Internet Schweinebörse vom 04.02.09
Auktionsergebnisse der Internet Schweinebörse vom 04.02.2009 - €1,40 - Tendenz: stabil
Bei der Auktion der Internet Schweinebörse am Mittwoch, dem 4. Februar 2009, wurden von insgesamt 700 angebotenen Schweinen, 700 Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,40 EUR/kg SG in einer Spanne von 1,39 EUR bis 1,40 EUR verkauft.
Die RMX Kurse gehen auf 1,34€ runter, die Internet Schweinebörse hält sich stabil bei 1,40€.
Wo geht die Fahrt morgen hin?
MfG
Ab morgen gibt es bei Netto ein halbes
Schwein Klasse U grob zerrlegt für 65,00 Eur
Kaufland hat letzte Woche noch 1,99 pro Kg bei 40kg
Schweinehälften verlangt! ( ca 80 .- Eur)
Somit kann es leider noch keinen Preisanstieg geben!!??
Oder andere Meinungen (gerne auch positive )
MfG
@ Saubauer2 [#2]
Also Saubauer, wenn das jetzt unsere Messslatte wäre, dann würden die Schweine sicherlich nie mehr steigen. Die Angebote die die oben genannten fahren, sind Geschäfte die sind schon gelaufen. Wir verkaufen aber schon wieder futures, und die Angebote dafür gibt es noch nicht, die werden jetzt erst ausgearbeitet .
Es ist aber weiterhin so, das wir einen miserabelen Absatz haben, im In wie auch im Ausland. Es gibt grosse Gewitterwolken am Himmel, und keiner weiss zur Zeit, ob und wie weit die vorbei ziehen werden.
Der grösste Kunde bleibt, das Gefrierhaus, und die Bewertung der Ware ist ( ausser weniger Kontrakte) kaum möglich. Unsere Spanne befindet sich weiterhin in einer stabilen schleichenden Inflation.
Die Finazierungsprobleme und Zahlungszielüberschreitungen etc. verstärken sich weiter. Es gibt angeblich erste Unternehmen die aus der Not der Marktlage schon die erste Ware unversichert liefern sollen, ist natürlich ein Spiel mit dem Feuer.
Aber die Strategie wird (wie es zumindest heute aussieht), um eine weitere Woche verlängert, und das würde für morgen heissen noch weiterhin unverändert.
Man hört auch von anderen Unternehmen, nichts anderes.
Entweder wird jetzt bald das Geschäft besser, oder eben nicht. Wir werden von Woche zu Woche neu entscheiden müssen. der Chef lässt sich mittlerweile 2 mal am Tag die Verkaufspreise zeigen und begründen.
Fundamental Daten für die nächsten Wochen und Monate sind nicht seriös zu erstellen. Die Lage und die Risiken am Markt für 2009, hat es in der Form bisher noch nicht gegeben. Trotz kleinerem Schweineangebot.
Ich kann weiterhin nur den Tipp geben, wem die Kurse an der Börse reichen, und den Preis sicher haben will, der sollte absichern.+
Alles andere bleibt meiner Meinung nach grosse Spekulation.
Gruss und arbeitsreichen Tag allen
Die Exportprobleme scheinen bei deinem Unternehmen besonders hoch zu sein.
Andere klagen auch, haben aber anscheinend nur mit den Währungsveränderungen zu kämpfen, weniger mit dem Mengenabsatz.
Ein Lichtblick deutet sich im Schweineangebot ab.
In 14 Tagen sollen erheblich weniger Schweine am Markt sein (Einschätzung aus mehreren marktnahen Quellen). Wir werden dann natürlich der Marktlage entsprechend unsere Preisforderungen stellen.
Man hört jetzt auch von Kollegen, die ihre Ställe vorläufig nicht mehr belegen. Das wäre dann sinnvoller als Verluste an der Börse abzusichern und weiter zu mästen.
@ paul [#4]
Wer bei Dir andere sind das weiss ich nicht. Ich weiss aber das ein grosser Mitbewerber von uns schon seit 3 Wochen die Schlachtung relativ stark eingekürzt hat.
( Der liebe Gott hat uns auch mit Ohren ausgestattet, und die benutzen wir auch manchmal.)
