Richard Ebert
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12 Jahre 6 Monate

Kartoffeln: Hitzewelle führt zu Kurs- und Umsatzexplosion

Kaum noch importierte Frühkartoffeln am Markt

LWK Hannover (25.06.10) - Importware bestimmt derzeit noch das Marktgeschehen. Aufgrund der geringen Warenverfügbarkeit aus allen Lieferländern können die Packbetriebe weiterhin nur kurzfristig disponieren, da die gewünschten Sorten und Herkünfte nicht mehr zu bekommen sind. Die für Spanien/Andalusien erwartete deutlich kleinere Frühkartoffelernte wurde jetzt auch amtlich bestätigt. Demnach wird dort nur noch eine Ernte von knapp 90.000 t erwartet, dass sind nur knapp 50 % der Vorjahresernte.

Vor diesem Hintergrund steht einem reibungslosen Einstieg von deutschen Frühkartoffeln nichts im Wege. Seit Ende letzter Woche steht schalenfeste Ware aus der Pfalz für den Packbereich zur Verfügung. Deren Anteil wird schnell zunehmen.

Auch die niedersächsischen Frühkartoffelerzeuger stehen in den Startlöchern und warten darauf, ab der 27. KW mit schalenfester Ware die regionalen Packbetriebe beliefern zu können.

Parallel dazu werden in Absprache mit den Vermarktern weitere Flächen reifegefördert.

(Quelle: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/206/article/7177.html)

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Terminmarkt: Kurs- und Umsatzexplosion

Am Terminmarkt der Eurex Frankfurt, der am Freitag mit 16,10 Euro geschlossen hatte, kam es heute bereits zu Börsenbeginn zu einem Kursanstieg auf 17 Euro bei einem Umsatz von 91 Kontrakten. Bereits eine Minute später lag der Kurs bei 17,50 Euro, um dann ab 13:46 Uhr sein Tageshoch bei 19 Euro zu erreichen (siehe Grafik). Begleitet war das Kursfeuerwerk von einem Umsatz von 943 Kontrakten, das entspricht mehr als einem Viertel des Kontaktbestands.

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Worin liegen die Gründe der explodierenden Preise ?

Den Ausschlag gab heute die nach langer Trockenheit angekündigte Hitzewelle, bei der Temperaturen von mehr als 35 Grad erreicht werden sollten. Nach einem durch Kälte und Trockenheit geschädigten Grün der Kartoffeln muss bei solchen Temperaturen damit gerechnet werden, dass die Kartoffeln ihr Wachstum einstellen.

Neben Trockenheit und Hitze werden Anbaureduzierungen in Italien, Spanien, Großbritannien, Polen und den USA genannt.

Schliesslich wird dem 'Siebenschläfer' bei einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln zugeschrieben, sieben Wochen lang für gleich bleibendes Wetter zu sorgen. All diese Gründe lassen es wahrscheinlich werden, dass wir die höchsten Preise noch nicht gesehen haben.

Dazu kommt noch, dass Hedger und Spekulanten mit Short-Positionen nachschußpflichtig werden könnten und sich dieser Verpflichtung wahlweise durch einen sofortigen Kauf der offenen Kontrakte entledigen oder zwangsliquidiert werden. Beides setzt spätestens ab morgen ein enormes Kaufpotential frei. Kein Argument führt an der Tatsache vorbei, dass alle Käufer von Kartoffel Futures (Inhaber vor Long-Positionen) heute ruhig auf teilweise enormen Gewinnen sitzen, während Inhaber von Short-Positionen alle auf hohen Verlusten sitzen und nervös auf die nächsten Tage sehen werden.

Geschrieben von Richard Ebert am
Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Dazu kommt noch, dass Hedger und Spekulanten mit Short-Positionen nachschußpflichtig werden könnten und sich dieser Verpflichtung wahlweise durch einen sofortigen Kauf der offenen Kontrakte entledigen oder zwangsliquidiert werden. Beides setzt spätestens ab morgen ein enormes Kaufpotential frei. Kein Argument führt an der Tatsache vorbei, dass alle Käufer von Kartoffel Futures (Inhaber vor Long-Positionen) heute ruhig auf teilweise enormen Gewinnen sitzen, während Inhaber von Short-Positionen alle auf hohen Verlusten sitzen und nervös auf die nächsten Tage sehen werden.

Zu dumm, wenn dann nur Spekulant ist, und sich für die falsche Seite entschieden hat.

MfG
Geno-Bauer

ARIE
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Herr Ebert

Guten Tag,

Siebenschläfer >> Sieben Wochen lang gleiches Wetter >> Wo ist das auf basiert?

mfg./ a.g. graveland

Ben
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo

Der Siebenschläfer ist eine alte Bauernregel, die nachweislich eine Trefferwahrscheinlichkeit von ca. 65 % hat.

