Richard Ebert
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Futtermittel: Preissteigerungen setzen sich fort

Preissteigerung am Futtermittelmarkt setzt sich fort

LWK Niedersachsen, Hannover (22.06.12) - Nachdem die Notierungen für Sojaschrot in der 24. Kalenderwoche leicht zurückgegangen waren, belebte sich das Kaufinteresse. Es kam dabei zu mehr Abschlüssen, die Käufer deckten sich allerdings weiter nur kurzfristig ein. Auch die Notierungen für Rapsschrot gaben leicht nach und die Käufer versorgten sich für den unmittelbaren Bedarf. Insgesamt ist nur wenig Ware am Markt. In der aktuellen Woche kam es allerdings weithin zu großen Preissprüngen, vor allem durch Trockenheit in den USA und in der Schwarzmeerregion schätzen viele Marktteilnehmer die erzielbare Ernte dort pessimistischer ein.

An den Märkten für Mischfuttermittel rückt ebenfalls die neue Ernte in den Blickpunkt. Es bleibt hier auch aktuell bei einer knappen Versorgungslage. Da durch die Auswinterungsschäden ungewohnt viel Sommergetreide anfallen wird und dieses etwas später als Wintergetreide abreift, muss sich voraussichtlich auch der Mischfutterhandel etwas länger als gewohnt mit Ware aus der Vorjahresernte versorgen. Mit den derzeit überwiegend festen Tendenzen an den Märkten für Getreide und Ölsaaten ist auch weiterhin keine Entspannung bei den Preisen für Mischfuttermittel in Sicht.

(Quelle: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/206/article/8351.html )

Bild entfernt.

Sojaschrotpreise in Chicago auf Dollarbasis

Geschrieben von Richard Ebert am
peterg
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12 Jahre 10 Monate

@ Bre [#29]

Was ich mir nicht erklären kann ist, warum die kommerziellen Maisverwerter (Viehzüchter, Äthanolindustrie) bislang ihren zukünftigen Bedarf nicht vermehrt absichert.

Das sieht man schön an der folgenden Grafik:
Schwarz: Maiskurs (wöchentlich)
Gelb dick: Shortpositionen der Commercials (Farmer)
Gelb dünn: Longpositionen der Commercials (Viehzüchter, etc.)

Bild entfernt.

Vergleicht man die Jahre 2008 und 2010 (Russlanddürre) so fanden damals doch deutliche Absicherungen statt?
Haben Sie oder jemand anderes hierfür eine Erklärung?

fritz44
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@ peterg [#32]

Kann man bei diesem Maispreis überhaupt noch wirtschaftlich Äthanol herstellen? Eine Absicherung ist daher sinnlos.

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ peterg [#32]

Erklärungsversuche:

Bei durchschnittlich 400.000 Kontrakten zu je 127 t würden rd. 50 Mio. t Mais bei den long-Positionen abgesichert sein (Umschlagshäufigkeit?). Für die Äthanolindustrie können nur noch rd. rd. 125 Mio. t je Jahr Maisverbrauch veranschlagt werden. Für die Milchvieh- und Rinderfütterung sind mir ähnlich geläufige Zahlen nicht bekannt.

Für beide Verwendungsgruppen dürfte gelten, daß bis Ende Juni noch von einer „Rekordernte“ an US-Mais ausgegangen war, auch wenn damals schon Zweifel gehegt wurden. Die Börsenkurse signalisierten über Monate hinweg eine leicht fallende Tendenz. Erst die jüngsten Crop ratings haben zu einer grundsätzlich anderen Überzeugung geführt. Die Kurse sind recht schlagartig nach oben gegangen und dürfte manche überrascht haben. Jetzt noch in die hohen Notierungen einzusteigen, ist zum jetzigen Zeitpunkt höchst bedenkenswert.

Die Vergleichsperioden fanden überwiegend noch in der starken Boomphase statt, heute ist eine rückläufige Entwicklung beobachtbar.

Für den Bioethanolsektor stellt sich die Situation anders als im Rindviehsektor dar. Zunächst wird viel Ware auf dem Vertragswege geordert mit mehr oder weniger konkreten Preisbindungen. Das bei der Erzeugung anfallende DDGS (25 bis 30 % Anteil) inflationiert in engen Zusammenhang mit den Futtermittelpreisen, so daß eine Teilabsicherung automatisch besteht. Im Gegensatz zu den Rindviehleuten kann die Äthanolanlage vergleichsweise einfach runtergefahren werden und der vorhandene Mais auf den Märkten zu steigenden Kursen abgesetzt werden. Das gilt jedoch nur, soweit die handelbaren Beimischungskontingente nicht nennenswert unterlaufen werden. Letztlich stirbt auch die Hoffnung nicht, daß bei zu hohen Preisen - staatliche Eingriffe in Form einer aktuell diskutierten Reduzierung des Beimischungszwanges - unrentable Anlagen schnell geschlossen werden können. Die Wiederaufnahme einer zwischenzeitlichen Subvention ist eher unwahrscheinlich.