Und jetzt schreib nicht, das stimmt nicht, das stimmt nämlich wohl.
Denen ist nämlich der gesamte Hälftenexport Polen weggebrochen !!
Waren mind. geschätzte 3-4000 Schweine p. W. Mag auch eine sachlich Richtige Entscheidung sein. das ist auch nicht weiter verwerflich, nur von dieser Marktlage bleibt eben Keiner verschont.
Das in 14 Tagen weniger Schweine kommen, das mag auch ja sein, ich wüsste nur nicht, wo man sich solche hellsehherische Fähigkeiten erkaufen kann, das selbige reden wir nämlich schon seit Mitte Januar. Siehe Henrik Dunnik. Und wenn wir Pech haben, dann reden wir in 14 Tagen wieder, das in 14 Tagen.......
Davon abgesehen, haben wir ein Nachfrageproblem und kein Angebotsproblem. Und in 14 tagen haben ein Teil unserer Abnehmer nur noch eins, und das ist die Pappnase auf. Und nur über die Nachfrage kann sich was ändern.
Es gibt schon Unternehmen, die liefern Fleisch für 500 000 € und mehr, mit einem Zahlungsziel von 70 Tagen !!! , ohne Versicherung aus !! Mangelnde Bonität. Viel Glück ( weil das wird man brauchen) Ist aber nicht das von Dir genannte, solche Kamikazen gibt es da nicht. hoffe ich jedenfalls.
Mit der Börse , ob man da Verluste absichert, das weiss ich nicht, das weisst Du besser. Ich weiss auch nicht, was im Mai, Juni ist, ich weiss aber, das der Markt voll hängt mit Risiken, trotz weniger Schweine usw.. Höre eben im Export Italien mal so rein, da schlägt man nur noch die Hände hinter dem Kopf zusammen, was da zur Zeit abgeht.
( nicht unser Thema, aber z. B. JB- Filet minus 6€ in einer Woche !!!!!) pro Kg, nicht pro tonne.
Und genauso wie es möglich ist, das der Preis höher steht, kann er niedriger stehen. Zu glauben das das nicht kommen könnte, wäre ein Fehler. Aber Du kennst von Börse mehr als ich.
Mehr will ich dazu nicht sagen.
Gruss
Du musst garnicht mehr dazu sagen; Ina
Weil ihr definitiv weniger Exportieren werdet.
Die wollen dort die Geschäfte wieder selber machen; weil dort wohl was schief gelaufen ist.
Es gehen Unmengen Ferkel in die Regionen; die dafür auf Wundersame Weise Geld haben....
Und wenn dort wie hier die Saison losgeht; wollen die verstärkt wieder lebend-Schweine anwerben....
So wurde es mir von den Dänischen Exporteuren berichtet....
Denn die Frage ist; wenn die eh schon weniger Geld haben; warum die die Wertschöpfung noch anderen überlassen sollen?
Was das für Auswirkungen auf den Deustchen Schweinemäster haben wird; ist allerdings noch fraglich..
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#6]
..diese Sicht halte ich für sehr spezifisch. Ich denke, Sie überschätzen den Mengeneffekt. Woher sollen die besagten Länder denn plötzlich relevante Steigerungsraten zaubern, Ihnen fehlt die Struktur. Dort wurden nicht Anlagen heruntergefahren, die morgen wieder im Markt sind, auch nicht bei der Schlachtung.
Westeuropa und v.a. die Schlachter Deutschlands werden noch länger vom osteuropäischen Export gut haben, sonst hätten sie Ihre Kapazitätsausweitung der letzten Jahre auf > 100% bereits ins Ausland verlegt. In dieser Hinsicht wird der deutsche Standort meiner Meinung nach unterschätzt.
Gr. M.L.
Das ist nicht meine Sicht; ist mir aber so gesagt worden.
Ich bin auch der Ansicht; dass dort kein Geld sein kann.
Anscheinend ist dem nicht so.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ ina [#5]
Ina, ich komme noch einmal auf die Anzahl der Schlachtungen der nächsten 2-3 Wochen zurück.
Du weist es sicher besser, aber die Disponenten, die ich frage ,sprechen von Anmelderückgängen von 10 bis 15 %. Nicht weil zurückgehalten wird, nein die Stückzahlen sind einfach nicht da.
