Mais: Rekordproduktion an Bioethanol treibt die Maispreise
USA: Mehr Mais für Ethanol benötigt - Rekordmenge nachgefragt
Agrarheute.com / AgE / dlz agrarmagazin, Washington (20.09.10) - In den USA sorgt derzeit die gute Nachfrage der Ethanolindustrie nach Körnermais zusätzlich für steigende Maispreise.
Laut Angaben des US-Verbandes für Erneuerbare Treibstoffe (RFA) wurde im Juni die Rekordmenge von fast umgrechnet 4,26 Milliarden Liter Bioethanol nachgefragt. Die Produktion belief sich in diesem Monat auf 4,09 Milliarden Liter.
Insgesamt wurden in der ersten Jahreshälfte in den USA 24,25 Milliarden Liter des Biokraftstoffs hergestellt. Das waren 28 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009, berichtet Nachrichtendienst Agra Europe. Bezogen auf das Gesamtjahr könnte die Produktion nach Schätzung von Experten um mehr als ein Fünftel auf fast 48,83 Milliarden Liter steigen.
Höhere Ethanolpreise
Zugute kommt der Branche gegenwärtig die äußerst kräftige Erholung der Ethanolpreise in diesem Sommer. So zog der in Chicago gehandelte Agraralkohol zur Abrechung im Oktober nach seinem Ende Juni 2010 markierten Tief von 0,30 Euro/l bis auf 0,42 Euro/l (plus 40 Prozent) am vergangenen Donnerstag an. Die Ethanolhersteller würden noch immer Geld verdienen, so ein Branchenkenner.
Bislang ging die Rechnung für die US-Biospriterzeuger in diesem Jahr offensichtlich auf, denn die steigenden Rohstoffkosten aufgrund der höheren Maispreise wurden auf der Erlösseite durch den kräftigen Anstieg der Ethanolpreise ausgeglichen.
Maisbilanz bleibt eng
Der vordere Dezember-Maiskontrakt durchbrach am frühen, vergangenen Freitagmorgen in Chicago die Marke von 153 Euro/t (5 $/bu). So hoch hatte der meist gehandelte Maisfuture zuletzt vor etwa zwei Jahren notiert. Damit legte dieser Future seit dem - wie bei Ethanol - Ende Juni verzeichneten Kontrakttief von 106 Euro/t (3,44 $/bu) um 45 Prozent zu. Noch recht unklar ist, wie sich die Maisnachfrage bei anhaltend hohen Preisen weiter entwickeln wird. Die Washingtoner Fachleute rechnen für das Vermarktungsjahr 2010/11 mit einer Verfütterung von 133,4 Millionen Tonnen Mais; das wären rund sieben Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr.
Hingegen soll die Nachfrage der Bioethanolhersteller weiter deutlich steigen, und zwar um gut vier Millionen auf 119,4 Millionen Tonnen. In den Export sollen 53,3 Millionen Tonnen Mais fließen, drei Millionen Tonnen mehr als 2009/10.
(Quelle: http://www.agrarheute.com/usa-mais-ethanol-benoetigt)
Umstrittener Klimahelfer - So treibt der Biosprit die Rohstoffpreise
Von Barbara Schäder
Financial Times Deutschland, FTD, Frankfurt (19.01.11) - Mais ist so teuer wie zur Zeit der Lebensmittelkrise 2008. Auch die Preise von Zucker und Weizen steigen. Ein Grund dafür ist der steigende Verbrauch von Pflanzenkraftstoffen. Dazu trägt auch die Einführung des neuen E-10-Benzins an deutschen Tankstellen bei.
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Ein Zehntel der weltweiten Getreideernte wandert in den Tank
Derzeit wandert laut der im Juni veröffentlichten Expertise knapp ein Zehntel der weltweiten Getreideernte in den Tank. Bis 2019 wird dieser Anteil nach Einschätzung von OECD und FAO auf 13 Prozent steigen. Noch sehr viel größer ist der Einfluss der Ethanolproduktion auf den Zuckermarkt: Schon in den Jahren 2007 bis 2009 wurde ein Fünftel der weltweiten Zuckerernte zu Biosprit verarbeitet, 2019 wird es voraussichtlich ein Drittel sein.
Ethanol wird bislang vor allem in den USA und Brasilien getankt, auf diese beiden Staaten entfielen 2010 fast 80 Prozent des weltweiten Verbrauchs. Die Europäer setzten bislang vor allem auf Biodiesel, das überwigened aus Pflanzenfetten wie Raps-, Soja- und Palmöl hergestellt wird. Knapp ein Zehntel der weltweiten Produktion wird derzeit für Biodiesel aufgewandt, bis 2019 dürfte dieser Anteil auf 16 Prozent steigen.
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(Beitrag komplett lesen: http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/rohstoffe/:umstrittener-klimahelfer-so-treibt-der-biosprit-die-rohstoffpreise/50216774.html)
Neuer Rekordpreis für Mais
AFP, New York (08.04.11) — Mais kostet auf dem Weltmarkt so viel wie noch nie zuvor. An der Rohstoffbörse in Chicago mussten für ein Scheffel (rund 25 Kilogramm) Mais am Donnerstag 7,72 Dollar (5,39 Euro) gezahlt werden. Mit einem Preis von mehr als 300 Dollar pro Tonne übertraf der Getreidepreis die Rekordmarke vom Juli 2008. Die Nachfrage nach dem Getreide nimmt immer weiter zu, weil es nicht nur zur Versorgung von Mensch und Tier benötigt wird, sondern zunehmend auch zur Herstellung von Biotreibstoff - vor allem, seit das US-Agrarministerium Ende März in einem Bericht auf die extrem knappen Mais-Vorräte des eigentlich größten Mais-Exporteurs der Welt hingewiesen hatte.
Die Mais-Ernte in den USA war im vergangenen Jahr enttäuschend ausgefallen, während die Nachfrage wegen der Erholung der Weltwirtschaft wieder anstieg. Gleichzeitig litt Russland als einer der wichtigsten Getreidelieferanten unter Dürre und Waldbränden. Auch der Anstieg des Ölpreises wirkte sich auf den Maispreis aus: 40 Prozent der US-Maisproduktion wird für die Herstellung von Bio-Sprit für US-Tankstellen genutzt. Obwohl teurer als normaler Kraftstoff, bleibt Bioethanol wegen der Unruhen in arabischen Ländern als Autokraftstoff interessant.
Der Chef des weltgrößten Lebensmittelkonzerns Nestlé, Paul Bulcke, warnte in einem Interview mit dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) angesichts der steigenden Rohstoffpreise vor zu hochgesteckten Zielen bei der Herstellung von Biosprit. "Wenn tatsächlich zehn Prozent des Rohöls durch Biosprit ersetzt werden sollen, müssten wir die Agrarproduktion verdreifachen. Das geht nicht", sagte Bulcke.
Neben den Energiekosten sind die hohen Lebensmittelpreise derzeit ein Hauptgrund für die hohe Inflation. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bewegt sich der Lebensmittel-Preisindex derzeit auf historischen Höchstständen. Laut einer Studie im Auftrag der deutschen Welthungerhilfe haben Finanzspekulationen auf Getreide einen erheblichen Anteil an der Verteuerung von Grundnahrungsmitteln.
(Quelle: http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iVkY7XWmVodwc-gzvNRJfhezM7WQ?docId=TX-PAR-GJT72 )