Finanzkrise wirkt auf Getreide- und Ölsaatenmärkte
ZMP, Bonn (17.10.08) - Die gegenwärtige Finanzkrise verstärkt den Trend rückläufiger Preise. Dieser wurde durch ein weltweit größeres Angebot ausgelöst.
Liquiditätsengpässe und die drohende Wirtschaftsflaute lösten an den Rohstoffmärkten eine Verkaufswelle institutioneller Anleger aus, die auch die Terminmarktnotierungen für Weizen, Mais und Sojabohnen nach unten zog. Der vordere Weizen-Termin (November 08) an der Pariser Börse Matif gab in einem Monat um rund 20 Prozent nach und erreichte Mitte Oktober den niedrigsten Stand seit März 2007. Die Maisnotierungen an der Börse Chicago gaben im gleichen Zeitraum sogar um 30 Prozent nach. Die Ölsaaten zeigten etwas mehr Widerstand und gaben in Chicago (Sojabohnen) um 25 Prozent und in Paris (Raps) um 13 Prozent nach. Eine weitere Ursache für die starken Preisschwankungen ist die enge Verflechtung der agrarischen und fossilen Märkte. Sogar Sonnenblumenöl, das im Wirtschaftsjahr 2008/09 absehbar reichlicher angeboten wird, verzeichnet seit Jahresbeginn einen Preisrückgang von 30 Prozent. Und dies, obwohl es ausschließlich im Nahrungsmittelbereich Verwendung findet und mit den Mineralölnotierungen kaum in Verbindung steht.
Die schwachen Vorgaben vom Weltmarkt lassen den Getreide- und Ölsaatenpreisen auch hierzulande kaum Spielraum nach oben. Die ungewöhnlich heftigen Preisbewegungen verunsichern Anbieter und Käufer, so dass nur geringe Umsätze zustande kommen. Aufgrund höherer Hürden bei der Kreditvergabe und Sorgen um eine wirtschaftliche Abschwächung agieren viele Unternehmen im In- und Ausland ohnehin deutlich zurückhaltender. Eine Stabilisierung der Getreide- und Ölsaatenpreise ist daher erst zu erwarten, wenn sich die Wogen an den Finanzmärkten geglättet haben. Die Preise für Agrarrohstoffe können sich dem Gesamttrend nicht entziehen. Die Befestigung des US-Dollars in den letzten Monaten wirkt unterstützend auf die europäischen Märkte.
Situation für Deutschlands Getreideerzeuger bleibt prekär - Getreidepreise auf niedrigstem Stand seit 2 Jahren
DBV (17.11.08) - „Am Getreidemarkt wachsen die Bäume für die Erzeuger schon lange nicht mehr in den Himmel. Die Preise für Weizen und Gerste liegen auf dem Niveau von vor zwei Jahren, während sich die Kosten für Düngemittel mehr als verdoppelt haben. Deshalb ist unverständlich, dass heute noch durch Vertreter der Brauwirtschaft Preiserhöhungen gegenüber dem Verbraucher mit gestiegenen Rohstoffpreisen begründet werden.“ Mit dieser Aussage wies der Vorsitzende des Fachausschusses Getreide des Deutschen Bauernverbandes, der Präsident des Thüringischen Bauernverbandes Dr.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.bauernverband.de/index.php?redid=152813&mid=239572)