Getreide: Versorgungsbilanz wird wieder enger
Versorgungsbilanz mit Getreide wird wieder enger
Agrarheute.com / pd, Hannover (05.12.09) - Nach einem Jahr mit einer weltweiten Rekordernte, die zu einer kurzzeitigen Entlastung der angespannten Welternährungssituation und einem Wiederauffüllen der Vorräte geführt hat, rücken Erzeugung und Verbrauch jetzt wieder näher zusammen.
Noch vor wenigen Jahren war die weltweite Getreideerzeugung unter den steigenden Verbrauch gesunken und hatte die Lagerbestände bedenklich schrumpfen lassen. Erst 2006/07 überstieg die Erzeugung mit 1,69 Milliarden Tonnen den Verbrauch von 1,67 Milliarden Tonnen wieder geringfügig. Im Erntejahr 2008/09 sorgte dann eine Rekordernte von 1,79 Milliarden Tonnen dafür, dass die Erzeugung den auf 1,71 Millionen Tonnen gestiegenen Verbrauch deutlich überschritt und die Reserven wieder aufgefüllt werden konnten.
Für das jetzt laufende Erntejahr, für das die Ernte auf der Südhälfte des Globus noch aussteht, rechnen Marktexperten mit einer Gesamtmenge von 1,76 Milliarden, das wäre gegenüber dem Vorjahr ein neuerlicher Rückgang. Der Verbrauch soll nach den Schätzungen dagegen weiter auf 1,75 Milliarden Tonnen ansteigen und damit die Erzeugung wieder nur knapp unterschreiten. Weil dennoch ein Überschuss bleibt, werden die Lagerbestände voraussichtlich noch etwas ansteigen. Das drückt vorerst weiter auf das weltweite Niveau der Getreidepreise.
Lage beim Weizen deutlich entspannter
Die Erzeugung von Weizen soll den Schätzungen zufolge zwar mit einem Rückgang um 1,6 Prozent von 682,8 Millionen Tonnen auf 671 Millionen Tonnen stärker sinken als die Getreideerzeugung insgesamt, den Verbrauchsanstieg schätzen Experten aber geringer ein als beim übrigen Getreide. Gegenüber 639,3 Millionen Tonnen im Jahr 2008/09 wird ein Verbrauchsanstieg auf 648,3 Millionen Tonnen erwartet, die Lagerbestände würden sich mit dem Überschuss um 14,3 Prozent auf 188,3 Millionen Tonnen erhöhen. Deutlich stärker als in der übrigen Welt fällt im Übrigen der Rückgang der Weizenernte in der EU aus. Hier wurden aktuell 138 Millionen Tonnen gedroschen gegenüber 151 Millionen Tonnen im Jahr zuvor. Unter den Verbrauch sinken wird dagegen die weltweite Erzeugung von Grobgetreide, das vor allem verfüttert wird.
Erzeugung sinkt bei weiter steigendem Verbrauch
Während Erzeugung und Verbrauch im Erntejahr 2008/09 mit 1,10 Milliarden Tonnen bzw. 1,07 Milliarden annähernd deckungsgleich waren, schätzen Experten die laufende Ernte auf nur noch 1,09 Milliarden Tonnen, während der Verbrauch auf 1,10 Milliarden Tonnen steigen soll: Steigender Bedarf an Fleisch erhöht den Bedarf an Futtergetreide. Mit einem erheblichen Abbau der Lagerbestände wird beim Mais gerechnet. Die Erzeugung soll auf 789,7 Millionen Tonnen sinken, während mit einem Verbrauchsanstieg auf 803,3 Millionen Tonnen gerechnet wird. Eine große Rolle dürfte dabei die Bioethanolerzeugung in den USA spielen.
Neue Prognosen für Weizen und Mais
Financial.de (22.01.10) - Der International Grains Council hat gestern neue Angebots- und Nachfrageprognosen für Weizen und Mais im Erntejahr 2009/10 veröffentlicht.
