Futtermittel: Preissteigerungen setzen sich fort
Preissteigerung am Futtermittelmarkt setzt sich fort
LWK Niedersachsen, Hannover (22.06.12) - Nachdem die Notierungen für Sojaschrot in der 24. Kalenderwoche leicht zurückgegangen waren, belebte sich das Kaufinteresse. Es kam dabei zu mehr Abschlüssen, die Käufer deckten sich allerdings weiter nur kurzfristig ein. Auch die Notierungen für Rapsschrot gaben leicht nach und die Käufer versorgten sich für den unmittelbaren Bedarf. Insgesamt ist nur wenig Ware am Markt. In der aktuellen Woche kam es allerdings weithin zu großen Preissprüngen, vor allem durch Trockenheit in den USA und in der Schwarzmeerregion schätzen viele Marktteilnehmer die erzielbare Ernte dort pessimistischer ein.
An den Märkten für Mischfuttermittel rückt ebenfalls die neue Ernte in den Blickpunkt. Es bleibt hier auch aktuell bei einer knappen Versorgungslage. Da durch die Auswinterungsschäden ungewohnt viel Sommergetreide anfallen wird und dieses etwas später als Wintergetreide abreift, muss sich voraussichtlich auch der Mischfutterhandel etwas länger als gewohnt mit Ware aus der Vorjahresernte versorgen. Mit den derzeit überwiegend festen Tendenzen an den Märkten für Getreide und Ölsaaten ist auch weiterhin keine Entspannung bei den Preisen für Mischfuttermittel in Sicht.
(Quelle: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/206/article/8351.html )
Sojaschrotpreise in Chicago auf Dollarbasis
Die Notierungen für Futtermittel sind weiter am steigen!
Vor allem der Soja scheint durch die anhaltende Trockenheit in den USA weiter zu steigen!
Notierungen für KW 27 liegen immert noch über 450 $ für eine Tonne HP Soja und damit zu hoch um damit Schweine zu füttern!
Gibt es aktuelle Getreidepreise!?
Einkauf?
MfG
Saubauer
@ Saubauer [#2]
WG neue Ernte 19.-
@ Bauer Bernie [#3]
stand heute frei Landlager: WG 20,5-20,8€
@ Saubauer [#2]
Aktuelle Futtermittelpreise im starken Aufwärtstrend
Trotz günstiger Vorernte-Entwicklung in Europa sollte man sich nicht täuschen lassen, daß die Getreide- und Futtermittelpreise eine globale Angelegenheit sind. Auf bedeutenden Standorten sehen die Perspektiven anders aus:
• Die ersten Druschergebnisse in der Südregion Russlands sprechen von enttäuschenden Ergebnissen in den stark betroffenen Trockengebieten um Rostov und Orenburg mit nur 10 bis 13 dt/ha. Weiter südlich davon mit günstigeren Niederschlagsverhältnissen sind auch nur 32 bis 34 dt/ha je Hektar gedroschen worden. In Zentralrussland sehen die Ergebnisse besser aus. Die ursprünglich hohen Ernteschätzungen weit über 90 Mio. t werden von allen Seiten zurückgenommen. Die Preise im Schwarzmeergebiet sind in den letzten Tagen kräftig gestiegen.
• In der Ukraine haben die ersten Flächen um die 20 dt/ha geliefert, auf denen sonst üblicherweise mehr als 40 dt/ha geerntet werden. Die ursprünglich hoch geschätzte Maisernte von 25 Mio t wird mittlerweile auf 20 Mio t wegen Trockenheit niedriger geschätzt. Kasachstan wird mit seiner Getreideernte und den Exporten deutlich hinter dem Vorjahr zurückbleiben.
• Niedrige Hektolitergewichte und Insektenfraß mindern zusätzlich die Getreidequalität in den genannten Gebieten.
• Erheblich verringerten Getreideausfuhren aus dem Schwarzmeergebiet stehen trockenheitsbedingte höhere Einfuhrbedarfszahlen in den nordafrikanischen und den Ländern des Nahen Ostens gegenüber.
