henning lutz
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12 Jahre 6 Monate

Mais: Kassapreise in Deutschland 2010

Weiss schon jemand die Preise für Körnermais bzw.ab Feld Preise ?

Geschrieben von henning lutz am
halbsoschlau
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Was heißt denn hier " schon", aber die sind jeden Tag anders.
Habe ca 50 Prozent ex Ernte ,trocken ab Stadion für glatt 20 Euro verkauft. Das war vor ca 14 Tagen,,, aktuell wärens 17,50.

Wie läuft denn das mit ab Feld verkauf, habe schon gehört das geht nach ha in manchen Gegenden,, kann das sein??

Gruß

Spekulatius_Maximus
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12 Jahre 6 Monate

die Kurse am Getreidemarkt bröckeln ja nun... da werden sicher die wenigsten mit konkreten Kampagnen-Preisen raus rücken. Allenfalls "das was andere zahlen, können wir auch zahlen" oder Hinweise auf günstige Trocknungskosten wird man jetzt hören.

Habe im Sommer für Körnermais frei Lager auch schon mal 20 Euro geboten bekommen.

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Spekulatius_Maximus [#3]

Man hört hier in Südoldenburg jetzt Preise von 19 Euro frei Lager.
Wurden auch schon höhere Preise genannt.

Mfg

halbsoschlau
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12 Jahre 6 Monate

Gibt es neue Nachrichten????? oder warum drehten die Kurse am Freitag so stark noch oben????

Gruß

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 1 Monat

Fr, 08. Okt. 2010: ein bullischer USDA-Bericht – große Überraschung

Das haben selbst eingefleischte Pessimisten nicht erwartet. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium schätzt die US-Maiserträge statt auf 105 dt/ha nur noch auf 98,5 dt/ha. Die Prognosen führender Marktteilnehmern waren von rd. 101 dt/ha als untere Grenze ausgegangen. Gegenüber der Vormonatsschätzung im September wird die jetzige US-Maisernte um rd. 13 Mio. t und die US-Weizenernte um rd. 1 Mio. t niedriger veranschlagt. Bis auf wenige Verbesserungen in Argentinien sind alle übrigen Ernten im Wesentlichen gleich bis geringfügig rückläufig geschätzt worden.
Die Maispreise an der CME, Chicago notierten zu Börsenbeginn mit einem Limit-up, d.h. der höchstmöglich zulässigen Kurssteigerung an einem Börsentag. Die Weizen- und Sojakurse zogen mit.

An der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung voll im Handel befindlichen Pariser Börse Euronext löste der USDA-Bericht am Freitagnachmittag ein regelrechtes Feuerwerk der Weizen- und Maispreise aus. Auch Raps zog verhalten mit. Innerhalb einer Stunde stiegen die Notierungen um 19 € je t an, bröckelten jedoch anschließend gegen Börsenschluß auf durchschnittliche 14 €/t Zuwachs ab. Spannend wird die Frage nach dem weiteren Steigerungspotenzial in den nächsten Handelstagen an der Börse oder sollte es das schon gewesen sein?
Mit dieser Kursreaktion ist fast der gesamte Preisrückgang der letzten Wochen und Monate wieder kompensiert worden. Die bisher beruhigend wirkende Einschätzung, daß die hohen US-Ernten bei Weizen und Mais für eine weltweit ausreichende Durchschnittsversorgung beitragen würden, ist mit einem Schlage weggewischt worden.

Es dürfte nach dem Überraschungsschock des jüngsten USDA-Berichts noch ein paar Tage vergehen, bis sich das neue Kursniveau herauskristallisiert hat; dann ist der Drops gelutscht, befindet sich aber immer noch im Börsenmagen und neue Informationsnahrung wird gekaut und verhandelt. Es geht ständig weiter.

Wie stellt sich die neu eingeschätzte Marktlage für Getreide auf Weltebene jetzt dar?

