KTG Agrar-Wie Riesen Kohle einsacken
eigentlich ohne Kommentar:
Unglaublich, wieviel Geld Aktionäre solch einem Moloch in den Rachen schmeißen können, aber die Wahrheit scheint KTG schneller einzuholen, als ihr lieb ist. Auszug aus einer Unternehmensmitteilung, in der die schwierige Lage anscheinend noch als blendend verkauft weden kann:
Aufgrund der zahlreichen Veränderungen in der Unternehmens- und
Finanzierungsstruktur haben wir unser Finanz- und Bewertungsmodell
überarbeitet. Wir gehen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 von
einem Umsatz in Höhe von 102,8 Mio. Euro aus. Das EBIT dürfte
inklusive der Sondererlöse aus der Umplatzierung der KTG Energie
Aktien (Hebung stiller Reserven) auf 27,0 Mio. Euro steigen. Entgegen
unseren früheren Prognosen gehen wir für das laufende Jahr jedoch von
einer geringeren Profitabilität aus, die eine Folge der anhaltenden
Investitionstätigkeit von KTG Agrar ist. Für 2013 haben wir unsere
EBIT Prognose um 8% gesenkt. Zudem dürfte die hohe Zinslast das EPS
in den kommenden Jahren noch stärker belasten. Insgesamt sehen wir
die hohe Verschuldung des Unternehmens als herausfordernd an, was
sich auch in unserem reduzierten Kursziel widerspiegelt. Nach der
Umstellung unseres Bewertungsmodells auf eine Sum of the Parts
Analyse ergibt sich ein Fair Value für die KTG Agrar Aktie von 18,00
Euro (zuvor: 21,00 Euro). Bei einem Upside-Potenzial von 23%
bestätigen wir unsere Kaufempfehlung.
Das generelle Problem ist doch, dass die Anlagen zum GRoßteil auf Maisbasis laufen. Und dafür steigen einfach die Produktionskosten ständig weiter an. Die Verstromung unter EEG-Bedingungen ist da irgendwann nicht mehr rentabel.
MfG Geno-Bauer
Laut meinem Banker hat KTG im Januar eine Anleihe für 6,5 % ausgegeben.
Wenn das stimmt, kann es nicht so gut um die Firma bestellt sein, wenn Kredite derzeit so günstig zu haben sind.
Mfg
BB
...@ Bauer Bernie [#3]
.....die sofort überzeichnet war. Da sieht man, wieviel "Experten" im Finanzsektor unterwegs sind.
@ Ackerspezi [#4]
Da sieht man, wieviel "Experten" im Finanzsektor unterwegs sind.
Wenn es der KTG Agrar wirklich schlechter gehen sollte, werden als erstes sämtliche Anleihen zurückgezahlt und nur dann, wenn noch etwas übrig bleibt, erhalten die Aktionäre den Rest.
Es kann für Experten durchaus lukrativ gewesen sein, Aktien mit unsicherer Rendite und Kursrisiko umzutauschen gegen Anleihen zu 6,5 % Zinsen und festem Rückzahlungstermin.
Ansonsten meine ich, daß die Anlage in Agrar-Aktien durchaus eine Alternative darstellt zum Bau der nächsten Schweine Mastanlage. Auch Unternehmensanleihen mit Zinsen von 6 bis 8 %, ich selbst habe solche erworben, stellen eine Anlagealternative dar, besonders zum Zinsniveau von Sparbuch, Festgeld und Bundesanleihen mit Zinsen zwischen Null und 1,5 % vor Steuern und Inflation.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#5]
können Sie mir dann vielleicht erklären aus welchem Grund eine Firma Geld für 6,5% einsammelt, wenn man das Geld auf dem Kapitalmarkt oder auch bei der landw. Rentenbank für 1,5 % auf 5 J haben kann?
Wer schwer an Liquidität kommt muss höhere Zinsen zahlen. So zumindest hat man es mir einmal gelehrt.
Mfg
BB
Diese Anleihen können die Unternehmen als Eigenkapital ausweisen, um damit ihre Bonität zu verbessern und dann entsprechend günstiger an Fremdkapital zu gelangen. Andere Unternehmen wie die Westfleisch machen das genau so. Der höhere Zinssatz ist dann sozusagen die Risikoprämie für den Anleger.
MFG
@ Richard Ebert [#5]
Da möchte ich gerne noch einmal nachhaken: Klar, dass das Geld der Aktionäre weg ist; das wurde ja schon vor Jahren eingesammelt, aber Unternehmensanleihen, hier speziell KTG werden dann interessant, wenn es an die Rückzahlung geht. Soweit ich weiß, ist das Darlehen endfällig, also hat Herr Hofreiter noch ein wenig Zeit, aber wer seine Zinslast plötzlich als Herausforderung ansieht, der hat anscheinend vorher nicht gewusst, dass die kreditgeber ihr gesamtes Geld- sprich nicht nur die Zinsen- wiederhaben möchten?? Speziell bei KTG sehe ich eine tickende Zeitbombe, denn was da in den letzten Jahren an Geld rausgehauen wurde und wenn man sieht, wie "Effizient" die wirtschaften...viele Bauern wären schon lange nicht mehr da.