• Auch die EU-27 wird trotz exportfördernden schwachen Euro, aber knapp verfügbarer Mengen nur begrenzte Ausfuhren leisten können.
• In Kanada haben heftige Regenschauer in den Weizenanbaugebieten Manitoba und Saskatchewan für Unsicherheit gesorgt.
• Die anhaltenden Niederschlagsdefizite in Westaustralien als bedeutende Region für den Getreideexport verringern die Aussichten auf eine umfangreiche Weizenaussaat.
• Argentiniens Farmer werden ihre Weizenflächen um 25 % gegenüber dem Vorjahr reduzieren, so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auslöser sind die hohen Exportsteuern, die den Inlandsweizenpreis zwecks Inflationsbekämpfung niedrig halten sollen. Die Weizenaussaat ist zu mehr als 60 % erfolgt. Brasilien's Zweiternte von Mais soll mind. so hoch ausfallen wie die Haupternte und konnte zu beachtlichen Ausfuhrmengen beitragen. Aktuell ist es aber extrem trocken.
• China’s Ernteaussichten sind sehr gemischt. Eindeutige Aussagen von offizieller Seite fehlen. Die ausgeweiteten Importaktivitäten deuten darauf hin, dass eine gesicherte Versorgung aus eigener Erzeugung nicht mehr als ausreichend angesehen wird. Die Einfuhrschätzungen schwanken in großer Spannbreite bis zu 15 Mio. t. Vor 5 Jahren lag der Import noch bei 1 Mio. t.
• In den USA mehren sich die Anzeichen, dass die erwartete Rekordernte mit ihrer weltweiten Bedeutung in dieser Höhe nicht eintreten wird. Anstelle von ursprünglichen 383 Mio. t Mais schrumpfen die Schätzungen auf unter 350 Mio. t; Pessimisten liegen noch darunter. Vorjahresergebnis war 313 Mio. t. Die US-Maisernte macht etwa 40 % der Weltmaisernte aus.
Noch dramatischer sieht es für die Sojabohne aus. Nach dem drastischen Ernteeinbruch in Südamerika sind die USA für die nächsten 7 bis 9 Monate die einzigen potenten Anbieter auf dem Weltmarkt. Die mittelfristigen Wetteraussichten sprechen von fortschreitender Trockenheit in bedeutenden Anbaugebieten. Die wöchentlichen Einstufungen der Pflanzenbestandsentwicklung („Crop rating“) wurden auf das Niveau des letzten Trockenjahres 1988 zurückgenommen. Die Börsenkurse sind in wenigen Tagen um über 16 % gestiegen, weiteres Steigerungspotenzial nicht ausgeschlossen.
IGC, UN und weitere Institutionen haben ihre Prognosen zur globalen Versorgungslage 2012/13 kräftig nach unten gedrückt.
In den Veredlungsgebieten Norddeutschlands wird Gerste nicht mehr unter 22,50 €/dt im Einkauf und Sojaschrot (Standard) diese Woche noch um die 47,50 €/dt frei Hof notiert; Tendenz steigend, nächste Woche nicht mehr unter 50 €/dt???
An der Pariser Börse haben die Weizenpreise heute um 7 bis 9 € je t zugelegt und die Rapspreise um mehr als 10 € je t.
Allerdings sollte man stark auf der Hut sein. Wettermärkte haben die Eigenschaft, sich blitzartig zu ändern, auch wenn's im Augenblick nicht danach aussieht.
MFG
Bre
Danke sehr ausführlich !
Sollte man bei so hohen Preisen nicht doch auf die Maisernte warten denn die könnte noch bestens ausfallen und den Futtersektor entlasten!?
