Landwirtschaft: Wohlstand nicht zu Lasten der Bauern
Landwirtschaft: Wohlstand nicht zu Lasten der Bauern
von Heiner Krehl
Die Lebensmittelpreise liegen in Deutschland seit Monaten um zwei bis vier Prozent unter dem Vorjahr. Auch damals waren sie bereits zu niedrig, um der Landwirtschaft bei uns auf Dauer das Überleben zu sichern. Die zunehmenden Preisschwankungen treffen hauptsächlich die Landwirte. Der Einzelhandel dagegen nutzt die Turbulenzen zu seinem Vorteil. So stieg bei Schweinefleisch die Handelsspanne in vier Jahren um 12 %. Die Erzeugerpreise dagegen liegen heute auf demselben Niveau wie damals. Bei Rindfleisch dehnte der Handel seine Spanne in drei Jahren um 10 % aus. Die zwölf Preissenkungsrunden allein in 2009 besonders im Discountsegment gehen vor allem zu Lasten der Bauern als schwächstem Glied in der Kette!
"Wohlstand für alle". Dieses Buch von Ludwig Erhardt erschien vor über 50 Jahren - und ist heute noch aktuell. Die mächtigen Manager im Handel, aber auch in der Agrarwirtschaft, sollten endlich ihrer Verantwortung gerecht werden. Die Dauertiefpreispolitik zu Lasten der Landwirte birgt höchste Risiken. Die Versorgungssicherheit mit hochwertigen heimischen Lebensmitteln ist ebenso in Gefahr wie der Erhalt der Kulturlandschaft und der Beitrag des Agrarsektors zur Energieversorgung. Sie sollten die besinnlichen Tage nutzen um zur Räson zu kommen, und zukünftig ihren Beitrag dazu leisten, daß die Land- und Ernährungswirtschaft in unserem Land eine gute Zukunft hat. Mehr Nachhaltigkeit, Bodenhaftung und Weitblick täte manchem gut.
(Quelle: Bw agrar)