Getreide: Schlechte Aussaatbedingungen lässt Weizenpreise steigen
LWK Niedersachsen, Hannover (03.02.12) - Zuletzt hat die Rallye an den Getreidebörsen etwas an Schwung verloren. Erstmals schlossen die Kurse an der Matif in dieser Woche leicht im Minus. Diese Entwicklung ist aber vorwiegend auf Gewinnrücknahmen an der Börse zum Ende der Woche hin zurückzuführen.
Grundsätzlich tendiert die Matif aber fest. In dieser Handelswoche wurde ein neues Wirtschaftsjahreshoch mit 216,75 € erreicht. Grund dafür sind mögliche Exportbeschränkungen aus Osteuropa und die niedrigen Temperaturen, die die Diskussion über Auswinterungsschäden angefacht haben. Bereits schlechte Aussaatbedingungen und die nun vorherrschenden Fröste in Osteuropa trüben die Erwartungen auf eine gute Ernte deutlich.
Die Mischfutterindustrie fragt weiterhin rege Mengen nach. Gestützt von dem positiven Börsenumfeld und dem hohen Bedarf konnten die Preise für Futtergetreide weiter anziehen. Im Brotgetreidebereich hat sich die Abgabebereitschaft erhöht. Infolge der Preisanhebungen sind die Mühlen, wenn überhaupt zur Deckung der vorderen Termine am Markt. Dabei wird E- und A-Weizen aber weitestgehend vernachlässigt.
Auswinterung bislang kein Thema
Die volatilen Bewegungen am Rapsmarkt mindern die Ein- bzw. Verkaufsbereitschaft der Marktteilnehmer. Sowohl die Ölmühlen als auch die Erzeuger halten sich weitestgehend vom Markt zurück. Dies scheint zumindest aus Erzeugersicht verwunderlich, da vor allem die Kurse ex Ernte deutlich zugelegt haben. Auf Grund der knappen EU-Versorgungsbilanz und der bereits sehr ausgedünnten Lagerware besteht nach Meinung der Abgeberseite aber noch Luft nach oben.
(Quelle: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/206/article/8351.html )