiegenen Einstandspreise für Schlachtschweine in höhere Verkaufspreise an die nachgelagerten Stufen bis zum Einzelhandel umzusetzen. Kurzfristig bremse deshalb das Fleischabsatzgeschäft den Anstieg der Schweinenotierungen; mittelfristig sei jedoch Potential für stärkere Preisbewegungen am Markt vorhanden, weshalb die Absicherung an der Eurex nicht vergessen werden sollte. AgE

Ihre ZMP GmbH

Geschrieben von ZMP am
topigs
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Problem ist doch das viel zuwenig Einkäufer der Schlachthofseite dieses nutzen.
Auch wenn man absichern wollte gibt es viel zuwenig Käufer. Ab Monat November steht quasi kein Kontrakt zur Verfügung.

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