Globale Weizenproduktion: Korrektur um 6 Mio. to nach oben auf 674 Mio.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.financial.de/rohstoffe/rohstoffmarkt-aktuell/2010/01/22/neue-prognosen-fur-weizen-und-mais/)
@ Richard Ebert [#1]
Fazinierend ist für mich, dass immer gleichmässig der Verbrauch angehoben wird. Seit langer Zeit kann aber niemand konkret belegen, dass er wirklich ansteigt und warum. Nur der lapidare Hinweis auf einen angeblich steigenden Fleischverbrauch hilft überhaupt nicht. Wenn ich die europäische Futtermitteproduktion sehe, dann tritt man dort auf der Stelle. Und wenn es tatsächlich so ist, wie uns immer wieder berichtet wird, dass die Wirtschaftskris noch länger anhält, dann frage ich mich, wo der Mehrverbrauch herkommt. Vielleicht von den vielen Millionen chinesischen Wanderarbeitern, die keine Arbeit mehr haben ? Klar, dann haben die Zeit ihr Geld auszugeben und endlich mal sich ein ordentliches Steak zwischen die Kiemen zu schieben, genauso, wie die mehr werdenden Arbeitslosen in der EU. Wenn man nix zu tun hat, muß man sein Geld eben für Fleisch ausgeben.
Mit welcher Frechheit die Analysten einfach Mehrverbrauch ansetzen und dies ohne zu Hinterfragen einfach übernommen wird, ist schon großartig.Es ist auch einfacher, Szenarien zu übernehmen, als mal selber nachzudenken.
@ Graintrader [#3]
siehe:
http://www.ers.usda.gov/Data/FeedGrains/FeedYearbook.aspx
Die folgende Grafik wurde aus den Daten: "Historical Data
Tabelle 2: World Production, Supply, and Disappearance",
gebildet.
@ peterg [#4]
Kannst Du die Grafik kurz erklären?
Wieso ist "disappearance" größer als das andere?
@ peterg [#4]
Die USDA ist auch genau die richtige Quelle. Eine Organisation, der es gelingt,regelmässig im Jahr völlig irrwitzige Zahlen zu veröffentlichen, nur um letztlich wieder sich zu korrigieren, ist ein feine Quelle. :-)
Nein im Ernst, selbt aus dieser Darstellung wird ersichtlich, dass genug vorhanden ist. Was ich aber meinte, sind nicht unbedingt Zahlenreihen über Jahre hinweg, sondern die spezielle Situation in dieser / nächsten Kampagne.
Hier kann man die Einflüsse nicht einfach weg interpolieren bis die Statistik
wieder stimmt, sondern mal sollte die Sache schon genauer betrachten.
Vielleicht können sich an dieser Stelle ja mal die Fleischproduzenten auch im
Hinblick auf Mischfuttermehrverbrauch und steigende Fleischproduktion äussern.
@ Asamat [#5]
Es ging mir in dieser Grafik, die ich schnell mit Excel aus den USDA-Zahlen gemacht habe, nur darum anschaulich zu zeigen, dass es in den letzten 50 Jahren zu einer stetigen Zunahme des Verbrauchs von Futtermittel (im Beispiel Mais) auf verschiedenen Ebenen (Futtermittel, Äthanolgewinnung, etc.) kam.
In der Tabelle der USDA:
http://www.ers.usda.gov/Data/FeedGrains/FeedYearbook.aspx
sind noch weitere Aspekte wie z. B. Importe berücksichtigt.
Diese habe ich auf die Schnelle nicht in der Grafik übernommen.
Ich verstehe nicht, was "disappearance" ist. Wie kann "disappearance" mehr sein als alles andere? Mehr als production?
