Richard Ebert
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Kartoffeln: Frühe Qualitäten sind knapp

Top Frühkartoffelqualitäten knapp

Von Dr. Detlef Römer

ZMP (03.07.07) - Je nach Niederschlagsverteilung kommt derzeit die Ernte von Speisefrühkartoffeln im Bundesgebiet sehr unterschiedlich voran. Am stärksten bremst die momentane Witterung die Rodungen im Südwesten des Landes. Besonders für den überregionalen Versand können nicht die sonst üblichen Mengen bereitgestellt werden und selbst die Versorgung der Abpackbetriebe vor Ort ist nicht immer ohne weiteres problemlos möglich. Allerdings besteht noch immer ein Vermarktungsvorsprung gegenüber normalen Jahren.

Die weitgehende Räumung von Importen sowie fehlende Lieferungen aus der Pfalz kommen dem Erntefortgang sowohl am Niederrhein wie auch in Niedersachsen sowie teilweise in Bayern sehr zugute. Vielfach wird aus diesen Regionen von einem Vermarktungsvorsprung berichtet. Sehr frühe Ware ist häufig bereits geräumt und zunehmend kommen nicht mit Folie geförderte Bestände zum Zuge. Weiterhin zeigt sich ein vergleichsweise geringer Knollenansatz mit der Folge dicker Knollen. Bei Auftreten von Wachstumsrissen, nicht immer ausreichenden Stärkegehalten und einer gewissen Losschaligkeit ist dies bei weitem nicht das, was man als Topqualitäten aus Sicht des Verbrauchers erwartet. Partien in gefälliger Sortierung und mit einer Haltbarkeit, wie sie bis vor kurzem bei den Importen üblich war, sind eher selten und knapp.

Für das kleine, wirklich brauchbare Angebot an Speiseware gibt es am Niederrhein im Falle losschaliger Ware Ab-Stationspreise von etwa 16 Euro je Dezitonne. Sind die Kartoffeln reifegefördert und schalenfest, so liegen die Kurse höher. Recht viele typische Speisesorten werden momentan in Niedersachsen verladen, wo die Erzeugergemeinschaft für runde Sorten immer noch über 20 Euro je Dezitonne notiert.

Zu einer deutlichen Nachfragebelebung führt seit Wochenanfang das Geschäft mit Frittenrohstoff. Im Rheinland gehen mittlerweile umfangreiche Ladungen von Premiere und Frieslander an die Frittenindustrie im Benelux-Raum. Probleme bezüglich der Qualität schaffen aber ungünstige Rahmenbedingungen für eine stabile Preisentwicklung. 50 mm aufwärts sortierte Kartoffeln fließen darum auch schon zu Kursen von unter zehn Euro je Dezitonne an die Fabriken.

Die regelmäßige Umfrage der ZMP bei Landwirtschaftskammern und Bauernverbänden zum aktuellen Saisonstand bestätigt, dass höchstens normale Erträge eingebracht werden und bei Fortdauer des unbeständigen Wetters der Unterschied zwischen Bruttomengen und verwertbarer Nettomenge weiter anwachsen dürfte. Ein derzeit noch nicht genau zu quantifizierendes Problem ist eine beginnende Hohlherzigkeit bei den Übergrößen, die im weiteren Verlauf auch bei Verarbeitungssorten der Haupternte, beispielsweise bei Agria, auftreten könnte. Probleme durch Erwinia und Phytophthora kommen hinzu.

(Quelle: http://www.zmp.de/agrarmarkt/ackerbau/meldung_004.asp)

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Geschrieben von Richard Ebert am
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