Getreide: Preisblasen werden bald platzen
Fischler: "Preisblasen werden platzen"
Kurier.at (25.04.11) - Das Volumen der Spekulationen ist 15-mal höher als die Agrarproduktion. Es gibt immer mehr Blasen, warnt Franz Fischler.
Franz Fischler: Würde man zehn Prozent der Militärausgaben in Agrarprojekte stecken, könnten man "den Hunger in der Welt auf null stellen".
Die Weltbank schlägt Alarm: Binnen eines Jahres haben sich Lebensmittel im weltweiten Durchschnitt um 36 Prozent verteuert. Am schlimmsten von der Entwicklung betroffen sind die ärmsten Regionen der Welt. Seit Juni des Vorjahres sind 44 Millionen Menschen unter die Armutsschwelle gerutscht sind. Ein Preisanstieg von noch einmal zehn Prozent würde laut Weltbank weitere zehn Millionen Menschen in die Armut treiben.
KURIER: Sehen Sie ein Ende des Höhenflugs der Rohstoffpreise kommen?
Franz Fischler: Die Preise sind derzeit eindeutig zu hoch. Die Blase wird platzen wie das Amen im Gebet. Mittlerweile ist das Volumen der Spekulationen schon 15-mal größer als der Wert der Agrarproduktion. Ich schätze, dass wir in den nächsten zehn Jahren noch zwei, drei weitere Blasen erleben werden. Je unsicherer der Markt, desto interessanter werden Spekulationen, damit verstärkt sich die Thematik von selbst. Dazu kommen immer mehr Missernten infolge des Klimawandels und nachfragebedingte Änderungen. In Europa werden zwar erst zwei Prozent der Getreideernte für Biosprit verwendet, in den USA sind es aber bereits 40 Prozent der Maisernte.
Gleichzeitig betonen Agrarvertreter gebetsmühlenartig, dass die Preise seit Jahren zu niedrig sind ...
Man muss zwischen langfristigen und kurzfristigen Trends unterscheiden. In den vergangenen 30 Jahren sind Grundnahrungsmittel ständig billiger geworden. Hier wäre eine Trendumkehr sinnvoll. Für die kommenden zehn Jahre wird auch wieder eine steigende Tendenz erwartet. Überlagert wird die Tendenz aber von kurzfristigen Bocksprüngen wie 2008/'09 und jetzt. Die Blasen platzen und die Preise fallen ins Bodenlose. Darunter leidet der reale Markt und das stellt Produzenten und Konsumenten vor allem in den Entwicklungsländern vor existenzielle Probleme.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: -> http://kurier.at/wirtschaft/2095221.php )
Die Blase platzt nur wenn ein bisschen mehr als der Bedarf geerntet wird.
Momentan haben wir den klassischen Wettermarkt auf der Nordhalbkugel. Vielerorts wird von Trockenheit berichtet.
Im August sind wir gescheiter.
Mfg
BB