"der es gelingt,regelmässig im Jahr völlig irrwitzige Zahlen zu veröffentlichen, nur um letztlich wieder sich zu korrigieren"
Das hingegen trifft auf sehr viele statistische Veröffentlichungen aus den USA zu. Viele werden drei Monate später so sehr korrigiert, daß man sich fragt, warum sich zuerst überhaupt jemand darum kümmert ...
@ Asamat [#8]
"Ich verstehe nicht, was "disappearance" ist. Wie kann "disappearance" mehr sein als alles andere? Mehr als production?"
Sie verwechseln "Production" mit "Total Supply" .
1. "Total Supply" = "Production" + "Import" + "Beginning Stocks"
demgegenüber steht bei Mais:
2. "Total Disappearence" = " Food, alcohol, ind. use" + "Feed use" + "Domestic Disappearenc" + "Exports"
3. "Total Supply" - Total Disapearence" = "Ending Stocks"
""der es gelingt,regelmässig im Jahr völlig irrwitzige Zahlen zu veröffentlichen, nur um letztlich wieder sich zu korrigieren"
Das hingegen trifft auf sehr viele statistische Veröffentlichungen aus den USA zu. Viele werden drei Monate später so sehr korrigiert, daß man sich fragt, warum sich zuerst überhaupt jemand darum kümmert ."
Das ist doch Quatsch!
Natürlich sind manche USDA-Berichte nicht korrekt und müssen nachgebessert werden. Aber es gibt nichts besseres und der Markt richtet sich danach !!!
Ich hatte bereits selbst im Forum ein paar Mal darauf hingewiesen, dass sich die USDA-Berichte schnell als falsch bzw. überholt erweisen können:
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=156632&CP=0&F=47
Die Gründe für nötige Berichtänderungen sind vielfältig:
Allgemeinen gesagt: Veränderungen der Supply/Disappearence-Bedingungen.
Die USDA gibt aber m. E. sorgfältig erstellte Berichte heraus und adjustiert diese sobald wie möglich.
Wenn Sie sich dafür interessieren ist folgender Link vielleicht interessant:
http://www.nass.usda.gov/Education_and_Outreach/Understanding_Statistics/pub1554.pdf
Die historischen, also retrospektiven Daten halte ich für absolut korrekt.
Die WASDE-Daten können Sie auch vom International grain counsil (aber kostenpflichtig) erhalten.
http://www.igc.org.uk/en/grainsupdate/igcsd.aspx
@ peterg [#9]
"Das ist doch Quatsch!"
Ich meinte nicht USDA damit (das sagt mir gar nichts), sondern andere Zahlen. Z.B. sind die Arbeitslosenzahlen notorisch dafür, regelmäßig im Nachhinein korrigiert zu werden. Der Handelsbilanz-Saldo. Und andere volkswirtschaftliche Größen mehr.
Der Grund ist, daß die vorläufigen Zahlen auf statistischen Schätzmethoden beruhen, die ein ungefähres, aber kein exaktes Ergebnis bringen. So ähnlich wie Hochrechnungen bei Wahlen. Wenn man die Schätzmethoden aber nicht benutzen würde, müßte man viel länger auf die Zahlen warten.
@ peterg [#9]
"Erzeugung sinkt bei weiter steigendem Verbrauch
Während Erzeugung und Verbrauch im Erntejahr 2008/09 mit 1,10 Milliarden Tonnen bzw. 1,07 Milliarden annähernd deckungsgleich waren, schätzen Experten die laufende Ernte auf nur noch 1,09 Milliarden Tonnen, während der Verbrauch auf 1,10 Milliarden Tonnen steigen soll: Steigender Bedarf an Fleisch erhöht den Bedarf an Futtergetreide. "
Das ist es, was ich meine. Woher haben die "Experten" ihre Weisheit, insbesondere in einem wirtschaftlichen Umfeld, was wir bislang so noch nicht hatten.
