Kartoffeln: Werden knapp - keiner diskutiert darüber ?
Es ist schon faszinierend in diesem Forum:
Die einzig aktiv gehandelte Kultur an der Eurex sind Kartoffelfutures, darüber schreibt hier im Forum so gut wie keiner. Über Schweine werden jeden Tag 20 Kommentare losgelassen, aber passieren tut gar nichts.
Ich nehme vom Kartoffelmarkt wahr, dass die Nachfrage steigt, viele Kollegen die Scheunen schon leer haben, die frühesten Pflanzungen nicht möglich sind und die Abzüge sehr moderat sind. Schälbetriebe suchen jetzt schon Ware auf Preisniveau der Speiseware. Die Bestände sind jetzt schon übersichtlich, da steht die nächste Preiserhöhung für packfähige Ware unmittelbar bevor!
Wer hat andere Meinungen?
Hallo
Wenn ich mir den Chart so anschau sieht es so aus, als ob wir den negativen Trend nach oben durchbrochen haben.
@ Ackerspezi
Du hast Recht. Es ist fazinierend: das Agrarprodukt mit der größten Schwankungsbreite wird am wenigsten besprochen. Ebenso ist es auch in vielen Fachzeitungen wie z.B. topagrar über Kartoffel kein Kommentar. Wenn man die Kurse der letzten Wochen anschaut, merkt man doch, daß der Handel hier aus dem Beneluxraum großteils beeinflußt wird. Klappt der Export nach Rußland nicht, bricht gleich die Panik aus.
Ich fragte mich die letzten Wochen schon, was man eigentlich in den anderen Jahren mit den Kartoffeln gemacht hat. Da gab es größere Ernten und keinen Export nach Rußland!
Folglich müssen sie dieses Jahr teuer bleiben.
MfG FB
@ Ackerspezi [#1]
Volle Zustimmung. Den Kartoffel Terminmarkt beim Handel am Kassamarkt nicht zu beobachten, bedeutet vielfach bares Geld zu verschenken. Er ist der führende Preisindikator geworden.
Kommende Preisentwicklungen am Kassamarkt werden vielfach vorher am Terminmarkt angezeigt.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
neuer Preis für packfähige Ware ist raus:
27,-€ (+3)
Auch von meiner Seite ganz klar zu unterstreichen.
Momentan suchen viele Schäler und Verarbeiter dringend ware und schlagen sich mit dem Export derselben. Preise können angehoben werden und liegen für durchschnittliche Ware bei 24 bis 25 € ab Station. Abzüge werden keine akzeptiert.
Thomas
Ich kann euch sagen; warum über die Kartoffel recht wenig gesagt wird; wie auch über Hühner; Hähnchen und Puten.
Weil es eingeschränkte Märkte sind.
Man kann nicht einfach so Kartoffeln anbauen; man braucht Verträge über die Abnahme; dann erst ist es möglich.
Einen Schweinestall kann jeder bauen; ohne sich vorher darüber Gedanken zu machen; woher der Input und wohin der Output.
Noch zumindest.
Bislang waren Kartoffeln immer in ausreichender Menge verfügbar; nur schlechte Ernten; ganz besonders aber schlechte Rodebedingungen konnten den Preis beeinflussen.
Seitdem der Mais aber in seiner Vorzüglichkeit besonders in den traditionellen Kartoffelanbaugebieten Emsland und der Heide immer mehr wird; wegen Biogas; einfachere Bestandesführung; wesentlich besserer Liquidität usw. haben die Abnehmer ein Problem.
Und genau deswegen sind es auch diese Leute; die vehement gegen die Biogasanlagen "stänkern".
Genauso ergeht es momentan der Zuckerrübe; die Fabriken beten jeden Tag; dass die Technik zum einsatz in Biogasanlagen uneffizient und teuer bleibt.
Denn ansonsten haben die genau dasselbe Problem.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
Deine Einschätzungen in Ehren, aber der Kartoffelmarkt scheint Dir doch arg fremd zu sein. Alle Kollegen, die in Verträge liefern, brauchen keinen Terminmarkt. Der ist für freie Ware interessant- ebenso wie Schweine zu 80% als "freie" Ware gehandelt werden. Die Chipsindustrie sucht händeringend vernünftige Partien...
Nun; dann hat sich das ja geändert; Ackerspezi.
Vor drei Jahren haben sich einige hier zusammengetan; um Kartoffeln zu erzeugen. Die haben Verträge bekommen; ohne dem ging es damals nicht (Pommesverarbeitung). Was mich gestört hat; war die Anlieferungspflicht; und ich hätte seinerzeit nicht immer jedes Jahr Flächen gehabt (Steinfrei).
Deshalb hab ich das gelassen.
Also könnte ich demnach ohne Probleme Kartoffeln anbauen?
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Ackerspezi [#8]
Alle Kollegen, die in Verträge liefern, brauchen keinen Terminmarkt.
Ich denke, das ist nur teilweise so, wenn in den Verträgen nicht nur Mengen, Qualität und Abrufrahmen festgelegt sind, sondern auch feste Preise.
So weit mir bekannt ist, wird der Preis jedoch nicht festgelegt, sondern an den Eurex Kartoffel Index gekoppelt. Dann können beide Vertragsparteien ein Termingeschäft mit gleicher Menge abschließen um sich abzusichern. Nicht umsonst gibt es an der Eurex inzwischen 7.000 offene Kartoffel Kontrakte.
Schöne Grüsse, Richard Ebert