Richard Ebert
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Kartoffeln: Preisschock ! Preise steigen bis zu 50 Prozent !

Preisschock bei Kartoffeln

Von Frank Höfer

shz.de (25.06.08) - Rapide steigende Energiekosten und das trockene Wetter treiben die Kosten für Kartoffelbauern in die Höhe. Verbraucher müssen mit bis zu 50 Prozent höheren Preisen rechnen.

Wenn Ralf Hartmann-Paulsen morgens auf seinen Acker geht, achtet er nicht nur aufs Wetter. Auch von den Benzinpreisen hängt ab, ob es eine gute Kartoffelernte wird. Drei dieselbetriebene Bewässerungspumpen muss der 45-jährige Landwirt aus Hasenkrug (Kreis Segeberg) in diesen Regen armen Wochen laufen lassen. Zusammen verschlingen sie 360 Liter Diesel für knapp 400 Euro - jeden Tag.

Dieser und weitere Faktoren führen dazu, dass die Schleswig-Holsteiner mit deutlich höheren Preisen für hiesige Knollen rechnen müssen. Experten der Landwirtschaftskammer erwarten bei anhaltender Dürre einen Anstieg von 25 bis 30 Prozent; die seit wenigen Tagen erhältliche Frühware liegt sogar bis zu 50 Prozent über dem Preisniveau des Vorjahres.

Niedriger Nitratgehalt zeichnet die Kartoffeln aus

Ursachen sind außer der aus Sicht der Landwirte viel zu trockenen Witterung zwei weitere Posten: Bauer Hartmann-Paulsen etwa verzeichnet bei den Transportkosten einen Anstieg von 13 Prozent und bei einigen Düngemitteln (Kali) sogar um bis zu 300 Prozent.

Die gute Nachricht aus Sicht der Verbraucher: Wenigstens um die Qualität müssen sie sich keine Sorgen machen. "Wir wollen sehr gut schmeckende Frühkartoffeln anbieten, die den hohen Ansprüchen des Gütezeichens Schleswig-Holstein genügen", sagte Hermann Früchtenicht (63), Präsident der Landwirtschaftskammer, in Hasenkrug zur Eröffnung der Frühkartoffelsaison. Ein niedriger Nitratgehalt weit unter den gesetzlichen Schwellenwerten zeichne die heimischen Erdäpfel aus. "Um die Qualität genau zu testen, haben wir erstmalig ein Prüffeld mit 16 Sorten der sehr frühen und frühen Reifegruppen angelegt." Außerdem wurde eine neue Rodetechnik für das Versuchswesen angeschafft. Besonderheit: Die Sorten können noch auf dem Roder gewogen und statistisch erfasst werden. "Wir haben nun die Möglichkeit, die Ergebnisse viel schneller zur Verfügung zu stellen, um uns gerade in der Sortenfrage weiterzuentwickeln", betonte Früchtenicht. "Die Planungen für das nächste Jahr laufen bereits."

Das Jahr vier nach "Linda"

Und 2009 wird kein normales Jahr. Es ist das Jahr vier nach "Linda". Die Leib- und Magensorte der Schleswig-Holsteiner wird dann fast vollständig vom Markt verschwinden. Der "Linda"-Entwickler Europlant hatte die Sorte 2005 von der Saatgutliste streichen lassen, weil sie krankheitsanfällig sei. Gesucht wird ein festkochender, gelbfleischiger Nachfolger, buttrig im Aroma, erdig im Duft - diese Eigenschaften machten "Linda" zum lukullischen Liebling.

Nach Einschätzung eines Experten der Kammer hat "Leyla" das Zeug zum Primus, doch auch vier weitere Sorten kämen in Frage. "Bei denen muss sich aber erst zeigen, ob sie langjährig gute Qualität bieten", sagte Früchte nicht, der persönlich "Belana" bevorzugt, wenn "Linda" oder "Leyla" vergriffen sind.

(Quelle: http://www.shz.de/schleswig-holstein/artikeldetail/article/111/duerre-preisschock-bei-kartoffeln.html)

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Geschrieben von Richard Ebert am
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