Es geht mir nicht um rückwärts gerichtete Betrachtungen, die immer gut begründbar sind, sondern um Aussagen zur aktuellen Situation, die ich so einfach nicht übernehmen kann. Natürlich ist es einfach, immer schön Statistiken hochzurechnen, aber erhalten sie dadurch mehr Wahrheitsgehalt?
Ich möchte einfach nur darauf hinweisen, dass möglicherweise ein steigender Verbrauch für diesen Zeitraum garnicht da ist und somit die Bilanz eben ganz anders aussehen könnte.
@ Graintrader [#11]
Man kann auch alles in Frage stellen, am Schluss hat man gar nicht´s mehr.
Gruß
Gemo-Bauer
@ Geno-Bauer [#12]
Die Reaktion verstehe ich nicht ganz !
Man sollte doch wirklich alles hinterfragen können, was den Markt beeinflusst. Wem natürlich alles egal ist, weil er damit nicht sein Einkommen finanziert, ist fein raus.
Nur wir sollten doch mittlerweile alle wissen, wie gezielt Falschinformationen gestreut werden, um Märkte zu beeinflussen.
Deswegen ist es doch prima, wenn es wie hier, ein Forum gibt, um sich auszutauschen.
Gruß
Graintrader
@ Graintrader [#13]
Ich verstehe die Reaktion, ich habe beim Lesen von #11 dasselbe gedacht wie #12. Es gibt einen Unterschied zwischen begründeter Skepsis und pauschalem Zweifel an allem. Letzerer ist in meinen Augen sinnlos.
"... dass möglicherweise ein steigender Verbrauch für diesen Zeitraum garnicht da ist und somit die Bilanz eben ganz anders aussehen könnte."
Was soll man mit so einer Aussage anfangen? Welche Schlüsse soll man daraus für die Zukunft ziehen? Es fehlt die Begründung für den Satz, damit man ihn bewerten kann. Ohne eine Begründung ist er nutzlos.
@ Asamat [#14]
Dann will ichs gerne begründen - auch wenn wieder ein allgemeines Aufheulen durch die Gemeinde geht.
Wer die USDA kennt und die Mitarbeiter von dort und aus Statitikbüros allgemein, müsste an sich die relative Unlust kennen, sich mit Zahlen auseinander zu setzen, die nicht in die vorgesehene Reihe passen. Und dazu gehört nun einmal der Verbrauch ! Wir haben weder in diesem Jahr noch im nächsten Jahr eine wesentliche Steigerung des Fleischverbrauches. Wäre dem so,
müssten wir auch eine Steigerung im Mischfutter haben und in der Fleischerzeugung. Nach allen Aussagen, die mir aus der Mischfutterindustrie vorliegen, gibt es definitiv keine Steigerung. Und die Beträge im RMX Forum waren nicht geeignet, um eine Steigerung der Fleischproduktion festzustellen.
Wo sollte die herkommen ?? Aus den USA, die sich eine der grössten Arbeitlosenzahlen leisten, aus Europa, die hundertausede von Arbeitplätzen abbauen (je Land wohlgemerkt), in Asien, wo Millionen ihre Arbeit verloren haben und sich der Fleischverzehr ohnehin nur in einer schmalen Oberschicht nennenswert ergeben hat ? Oder vielleicht sogar in Russland, wo die Leute nicht mal wissen, womit sie heizen sollen ?
All das macht keinen Sinn und nur um den Anstieg der Produktion und die Überhänge nicht gar so grausam aussehen zu lassen, greift man simpel zum Mittel der Bilanzfälschung. Und alle Leute akzeptieren das, weil sie nur frohe Kunde erwarten und Bilanzfälschung zum täglichen Standardprogramm in Politik und Wirtschaft gehört.
Letztlich bin ich der Ansicht, dass wir selbst bei einem gleichbleibenden Verbrauch, gewaltige Überhänge zu erwarten haben.