Wie gesagt: Erklärungsversuche, aber in der Summe eine durchaus beachtliche Teilabsicherung

MFG Bre

Benno Baumann
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@ Bre [#29]

Danke für Deinen guten Beitrag. Aber:

Im Falle des Weizens errechnen sich noch knappe 27 %

Da frag ich mich wo die liegen. Ich habe gestern und heute versucht Futterweizen mit sofortiger Lieferung zu kaufen und dafür durch halb Deutschland telefoniert.
Es ist nirgends mehr was zu bekommen und wenn man nach dem Preis fragt wir 27-28 Eur genannt!

Aber wie gesagt selbst wenn man das Geld anlegen will, es ist nichts da!

Habe ich so auch noch nicht erlebt!

Bre
Mitglied seit
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@ Benno Baumann [#35]

Die Zahl stock to use ratio in Höhe von 27 % beim Weizen bezieht sich auf die globalen Endbestände zum Verbrauch zum Ende des Jahres 2012/13. Der größte Teil davon (rechnerisch 55 %) liegt in den USA 18 Mio t Endbestand zu 33 Mio t Verbrauch und in China (rechnerisch 46 %) mit 56 Mio. t Endbestand bei 122 Mio. t Verbrauch. Die Chinesen geben davon nichts ab. Die USA exportieren, wenn der Preis paßt (knapp unter 30 €/dt). In der EU-27 liegt nach aktueller Schätzung die Zahl bei 10 %, ist wahrscheinlich schon wegen der verspäteten Ernte überholt.

Mich wundert's auch, aber die jüngsten Schätzungen (u.a. DRV) für die deutsche Ernte wurden schon wieder leicht erhöht. Vielleicht entlastet eine starke Maisernte den Versorgungsengpaß!

Hab ähnliche Erfahrungen gemacht; versuche es zurzeit unter Berufskollegen - mühsam und mit vorprogrammierten Ärger, aber mit mehr finanziellen Erfolg

MFG Bre

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Die großen Getreidehändler geben zur Zeit ungerne Preise für Weizen und Gerste raus!?

Wollen die mit der Ware pokern oder was ?

Welche Mühle kann die Preissteigerungen umsetzen?

Wird Mehl bei Aldi rationiert ?

Gehen jetzt die Schweinehalter vor die Hunde?

Schönen Nachmittag
wünscht Saubauer

Richard Ebert
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@ Saubauer [#37]

Die großen Getreidehändler geben zur Zeit ungerne Preise für Weizen und Gerste raus!

Ich vermute mal Sie meinen verbindliche Preisangebote die länger als einen Tag gültig sind. Das halte ich bei den aktuellen Preisschwankungen von bis zu 5 % täglich für mehr als normal.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Bild entfernt.

Vergleich der Preise für Mais (schwarz) und Schweine (rot)

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Richard Ebert [#38]

Die Baywa kauft Getreide an und gibt keine Verkaufspreise an LW weiter !

So kann niemand die guten Gewinnspannen nachvollziehen!

Sojapreis hat Freitag die 600.- Eur / to Marke für HP überschritten und heute aufgrund des fallenden Eur sicher noch teurer.

MfG
Saubauer

fritz44
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12 Jahre 10 Monate

Futtergerste Baywa 20,75€dt ab Lager ungereinigt.
Landhandel 20,80-21,40€ ab Lager gereinigt.
Sojaschrot 55,50€dt preis gestern.
Wie sind die Preise bei euch?

Gruß Fritz

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Preise:

WG ab Lager ungereinigt 21,50 bez sofort!
WW ab Lager( Futterweizen nied Fallzahl oder unter 12,5 RP ) 23.50 netto
Vormastfutter 31.- Eur!!!!!

MfG
Saubauer

Superbauer
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

WG frei Lager: 24,75 €/dt
Vormastfutter: 31-33 €/dt
Weitere Preissteigerungen für Mischfutter werden bereits angekündigt.

MfG

J.F.k
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Weizen neue Ernte ab Lager :25 Euro
Vormastfutter 13,4 Mehl : 33 Euro Kontrakt bis Dez.
Mastfutter 13,2 Mehl : 29 Euro bis Dez.
Gruß aus Nordniedersachsen.J.F.k

IHH
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

An Alle,

Mais frei Oldenburg Monate: 10-12 für 260€/Tonne.

Dazu die Matif stand jetzt 250€/Tonne für 11.2012

Frage, wie muss ich die Matif in eine Kontraktabsicherung beim Handel einbeziehen, auf welcher Basis kommt der Preis hier zustande?

Wir haben jetzt Monatsanfang und ich persönlich rechen damit, dass die Preise noch ein bisschen Luft nach oben haben aber ich dann auch Absichern werde, bevor die Haupt Weizenernte und Maisernte bevor steht. Zumindest die Hälfte. Thema besser schlafen usw.

Vielleicht kann Bre auch etwas zwischen dem Verhältnis von Matf zu Händlerverkaufspreisen frei Hafen und Erzeugerverkaufspreisen sagen?!

Vielen Dank
Gruss IHH

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