@ Ackerspezi [#8]
Solange es stetig gewachsen ist, hat auch das System Anton Schlecker funktioniert.
Mfg
BB
@ Ackerspezi [#8]
@ Bauer Bernie [#9]
Ist das nicht das gleiche Finanzierungssystem wie bei den Fußball vereinen ( Fananleihen).
Solange man eine Anleihe mit einer anderen rückzahlen kann, ist das nicht weiter schlimm. Aber wehe man ist der letzte der in dieser Kette.... Diese Anleihen sind ja überhaupt nicht besichert, durch Grundschulden. Da ist die Bank doch immer in der Vorhand.
MfG
Geno-Bauer
Hallo,
die Meldung die hier im ersten Beitrag zitiert wurde, ist keine Meldung der KTG Agrar selber sondern ein Kommentar eines
Analysten (veröffentlicht über WallStreet Online). Auf der Seite der KTG Agrar habe ich keine derartige Analyse gefunden.
Ansonsten sind solche Zinssätze im Mittelstandsbereich nicht unüblich. Die 1,5% - 2% bekommen nur sehr bekannte Namen (wie z.B. Siemens oder BASF) und dies oft nur im kurzlaufenden Bereich. Wenn ein Mittelständler Kredite bei einer Bank bekommen möchte (wobei er sich dabei dieser Bank mehr oder weniger ausliefert) zahlt er schnell ähnliche Zinssätze, bei denen meist der Zinssatz auch noch flexibel ist. Bei einem steigenden Zinsniveau wird es dann schnell teuerer. Abgesehen davon muß er bei der Bank dann Sicherheiten hinterlegen und kann bei Kürzung der Kreditlinie durch die Bank schnell in Schwierigkeiten kommen. Eine Diversifizierung der Rekapitalisierung auf mehrere Beine (Bankkredite und Anleihen) macht daher durchaus Sinn.
Wenn Ihr allerdings sagt, dass das Unternehmen nicht effizient wirtschaftet wäre das sicherlich interessant. Woher kommt und worauf fusst daher diese Aussage?
@Bulle 8618: Wenn es eine normale Anleihe ist stellt die Anleihe nur Fremdkapital dar und nicht wie hier dargestellt Eigenkapital. Um eine derartige Anrechnung hinzukriegen, müßte es eine Hybridanleihe sein. Ist dies hier bei KTG der Fall?
@ Thaddeus [#11]
Da muss ich Dir leider wiedersprechen: Das habe ich aus einer ad-hoc Mitteilung ( dgap-news) des Unternehmens. Im zweiten Teil kommt die übliche Leier.
Also definitiv eine Unternehmenseigene Darstellung. Betriebe, die von KTG übernommen werden, müssen sich neu finanzieren, da Banken die Kredite für den Fall einer Übernahme durch KTG kündigen. Ich denke , das sagt schon viel aus. Sicherlich kann das noch einige JAhre gut gehen, aber ich bin mir verdammt sicher, dass das Unternehmen mittelfristig gegen die Wand fährt.
Aus sicherer Quelle weiss ich, dass Gelder der Firma in Ländern investiert werden mit denen
kein Auslieferungsabkommen mit Deutschland besteht. Ausserdem sind im Winter 2011/2012
Roggenschläge aufgrund von extrem niedrigen Gehalten an Phosphor gekümmert und umgebrochen worden, die Proben mussten sofort in den Reisswolf. Ein Schelm wer böses denkt ...
@ Schweinemeister [#13]
d.h.: vorsorgen für den Ernstfall?....... Das hätte ich dann doch nicht gedacht!
@ Schweinemeister [#13]
kurzer Nachtrag:... wie weit kann denn ein Hubschrauber vollgetankt fliegen??
@ Ackerspezi [#12]
Hallo Ackerspezi,
die KTG Agrar AG veröffentlicht und versendet über Ihre Seite auch alle Analystenkommentare. Dies ist rechtlich und inhaltlich aber keine Ad-hoc-Meldung der KTG Agrar AG, sondern die verbreitet bzw. zitiert die Meldung nur.
Aber nochmal die Frage: Warum denkst Du, daß das Unternehmen mittelfristig vor die Wand fährt? Ist das nur ein Gefühl oder hast Du da nähere Infos? Wenn man die Kommentare von Analysten liest, stellen diese eher ein positives Zeugnis aus.
Gruß
Thaddeus