@ Graintrader [#15]
Ich verstehe von dem Thema nicht besonders viel. Aber wenn ich etwas von einer Verschworung gegen die Allgemeinheit oder gegen eine bestimmte Branche lese, stellen sich bei mir immer die Nackenhaare auf. Das ist immer Unsinn. Es gibt, zumindest in den westlichen Demokratien, keine Verschwörung der Regierung gegen das eigene Volk, oder Teile davon. Es gibt beliebig viel Unfähigkeit, und die mag zu Zeiten wie Absicht aussehen, ist es aber nicht.
"Letztlich bin ich der Ansicht, dass wir selbst bei einem gleichbleibenden Verbrauch, gewaltige Überhänge zu erwarten haben."
Das ist doch mal eine Ansicht, die sich Handeln läßt und die mit eigenem Geld untermauert werden kann.
@ Asamat [#16]
Ich habe mit keinem Wort irgendwo eine "Verschwörung" angedeutet (das müsste sich so in einigen Köpfen entwickelt haben). Was mir nicht gefällt, ist die kritiklose Übernahme von statistischen zahlen, deren Auswirkung wir doch alle leben. Und hier kommt wieder die gute deutsche Tugend zu Vorschein : Kommt etwas von einer amtlichen oder halbamtlichen Stelle, muß man nicht mehr selber nachdenken, "weil die ja Recht haben."
Ich verstehe auch nicht, das ich der einzige bin, dem im Forum die Behauptung
mit dem steigenden Fleischverbrauch aufgefallen ist. Wenn ich zurückdenke, hat es stets ein riesiges Gejammer gegeben, hinsichtlich verfallender Fleischpreise und sinkender Produktion. War das Spaß ? Oder hat sich das erledigt ? Hier habe ich keine Kommentare erhalte, obwohl ich darum gebeten habe.
Eine Steigerung der Fleischproduktion ist vielleicht in der Hänchenmast zu erwarten
nach " Top Agrar" gibt es Bemühungen in Niedersachsen mind. zusätzlich 150 Hänchenmastbetriebe zu schaffen!!
Nach 3 - 4 guten bis sehr guten Jahren wollen alle wachsen und mit der Verbindung zu Biogas ist die Hähnchenproduktion ein guter Betriebszweig!!
"Schweinemast ist TOT es lebe die Hähnchenmast"
Servus aus dem Tiefschnee
Saubauer
@ Saubauer2 [#18]
Geschieht die Steigerung der in der Hähnchenmast auf Grund von mehr Nachfrage oder ist dies ein nachholeffekt der vergangenen jahre oder ist der Grund nur Biogas ?
@ Graintrader [#11]@ Graintrader [#13]@ Graintrader [#15]
@ Graintrader [#17]@ Graintrader [#19]
Biogas ist sicherlich in der Wirtschaftlichkeitsberechnung mit einbezogen beim Bau von Hähnchenmastanlagen.
Vom Gefühl her denke ich auch, dass die Statistiker die Zahlen zurechtbiegen, aber über die Jahre gesehen macht es dann doch wieder Sinn, denn in keinem JAhr gibt es eine 100% genaue Schätzung. In der Reihenfolge der Jahre sind die Tendenzen klar ersichtlich und dás ist für mich das Entscheidende. Somit ist ein Jahr wie dieses sicherlich schwer einzuordnen, aber in 1-2 Jahrenm sind wir schlauer. Trotz der riesigen Vorräte steigen momentan die Preise. Sicherlich dem Wetter geschuldet, aber verschenken kann keiner was. Von daher ist die statistische Tendenz der Ernten in den nächsten 2 Jahren jetzt schon vorhersagbar.
@ Graintrader [#19]
Die Hähnchenproduktion ist nach den Daten der MEG ( Statistisches Bundesamt/ die haben immer Recht!) von Nov 08 zu Nov 09 um 7,9 % gestiegen!
Auch Puten stiegen von 07-08 um 14 %.