• Der weltweite Getreideverbrauch steigt gegenüber dem Vorjahr um 35 Mio. t (+ 2 %) während die Erzeugung im laufenden Jahr um rd. 57 Mio. t (- 3 %) zurückgeht. Der Produktionsrückgang wurde vor allem durch Russlands Mißernte mit - 30 Mio. t, unterdurchschnittliche Ernten in der Ukraine mit -7 Mio. t, der EU-27 mit -16 Mio. t verursacht. Die Zuwächse in anderen Ländern können diese Fehlmengen bei weiten nicht ausgleichen. Die Konsumsteigerung stammt aus dem Nahrungs- und Futtermittelbereich sowie aus der Nachfrage nach Rohstoffen für die Bioenergiegewinnung.
• Die Vorratsbestände werden stark abgebaut. Das preisbestimmende Verhältnis von Endbestand zum Verbrauch („stock to use ratio“) sinkt auf 18,9 %, also deutlich unter die langjährige Durchschnittsmarke von gut 20 %.
• Während die Versorgungslage beim Weizen mit etwas über 26 % stock to use ratio noch vergleichsweise günstig ausfällt, befindet sich das Verhältnis von Endbestand zum Verbrauch mit 14,5 % beim übrigen Getreide in einem zugespitzten Knappheitszustand. Der rechnerische weltweite Vorrat an Getreide reicht nur noch für 69 Tage im Vergleich zum Jahre 2007/08 mit 59 Tagen und 2009/10 mit 99 Tagen.
• Ein sensibler Maßstab der Versorgungslage für die Preisfindung sind die „mobilen“ Vorratsbestände der bedeutenden Exportstaaten. Die Endbestände dieser Ländergruppe werden 2010/11 um ein Drittel geringer geschätzt als im Vorjahr und bewegen sich fast genau auf dem niedrigen Niveau des Hochpreisjahres 2007/08. Besonders starke Einbrüche werden für Russland, USA und der EU-27 zum Ende des Wirtschaftsjahres vorausberechnet.
• Direkt preistreibend waren in der Vergangenheit die Exportverbote Rußlands sowie die noch nicht abgeschlossenen Überlegungen der Ukraine die Exporte zu kontingentieren, auf jeden Fall von staatlicher Seite restriktiv zu behandeln. Diese Effekte sind bereits voll eingepreist und behalten ihre Wirkung.
• Während sich auf der nördlichen Erdhalbkugel die Getreideernten dem Ende nähern, stehen auf der südlichen Seite die im Jahre 2010/11 noch einzubringenden Ernten weitgehend auf dem Halm, bzw. sind gerade erst ausgesät worden. Die aktuelle Einschätzung geht von leicht überdurchschnittlichen Ergebnissen um die Jahreswende bzw. im Frühjahr 2011 aus. Bis dahin kann einiges passieren, denn das Wetterphänomen La Nina wird noch für einige Überraschungen gut sein. Die Anzeichen dafür sind im exportorientierten Westaustralien mit einer deutlichen trockenheitsbedingten Minderernte unübersehbar, während im ostaustralischen Anbaugebiet infolge starker Niederschläge überdurchschnittliche Ernten erwartet werden. Für Brasilien sind nach 1,5 Monaten Trockenheit wieder ausreichende Regenmengen gefallen und die weiteren Aussichten sind günstig. In Argentinien sind die Niederschlagsmengen wechselhaft gewesen, aber für die nächsten Wochen sind wieder Regenschauer in Aussicht gestellt worden. Die Höhe der Getreideernten auf der südlichen Erdhalbkugel wird ausschlaggebend für die weitere Markt- und Preisentwicklung auf dem Weltgetreidesektor sowohl für den Rest dieses Jahres als auch für das kommende Jahr 2011/12 sein.

Es dürfte aufschlußreich sein, mal einen vorsichtigen Blick auf die kommende Ernte 2011 bzw. das Wirtschaftsjahr 2011/12 zu werfen. Es werden folgende Rechenansätze unterstellt:

Aufgrund des hohen Preisniveaus solle die Erntefläche auf das bisher höchste Niveau von 540 Mio. ha ansteigen (obwohl für Russland aufgrund der Bestellungsschwierigkeiten einige Abstriche gemacht werden müßten). Es solle das bisher höchste Ertragsniveau in Höhe von 3,4 t/ha zugrunde gelegt werden.

Beim Verbrauch wird von einer durchschnittlichen Zuwachsrate der letzten 5 Jahre in Höhe von 32 Mio. t ausgegangen.

Ergebnisse der überschlägigen Vorausberechnung:
Zu erwartende Erntemenge 2011 (= 540 Mio. ha x 3,4 t/ha) => 1.836 Mio. t
Zu erwartender Verbrauch (1.787,5 Mio. t + 32 Mio. t) => 1.820 Mio. t
Mögliche Erhöhung der Endbestände auf ( 338 Mio. t + 16 Mio. t) => 354 Mio. t
Verhältnis von Endbestand zum Verbrauch (354 Mio. t / 1.820 Mio. t) => 19,45 %

Selbst unter der Annahme, daß im kommenden Jahr die bisher erzielten Rekordergebnisse hinsichtlich Anbau-/Erntefläche und Hektarerträge unterstellt werden, errechnet sich nur eine wenig verbesserte Versorgungslage. Für eine gewisse Entlastung könnte das hohe Preisnivau sorgen, das einerseits Anreize zur Anbauausdehnung auf Kosten anderer Früchte liefert und gleichzeitig den Verbrauch drosselt.

