Kartoffeln: Burgdorfer Auspflanzungen erst in der zweiten Märzhälfte
Terminmarkt: Neue Ernte zu 13 Euro gegen Preisverfall absichern ?
Am Kartoffel Terminmarkt der Eurex Frankfurt wurden April 2011 Kartoffeln der Ernte 2010 gestern zu Kursen von 13 bis 13,10 Euro gehandelt.
Nach Angaben aus dem Handel dürfte in den nächsten Wochen die Anbaufläche für Kartoffeln gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet werden, da der konkurrierende Anbau von Getreide wegen der niedrigen Preise und hohen Lagerbestände eher zurückgefahren werden sollte.
Terminpreise von 13 Euro für die kommende Ernte sollten sich zur Absicherung gegen unerwünschte Preisänderungen als lukrativ erweisen. Dies ist auch am aktuellen Terminkontrakt April 2010 erkennbar (siehe Grafik, blaue Kurse), deren Kurse von 13 Euro vor einem Jahr auf gestern 8,30 Euro zurückgefallen sind.
Frühkartoffeln werden später als geplant gepflanzt - Hornbostel: "Die Natur holt die Verzögerung auf"
Von Katharina Vössing
Newsklick.de, Wehnsen (12.03.10) - Noch kommen die Frühkartoffeln nicht in die Erde. Die lange Frostperiode verzögert das Pflanzen. Landwirt Michael Hornbostel erzählt, warum die Knolle aus der Region dennoch pünktlich auf den Tisch kommt.
Ihre Augen keimen. Sanft beleuchtet liegen die Frühkartoffeln in Holzkisten, die gestapelt in einem ehemaligen Stall lagern. Sie sind bereit gepflanzt zu werden, aber der Boden ist es noch nicht.
Seit November sind die Saatkartoffeln im Vorkeimlager, zwei Klimabereiche sorgen dafür, dass es aus den unterschiedlichen Sorten gleichzeitig sprießt. In 2009 wurden die Kartoffeln schon Anfang März gepflanzt. "In diesem Jahr können wir frühestens Ende nächster Woche beginnen", sagt Hornbostel, der seit 1995 zusammen mit seiner Frau den 160 Hektar großen Familienbetrieb führt. "Zuerst muss der Frost aus dem Boden sein. Sonst bekommen die Kartoffeln einen Kälteschock."
Wenn es so weit ist, werden für drei Wochen vier Erntehelfer aus Polen kommen, um die 60 Tonnen Frühkartoffeln in die Erde zu bringen. "Noch sind die Kartoffeln jedes Jahr in die Erde gekommen." Verzögerungen durch das Wetter gebe es fast jedes vierte Jahr.
30 Hektar bepflanzt Hornbostel damit. Dieser kleine Teil seiner gepachteten Ländereien mache in guten Jahren über 50 Prozent seines Verdienstes aus. In schlechteren Jahren zahle er drauf. Für diese Situation hat Hornbostel andere Standbeine, wie eine Biogasanlage, die er mit seinem Cousin betreibt.
Die Sorge, dass die Frühkartoffeln nicht rechtzeitig auf den Tisch kommen, sei unbegründet. Denn "die Natur holt die Verzögerung auf." Schief gehen könne dennoch einiges: "Es kann regnen, regnen, regnen." Zudem seien die Spätfröste eine Gefahr für eine gute Ernte. Doch dafür habe Hornbostel Beregnungsanlagen. Sie befeuchten die Pflanzen, die unter einer Folie wachsen mit Wasser und verhindern so, dass der Frost Schaden anrichten kann. In schlechten Jahren habe er bis zu 20 Mal beregnen müssen, im letzten Jahr nur zwei Mal.
"Wir sind bemüht, den Markt so früh wie möglich zu bedienen." Bis zur Ernte brauchen die Kartoffeln 80 bis 90 Tage. Wenn alles gut läuft werden die ersten Frühkartoffeln dann Anfang Juni zu kaufen sein.
(Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2162/artid/11903595)