Richard Ebert
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Getreide: EU Schätzung auf 293 Mio. Tonnen angehoben

EU-Getreideernteschätzung auf 293 Millionen Tonnen angehoben

Agrarheute.com / aiz, Brüssel (28.09.09) - In der EU-27 werden in diesem Wirtschaftsjahr 293 Millionen t Getreide produziert. Coceral, der Verband des Europäischen Getreidehandels, hat am letzten Freitag in Brüssel seine Ernteschätzung um sieben Millionen t gegenüber Juni angehoben.

Im Vorjahr wurden in der EU 310 Mio. t produziert. Für Deutschland geht Coceral inzwischen von 49 Mio. t Getreide aus, was rund zwei Mio. t mehr als noch im Juni wären, wie das Agrarische Informationszentrum (aiz) berichtet. Das Land dürfte damit fast die Vorjahresmenge von 50 Mio. t erreicht haben. Vor allem für die Gersten- und Roggenernte Deutschlands wurden die Zahlen nach oben angepasst. Auch in Italien und in Ungarn schätzt Coceral die Getreideernte etwas höher ein. In Österreich werden 4,5 Mio. t Getreide geerntet, davon 1,36 Mio. t Weichweizen, 780.000 t Gerste, 1,78 Mio. t Mais und 200.000 t Roggen. Im Vorjahr waren es insgesamt 5,2 Mio. t.

Ausfuhr geht zurück

Ausführen wird die EU im laufenden Wirtschaftsjahr jedoch voraussichtlich nur knapp 23 Mio. t, das sind um zehn Mio. t weniger als im Vorjahr. Diese deutlich niedrigeren Exportaussichten wurden am vergangenen Freitag von Coceral vorgelegt. Im Juni ging der Verband noch von Getreideausfuhren über rund 28 Mio. t für das Wirtschaftsjahr 2009/10 aus. Die Abnehmer der EU in Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten seien durch eigene Ernten besser versorgt, begründete Coceral die schlechteren Absatzmöglichkeiten. Hinzu komme der schwache US-Dollar, der den Exporteuren der EU zu schaffen mache.

Betrachtet man die diesjährige Erzeugung von 293 Mio. t sowie Lagerbestände und Importe zusammen, stehen 366 Mio. t zur Verfügung. Da in der EU voraussichtlich 271 Mio. t verbraucht und 23 Mio. t ausgeführt werden, bleibe am Ende des Wirtschaftsjahres ein Bestand von 72 Mio. t, davon 6,1 Mio. t in der Intervention.

Auch Zahlen für Ölsaatenernte nach oben korrigiert

Laut Coceral sind in der EU in diesem Jahr rund 20,5 Mio. t Raps geerntet worden. Das sind 1,5 Mio. t mehr als die Vorjahresmenge von 19 Mio. t. Coceral hat somit seine Zahlen für die Ölsaatenernte in der EU nach oben korrigiert. In seiner Junischätzung ging der Verband noch von 18,3 Mio. t Raps aus, also von einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Die Korrekturen betreffen vor allem die Haupterzeugerländer Frankreich und Deutschland, wo Coceral inzwischen von 6,2 Mio. t Raps ausgeht (Vorjahr: 5,1 Mio. t). In Frankreich wurden demnach 5,4 Mio. t Raps erzeugt (4,7 Mio. t). Insgesamt wurden nach Angaben von Coceral 28 Mio. t Ölsaaten in der EU produziert (26,6 Mio. t), davon 20,5 Mio. t Raps, 6,7 Mio. t Sonnenblumen und 850.000 t Soja.

(Quelle: http://www.agrarheute.com/pflanze/getreide/eu-getreideerntesch%e4tzung_auf_293_millionen_tonnen_angehoben_.html?redid=312420)

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Richard Ebert [#1]

Gibt es auch halbwegs verlässliche Zahlen über die noch von 2008 überlagerten Getreide und Rapsmengen ?

Hat Graintader evtl. Zahlen?

Ich denke, das sind die Mengen die den Markt kaputt machen !

MfG Saubauer

Graintrader
Mitglied seit
12 Jahre 2 Monate

@ Saubauer2 [#2]

Melde mich nach Urlaub wieder zurück und vielen Dank an das Forum für die Wahl.

Bezug auf die Frage -

Nein, leider gibt es keine Zahlen für den Überhang.

Der Überhang in der EU ist auch nicht ganz so wichtig, wie die Lagermengen im Osten. Russland und die Ukraine haben noch aus der alten Ernte einige Millionen Tonnen Weizen und Gerste in den Silos gehabt. Hinzu die neue Ernte - so muß man sich nicht wundern, dass Russland eine Exportausschreibung nach der anderen abräumt. Die Mengen müssen raus und es wird dringend Geld gebraucht.

Gründe genug, um anderen Ländern keine Chance zu geben. Einzig Frankreich könnte noch die eine oder andere kleine Menge abgekommen, nützt uns aber in der Gesamtbilanz nicht viel. Auch die Mischfutterindustrie ist gut versorgt, hat ohnehin Probleme im Mischfutterabsatz und wird sicherlich nicht die Mengen kaufen, die weg müssten. Gleiches gilt für die Mehlmühlen. Gute Deckung bis April / Mai und nur noch kleinere Mengen abzusetzen. Wer in diesem Jahr auf den Export setzt, hat bereits verloren.

Denn nach der guten Ernte in den USA kommt die Südhalbkugel dran und dort wird es sicherlich nicht zu einem Einbruch in den Mengen kommen. Und insbesondere Australien wird exportieren was das Zeug hält.

Alles keine guten Aussichten. Leider !

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