Über das Preisnivea kann ich leider nichts sagen da ich selbst nur 3 Stück für Eigengebrauch halte!!
Wer weis Bescheid????
Mfg
P.S. Heute waren Berichte im Radio " Wir essen zu viel Fisch !! " Die Bestände sind stark gefährdet ,hoffentlich haben das viele gehört und essen jetzt lieber Fleisch!!
@ Ackerspezi [#20]
Na also, geht doch - wir kriegen doch noch eine Diskussion zustande !
"( Statistisches Bundesamt/ die haben immer Recht!)"
Ich kann mich noch sehr genau an die Situation vor drei Jahren erinnern, wo eben die Zahlen dieses Amtes einen um ca. 3 Mio höheren Bestand an Weizen in Deutschland vorgaukelten, die aber bis zum Ende nie gefunden werden konnten. Viele haben genau auf den Zahlen Planungen aufgebaut und die dann folgenden
Konsequenzen sind leicht nachvollziehbar.
"Trotz der riesigen Vorräte steigen momentan die Preise. "
Dies hat nun wirklich andere Gründe, die aus verschiedenen Faktoren zusammenkamen.
Begonnen hat die mit dem Einstig von Hedge Fonds in den Agrarcommodities an den Börsen. Und zwar mit einer antizyklischen Bwegung, weil man meinte, grundsätzlich alle Rohstoffe von der Long Seite anpacken zu müssen, ohne Rücksicht, auf Überproduktion oder nicht. Hier wurden die ersten Raktionen ausgelöst, da viele an den Börsen auf dem falschen Fuß erwischt wurden und daher im steigenden Markt abdecken mussten. Trotzdem blieb es physisch bei einem Überangebot.
Dann kam die verspätete Maisernte und durch die Niedrigwassersituation über
mehrere Monate hinweg fiel die komplette Versorgung mit einigen Mio to aus Osteuropa aus; ebenso gab es in Deutschland Schwierigkeiten. Die Zwischenlösung bestand darin, sich diese Mengen über Futtergetreide, hier speziell Futterweizen, zu sichern und damit die Preise nach oben zu drücken.
Trotzdem blieb es bei einem physischen Überangebot.
Weiterhin mußte festgestellt werden,dass die Futtermittelindustrie immer nur kurz gedeckt war und von vorne her immer die Preise bezahlen musste und damit konstant das Preisniveau stützte.
Trotzdem blieb es bei einem physischen Überangebot.
Zwischendurch kam es immer wieder zu einigen Verwerfungen durch Hedge Fonds Aktivitäten, um dann anschliessend bedingt durch die bekannten Witterungsverhätnisse und die damit verbundenen Logistikprobleme die Preise weiter ansteigen zu lassen.
Trotzdem blieb es bei einem physischen Überangebot.
So ist deutlich zu sehen, dass nur durch das Zusammentreffen von Zufallsfaktoren, der Markt es geschafft hat, sich stabil zu halten. Wären die nicht gewesen und der Jahresverlauf normal, würden die Preise ganz woanders sein. Nun gut - ich bin der Meinung, dieses Ereignis ist nur aufgeschoben.
Wir werden in diesem Jahr max. 11 Mio to Weizenexport haben und benötigen aber dringend min. 24 Mio to, um Überhänge aufzufangen.
Wie üblich, haben wir keine Chancen gegen die Russen im Export preislich anzukommen.
Die Intervention von Gerste sagt schon alles. Per heute sind ca. 2,3 Mio in der EU angemeldet, hiervon in Deutschland 1,1 Mio to. Ein Gutteil ist schon abgelehnt, wegen hohem Schwarzbesatz; diese Mengen können nur über den Preis weggedrückt werden. So fügt sich zum Auslaufen der Saison ein Stein in den anderen und ich habe mir aus glaubwürdiger Quelle versichern lassen, dass wir dieses jahr auch wieder eine Ernte bekommen sollen.