Da braucht man kein Hellseher zu sein, das Angebot geht zurück.
Und ich rechne mit steigenden Preisen ab nächsten Freitag. Egal welche Probleme im Fleischabsatz bestehen.
Gruß Paul
@ paul [#9]
Schlachtung D seit 01. 01.09 incl KW 4, nach 4 . DVo
2 929 100 Stück
in 2008 = 2 645 400, Veränderung + 10,7 % !!!!!
Wo bitteschön sind denn bisher Schweine knapp ?
Wir haben meiner Meinung nach, schon jetzt viel zu viele eingefroren. Ich trau dem Braten keinen Millimeter. Weil ich spüre, was in der Welt los ist. ich befürchte ein noch nie dagewesenes finanzelles Desaster, wenn wir nicht höllisch aufpassen.
Ich schliesse noch nicht mal aus, das der gesammte Ostblock incl. Russland explodieren wird. Hoffen wir es nicht. Aber mein Gefühl sagt mir nichts gutes vorraus.
rechnen darfst Du mit allem Du willst. Kein Problem.
Die Frage ist suchen wir Schweine ?
Nein. Wenn Ja dann Preise rauf. Wenn nicht, dann nicht rauf.
Unser Plan für nächste Woche ist noch mal reduziert.
Nur bei dem Saumäsigen Geschäft auch noch hinter Schweine herlaufen, wäre (für mich ) das allerletzte. dann würde ich sofort das machen, was alle Unternehmen zur Zeit machen, nämlich Kurzarbeit, und fertig.
aber wir werden sehen
So, frisch die Schlachtzahlen KW 5 frisch von unserem KOSTENPFLICHTIGEM ( von mir geschätzten ) Informationsdienst:
2008
925 000 Schweine
2009
954 000 Schweine Veränderung + 3,1 % !!
ab 01.01.2008
3 586 400 Stück
ab 01.01.2009
3 883 100 Stück Veränderung + 8,3 % !!
Wir sind total bekloppt, alles einfrieren, nur das der Preis nicht fällt, und für nächste Woche noch mal wieder die Mengen runter, und für KW 8 noch weniger, und für KW 9 noch, noch weniger, das weiss ich jetzt schon. Nichts los, absolut nichts, nichts und nochmal nichts .
Bin mal gespannt wie lange das noch Gut geht, da muss sich bald was gravierend ändern, und wenn nicht, dann wird sich bald was gravierend ändern.
Und Schweine haben alle bis zu Halskrause. Jeden Tag wird man von oben abgeledert, und der Einkauf ist nur am drängen, macht doch bitte noch mehr, und noch mehr . Aber wohin mit dem ganzen Zeug ?
Gruss
@ ina [#11]
Also, nur mal so um das klar zu stellen. Die von mir prognostizierten 1,40€ für heute, waren natürlich nicht ernst gemeint. Ich hoffe die grüne Seite weiß,das das unverändert heute sehr glücklich für Ihre Zunft
gelaufen ist. Ich weiß nicht, wie oft ich heute gehört habe, das die Schweine 10 Cent runter müssen und man dann immer noch unverändert verkaufen muss, um klar zu kommen. Sollte es in der nächsten Woche, was nicht anders zu erwarten ist, genau so schlecht laufen, wie diese Woche,
sehe ich nur noch eine Richtung und die heißt "runter". Es geht schlicht und ergreifend nicht mehr anders.Ina ich glaube,ihr habt es in der Hand und sonst niemand!
Gruß Brontosaurus
@ ina
Also von Mengen runter spüren wir von euch aber nicht. Es heißt immer nur liefern liefern liefern. Immer volle Züge und ran, nach vorne schauen und gas geben, so lautet doch euer Motto. Und bei den Schlachtsauen lauft Ihr doch hinter her wie der Teufel hinter der Seele.
Gruß Cross-Flow
@ ina [#11]
...mal ne Frage nebenbei: Wie stark hat Ihr Unternehmen in den letzten 5 Jahren seine Kapazitäten erweitert und warum? Wie stark ist Ihre derzeitige Auslastung am Band?
Vielen Dank und guten Abend
@ Mona Lisa [#14]
Wie stark hat Ihr Unternehmen in den letzten 5 Jahren seine Kapazitäten erweitert
Jährlich ca. +5-10 %
Und warum?
