Richard Ebert
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Mais / Weizen / Fleisch: Leben von der Hand in den Mund ?

Mais und Weizen: Wann lebt die Welt von der Hand in den Mund?

Von Dr. Bernd Heim

gevestor.de (28.01.10) - In der Landwirtschaft bahnt sich eine gefährliche Entwicklung an, die dazu führen kann, dass schon in wenigen Jahren die Lagerbestände für Mais und Weizen so niedrig sind, dass die Welt quasi von der Hand in den Mund lebt. Die Gefahr, die damit verbunden ist, liegt auf der Hand: Missernten können dann nicht mehr durch vorhandene Lagerbestände ausgeglichen werden. Damit wächst die Gefahr von Versorgungskrisen und sozialen Unruhen.

Weiter steigende Preise für Ackerland sind in den meisten Ländern schon heute praktisch vorprogrammiert, denn die für die landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung stehende Fläche ist begrenzt. Sie kann nicht nur nicht vermehrt werden, sondern ist vielmehr auch noch stark rückläufig, denn pro Jahr gehen nach einer Schätzung der Welternährungsorganisation (FAO) etwa 0,5% der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche verloren. Das entspricht immerhin einer Fläche, die größer ist als die Schweiz.

Doch damit nicht genug: Die Weltbevölkerung nimmt jährlich um etwa 80 Mio. Menschen zu. Was folgt ist eine einfache mathematische Rechnung. Die pro Kopf der Weltbevölkerung für den Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung stehende Fläche nimmt bereits seit Jahren ab und wird weiter dramatisch abnehmen. Standen im Jahr 1960 pro Kopf noch 0,45 Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche zur Verfügung werden es im Jahr 2020 nur noch 0,21 Hektar sein. Damit hätte sich die Fläche pro Kopf in nur 60 Jahren glatt halbiert.

Erhöhter Fleischkonsum vergrößert die Misere

Veränderte Eß- und Lebensgewohnheiten verstärken den absehbaren Mangel noch, denn die Menschen essen immer mehr Fleisch. Der Fleischkonsum pro Kopf der Weltbevölkerung lag 1960 noch bei unter 0,6 Kg pro Jahr. Bis 2015 wird er auf über 50 Kg pro Kopf angewachsen sein. Besonders in den letzten Jahrzehnten hat sich die Entwicklung verschärft. 1985 verzehrte die Weltbevölkerung 150 Mio. Tonnen Fleisch, 2005 waren es bereits 225 Mio. Tonnen und bis 2015 könnte der Verbrauch auf 280 Mio. Tonnen anwachsen. Das entspricht einem Zuwachs von 25% bis 30% alle zehn Jahre.

Zum Füttern des Schlachtviehs wird Getreide eingesetzt. Wenn Sie nun berücksichtigen, dass in sieben der letzten neun Jahre der Getreideverbrauch höher war als die Getreideernte, dann wird schnell klar, dass in diesem Jahrzehnt ein massiver Lagerabbau zu beobachten war. Die Menschheit läuft somit auf ein Krisenszenario zu, denn die einzelnen Trends verstärken sich in ihrer Wirkung: Pro Kopf der ständig weiter anwachsenden Bevölkerung steht immer weniger Fläche zur Verfügung und auf der schrumpfenden Fläche muss zudem immer mehr Getreide für die Viehzucht angebaut werden.

Will sich die Menschheit in Hungerkatastrophen nicht selber dezimieren, sind also dringend Schritte geboten, die zu einer effizienteren Landwirtschaft und damit zu mehr Ertrag pro Hektar führen. Wie diese aussehen könnten, möchte ich Ihnen morgen vorstellen.

(Quelle: http://www.gevestor.de)

Geschrieben von Richard Ebert am
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