Richard Ebert
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Getreide: Anbau in Europa wird deutlich eingeschränkt

Europäische Landwirte bauen weniger Getreide an

Agrarheute.com / lpd (23.04.09) - Hannover - Die Landwirte in der EU haben den Getreideanbau zur diesjährigen Ernte deutlich eingeschränkt. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, geht dies aus einer ersten Schätzung des EU-Dachverbandes des Getreide- und Futtermittelhandels (Coceral) hervor.

Demnach haben die Landwirte dem Getreide in diesem Jahr insgesamt 58,5 Mio. Hektar (ha) gewidmet, das wären 1,6 Mio. ha oder 2,6 Prozent weniger als 2008. Dabei ist die Ge-treidefläche in fast allen Mitgliedstaaten geschrumpft. Mit dem größten Anbauareal wartet nach wie vor Frankreich auf, wo die Landwirte die Anbaufläche mit 9,43 Mio. ha nur um schätzungsweise 0,63 Prozent eingeschränkt haben sollen. Es folgt Polen mit 8,47 Mio. ha, was einem Minus von 1,4 Prozent entspricht. In Deutschland dürften 6,89 Mio. ha und damit knapp zwei Prozent weniger Fläche mit Getreide bestellt worden sein als im Jahr zuvor. Noch deutlicher schränkten die Spanier den Getreideanbau ein, und zwar um 9,2 Prozent auf 5,95 Mio. ha, während das Getreideareal in Rumänien mit 5,21 Mio. ha fast dem Vorjahresniveau entspricht. Die Landwirte in Italien reservierten dem Getreide dagegen mit 3,65 Mio. ha fast 6,0 Prozent weniger Fläche als im Jahr zuvor, und die Briten schränkten das Areal sogar um 7,85 Prozent auf 3,05 Mio. ha ein. Erst mit großem Abstand folgt die Getreidefläche in Ungarn mit schätzungsweise 2,87 Mio. ha, während in allen übrigen EU-Staaten weniger als 1,63 Mio. ha mit Getreide bestellt worden sind.

In den Anbauentscheidungen der europäischen Landwirte dürften sich insbesondere die schwächere weltweite Nachfrage nach Getreide und der geringere Preis im vergangenen Jahr niedergeschlagen haben. Dementsprechend erwarten die Fachleute des Coceral auch bei allen Getreidearten mit Ausnahme von Triticale eine verringerte Anbaufläche. Bedeutendste Getreideart bleibt europaweit der Weizen, auch wenn dessen Anbauareal gegenüber dem Vorjahr um rund vier Prozent auf 25,8 Mio. ha sinken soll. Die Gerstenfläche dürfte ebenfalls deutlich zurückgehen, und zwar um knapp 4,2 Prozent auf rund 14 Mio. ha, die Roggenfläche um rund ein Prozent auf 2,72 Mio. ha sinken. Und auch dem Mais haben die europäischen Landwirte erheblich weniger Fläche reserviert als im Jahr zuvor, die Anbaufläche soll um knapp 2,4 Prozent auf 8,66 Mio. ha zurückgehen. Damit könnten die Landwirte in diesem Jahr erheblich weniger Getreide ernten als 2008.

Zwar ist die Anbauprognose derzeit noch mit großen Unsicherheiten behaftet, doch Fachleute rechnen für alle Getreidearten mit niedrigeren Erträgen als im Jahr zuvor. Insgesamt könnten die Landwirte ersten Schätzungen zufolge 286,4 Mio. Tonnen Getreide ernten, damit würden sie das sehr gute Vorjahresergebnis um gut 24 Mio. t oder 7,8 Prozent verfehlen.

(Quelle: http://www.agrarheute.com/pflanze/getreide/europ%E4ische_landwirte_bauen_weniger_getreide_an_.html?redid=301446)

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Geschrieben von Richard Ebert am
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