Getreide: Bauernverband zur Misere auf dem Markt
DBV zur Misere auf dem Getreidemarkt - Sondersitzung des DBV-Fachausschusses Getreide
Bauernverband.de (20.08.09) - Angesichts des Preisverfalls auf dem Getreidemarkt hat sich der Fachausschuss Getreide des Deutschen Bauernverbandes (DBV) am 18. August 2009 in Berlin in einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung mit den Möglichkeiten der Problemlösungen für die Betriebe befasst.
Während die Getreidepreise auf Grund der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise die Getreidepreise fast historisch zu nennende Tiefstände erreicht haben, waren die Preise für die Produktionsmittel zur Erstellung dieser Ernte geradezu explodiert.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.bauernverband.de/index.php?redid=152813&mid=309947)
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Was kann ich aus dem Text des Bauernverbandes lesen ?
Die Antwort des Bauernverbandes auf frei schwankende Preise sieht so aus:
- Die Getreidepreise sind bedingt durch die Wirtschafts- und Finanzkrise auf Tiefststände gefallen und nicht durch den hohen Anbau und die guten Erträge.
- Die Erzeuger sollten die Märkte intensiv beobachten. Prima, das sollten sie aber nicht in der Krise, sondern immer tun.
- Es werden Subventionen für Bioenergie gefordert (Subventionen zu Lasten aller Steuerzahler !)
- Die zurückliegenden Monate waren eine Lehre in Bezug auf das Risikomanagement. Warum die letzten Monate - die Getreidepreise schwanken schon immer heftig, auch wenn sich der Staat einmischt.
- Es wird eine steuerfreie Risikorückstellung gefordert (Subventionen zu Lasten aller Steuerzahler !).
- Es wird eine deutliche Entlastungsmaßnahme beim Agrardiesel gefordert (Subventionen zu Lasten aller Steuerzahler !)
Was nicht gefordert wird, ist die Nutzung des Risikomanagements über Futures und Optionen, d.h. der zumindest teilweise Verkauf der Ernte über den Terminmarkt oder EFP-Kontrakte, wie sie von den Börsen angeboten werden. Damit wäre ein Teil der Misere verhindert worden.
Meinungen sind gerne willkommen !
Zu Zeiten der Ernteplanung waren über 200 Euro pro Tonne Weizen zu erzielen
@ Richard Ebert [#1]
Konnten wir das nicht erwarten?
Der Bauernverband schreit nach Liquiditätshilfen und Subventionen wenn´s heiß ist, wenn´s kalt ist, wenn´s regnet oder nicht, wenn´s trocken ist, oder naß, wenn´s hagelt oder friert.
Genau deshalb interessiert es keinen mehr.
Dies ist umso bedauerlicher weil es dann auch keinen juckt wenn´s wirklich brenzlig ist.
Warum immer nur nach staatlicher Hilfe lechzen ?
Die eigentliche Aufgabe unserer Standesvertretung wäre die Bündelung der landw. Betriebe und damit auch des landw. Produktangebotes um eine Marktmacht darzustellen.
Aber beim Staat betteln ist einfacher.
Mfg
BB
@ Richard Ebert [#1]
Wie ich schon seit Jahren immer wieder deutlich zum Ausdruck gebracht habe :
Der Bauernverband ist nicht einen Euro wert, die aber leider immer noch reichlich in diese Richtung fliessen.
Aufällig ist, dass der Verband ganz offensichtlich nicht weiß, was seine Aufgaben sind. In den 50 / 60 / 70 iger Jahren war es noch gut geübter Brauch,sich ausschlisslich mit offener Hand vor die Bundes- und EG Kassen zu stellen. Das war ok und deren Job. Nur dass die Zeit und damit die Entwicklungen voranschreitet.
Das Umfeld verändert sich und damit die verbundenen Aufgaben. Jedes Unternehmen muß sich in den Anforderungen anpassen und das gleiche gilt auch für Verbände. Überrascht war ich, dass einen "Getreidefachausschuss" gibt.
Was, ausser Sitzungen, produziert er denn für die Mitglieder ?
Das Sammeln von Erkenntnissen, nachdem sie eingetreten sind ? Große Sprüche und inhaltslose Empfehlungen ? Alles Dinge, die eine Projektgruppe in der Hauptschule wahrscheinlich effektiver machen könnte.
Wie wäre es denn mal mit Field und Desk Research im Hinblick auf Entwicklungen von Ernten, nicht nur in Deutschland, sondern wie jedes Handelsnunternehmen global ? Entwicklungen vorauszuahnen in Verbrauch und Versorgung - Änderungen im Verbrauchs - und Verarbeitungsverhalten - demografische Einflüsse auf Nachfragen und Versorgung etc.