Dabei ist das Wettergeschehen der letzten Junidekade ausschlaggebend. Wenn, wie in diesem Jahr, eine ausgeprägte Hochdruckfront das Wetter bestimmt, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch gleichbleibende Aussichten bis Mitte August zu bekommen.

Das heißt stabiles Hochdruckwetter bis August mit (natürlich) auftretenden
Wärmegewittern/Schauern (...da wo's kommt...).
Alles in allem heiß und (zu) trocken.

Gruß
Ben

ARIE
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ben

Guten Tag

Danke fuer Ihre Geschichte uber die Siebenschlaefer .

In Holland haben wir etwas "gleiches" naemlich die 12 jarighe cyclus

1911 >> trocken und heiss

1923 >> weiss ich nicht

1935 >> trocken und heiss

1947 >> sehr trocken und heiss

1959 >> auch sehr trocken und heiss

1971 >> weiss ich nicht

1983 >> heiss und trocken

1995 >> heiss und trocken

2007 >> Regen >>> Klimaaenderung ?

mfg a.g graveland

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Die Siebenschläferregel beruht auf sehr lange Erfahrungen.

Es geht in der Erfassung des Klimas ein guter Zeitraum von 10 Tagen ein, in dieser Zeit wird die "Zugbahn" der Tiefdruckgebiete im Gebiet des nördlichen Wendekreises festgelegt, da dieser nach der Sonnenwende (21.6) stattfindet.

In unserer Gegend hat das in 8 von zehn Jahren zumindest immer so hin gehauen, die Wetterlage änderte sich dann immer erst Grundlegend zu Stoppelmarkt (Mitte August).

Zeitliche Wetterschwankungen über einen längeren Zeitraum gibt es wie den o.g. Holländischen Zyklus ebenso, ein längerer trockener Sommer war demnach auch mal wieder überfällig (siehe 2003).

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#6]

Ich glaube aber, dass Deutschland mittlerweile so groß ist, dass wir verschiedene Wetterzonen haben. Wir hatten im April und Mai in Teilen Sachsens viel Niederschlag und tiefe Temperaturen (bei unseren Böden ein Segen, weil sich ein Tief von Süden über das Erzgebirge wälzte). Bei einer klassischen Westwindlage würden wir fast nichts vom Regen abbekommen.

M.E kann diese Bauernregel nicht allgemein gelten. Woher stammt diese Regel, wer hat sie aufgestellt, wer weiter erzählt.

Wäre mal eine schöne Forschungsarbeit wert.

VG
Geno-Bauer

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Und jetzt das Wetter noch aus dem "Hundertjährigen" Kalender nachlesen der auch gutes warmes Wetter voraussagt. Die Kombination der beiden bringt 75 % Wahrscheinlichkeit !!??

Wer kennt sich aus?

MfG S.

Torrina
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo,

der Erfinder dieses Kalenders war der Abt Nauritius Knauer. Seine Wetteraufzeichnungen begannen 1652 in der Region Franken. In diesem Kalender wurde die Natur, besonders der Mond, die Sonne und später alle Planeten mit einbezogen. Zumindest geben heute die Meteorologen zu, dass sich bestimmte Zyklen wiederholen.
Entsprechende Bücher können in jedem Buchladen erworben werden und sind jedes Jahr aufs neue lesenswert.

MFG
Torrina

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ist jemand gewillt, Preise für vertragsfreie Veredelungsware zu nennen ?
Ich könnte nächste Woche einige Züge Lady Rosetta verladen, sind 22,- € ein akzeptabler Preis ?

Neuling
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo
Kam denn jetzt irgentwo nennenswerter Regen herunter? Also bei uns in der Südheide war überhaupt nichts, und es ist auch in absehbarer Zeit nichts zu Erwarten.
MfG Neuling

Schweinchendick
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Emsland 5mm

ratte
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo,

bei uns am Niederrhein gab es auch keinen Regen. Der Preis für freie Verarbeitungsware liegt bei 22 €. Landwirte aus der Region müssen nächste Woche für 12 € bei 50+ und einem Ertrag von 30 t/ha anfangen zu ernten.

Die Lage im Stammgebiet der Firma Weuthen ist katastrophal. Durch Beregnung können die Kartoffeln nur noch am Leben erhalten werden, von Ertragszuwachs keine Spur.

Nach den Wettervorhersagen bleibt Regen in den nächsten 14 Tagen aus und es droht ein Zusammenbruch der Frühkartoffelflächen.

In den Niederlanden gibt es in der Regin Limburg bereits ein Beregnungsverbot tagsüber. Nach der WM werden sich die Medien verstärkt diesem Thema widmen. Im letzten Jahr hatten wir zum jetztigen Zeitpunkt bei den Frühkartoffeln 20 t/ha mehr Ertrag. Übergrößen werden in diesem Jahr absolut rah sein. Die Preise am Terminmarkt werden in den nächsten Wochen bei gleich bleibenden Temperaturen stark steigen zum Verdruss der Vertragsbauern.