Gerste heute bei 20,20 - 20,50 ab Lager netto
Mfg
Saubauer
Ruhe bewahren kann nicht falsch sein.Wenn ich so die Braugerstenbestände bei uns anschaue ,starker Zwiewuchs ,das wird nix Braugerste.Raum Oberfranken
Gruß Fritz
@ Saubauer [#6]
Tatsächlich könnte die Maisernte hierzulande sowohl aufgrund der ausgeweiteten Anbauflächen als auch der Hektarerträge überdurchschnittlich gut ausfallen. Das übrige Grundfutteraufkommen wie Grassilage u.ä. zeigt bisher kaum große Schwächen. Biogasanlagen sind im Regelfall versorgt und haben die freie Wahl. Voraussichtlich wird viel K.-Mais anfallen, aber mit regionalen Unterschieden.
Infolge des Ausfalls der ausgewinterten und ertragsstarken Wintergetreidearten ist zunächst eine Lücke zu den ertragsschwächeren Sommergetreidearten (ohne Mais) aufzufüllen. Die späte Ernte dieses Jahres zehrt an den Reserven, Erntedruck ist kaum vorstellbar, es sei denn es käme alles schlagartig.
Hafennahe Ware könnte bei weiter schwachem Eurokurs schnell in den Export abwandern und die ohnehin schon knappe Versorgungslage in der EU verschärfen.
Der Preiseinfluß der Maisernte für sich genommen dürfte in einer Größenordnung um 0,5 €/dt eingeschätzt werden. Das grundlegende Preisniveau wird andernorts in weitaus größeren Dimensionen bestimmt.
Entscheidend ist jedoch, dass das grundlegende Preisniveau nicht in erster Linie hier in Europa bestimmt wird, sondern in diesem Jahr gehen die treibenden Kräfte auf der Angebotsseite von den USA aus, nachdem zunehmend deutlich wird, daß die US-Ernte nicht ihren Erwartungen entsprechen wird und aus dem Schwarzmeergebiet eine Entlastung nicht zu erwarten ist. Das war im Vorjahr anders.
Auf der Nachfrageseite gibt es eine Reihe von Importländern mit erhöhtem Einfuhrbedarf, wie z.B. in Nordafrika, in der Türkei und anderen Gebieten. Unkalkulierbar ist das Einkaufsverhalten der Chinesen. Die Schätzungen bewegen sich in der Spannbreite von 7 bis 12 Mio. t. Die auf Weltebene größte Bevölkerungsmenge und der größte Schweinebestand wollen versorgt sein.
Die Erfahrung lehrt, daß die Preisbildung in der Zeitspanne großer Unsicherheit über tatsächlichen Ausgang der Ernte häufig überreagiert, weil jeder darauf bedacht ist, sich auf jeden Fall erst mal einen Teil zu sichern. Andere halten Ware zurück in Erwartung steigender Kurse. Erst wenn die Versorgungslage auf der Nordhalbkugel einigermaßen zuverlässig beurteilt werden kann (meistens wird das frühestens September, eher Oktober/November sein) wird sich die im Preis aufgeschlagene Risikoprämie abschwächen. Dann stehen aber immer noch die Ernten auf der Südhalbkugel bevor, allerdings mit weniger durchschlagender Wirkung.
MFG Bre
Man darf auch eines nicht vernachlässigen!
Auch unsere Ernte will erst mal eingebracht sein. Da ist das Wetter der letzten Wochen schon ein Rsikofaktor.
Wir hatten in den letzen 2 Wochen ca.90 l Regen. Naßstellen die abgetrocknet waren, stehen schon wieder unter Wasser. Stellt man sich auf den Acker, so sackt man langsam ein. Bei Wintergerste könnten, wenn es nicht bald mal trockner wird, wieder die Schwärzepilze zu schlagen.
An Heuernte ist seid 2 Wochen nicht dran zu denken. Die Hälfte musste schon auf den Kompost gefahren werden.
Ich gebe aber recht! Im Moment sind die Auswinterungsschäden durch die sehr guten Bestände und Preise erst einmal vergessen gemacht. Es sieht aber längst nicht überall so aus, so z.B. in Brandenburg.
Aber: Nach der Ernte wird abgerechnet.
Aber 30 % sollte man schon jetzt gebunden haben. Nach dem Motto: Dabei sein ist alles.