Um die Produktionskosten pro kg weiter zu senken. Wir gehen davon aus, das unsere Spanne in den nächsten Jahren noch weiter fällt, und wir letztendlich auf die Spanne auch wenig Einfluss haben werden, die gibt uns der Markt vor. Aber ob wir mit dieser Spanne auskommen, das haben fast nur wir selber in der Hand. Der Verdrängungswettbewerb wird noch härter werden.
Die selbe Denke, würde ich auch manchen Landwirten empfehlen. Der Benchmark ist das Ziel. Weil der Benchmark ist immer vorhanden, es sind Unternehmen die diese werte auch real erreichen. Benchmark ist Realität, und nur die besten werden überleben. Und sein Heil nur in der Spanne zu suchen, wäre tödlich. sobald man selber den Benchmark erreicht hat, müssen andere wieder hinterher, und man hat dann die sog. Kostenführerschaft. So ist es zumindest Theoretisch nicht möglich, jemals Pleite zu gehen, weil alle die schlechter sind, vorher umfallen werden.
Dies sollte aber für jeden Betriebswirtschaftlich denkenden Kaufmann selbstverständlich sein. Im Prinzip sollte es überflüssig sein, das hier zu schreiben.
Wie stark ist Ihre derzeitige Auslastung am Band?
Schwer zu beantworten, vielleicht ca.+- 80 %, ist aber unterschiedlich in den einzelnen Produktionsstufen. Da liegen aber immer notfalls noch sehr viel Produktionskapazitäten in der Hinterhand noch brach, die man aktivieren könnte, wenn es erforderlich wäre. Wir haben dazu immer sehr gute schlummernde Reserven, z. B. Lohnschlachtungen etc.
Mir wäre bei der momentanen Absatzlage, die Auslastung noch zu hoch. Aber das entscheiden andere.
Schönes Wochenende
@ ina [#15]
Danke für Ihre Antwort!
Schönes W.E.
@ina
Jedes Jahr zwischen 5-10 % mehr. So ein Wachstum ist nur durch Verdrängung und Übernahmen möglich.
Im Discount Bereich und LEH gibt es diese Übernahmen seltener, weil man fast nur noch größere Brocken schlucken müßte. Dies hat zur Folge, dass in jedem Kuhdorf zumindest ein billig Discounter und ein "normaler" Supermarkt zu finden ist, da jede Kette an allen Fronten kämpft.
Da der Verbrauch an Lebensmitteln und Verbrauchsgütern in den letzten Jahren nur gering angestiegen ist in D., im Gegensatz zu den Einkaufsmöglichkeiten, verkauft die einzelne Filliale im Mittel weniger. Die gesamte Kette aber vielleicht mehr.
Die Kosten aber, die den Marktbetreibern pro verkaufte Einheit entstehen sind damit aber doch gestiegen oder? Deswegen brauchen diese Unternehmungen jetzt günstigeren Einkauf als früher. Wirtschaftlichkeit?
Für den Verbraucher hat das auch nur geringer Nutzen weil er jetzt nur noch 5 km fahren muss und nicht mehr 10 oder 15 km einmal in der Woche für den großen Einkauf.
Ich habe das Gefühl, dass die Endverbraucher Ketten ihren Verdrängungswettbewerb auf den Kosten der Zulieferer austragen. Sie könnten deutlich wirtschaftlicher anbieten, wenn sie z.B. direkt an großen Zentralen verkaufen würden. Dass hätte aber zur Folge, dass die Verbraucher einen weiteren Weg zur Ware hätten, dann würden sie vielleicht nur alle 2-3 Wochen ihre Vorräte füllen.
Warum sind/waren eigentlich Supermärkte als Geldanlage so beliebt bei Kapitalinvestoren? Haben die Discounter gerne viel Miete bezahlt?
MfG
agriculus
@ agriculus
Zur letzten Frage: Ja.
Ein besserer Verdienst als mit Schweine mästen; wenn der Standort stimmt; und in unmittelbarer Nähe der Mitbewerber ist.
Zum Rest:
Guten morgen.
Das geht schon seit den Neunzigern so; noch wilder wurde es nach der Jahrtausendwende.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach