Richard Ebert
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Getreide: Schwieriges Frühjahr bleibt ohne gravierende Folgen

Ernte 2012: Schwieriges Frühjahr bleibt ohne gravierende Folgen - Frost im Februar machte Getreidebauern regional schwer zu schaffen

LWK Niedersachsen, Hannover (15.10.12) - Mit der diesjährigen Ernte sind die meisten niedersächsischen Landwirte zufrieden. Düstere Prognosen nach einem sehr kalten Februar und einem trockenen Frühjahr bewahrheiteten sich überwiegend nicht. „Insgesamt können wir für ganz Niedersachsen von einer zufrieden stellenden Ernte sprechen“, sagte Arendt Meyer zu Wehdel, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, auf der Ernte-Pressekonferenz seines Hauses, die heute (15. Oktober) in Dötlingen-Iserloy (Landkreis Oldenburg) stattfand.

Nicht zufrieden sind vor allem Getreidebauern im Süden und Osten Niedersachsens, wo ein zweiwöchiger Kahlfrost im Februar Weizen und Gerste großflächig abfrieren ließ. Besonders betroffen waren der Weserraum südlich von Bremen, die Lössregionen im südlichen Niedersachsen sowie die Höhenlagen. Niedersachsenweit musste ein Viertel der mit Winterweizen und 17 Prozent der mit Wintergerste bestellten Flächen umgepflügt und neu eingesät werden. „In Regionen, die wegen ihrer schweren Böden sonst für Spitzenerträge gut sind, wurde in diesem Sommer die schlechteste Getreideernte seit 30 Jahren eingefahren“, erläuterte Meyer zu Wehdel.

Nahezu folgenlos blieb niedersachsenweit das trockene Frühjahr. Mai und Juni waren kühl und feucht und glichen den fehlenden Niederschlag von März/April aus. Sonnige Perioden in Sommer und Herbst sorgten dann für eine weitgehend reibungslose Ernte aller Kulturen.

Ausführlich ging Meyer zu Wehdel auf den Mais- und Energiepflanzenanbau ein. Zwar habe der Maisanteil auf niedersächsischen Äckern weiter zugenommen, der Zuwachs fiel aber deutlich geringer aus als in den Vorjahren. „Hier zeigt sich der Einfluss der diesjährigen Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, denn derzeit werden nur wenige neue Biogasanlagen gebaut“, so der Kammerpräsident. Er wies darauf hin, dass nach wie vor der größte Anteil des Silomaises verfüttert wird.

Die guten Erträge bestätigten den Mais auch dieses Jahr als „erste Wahl bei den Biogassubstraten“. Einsilierte Getreidepflanzen und Energierüben spielten als Alternative bisher eine nachgeordnete Rolle, ihr Anbau nehme aber stetig zu. Alle anderen Kulturen, über die viel berichtet würde, hätten die Praxisreife bisher nicht erreicht. Das gelte auch für die Durchwachsene Silphie, obwohl erste Anbauversuche dieser Dauerkultur vielversprechend seien. „Wir werden an den Alternativen weiterarbeiten“, sagte der Kammerpräsident, „denn Gesellschaft und Politik fordern eine breitere Palette an Energiepflanzen“.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Getreide: In diesem Jahr wurden 779.000 Hektar (ha) Getreide und damit 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr geerntet (ohne Körnermais). Der Gesamtertrag liegt mit 5,45 Mio. Tonnen (t) gut fünf Prozent über dem schwachen Ergebnis von 2011. Die Qualität des Getreides war überwiegend gut.

Den größten Anteil an der Ernte hat trotz der Auswinterungsschäden immer noch der Winterweizen mit rund 2,5 Mio. t (- 18 Prozent gegenüber 2011). Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Anbaufläche frostbedingt um 18 Prozent auf 324.000 ha. Die Hektarerträge lagen mit 76,5 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) leicht unter den Ergebnissen aus 2011. Mit 238 Euro/t erlösten die niedersächsischen Landwirte zur Ernte 22 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Die Anbaufläche von Wintergerste sank als Folge des starken Frostes auf 117.000 ha (- 16 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Der durchschnittliche Hektarertrag lag bei rund 67 dt/ha und damit etwa 13 Prozent über dem Vorjahresniveau. Insgesamt nahm die Gesamternte (818.000 t) um fünf Prozent ab. Futtergerste brachte mit 219 Euro/t etwa 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die niedersächsische Roggenfläche hat mit 134.000 ha um rund 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Als winterhärteste Getreideart zeigte sie kaum Auswinterungsschäden. Die vorläufig geschätzte Gesamterntemenge von 860.000 t bedeutet im Vergleich zum schwachen Vorjahr ein Plus von 45 Prozent. Roggen bringt zurzeit mit 218 Euro/t etwa elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Raps: Die geerntete Rapsfläche in Niedersachsen betrug im Jahr 2012 rund 122.000 ha, das waren knapp drei Prozent weniger als im Vorjahr. Der durchschnittliche Hektarertrag für 2012 liegt bei gut 38 dt/ha (Vorjahr 35 dt/ha). Die in Niedersachsen geerntete Winterrapsmenge beläuft sich auf rund 470.000 t. Das ist ein Plus gegenüber dem sehr schlechten Vorjahr um acht Prozent. Für Raps konnten die Landwirte im Mittel 461 Euro/t erzielen, gut acht Prozent mehr als 2011.

Kartoffeln: Niedersachsen verzeichnete einen Flächenrückgang auf knapp 103.500 ha (minus acht Prozent), bleibt aber mit Abstand die wichtigste Kartoffelregion Deutschlands. Trotz hoher Erträge wurden nur noch 4,85 Mio. t geerntet, knapp acht Prozent weniger als 2011. Da die Kartoffelernten in Belgien und in den Niederlanden schlecht ausfielen, erzielten die Speisekartoffelerzeuger zur Haupternte im Mittel 11,60 Euro/100 kg und damit deutlich mehr als im vergangenen Jahr (8,30 Euro/100 kg). Die Anbauer von Stärkekartoffeln konnten dem allgemeinen Trend hin zu besseren Erlösen bislang nicht folgen.

Zuckerrüben: In 2012 stieg die Anbaufläche für Zuckerrüben von 106.000 ha in 2011 auf 110.000 ha dieses Jahr. Dieser Zuwachs beruht auf den guten Vermarktungschancen und der zunehmenden Verwendung von Rüben in Biogasanlagen. Es werden gut durchschnittliche Erträge (60 bis 70 t/ha) bei sehr hohen Zuckergehalten (derzeit bereits oft weit über 18 Prozent) erzielt.

Mais: In Niedersachsen wurden im Jahr 2012 rund 629.000 ha Mais angebaut. Das entspricht einer Ausdehnung von gut 25.000 ha gegenüber dem Vorjahr. Ausgedehnt wurde im Wesentlichen der Silomaisanbau, der um 3,9 Prozent auf nun 529.000 ha zunahm. Davon werden 309.000 ha als Viehfutter genutzt, die Silage von 220.000 ha wird in Biogasanlagen zu Strom und Wärme umgewandelt. Hinzu kommen noch 100.000 ha, auf denen Körnermais angebaut wurde. Silomais und Körnermais brachten bzw. bringen gute bis sehr gute Erträge.

Grünland: Der Start ins Vegetationsjahr 2012 war durch den Frost und einen Schädling (Tipula) erschwert. Trotzdem wurden insgesamt höhere Erträge erzielt als im Vorjahr. Auch die Futterqualität, insbesondere der Energiegehalt, ist gut. Die Heuernte brachte ebenfalls gute Erträge und gute Qualitäten. Die Versorgungslage hat sich gegenüber 2011 deutlich entspannt.

Öko-Landbau: Eine erste Markteinschätzung für den Ökolandbau lautet: Im Schnitt aller Betriebe ist bei den meisten Kulturen von durchschnittlichen Erträgen auszugehen. Abgesehen von den Druschfrüchten und Kartoffeln ist die Ernte aber noch nicht abgeschlossen. Die Getreidequalität ist gut, allerdings deckelt Importware den Preis. Die Erträge bei Körnerleguminosen (Bohnen, Erbsen) sind unterdurchschnittlich. Günstige Importe drücken nach wie vor den Preis. Die Kartoffelernte brachte durchschnittliche Erträge mit Erlösen auf zufrieden stellendem Niveau. Nach wie vor liefert Feldgemüse in Biobetrieben die höchste Wertschöpfung pro Hektar. Die Erträge dürften deutlich unter denen des Vorjahres liegen. Bei fast allen Gemüsekulturen wird Ware gesucht.

(Quelle: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/7/nav/1095/article/20458.html)

Bild entfernt.

Rapspreis Niedersachsen, ermittelt von der LWK Hannover: Immer noch knapp unter Allzeithoch

Geschrieben von Richard Ebert am
Bauer Bernie
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top agrar: Ausfuhrstopp seit gestern in der Ukraine, wer weiss mehr ?

mfg
BB

Richard Ebert
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Ukraine: Exportstopp bei Weizen

agrarheute.com (22.10.12) - Laut aktuellen Prognosen der Analysten und Händler wird die Ukraine ab Mitte November die Ausfuhr von Weizen beenden. Die Märkte reagierten promt mit Preissteigerungen.