Wenn so etwas schon erarbeitet wäre, käme man nicht auf den absolut schwachsinnigen Gedanken wieder nach der Bioenergie zu rufen, wo doch mittlerweile jeder begriffen hat, dass Ölpreis und Bioenergie Hand in Hand gehen und der Konkurrenzdruck für bioenergetische Produkte genauso gewaltig ist, wie für die normalen Getreidarten.
Möchte man jetzt einen Bioethanolberg oder einen Biodieselberg aufbauen, der dann natürlich wieder mit dem Ruf nach Subvention endet ?
Wenn der Bauernverband nichts besseres zu bieten hat, sollten dort alle Beteiligten den Hut nehmen und ihren Platz für besser qualifizierte und kreativere Köpfe räumen. Die Mitglieder werden sicher dankbar sein, wenn sie eines Tages einen konkreten Nutzen von ihren Beiträgen haben.
@all
Man o man. BB und Graintrader an die Macht.
Ist nett, dass Sie so eindeutige Feindbilder vor Augen haben.
Ich denke, dass so Dinge wie eine Risikorückstellungen zwischen Wirtschaftsjahren schon sinnvoll sind. Wer soll denn das sonst fordern?
Ich hoffe, dass Sie beide sich ordentlich ehrenamtlich engagieren und alles bestens ohne Meinungsverschiedenheiten klappt.
Vieles gibt es zu kritisieren, aber bitte keine Pauschalkritik.
Schönes WE
@ Ackerspezi [#4]
Zurückhaltung hat uns selten etwas gebracht und BB hat durchaus recht, so die einseitige Haltung des Bauernverbandes zu beschreiben. Letzlich ist der Verband dafür da, die Interessen eines bestimmten Berufsstandes zu vertreten aber eben intelligent und nicht nach 60iger Jahre Manier. Jeder muß heute in seinem Job etwas leisten und schon gar, wenn es nicht für einen selber ist. Diesen Anspruch darf man werwarten und letztlich auch formulieren, wenn nix dabei rumkommt.
Mit der Ehrenamtlichkeit ist das so eine Sache - wenn ich schon betont habe:
entweder man macht sein Job wirklich richtig - dann hat man im Regelfall keine Zeit um, um nebenämter auszufüllen. Deswegen gilt auch immer wieder meine tiefste Bewunderung, den Vorständen vieler Unternehmen, die mindestens in ein, zwei, vielen Aufsichtsratsämtern tätig sind. Die können was !!
Aber zurück zum Bauernverband. Einige Profis für die wichtige Arbeit sind notwendig, nicht nur Schwadroneure.
Schönes Wochenende
@ Ackerspezi [#4]
Das soll keine Pauschalkritik sein sondern eine Feststellung der Tatsachen.
Der BV hat einige Tätigkeitsfelder wo er hervorragende Arbeit leistet.
Z.B. Beratung in sozialen Dingen wie bei Renten und Alterskasse.
auch Hofübergabeberatung wird bestimmt toll gemacht, genauso Steurberatung und Versicherungsangelegenheiten.
Bei der Öffentlichkeitsarbeit agiert er sehr tollpatschig und wird durch solche Aktionen sein Jammerlappenimage nicht los.
Vielleicht ist es in anderen Regionen anders, hier aber sind nicht die fähigen Köpfe am Ruder sondern die profilierungssüchtigen.
Unser Kreislandwirt ist nicht in der Lage ein Pressegespräch selbst durchzustehen, dazu braucht er immer den Geschäftsführer an seiner Seite.
Kein einziger Presseartikel stammte je aus seiner Feder.
Genauso sieht es bei Reden am Kreisbauerntag aus. Zur Wahl lässt sich aber nur er aufstellen, die Geschäftsstelle unterstützt dies nach Kräften, mit Ihm als Chef hat man ja Narrenfreiheit.
Beim besten Willen Ackerspezi in solchen Kreisen möchte ich mich nicht wiederfinden.
Mfg
BB
@ Bauer Bernie [#6]
Mit diesen " Funktionären" hast du sicher recht!
Wir hatten einen super Geschäftsführer im BBV der sich mit Leib und Seele für die Betriebe eingesetzt hat,leider ist er jetzt in seinem eigenen Landkreis als Geschäftsführer.
Der neue ist mehr an seinem Garten als im Büro und ist vielleicht auch gut so???
Obwohl ich den BBV selten nutze ,muß man sagen wir haben leider keinen anderen Gesammtverband!