MfG
Geno-Bauer
@ Bre [#8]
Laut Medien soll ja die USA immer noch unter der starken Hitze leiden!
@ Geno-Bauer [#9]
Die Heuernte war sehr kurz und es wird weiter nicht viel gutes trockenes Heu eingefahren!
Somit werden gutes nHeu und Stroh weiter teuer bleiben.
MfG
Saubauer
@ Bre [#5]
... und in Südoldenburg fährt immer noch der Hächsler durch das Getreidefeld im Sinne des Biogases, wie am letzten Wochenende im Raum Dinklage gesehn.
@ Geno-Bauer [#9]
Stimme Ihnen voll zu. Die Einbringung der eigenen Ernte verspricht kritischer zu werden. Der Langzeitwetterbericht prognostiziert in den nächsten 14 Tagen ausgiebige Niederschläge mit ein paar wenigen Trockenphasen dazwischen. Das reicht möglicherweise für Sand- und höher gelegene Standorte, aber nicht überall, den Mähdrescher laufen zu lassen. Wir könnten ein bis zwei Wochen vom aktuellen US-Wetter gebrauchen.
@ Saubauer [#10]
Die Hitzewelle in den USA klingt hinsichtlich der Temperaturen leicht ab, Regen ist aber in den nächsten 10 Tagen nicht in ausreichendem Maße in Aussicht. Die Vorbörse am Montag morgen zeigt nach den Gewinnmitnahmen am Freitag schon wieder steigende Tendenz, ganz stark ausgepägt bei Sojabohnen. Man darf auf den USDA-Bericht am Mittwoch gespannt sein.
@ breader [#11]
Kenne ich! Wenn ein durch Auswinterung geschwächter Getreidebestand keine 50 dt/ha verspricht, ein knapp versorgter Biogasanlagenbetreiber aber 1.050 €/ha auf Halm bietet, was macht man dann?
MFG
Bre
Sojanotierungen sind über das Allzeithoch vom Dürrejahr 2008 gesprungen!
Den ersten Händlern wird der Boden zu heiß!
Und die LW sollen den teuren Soja an Schweine verfüttern!
Bei den hohen Getreide und Sojapreisen kann man keine Schweine unter 1,80 füttern!
" Ich fress nen Besen wenn nächstes FRühjahr immer noch so viele Schweine am Markt sind!!!!!!)"
MfG
Saubauer
@ Saubauer [#13]
richt den Besen gleich mal her. Was wurde nicht alles vom knappen Angebot im tollen Schweinejahr 2012 geschrieben und gelabert. Und ? Was hammer nu?
Zur Ernte: WG drischt außerordentlich gut selbst schlechte Standorte über 8 to/ha.
Preis z.Zt 19.- frei hof ungereinigt.
Mfg
BB
@ Saubauer,
na dann mal guten Hunger... Schweine werden immer genug am Markt sein. Das regeltelt der LEH über die Nachfrageseite.
jh
@ Bauer Bernie [#14]
Wo gibt es Gerste zu 19,00 frei Hof - auch ungereinigt - ?
Würde ich gern kaufen.
@ papuawenzel [#16]
Ich auch!
@ p. [#17]
Für 19,00 € wird wenig abgegeben, für 21,00 € auch keine Gerste gekauft.
Die Futtergeste ist doch schon edel, wie soll man die noch veredeln ?
@ fritz44 [#18]
Aktuelles Angebot Futtergerste ab Hof Abholung August 2% Besatz, 15% H2O,62kg hl, für 21,50€.
Kaufe unbegrentzt Gerste für 19,00€.
Gruß Schneemann
@all
Wo gibt es denn Gerste zu solchen Preisen? Würde sogar für 21€ im Moment kaufen ohne Ende. Hier sind für neue Ernte Preise von 22-23€ frei Erfassung im Gespräch, verbindliche Preise gibt es wie immer zu Beginn der Ernte noch nicht, da keiner der Erste sein will. Alterntige Ware vor 10 Tagen schon 24€. Ich glaube ich lebe auf einem anderen Planeten.