M.f.Gr. ratte

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Neuling [#11]

Heute Nacht schwere Gewitter mit leichtem Hagel 12 - 18 mm Niederschläge in 15 min.

Tagsüber bewölkt und schwül warm.

War heute im Fränkischen Seenland: Sandböden ! Mais trauert nach Wasser, Gerste ist abgereift, Tritikale folgt, Kartoffeln für Fa. Henglein leiden, könnten sich aber mit baldigem Regen noch erholen.

MfG
Saubauer
P.S.
Ab Dienstag beginnt der Hagelschätzereinsatz

Frittenbauer
Mitglied seit
12 Jahre 2 Monate

Hallo
Hier im westlichen Bayern 3-10 mm Regen.
Komischerweise haben wir immer noch große Kraufäuleprobleme

Gruß FB

Schinken
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo,

auch in Ostwestfalen sieht es aktuell sehr trocken aus. Nur 4 - 5 mm Regen am Samstag !!
So weit wie die Wettervorhersagen reichen ist kein Regen in Sicht.
Unberegnete Schläge werden wohl keine 35 to /ha erreichen.

MfG Schinken

Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo,

wir hatten im Mai (gleichverteilt) 120 l/m² Regen und in der ersten Junihälfte auch noch mal 25 l/m². Am Mittwoch hat sich direkt über unserem Kartoffelschlag ein Gewitter entladen mit bis zu 18 l/m². Das war wie ein Sechser im Lotto.

Ich sage dies, weil wir auch schon andere Jahre erlebt haben, wo andere Regionen besser versorgt waren als wir. Deshalb kann ich mitfühlen.

Aber auch für uns gilt mit der Beregnung jetzt dran zu bleiben. Mal schauen was wird?

Gruß
Geno-Bauer

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

In der Nähe gab es bis 70 l Niederschlag, das braucht keiner!
Feuerwehr im Dauereinsatz usw.

MfG

bbw
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Thüringen und Nordbayern absolut zu trocken. Insgesamt 4 l in den letzten 3 Wochen.

Keine Niederschläge gemeldet für die nächsten Tage.

Habe am Wochenende eine Tour nach MVP gemacht. Auch dort sieht es schwach aus. Zuerst große Probleme wg. Kälte und 200 mm Regen im Mai und jetzt macht die Hitze den Beständen zu schaffen.

Viele Grüße
Thomas

Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo,

heute früh 11-12 l/m². ist zwar nicht das meiste, aber verschafft uns mit der Beregnung ein bisschen Luft.

VG
Geno-Bauer

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Die BILD thematisiert nun auch die Wetterlage:

http://www.bild.de/BILD/news/2010/07/06/trockenheit-wetter/waldbrandgefahr-ernte-hitze.html

MfG S_M

P.S.: das südliche Emsland trocknet aus.

Schweinchendick
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo

Nachdem an den letzten beiden Tagen über 1500 Lots gehandelt wurden bei einer Kurssteigerung von 3,20 €, sehe ich am Montag einen weiteren hohen Kurssprung mit großen Umsätzen auf uns zukommen.

Die 30€ Marke wird immer näher rücken.

Oder wie sehen das die anderen Forumteilnehmer?

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Schweinchendick [#22]

ähnlich

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Schweinchendick [#22]

Heute geben die Kurse nach ! Mit Kartoffeln zu spekulieren ist ein heißes Eisen.

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Spekulatius_Maximus [#24]

Hast du selber Kartoffeln im Anbau???

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ackerspezi [#25]

Nein, nur noch Eigenbedarf.

wollewatz
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Jetzt sind doch wahrscheinlich in allen Kartoffelanbaugebieten einige Niederschläge gewesen. Ist der Ertrag jetzt einigermaßen gerettet oder bleiben größere nachhatlige Schäden?

Gruß,
wollewatz.

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ wollewatz [#27]
Das Regengebiet ist durch- im Regenmesser sind ziemlich genau 8mm. Der Niederschlag der letzten Tage hält die Pflanzen nur am Leben, für wirkliches Wachstum müssten es mal 20-30mm sein. Wann kommen die??

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ackerspezi [#28]

Ergänzung: Der wöchentliche Bericht vom Fachverband für Feldberegnung berücksichtigt über 60 Wetterstationen in Niedersachsen. In der abgelaufenen Woche hat es demanch in Niedersachsen zwischen 3 und max.20mm Niederschläge gehabt. Die Differenz von ND zu VD liegt durch die Bank bei 250-350mm. Die Waaserbilanz war demnach auch in der abgelaufenen Woche bei einer Verdunstung von 35mm negativ. Wir haben bald den 1. August- noch maximal 8 Wochen Wachstumszeit. Aber die Bestände werden reihenweise gelb.....

wollewatz
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ackerspezi [#29]

Vielen Dank für die Info!

Ich hatte so ein wenig den Eindruck, der Aufwärtstrend der Kartoffel wäre aufgrund der Witterung gebrochen.

Gruß,
wollewatz.

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