Es gibt zwar den BDM oder Biogasfachverband usw. aber jeder hat doch nur seine eigenen Interessen und Mitspracherechte!!
Frage an alle :
Warum heißt Biogas - Biogas und nicht Metangas??
Antwort:
Damit man den Nawaro - Bonus rechtfertigen kann
Der Fachverband hat vor Jahren 6ct gefordert und wäre mit 4 ct auch zufrieden gewesen
( Aussage Insider Fachverband)
Schönes Wochenende
Saubauer
@ Bauer Bernie [#6]
Kann ich alles verstehen- stellen Sie aich beim nächsten Mal selber auf.
Wir brauchen wirklich die besten Köpfe.
Aber täuschen Sie sich nicht: Wenn Sie das Amt ernsthaft betreiben wollen, geht Ihre BETRIEBSENTWICKLUNG bei drauf.
Dann sind wir sehr schnell bei der spannenden Frage der Aufwandsentschädigung.
Wenn dann der GF gut ist, lass ihn doch die Pressearbeit machen. Oft ist er rhethorisch sowiso der bessere.
@ Ackerspezi [#4]
Ist nett, dass Sie so eindeutige Feindbilder vor Augen haben.
Auch wenn die Botschaft nicht an mich ging: Ich lese täglich in der Wirtschaftspresse, vor allem aber im Internet, auch auf den Agrarseiten und in der Regionalpresse.
Es gibt keinen Tag, zumindest kann ich mich an keinen erinnern, an welchem der Bauernverband, die Landesverbände auf von den Herren auf Kreisebene nicht neue Forderungen nach Subventionen (Steuergeschenke zu Lasten der Bundesbürger) gestellt hätten. Dabei ist für mich ohne Bedeutung, ob diese berechtigt sind oder nicht, das kann und werde ich nicht bewerten.
Es bleibt jedoch 'beim Volk' langfristig der sich immer mehr verfestigte Eindruck, die gesamte Landwirtschaft würde nur durch Subventionen bezahlt und nicht durch ihre eigene Arbeit. Es bleibt der nachhaltige Eindruck, die gesamte Landwirtschaft von Fleisch über Milch bis Getreide sei ganzjährig nur ein einziger Jammerverein.
Irgendwann wird das Ansehen der in der Landwirtschaft beschäftigten auf dem Niveau der Sozialhilfeempfänger angekommen sein.
Was ich mir wünsche ist das Ansehen landwirtschaftlicher Unternehmen, die mit Einsatz von Kapital, Fleiß und Risiko überdurchschnittliche Erträge erwirtschaften können, und dies unabhängig von Staats-Almosen.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#9]
Lesen wir das nicht tagtäglich in ALLEN Wirtschaftsbereichen ? Angefangen bei A wie Atomkraft bis Z wie Zucker.
Wenn Sie wissen, wie Zeitung heute gemacht wird, dann wissen Sie auch, dass die Rakteure an einigen Tagen froh über jede Zeile sind, damit sie die Seiten ihrer Zeitung vollkriegen.
Wenn sie nicht mit den Wölfen heulen, gehen Sie unter, zugegebenermaßen eine Mentalität, die sich eingeschlichen hat.
Gerade wird im Landvolk-Info Fax berichtet, dass einige amerikanische Gouverneure(!) von Pr. Obama Staatshilfen für die notleidenden schweinehaltenden Betriebe verlangen.
Dies weltweit abzuschaffen ist eine schier unlösbare Aufgabe. Dazu bedarf es politischen Willens und starker verlässlicher Mehrheiten- mehr eigentlich nicht; aber wo gibt es das ?
@ Ackerspezi [#10]
Wenn Sie wissen, wie Zeitung heute gemacht wird, dann wissen Sie auch, dass die Rakteure an einigen Tagen froh über jede Zeile sind, damit sie die Seiten ihrer Zeitung vollkriegen.
Zunächst einmal gehen diese Jammerorgien vom Bauernverband und den Unterorganisationen aus. Ob begründet oder nicht, ist ein anderes Thema.
Dass die Beiträge von der Presse aufgenommen werden, ist vom Verband gewollt, sonst würde er diese Pressemeldungen doch nicht jeden Tag veröffentlichen.
Nur: Sie nutzen sich durch ständige Wiederholung ab. Warum lese ich nie oder fast nie etwas über Risikomanagement für Weizen ? Es gibt Vorverkäufe, EFP's, Futures und Optionen. Was ich lese ist die Aufforderung (im letzten Jahr und in erneut diesem Jahr) abzuwarten, die Preise würden schon wieder steigen.