Gruß Pigeldy
@all
Süddt. Mähdrescherware mit 16 % Feuchte. Stopfe alle Lager damit voll.
Mfg
BB
Habe Futterweizen alte Ernte 20,00€/dt gestern gekauft.
Für neue Futtergerste 21,70€ ab Lager.Wird gehandelt,nicht versprochen.
Gibt es bei euch schon 30,00E Ferkel oder ist die Hungersnot ausgebrochen.
Gruß Fritz
@ fritz44 [#22]
Wo bitte kann man Weizen für € 20 kaufen ? Bin sehr interessiert!
Würde die Ware abholen, können 400-500 to sein.
@ papuawenzel [#23]
War nur ein Restposten 12to Weizen.
Futtergerste liegen die Preisvorstellungen noch sehr weit auseinander. Preisvorstellungen für Braugerste liegen auch nur bei 22,00€ freie Ware.
Teure Futtergerste kann man ja immer noch kaufen, glaube nicht das der Preis auf 25,00€ steigt. Steht ja noch eine gute Körnermaisernte an.
Gruß Fritz
Nur mal so:
Fertigfutter wird ab 15.7.12 um durchschnittlich 2€/dt teurer damit kostet das Mittel/Endmastfutter nun satte 29,10€/dt netto.
@ fritz44 [#24]
War nur ein Restposten 12 to Weizen.
Der hat denn sicher das Silo ausgefegt und Dir den "Rest" zum Vorzugspreis gegeben.
Hier (SO) spricht man von Erzeugerpreisen für Gerste frei Erfassung über € 23/100 kg.
Futterpreise steigen jetzt sicher wöchentlich und Mastfutter sollte bald den Preisen für Getreide und Soja die dreißig Euro bald erreichen. Da brauchst nicht mästen, auch wenn Ferkel günstig sind.
Sagte ich ja schon, Gerste ist schon edel was will man da noch veredeln. Hoffentlich platzt die Blase nicht. War noch nie da, Futtergerste teurer wie Braugerste.
Gruß Fritz
Hat jemand schon wieder neue Preise? Wie seht ihr das Thema Mais an, hat sich schon jemand gegen fallende Preise an der Börse abgesichert. Herr Ebert hat gerade heute auf die "August Schweine" hingewiesen, sollte man bei diesen Preisen einen Teil der Maisernte schon sicherstellen???
An einen kurzen Bericht von Bre wären sicher auch viele interessiert!!!
Gruss IHH
@ IHH [#28]
Die wichtigsten Ergebnisse der jüngsten USDA-Schätzung:
- Die Weltgetreideernte wird nur noch auf 1,85 Mrd. t bzw. 55 Mio. t weniger als noch im Vormonat geschätzt.
- Die Weltweizenernte fällt um 26 Mio. t gegenüber der Vormonatsschätzung geringer aus.
- Die Endbestände (nach USDA-Rechnung) errechnen sich auf 348 Mio. t. Der preisentscheidende Knappheitsmaßstab fällt von 19,6 % auf 18,6 % Endbestand zum Verbrauch (stock-to-use-ratio). Im Falle des Weizens errechnen sich noch knappe 27 % (Vorjahr 28,4; Vorvorjahr 29,7 %). Beim Futtergetreide bleibt der Versorgungsgrad um 14 % in etwa auf dem gleich niedrigem Niveau der letzten 2 Jahre.
Das eindeutige Preissignal: die weltweite Versorgung 2012/13 wird deutlich knapper eingeschätzt als im abgelaufenen Jahr.
- Die in diesem Jahr entscheidende US-Maisernte wurde flächen- und ertragsmäßig um 46 Mio. t auf nunmehr 329 Mio. t (Vorjahr 314 Mio. t) gegenüber der Vormonatsschätzung gekürzt. Die Erntefläche wird geringer, weil einige Farmer dazu übergegangen sind, den Mais für Futterzwecke zu häckseln. Angesichts der trockenheitsbedingt schwachen Bestände wurde der Hektarertrag von 104 dt/ha im Vormonat auf rd. 92 dt/ha verringert, eine immer noch optimistische Annahme im Vergleich zu anderen Schätzern. Mittlerweile werden Parallelen zu den Jahrhunderttrockenheiten 1988 sowie Ende des 19. Jhdts bzw Anf des 20 Jhdts hergestellt.
