Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Getreide: Aufwärtsbewegung nur kurzzeitig unterbrochen

Aufwärtsbewegung am Getreidemarkt nur kurzzeitig gestoppt

SchweizerBauer.ch / AgE (17.07.10) - Die Hausse am europäischen Getreidemarkt ist Anfang vergangener Woche nur kurzzeitig gestoppt worden. Regenfälle in Frankreich sorgten für Entspannung, während in Deutschland Hitze und Trockenheit anhielten.

Der an der europäischen Leitbörse Matif gelistete Mahlweizen zur Lieferung im November pendelte binnen drei Börsentagen zwischen gut 160 Euro/t und knapp 162 Euro/t. Am vergangenen Mittwoch zog der Kontrakt dann aber wieder deutlich an; der Abrechnungspreis von 166,5 Euro/t war der höchste Stand seit Anfang Juni 2009. Binnen gut eines Monats schnellte der November-Weizen um 30 Euro/t in die Höhe.

Auch die Maisnotierungen in Paris stabilisierten sich nur kurzzeitig; November-Ware wurde an der Matif am Mittwoch für 164,25 Euro/t abgerechnet; das bedeutete bezogen auf den Kurs von Ende Juni eine Verteuerung um etwa 20 Euro/t. Nicht nur in der Europäischen Union, auch in Russland und Kanada sind die Erwartungen an die diesjährigen Getreideernten spürbar gesunken.

Dies spiegelte sich auch im Juli-Bericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums zum Welt-Getreidemarkt wider. Die Fachleute in Washington sahen sich veranlasst, ihrer Vorhersage für die globale Weizenernte 2010/11 gegenüber dem Juni-Bericht um 7,5 Mio t auf 661,1 Mio t zurückzunehmen, womit das Niveau des Vorjahres um rund 19 Mio t verfehlt würde. Während die Produktionsschätzungen für Kanada und Russland deutlich und für die EU moderat gesenkt wurden, hob das US-Agrarressort die Weizenernteprognose für das eigene Land und China spürbar an. Die globale Maisproduktion wird jetzt auf 832,4 Mio t veranschlagt, also 3,4 Mio t niedriger als im Juni; die Ernte 2009/10 würde demnach aber noch um gut 23 Mio t oder etwa 3 % übertroffen.

EU-Weizenernte wahrscheinlich noch überschätzt

Die Weizenerzeugung in der Europäischen Union schätzen die Washingtoner Fachleute aktuell auf 141,8 Mio t, was gegenüber dem Ergebnis von 2009 noch eine Zunahme um 3,6 Mio t bedeuten würde. Deutlich pessimistischer gibt man sich jedoch mittlerweile im europäischen beziehungsweise deutschen Handel. Eine Produktionsmenge über dem Vorjahresniveau von gut 138 Mio t wird als unwahrscheinlich erachtet. Klar scheint indes auch nach den aktuellen Zahlen des US-Agrarressorts, dass die weltweite Weizenproduktion 2010/11 nicht ausreichen wird, um den Bedarf zu decken. Den globalen Weizenverbrauch in der neuen Saison prognostizieren die Washingtoner Fachleute auf 667 Mio t und somit um 6 Mio t höher als die Erzeugung. Im Juni waren die Marktexperten noch von einem Produktionsüberschuss und einem weiteren Anstieg der Weizenbestände ausgegangen.

Gleichwohl zeichnen sich weiterhin relativ umfangreiche Vorratsmengen ab: Erwartet wird, dass sich Ende des Wirtschaftsjahres 2010/11 rund 187 Mio t Weizen weltweit auf Lager befinden werden, verglichen mit 193 Mio t zum jetzigen Saisonbeginn sowie gut 165 Mio t Ende 2008/09 und nur 124 Mio t zum Abschluss der Kampagne 2007/08. Allerdings wird gemäß den Schätzungen aus Washington mehr als ein Drittel der Weizenendbestände auf China entfallen, das nicht zu den wichtigen Akteuren am Weltweizenmarkt zählt. Für die EU-27 wird jetzt ein Abbau der Weizenbestände um 1,7 Mio t auf 13,9 Mio t vorausgesagt, für die USA selbst dagegen ein Aufbau um 3,3 Mio t auf 29,8 Mio t. Die Schätzung der landeseigenen Weizenernte wurde angesichts der bisher verzeichneten, sehr hohen Erträge gleich um 4 Mio t auf 60,3 Mio t angehoben, womit trotz kräftiger Anbaueinschränkung das Niveau von 2009 erreicht würde. Bis zum 11. Juli waren in den Vereinigten Staaten gut 60 % der Winterweizenfelder geräumt.

(Quelle und sehr ausführlich weiter lesen: -> http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_21773.html)

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Register now

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich
Hilfe?

Sie haben Fragen zu ZMP Live? Unser Team steht gerne hilfsbereit zu Ihrer Verfügung. Senden Sie uns gerne eine Nachricht:

Es gilt unsere Datenschutzerklärung