Heerscharen von Beratern in der Landwirtschaft ?
@ Muehlenbach [#6] und alle anderen
Zitat aus einem anderen Thema: 'Was sollen denn die Heerscharen von Beratern und andere denn sagen? Das das nichts wird bis vielleicht im nächsten Jahr? Dann braucht man als Berater auch nicht mehr auf die Höfe fahren.'
Die Berater scheinen ja gut bekannt zu sein. Dazu habe ich Fragen:
- Was sind das für Berater, wer schickt sie ?
- Von wem werden sie bezahlt ?
- Was ist deren Aufgabe, über was wird beraten ?
- Gibt es auch Beratungen über die künftigen Preise für Schweine, Ferkel oder Futterkosten ?
- Wird auch über Investitionen (neue Ställe) oder De-Investionen (Aufgabe oder Verkauf des Betriebs) beraten ?
Über Investitionen oder De-Investitionen wird nur mit dem Steuerberater als neutrale Personen diskutiert.
Ansonsten kommen hauptsächlich Berater aus der Futtermittelindustrie, die für Ihre Firmen werben, Berater aus der Ferkelvermarktung (gerade jetzt rennen die einen die Tür ein!), Berater von Stallzubehör und noch einige andere. Diese wollen halt Produkte an den Mann bringen.
Jeder Mastbetrieb hat heutzutage einen festen Berater von der Firma, von der dieser Betrieb sein Hauptfutter bekommt. Dieser hilft einem an den kleinen Schrauben zu drehen, um die biologischen und betriebswirtschaftlichen Leistungen zu verbessern. Diese Beraterkosten sind sozusagen automatisch mit im Futtermittelpreis enthalten, egal wie sehr man sie in Anspruch nimmt.
Je nach dem, ob man die Ferkel über einen Händler bezieht, kommt von der Seite auch in regelmäßigen Abständen der Chef vorbei, um sich die Schweine im Stall anzugucken und ggf. Verbesserungsvorschläge vom Mäster dem Sauenbetrieb mitzuteilen.
Über die Preise für Schweine, Ferkel, Futter wird nicht beraten sondern nur informiert und verhandelt. In gewissermaßen wird höchstens beraten, ob es interessant ist einen Futtermittelkontrakt über einen gewissen Zeitraum abzuschließen. Jeder Vertreter preist seine Produkte natürlich als die besten an.
MfG
Der Ausführung von PorkyPig ist nichts hinzuzufügen.
Besonders die Zusatzprodukte; sowie andere Stallspezifischen Produkte werden z.Zt. nicht besonders nachgefragt.
Und das ist schlecht für den Umsatz.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
Danke für die Antworten !
Ich vermute, es wird wie in allen Branchen gute und weniger gute Berater geben, je nachdem, ob sie das Wohl ihres Auftraggebers als Verkäufer mehr beachten oder das langfristige Wohl ihres Kunden, den sie auch weiter als Kunden behalten wollen.
@ PorkyPic und Muehlenbach
Die von Euch aufgezählten Beispiele sind nach meiner definition keine Berater sondern Handelsvertreter oder Verkäufer.
Wie gut eine Beraterleistung ist wenn an deren Ende ein Geschäftsabschluss stehen soll kann sich jeder Denken.
@ Herr Ebert
Auch auf unseren Betrieb kommen Berater ( keine Verkäufer ) die von mir bezahlt werden und in allen die Schweinehaltung betreffenden Belangen tätig sind.
Natürlich geht es auch um Themenbereiche wie Investitionen in der Betriebserweiterung, Betriebswirtschaft, Betriebszweigauswertungen etc.
Z.B. erfolgt ein Betriebsvergleich innerhalb eines (kostenpflichtigen) Arbeitskreises der von einem Berater betreut wird.
M.f.G.
Mog
Die Landwirtschaft ist meiner Meinung nach mit sehr vielen Beratern ausgestattet:
Das Landvolk, die Kammer, Vermarktungsorganisationen, Beratungsringe, freie Einzelkämpfer, Banken, Futtermittelfirmen und und und... bieten alle bestimmte Beratungsleistungen an, die sich teilweise ergänzen aber auch oft überschneiden. Gut ist, wenn die verschiedenen Organisatoren bei einer Beratungsleistung kooperieren.
@ Mog
Ob Handelsvertreter oder Berater, ist doch Jacke wie Hose, die Beratung ist bei beiden gegeben. Der Betriebsberater des Futtermittelwerkes berät ja nicht nur in Sachen Futter, er holt Klimaspezialisten zum Kunden, um die Lüftung im Stall zu optimieren, berät in Sachen Stall - und Futterhygiene, ohne eigene Mittel anzupreisen, bei spezifischen Fragen und Problemen findet dieser Lösungen usw.
Welchen speziellen Berater meinst Du denn? Etwa den Beratungsring?
MfG
@ PorkyPic
Ich komme aus Hessen und somit nicht in dem Genuss Kammerdienstleistungen in Anspruch zu nehmen.
In unserem Betrieb sind die Berater Angestellte des HVL (Hessischer Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfung in der Tierzucht e.V.) sowie des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen - somit alles unabhängiger Organisationen.
Wenn zu Dir ein Klimaspezialist kommt ist dieser von einer Stalleinrichterfirma oder ist die Beratung Produktneutral.
M.f.G.
Mog
Hallo Leute, mann kann das sehen, von welcher Seite auch immer, Firmenberater sind nun mal nicht unabhängig, sie müssen verkaufen auf Teufel komm raus. Kammerberater sind Beamte, Berater von Bauernverband Beratungsringen, etc. haben ihre Organisationen im Rücken, sie müssen alle nicht für ihren eigenen Brotkorb laufen.
Eine Top Beratung bekommt man von diesen Leuten auch nicht. Mir hat mal einer von diesen Leuten auf meine Frage, welches Produkt für mich besser ist, X oder Y geantwortet: Die meisten kaufen Produkt X. Tolle Beratung !
Meines Erachtens bekommt man die beste Beratung von den sogenannten freien, selbständigen Beratern. Ihr Sachverstand reicht in der Regel vom Ferkeleinkauf über Tierarzt bis hin zu Fütterungsfragen und im Stallbau von der kompletten Planung über die verschiedensten Stallsystemen bis hin zur Mithilfe bei der Finanzierung (Bankgespräche Rating etc.). Nur diese Berater kosten auch ihr Geld (Tagessätze 1000 bis 1500 €), aber in der Regel sind sie es auch wert.
In dem Sinne, nichts ist umsonst, nicht mal der Tod.
MfG P-P
@ mog
Ich glaube nicht, dass dieser Klimaspezialist von einer Lüftungsfirma kam. Der Mann heißt Jaspers, kommt aus den Niederlanden und ist dort wohl sehr angesehen was Lüftungsversuche angeht.
Das gehört mit zum Serviceangebot des Futtermittelanbieters genauso wie " regelmäßige kostenlose Futteranalysen".
Freie Berater sind hier in Südoldenburg meines Wissens nicht sehr aktiv. Es sei denn man zählt das Landvolk oder die Beratungsringe dazu, aber diese sind im Grunde genommen auch nicht frei beratend aktiv.
MfG