- Die Weizenernte im Schwarzmeergebiet wurde auf 75 Mio. t im Vergleich zum Vorjahr mit 101 Mio. t gekürzt. Jüngste Überflutungen in Südrussland wurden noch nicht einbezogen. Die gesamten Getreideausfuhren aus dem Schwarzmeerraum werden auf 42,6 Mio. t (Vorjahr knapp 60 Mio.t) geschätzt.
Schlußfolgerung: preisgünstiges Getreide aus dem Schwarzmeergebiet steht im laufenden Getreidejahr nicht in großen Mengen zur Verfügung. Die Kurse liegen schon bei 29 $ je dt frei Importhafen. (Zur Erinnerung: der kräftige Preisabschwung im Herbst 2011 wurde zum überwiegenden Teil durch die preisaggressiven Exportaktivitäten aus dem Schwarzmeergebiet mit Schwerpunkt Russland verursacht!)
- Die Getreideernte der EU-27 wurde vom USDA in teilweisem Widerspruch zu anderen Schätzern auf rd. 283 Mio. t angehoben und entspricht im Ergebnis dem des Vorjahres.
- Trotz widersprüchlicher und unbestätigter Meldungen wird China’s Getreideernte auf 320 Mio. t geschätzt. Die Endbestände fallen unter die für China kritische Marke von 35 % und dürften aller Erfahrung nach bei drohender weiterer Reduzierung, Anlaß zu höheren als bisher angenommenen Importen liefern.
- Argentinien’s Weizenernte wurde um 2 Mio. t, Australiens um 3,5 Mio. t reduziert. Nach jüngsten Meldungen wird der starke Abverkauf von Futterweizen die australischen Überhangbestände auf ein Mindestmaß herunterfahren. Per Saldo ist aus heutiger Sicht mit keiner grundlegenden Verbesserung der Anschlussversorgung durch die Ernten auf der Südhalbkugel zu rechnen.
Fazit:
Der jüngste Jul-2012-USDA-Bericht hat die vorausgelaufenen Preisauftriebstendenzen fundamental bestätigt. Die globale Versorgungslage des Getreidejahres 2012/13 wird schwächer ausfallen als im abgelaufenen Jahr.
Die aktuellen Wetteraussichten mit unzureichenden Niederschlägen in den USA in den nächsten 14 Tagen wird Anlass für weitere Kurssteigerungen liefern. Heute Mo, 16.07. kurz nach der Eröffnung sind die Kurse an der Euronext, Paris nochmal um 8 bis 10 € je t gestiegen. Nov-Mais notiert bei 24,50 €/dt, Nov-Weizen liegt bei 26,60 €/dt und Raps bei 52,22 €/dt. Besonders interessant ist das vergleichsweise hohe Niveau der hinteren Termine im Frühjahr 2013. Die Kurse steuern auf eine kritische Fallhöhe zu.
MFG Bre
@ Bre [#29] und @ alle
Da braut sich scheinbar ein gewaltiger Sturm auf, was die Futtermittelpreise und Getreidepreise betrifft. Wenn da die Preise für alle Produkte wie Schweinefleisch, Milch, Eier usw. nicht schnell und nachhaltig bessern, steht uns was bevor.
Vor Beginn des Parkett Börsenhandels sind die Getreide- und Sojapreise im Durchschnitt um 3-4 % gestiegen.
Der Kurs für Dezember Mais ist um 30 auf 770 Cent gestiegen (im Chart erst am morgigen Dienstag zu sehen):
Bei den deutschen Maispreisen ist der gewaltige Preisanstieg noch nicht angekommen.
Schöne Grüsse, Richard Ebert