Kartoffeln Cockpit, 12.12.2014 - Diskussion
ZMP-Meinung:
Boomende Frittenexporte an den Weltmarkt sind toll, sie werden aber bei weitem nicht ausreichen, den desolaten Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu sind die Mengen im Vergleich zu den Überschüssen viel zu klein. Sie bieten zur Abwechslung aber mal positiven Gesprächsstoff. Und wer weiß: Da derzeit die ein oder andere Ladung untergeht oder von den Fabriken wegen blauen Enden oder zu niedriger Unterwassergewichte einiges geweigert wird, kann die Marktlage im Frühjahr 2015 ganz anders aussehen. Dann sind auch kleine Fortschritte im Verkauf schnell von größerer Bedeutung. Die Erntemengen dieses Jahres sehen in Westeuropa ähnlich wie 2011 aus. Bei kleinerer Frittenproduktion und wohl weniger Qualitätsproblemen als nun, hat sich das Preisniveau im Frühjahr damals nicht erholt. Angesichts der Verkaufsfortschritte, der umfangreichen anderweitigen Verwertung im Herbst, der geringen Ausbeuten und so weiter, sollten die Perspektiven 2015 etwas besser sein. In den Himmel werden die Preise aber nicht wachsen. Dazu bleibt der freie Markt, an dem knappere Phasen problemlos mit Produktvorräten überbrückt werden können, viel zu klein. Wie allerdings der Übergang zur neuen Ernte aussieht, bleibt wegen der Unvorhersehbarkeit des 2015er Wetters pure Spekulation. Große Produktvorräte für die Zeit bis in den August hinein werden eher nicht angelegt. Das kostet Geld und zu prognostizieren, wie sich Kundenwünsche in Bezug auf Länge, Dicke, Schnitt oder Farbe der Fritten bis dahin verändern, ist auch schwer.
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