Internationale Schweinepreise rauf und runter
Die internationalen Schweinepreise verlaufen auf unterschiedlichen Niveaus und in unterschiedliche Richtungen. Während in der EU seit Monaten ein überdurchschnittliches Niveau gehalten wird, dass durch die saisonalen (Grill)Effekte noch Preisspielraum nach oben besitzt, gehen die brasilianischen Schweinepreise infolge zweier Skandale nicht nur währungsbedingt deutlich zurück. In den USA bewirkt die angelaufene Barbecue-Saison trotz einer 6 %igen Steigerung der Schweinefleischerzeugung einen deutlichen Aufschwung gegenüber den Winterpreisen um die 1 €kg. Der schwache Dollar unterstützt den Export, der in Richtung Mexiko regelrecht boomt. Kanada hängt sich in gebührenden Abstand regelmäßig an die US-Notierungen dran. In der letzten Woche gab's jedoch einen deutlichen Stop in der US-Aufwärtsentwicklung.
Auf einem deutlich höheren Niveau bewegen sich kostenbedingt die chinesischen Schweinepreise. Noch im Vorjahr erreichten die Kurse im Sommer Spitzenpreise von 3,60 bis 3,80 €/kg. Jetzt liegen die Notierungen "nur" noch bei 2,68 €/kg. Mehrere Faktoren im kleinen Maßstab haben gleichzeitig dazu beigetragen: Die Eigenerzeugung belebt sich wieder etwas, die chinesische Währung hat an Kaufkraft verloren, die Nachfrage ist nicht mehr so drängend und nicht zuletzt beginnen die Chinesen zunehmend Rindfleisch einzuführen. Man gönnt sich etwas mehr in den Mittel- und Oberschichten in den hafennahen Großstädten.
Die EU-Schweinefleischexportmengen nach China stagnieren. Der Boom der EU-Ausfuhrentwicklung noch im Vorjahr hat sich in eine Seitwärtsbewegung gewandelt. Die Chinesen ordern wesentlich vorsichtiger.
Für übermütige Schweinestallbauer mag das eine Warnung sein. Auch die zum Herbst/Winter rückläufigen US-Terminkurse in den USA raten zur Zurückhaltung, Bei hohen Einstallkosten der Ferkel und fallenden Schweinepreisen bei der Ausstallung kann die Rechnung sehr schnell eng werden.
meint der Läufer