@ Graintrader [#22]
Das sind sicher viele Indizien. Aber mal ehrlich, wer auf der Welt hat denn dann den wirklichen Durchblick? Ich weis nur, das wir an der Erntemengenerhebung und -vorschätzung teilnehmen. Bei uns kommt extra ein Amtsperson um z.B. schon vor der Kartoffelernte die Menge zu schätzen und unmittelbar nach unserer Ernte die Mengen weiterzugeben. Dafür gibts sogar Geld.
Ansonsten fallen mir nur die großen Handelshäuser oder Nahrungsmittelveredler (Produzenten sind ja wir) ein. Die haben doch überall ihre Finger drin und bekommen als erste durch ihre internen Informationswege mit, wenn in China ein Sack Reis weniger oder mehr geerntet wird.
Uns bleibt das Kaffeesatzlesen.
Gruß
Geno-Bauer
@ Graintrader [#3]
"Vielleicht von den vielen Millionen chinesischen Wanderarbeitern, die keine Arbeit mehr haben ?"
Wo sollen die den herkommen. In China ist das BSP im letzten Jahr, sicher auch durch das Konjunkturprogramm, um 5 bis 10 % gestiegen.
Man sollte die Realität, dass es einer ständig wachsenden Zahl von Chinesen und auch Indern und natürlich auch Vietnamesen jedes Jahr besser geht auch im alten Europa wahrnehmen.
@ rodeonrwdeo [#24]
"In China ist das BSP im letzten Jahr, sicher auch durch das Konjunkturprogramm, um 5 bis 10 % gestiegen."
BSP weiß ich nicht. BIP wird regelmäßig von der Regierung veröffentlicht, und ist, was auch immer die KP will, daß es ist. Die ganze Finanzkrise hindurch hatte China angeblich ein Wachtum von 6% bis 8%. Das ist offensichlich schlicht gelogen.
Exporte sind während der Krise bis zu 25% pro Quartal gefallen, per Eisenbahn transportierte Tonnage ist substanziell gefallen, und Elektrizitätsverbrauch ist gefallen. Aber trotzdem gab es - oh wunder - das gleiche Wachstum wie zuvor. Wahrscheinlich sind die chinesischen Betriebe kurzfristig sehr viel energie-effizienter geworden, und haben 8% mehr Güter mit sehr viel weniger Elektrizität produziert. Und als einige Monate später das chinesische Hilfspaket die Wirtschaft wieder in Schwung brachte, haben sie das mit der Energie-Effizienz wieder sein lassen, denn da stieg der Stromverbrauch auf einmal wieder an.
Die chinesische KP reportet, was ihr genehm scheint. Und das mag sich oder mag sich nicht mit der Realität decken.
@ rodeonrwdeo [#24]
" Man sollte die Realität, dass es einer ständig wachsenden Zahl von Chinesen und auch Indern und natürlich auch Vietnamesen jedes Jahr besser geht auch im alten Europa wahrnehmen."
Es ist Fakt, dass durch die Wirtschaftskrise in Europa und den USA sehr viel weniger aus China importiert wird. Dadurch sind zehntausende von Fabriken geschlossen worden. Auch die hochfliegenden Bauprojekte von In - und ausländischen Kapitalanlegern sind teilweise eingestellt - teilweise verschoben worden. Genau durch diese Umstände sind die Wanderarbeiter, von denen ich gesprochen habe,ohne Arbeit und müssen zurück aufs Land.
Der angesprochene Zuwachs der Bevölkerung ist unbestritten, allerdings nicht mit den Folgen der nachfrage, wie gerne gewünscht. Zur Nachfrage gehört Geld und in diesen Schichten ist und bleibt Geld die Mangelware Nr. 1. Wer die Nachrichten vor ein bis zwei jahren verfolgt hat, konnte sehen und hören, wie es in großen Teilen von China fast zum Bürgerkrieg gekommen wäre,durch mangel an nahrungsmitteln. Es wurden zum grössten Teil staatliche Lagerhäuser geplündert, da eben nichts zu essen da ist. Hier spielt die Eigenversorgung der Bevölkerung auf dem lande eine grosse Rolle.