Offenbar hatte sowohl die starke Nachfrage vom Weltmarkt als auch das Bestreben der Händler vor einem Exportstopp soviel Ware wie möglich auszuführen, zu einem Ende der Exporte geführt. Händler erwarten, dass bis zum Erreichen des 15. Novembers noch bis zu 1,5 Millionen Tonnen Weizen das Land verlassen dürften. Als Reaktion auf die Meldungen aus der Ukraine zogen die Preise sowohl in Europa als auch in den USA kräftig an.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.agrarheute.com/ukraine-weizenexportstopp )

Bild entfernt.

Die Meldungen über einen Exportstopp führten nicht wirklich zu einem Anstieg der Kurse für Weizen

paul
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Der eine macht Exportstopp, der andere fährt Rekordernten ein:

China erwartet Getreideernte auf Rekordniveau

In China werden die Bauern im laufenden Jahr höchstwahrscheinlich so viel Getreide ernten wie nie zuvor. Wie die amtliche Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, rechnen Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums das neunte Jahr in Folge mit neuen Rekordmengen beim Getreidedrusch. Maßgeblich dafür seien zum einen die um 733 300 ha auf 111 Mio ha erweiterte Anbaufläche, zum anderen Spitzenergebnisse bei den Hektarerträgen. Genaue Prognosezahlen für das Jahr 2012 nannten die Experten aus dem Agrarressort noch nicht, verwiesen aber auf die bereits eingebrachte Sommerernte von 130 Mio t, die um 3,6 Mio t oder 2,8 % über dem Vorjahresniveau lag. Insgesamt wurden in China im vergangenen Jahr 571 Mio t Getreide eingefahren; das waren 4,5 % mehr als 2010. Enthalten sind in diesen Mengen laut chinesischer Statistik auch gut 200 Mio t Reis und etwa 50 Mio t sonstiger Früchte, wozu Öl- und Hülsenfrüchte sowie Kartoffeln - umgerechnet in Getreideäquivalente zählen. Obwohl das Getreideangebot aus eigener Erzeugung im laufenden Jahr größer- ausfallen dürfte, werden die Preise in China nach Einschätzung des Landwirtschaftsministeriums moderat ansteigen. Dies sei eine Folge der höheren Produktionskosten und der staatlichen Preispolitik, die darauf abziele, die Einkommen der Landwirte zu stützen. AgE (22.10.2012) (23.10.2012)

(Quelle Raiffeisen)

Bre
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@ paul [#4]

Bitte äußerste Vorsicht bei der unkritischen Übernahme chinesischer Offizialdaten.

Nach den mir vorliegenden Informationen soll zumindest China‘s Weizenernte statt 120 ca. 106 Mio. t aufgrund von starken Ährenmehltaubesatz erreicht haben. Das Importverhalten unterstützt diese Einschätzung, denn bis zum Oktober 2012 hat China mit über 1,5 Mio. t Weizenimporten bereits mehr eingeführt als im vergangenen ganzen Jahr. Die Schätzungen für das laufende Jahr 2012/13 gehen in Richtung 3,6 Mio. t.

Die Angaben zur chinesischen Maisernte sind immer noch rekordverdächtig, zuverlässige ergänzende Informationen sind nicht bekannt.

Die Beurteilung der Marktlage müßte also lauten: noch weniger Export an Weizen aus dem Schwarzmeerraum und ein höherer Importbedarf Chinas. Das ergibt zusätzliche Auftriebstendenzen für die Weizenpreise.

Inwieweit der Preisauftrieb von Dauer sein wird bzw. sich auf die Kassakurse durchschlägt, hängt von der weiteren Entwicklung des Umfeldes ab. (niedrigere Rohölpreise, Rückgang der Maisnachfrage aus dem Bioethanolsektor, Dollarkurse usw.).

Ganz entscheidend wird das tatsächliche Ergebnis der Australischen Weizenernte im Nov./Dez.-12 sein, bei der jetzt schon mit Ertragseinbußen von rd. 30 % gerechnet wird. Dazu kommt noch die um 25 % geminderte Weizenanbaufläche Argentiniens mit dem gleichen Erntetermin, die z.T. schon eingepreist sind

Der mit der bevorstehenden Ende der US-Maisernten nachlassende Erntedruck, macht Platz für andere Einflußfaktoren, so daß im Verhältnis preistreibender und preisdrückender Faktoren ein Preisdruckfaktor entfällt und Triebfaktoren dazu kommen.

Mfg Bre

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