Richard Ebert
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Landwirtschaft kämpft mit hohen Energiekosten

Landwirte leiden unter hohen Energiekosten

Von Vivien-Marie Drews

Schaumburger Nachrichten (07.07.08) - Niedersachsens Landwirte bekommen die rasant ansteigenden Energiepreise deutlich zu spüren. Milch- und Schweinebauern trifft es nach Angaben des Landvolk-Kreisverbandes Hannover besonders hart.

„Die monatlichen Stromkosten für einen Stall mit 80 Milchkühen betrugen 2006 etwa 450 Euro. Heute sind es 650 Euro“, sagt Iris Habermann, Sprecherin des Kreisverbandes. Hinzu kämen gestiegene Produktionskosten für die Maissilage, dem Grundfutter des Milchviehs. „Das liegt zum einem am Düngerpreis. Die Herstellung von Stickstoffdünger ist sehr energieintensiv. Gaskosten machen 80 Prozent des Preises aus“, sagt Habermann. Der sei innerhalb eines Jahres von 77 Cent pro Kilo auf inzwischen einen Euro geklettert. Um kostendeckend zu arbeiten, müssten die Milchbauern derzeit einen Milchpreis von 35 Cent je Liter erwirtschaften. „Im Mai wurden aber nur etwa 25 Cent gezahlt“, sagt Habermann.

Auch die Schweinebauern haben mit den Energiekosten zu kämpfen. In den Ställen setzen sie Infrarotlicht ein, um die Ferkel zu wärmen. Doch während die Strompreise klettern, sind die Preise für Ferkel im Keller. „Ein Ferkel aufzuziehen kostet den Bauern inzwischen etwa 65 Euro. Verkaufen kann er es gegenwärtig für 40 bis 50 Euro“, sagt Habermann.

Alle Landwirte trifft der gestiegene Dieselpreis. Während der Ernte verschlingen Mähdrescher und Häcksler zwischen zehn und 40 Liter des Treibstoffes pro Hektar. Für Diesel bezahlen die Landwirte trotzdem fast genauso viel wie der Normalverbraucher an der Tankstelle, das heißt 30 Cent mehr als noch im vergangenen Jahr. Zwar bekommen sie eine Agrardiesel-Steuerrückvergütung in Höhe von knapp 21 Cent pro Liter. Die können sie aber maximal für 10.000 Liter im Jahr beanspruchen Das reicht nach Angaben von Helmut Habermann, Landwirt aus Hänigsen (Region Hannover), nicht. Mit einer Anbaufläche von etwa 100 Hektar gehört Habermanns Hof zu dem mittelgroßen Betrieben, trotzdem verbraucht er zwischen 15.000 bis 18.000 Liter im Jahr.

In trockenen Jahren wie diesem steigt der Dieselverbrauch zudem durch den regelmäßigen Einsatz von Aggregaten zur Feldberegnung. Etwa 40 Liter Diesel schluckt das Gerät, um ausreichend Wasser für einen Hektar Fläche aufs Feld zu befördern. Der Forderung der Landwirte, sie von der Mineralölsteuer zu entlasten, erteilte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Deutschen Bauerntag Anfang Juli aber eine Absage.

Unterm Strich rechnet Ackerbauer Ottfried Thieleking aus Burgdorf (Region Hannover) nun damit, dass ihn die Produktion von einem Doppelzentner Weizen in diesem Jahr zwei Euro mehr kosten wird als 2007. Im Gegensatz zu seinen Kollegen aus der Milchwirtschaft oder der Schweinezucht bleibt er optimistisch: „Ich hoffe, dass wir die Kosten durch die guten Preise für Getreide ausgleichen können.“

(Quelle: http://www.sn-online.de/newsroom/politik/zentral/politik/niedersachsen/art668,633350)

Geschrieben von Richard Ebert am
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