Wir dürfen die Entwicklung in diesen Ländern nie mit europäischen Massstäben messen, denn in der Tat geht es, selbst bei einem zunehmenden Wachstum nur einem sehr geringen Teil der Bevölkerung besser. Die dort herrschende Klasse hat auch gar kein Interesse, ihre Zuwächse zu teilen, sonndern in solchen Ländern wird die Bevölkerung stets klein gehalten.
Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung in Nordkorea, wo Teile der Bevölkerung sogar verhungern.
Man kann dies ungefähr so vergleichen - Wenn hier ein Unternehmen mit einem großen Gewinn brilliert, heißt dies nicht automatisch für die Mitarbeiter, dass sie beteiligt sind. Eher im Gegenteil: Sie wird noch als Manövriermasse für noch höhere Gewinne durch Entlassungen genutzt und die können wahrlich nicht mehr konsumieren. Also vorgründig Wachstum - relatitätsmässig bleibt dieser Zuwachs nur in wenigen Händen.
Und um es mal ganz klar zu sagen (auch wenn es für manche unethisch klingt) : Es werden immer mehr Leute verhungern durch das Bevölkerungswachstum und nicht immer mehr Konsumenten geschaffen !
@ Graintrader [#26]
"denn in der Tat geht es, selbst bei einem zunehmenden Wachstum nur einem sehr geringen Teil der Bevölkerung besser"
Es ist doch einfach nicht wahr, dass es in China nur einem kleinen Teil besser geht. Ca. 250-350 Millionen leben auf nahezu dem selben wie Niveau wie der Durchschnitt der Europäer (mit Süd und ost). Das ist für ich kein geringer Bevölkerungsteil. Immerhin ein zweistelliger Prozentanteil.
Dass es vielen Chinesen (800 - 900 Millionen) so ähnlich geht wie unter Mao mag ja sein, dann geht es Ihnen auch nicht schlechter als früher und immer mehr geht es besser.
China ist doch überhaupt nicht mit Nordkorea zu vergleichen.
@ Graintrader [#26]
Wenn jemand schreibt das er das Gejammer über das amerikanische Gesundheitswesen nicht mehr hören kann,
da ja jeder dort zum Arzt gehen kann und die Gemeinschaft das bezahlt
der besitzt auch sicherlich genügend Kenntnisse über die Strukturen in China.
Deswegen ist die Diskussion mit soviel Fachkompetenz sicherlich noch viele Zeilen wert.
@ benedikt54 [#28]
Wer hat das geschrieben ?
@ Graintrader [#29]
Der Autor aus #27
@ rodeonrwdeo [#27]
Dann hab ich wohl irgendwas verpasst. Auch meine Informationsquellen (Bruder hat Firma in China, Teil der Familie stammt aus China und ist weiterhin regelmässig dort) müssen ziemlich uninformiert sein.
Bislang konnte man davon ausgehen, das heute die Zahl der wohlhabenden Bevölkerungsklasse insgesamt rund zwei Millionen Menschen beträgt. Mit einem Vermögen von durchschnittlich einer halben Million Dollar besitzen sie 70 Prozent des chinesischen Barvermögens.
Sicherlich geht es gewissen Schichten in China nicht schlecht, aber nochmal -
anzunehmen, nur weil eine normale Vermehrung stattfindet, sich auch der Konsum adäquat vermehrt, ist so nicht korrekt.
Diese Lieschen Müller Einsicht, die immer wieder gerne aus der Kiste gezogen wird, ist ziemlich fatal für die kurzfristige Einschätzung von Nachfrage und Verbrauch.