Geht man alternativ von 3 jährigen Durchschnittswerten aus (533 Mio. ha bzw. 3,33 t/ha) ist ein Ernteergebnis in Höhe von 1.775 Mio. t berechenbar. Wenn man einen konstanten Verbrauch von 1.787,5 Mio. t unterstellt, fehlen 12,5 Mio. t, die den Endbestand noch weiter verringern wird.

Eine grundlegende Verbesserung der weltweiten Versorgungslage auf dem Getreidemarkt kann nur mit einer erneuten Spitzenernte im Jahre 2011 erreicht werden.

Wie ist die Marktlage in der EU-27 einzuschätzen?

Das USDA schätzt die EU-Ernte 2010/11 auf knapp 275 Mio. t (Vorjahr 291 Mio. t). Der Verbrauch wird ebenfalls auf unveränderte 275 Mio. t eingestuft. Der Export soll sich auf 26,5 Mio. t (Vorjahr 25 Mio. t) einpendeln, während der Import von 8,6 auf 10,4 Mio. t ansteigen wird. Die EU-27 bleibt also Nettoexporteur und ist aufgrund des weitgehenden Ausfalls der Ausfuhren aus dem Schwarzmeergebiet bei günstigen Transportkosten in der Lage, die Mittelmeer-Importgebiete zu beliefern. Der in der Zwischenzeit spürbar angezogene Eurokurs macht das Exportgeschäft jedoch nicht mehr ganz so einfach.

Die Überhangbestände in der EU-27 werden von rd. 38 Mio. t auf 21,5 Mio. t kräftig abgebaut. Das ist seit Jahrzehnten das niedrigste Vorratsniveau der EU. Selbst in den beiden Krisenjahren 2003/04 und 2007/08 lag die EU-27 bei einem Endbestand um 25 Mio. t. Sollte sich diese Vorausberechnung bestätigen, wird die Anschlußversorgung an das kommende Jahr sowie das Pufferungsvermögen für das Folgejahr sehr knapp ausfallen. Das spricht für ein länger anhaltendes hohes Preisniveau, insbesondere vor dem Hintergrund, daß die Versorgungslage weltweit unterdurchschnittlich ausgestaltet ist und möglicherweise länger anhalten wird.

Fazit:

Die Unsicherheit über eine ausreichende Versorgungslage auf dem Getreidemarkt ist wieder größer geworden. Weitere Preisturbulenzen sind nicht auszuschließen. Der jüngste USDA-Bericht zeigt, welches Risikopotenzial trotz vorangeschrittener Ernte immer noch in den Ernteschätzungen steckt. Trotz Rekordernten in einzelnen Ländern machen sich die fehlenden Ausfuhrmengen für die dringend notwendige Importware im Preis deutlich bemerkbar.
Die Endbestände 2010/11 werden auf ein unterdurchschnittlich niedriges Niveau absinken. Geringere Vorräte verringern die Versorgungssicherheit für das Folgejahr.
Überschlägige Berechnungsalternativen ergeben für das Wirtschaftsjahr 2011/12 nur dann eine wesentliche Verbesserung der Versorgungslage, wenn ein neues Rekordergebnis der weltweiten Ernte 2011/12 eingebracht wird.
Angesichts der relativen Knappheit reagieren die Preise überempfindlich scharf auf jede abweichende Information zum Angebots-Nachfrage-Verhältnis. Die Preissensibilität dürfte auch für die Folgezeit bis weit ins nächste Jahr hin anhalten.

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ halbsoschlau [#5]

ich könnte mir vorstellen, dass das ungelöste Abwertungsrennen der verschiedenen nationalen Notenbanken daran Schuld ist, dass alle Rohstoffe sehr gefragt sind. Dort ist das Problem erkannt, aber leider nicht ansatzweise gelöst worden!

Naja, ich frage mich schon lange, wie es möglich ist, dass die Inflationsrate trotz des stark gestiegenen Geldvolumens so niedrig bleiben konnte...

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