henrydunnink
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Kartoffeln: Ernte 2010 um 18 % unter Vorjahr

Bericht zur Kartoffelernte 2010

Nach den Feststellungen des Bund-Länder-Sachverständigenausschusses für die Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung wird die Kartoffelernte in diesem Jahr mit insgesamt 9,5 Millionen Tonnen um 18,7 Prozent unter der Vorjahresmenge von 11,7 Millionen Tonnen liegen. Ursachen hierfür sind niedrige Hektarerträge bei leicht eingeschränkten Anbauflächen. Der langjährige Durchschnitt (2004 bis 2009) von 11,6 Millionen Tonnen wird damit um 17,8 Prozent unterschritten.

Die Qualität der Kartoffelernte ist in diesem Jahr sehr stark schwankend. Kleinfallendes Erntegut und Probleme mit Durchwuchs, Fäule und Glasigkeit sind verbreitet. Insbesondere die Kartoffelfäule wird die zu vermarktende Menge reduzieren. Übergrößen sind selten. Der Stärkegehalt ist derzeit auf Grund der nassen Witterung unterdurchschnittlich und wird voraussichtlich die Rohstoffbasis schmälern. Das zu erwartende Lagerverhalten der diesjährigen Kartoffeln ist aufgrund der im Allgemeinen ungünstigen Erntebedingungen teilweise unbefriedigend. Das Erzeugerpreisniveau ist deutlich höher als im letzten Jahr.

Die Verbraucher müssen sich aufgrund der geringen Erntemenge in Deutschland und den benachbarten Ländern und der teilweise schlechten Lagerfähigkeit von Speisekartoffeln auf steigende Preise im Winter und Frühjahr einstellen. Versorgungsengpässe sind nicht zu erwarten, wie die Erfahrungen aus früheren Ernten in ähnlicher Größenordnung zeigen.

Der Vegetationsverlauf war von extremer Witterung geprägt. Die Pflanzung erfolgte wegen des langen Winters relativ spät. Nach der Pflanzung erschwerte zunächst dass nasskalte Wetter im Mai das Wachstum. Anschließend verursachten die Trockenheit und zum Teil extreme Hitze bis Mitte Juli Trockenstress, worunter insbesondere hitzeempfindliche Sorten litten. Ab Ende Juli folgten ergiebige Niederschläge, die zwar zu beträchtlichen Ertragszuwächsen führten, doch den Entwicklungsrückstand nicht ausgleichen konnten. Die Nässe beeinflusste die Qualität der geernteten Knollen negativ und führte zur Brechung der Keimruhe, Neuaustrieb und Kindelbildung.

Durch die Witterungsverhältnisse verlaufen die Erntearbeiten schleppend. Die Rodungsarbeiten bei Industriekartoffeln werden erst Ende Oktober abgeschlossen sein. Daher basiert das vorläufige Ernteergebnis auf der Auswertung von zunächst 41 Prozent der vorgesehenen Proberodungen.

Die Anbaufläche umfasst nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung in diesem Jahr eine Fläche von 255.200 Hektar. Das dürfte einen Rückgang von zwei bis drei Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten. Regional haben die Landwirte in den meisten Bundesländern mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Hessen die Kartoffelflächen gegenüber dem Vorjahr reduziert.

Die Anbaufläche von Speisefrühkartoffeln wird nicht mehr gesondert statistisch erfasst. Der Anbau von mittelfrühen und späten Sorten wurde gegenüber dem Vorjahr eingeschränkt. Die Entwicklung lief jedoch nach Verwendungsrichtung unterschiedlich: Der Anbau von Speisekartoffeln wurde ausgedehnt, der Anbau von Industriekartoffeln um rund 11.000 Hektar auf rund 150.00 Hektar (einschließlich Pflanzkartoffeln) eingeschränkt.

Für Kartoffeln insgesamt erzielten die Landwirte einen durchschnittlichen Hektarertrag von 372,4 Dezitonnen pro Hektar, der damit um 15,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. Das langjährige Mittel von 421,9 Dezitonnen pro Hektar wurde um 11,7 Prozent unterschritten. Die regionalen Ertragsschwankungen reichen in diesem Jahr von 282 Dezitonnen pro Hektar in Mecklenburg-Vorpommern bis 413 Dezitonnen pro Hektar in Hessen. Gegenüber 2009 sind die Erträge in allen Flächenländern gefallen. Kräftige Ertragseinbußen gab es in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (- 28,7 Prozent bis – 18,3 Prozent). Das langjährige Mittel wurde bis auf Hessen (+ 10,9 Prozent), Rheinland-Pfalz (+ 8,0 Prozent), Sachsen-Anhalt (+ 0,7 Prozent) und Baden-Württemberg (+ 0,5 Prozent) in den übrigen Ländern zum Teil deutlich unterschritten.

Von der Gesamterzeugung entfallen die größten Anteile auf Niedersachsen mit 44,7 Prozent oder 4,25 Millionen Tonnen (- 22,9 Prozent gegenüber 2009) gefolgt von Bayern mit 1,65 Millionen Tonnen (- 14,5 Prozent) und Nordrhein-Westfalen mit 1,20 Millionen Tonnen (- 15,6 Prozent).

Quelle: bmelv.de

Geschrieben von henrydunnink am
Ackerspezi
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Hallo Henry;
was sagen denn die holländischen Prognosen??

Bauer
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Hallo zusammenn.

Laut Donnerwetter.de geht die Witterung so weiter wie im August und September. In der Heide gibt es wegen Nässe schon öfter Probleme mit dem Roden und faule Knollen.

Topschwein
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@ henrydunnink [#1]

wäre schön, wenn du etwas zum Thema "Kartoffel" schreiben könntest. Verfolge diese "Sparte" seit einiger Zeit und wenn man die "Börse" sieht, ist dort mehr los wie bei den Schweinen und Ferkeln.

Was hört man aus den Niederlanden? Was wird dort für eine Ernte erwartet? Gibt es dort auch Zahlen wie bei uns?

Gruß in die Niederlande

-Topschwein-

henrydunnink
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in Holland gibt es noch keine ernte Zahlen, aber mann erwartet 10 bis 12 % kleinere Ernte.

Das sind 3,3 bis 3,4 milj ton Verbrauchskartoffeln. Normal ist 3,7 bis 3,8 milj ton.

Also ernte nicht so niedrig wie in Deutschland weil bei uns das Wetter nicht so extreem war wie in Deutschland.

Bei uns gibt es auch grosse qualiteit probleme.

Henry

Ackerspezi
Mitglied seit
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Der Rodefortschritt geschieht im Schneckentempo: Viele Sorten haben Probleme mit der Schalenfestigkeit, die Böden sind weitestgehend wassergesättigt und die Lüftungsmöglichkeiten sind bei hohen Luftfeuchtigkeiten sehr eingeschränkt. Wir brauchen noch einen goldenen Oktober.

bbw
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Auch bei uns sind die Erntebedingungen katastrofal.
Seit Samstag wieder 20 mm Regen und heute geht es weiter so.
Der Erntefortschritt liegt z.Zt. bei 30 bis 50 % der Fläche. Qualtiäten noch i.O.

Thomas

Geno-Bauer
Mitglied seit
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Seit Samstag abend regnet es bei uns ununterbrochen. Es herrscht schon wieder Hochwasserwarnstufe 3. Kartoffelernte bei bis Freitag abend ca. 40 % erledigt. Qualitäten und Ertrag i.O., Fäulenester wurden liegengelassen, sollten später gerodet werden.

MFg
Geno-Bauer

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