Richard Ebert
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12 Jahre 6 Monate

Mais: Wird 2010 zum Boomjahr ?

Wird 2010 zum Boomjahr für Mais?

Financial.de / awp (01.12.09) - An den internationalen Rohstoffmärkten profitieren in diesen Tagen die Agrarprodukte Mais, Weizen und Sojabohnen von einem verstärkten Kaufinteresse. Namentlich Mais steht angesichts eines in Aussicht gestellten zunehmenden Bedarfs der Hersteller von Treibstoff in der Gunst der Käufer. Preiserhöhungen dürften den Maismarkt bis weit ins nächste Jahr hinein bestimmen.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.financial.de/rohstoffe/rohstoffmarkt-aktuell/2009/12/01/rohstoffe-extra-wird-2010-zum-boomjahr-fur-mais/)

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
scorpion260
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12 Jahre 6 Monate

Ich hoffe, die Preise für Agrarrohstoffe werden in 2010 weiter stark steigen, damit sich der Preis und die Nachfragemenge für Kalidünger weiter erholt.

peterg
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12 Jahre 6 Monate

Heute Nachmittag kamen die Schätzungen der US-Agrarproduktion der Firma Informa heraus.
Daraufhin kam es zu einem deutlichen Kursanstieg bei Mais.
Informa gibt an, dass sie erwartet, dass die USDA nächste Woche den Ertrag auf 164,8 Bu/ac. (13349 bil Bu) festsetzen wird.
Niedriger als die USDA vor einem Monat (165 Bu/ac).

(Informa schätzt den endgültigen Ertrag bei Mais aber jetzt auf 158,5 Bu/ac. Die endgültige Produktion wird auf 13 bil Bu. geschätzt. Das würde dann ein Unterschreiten der magischen Stock/Use-Rate von 10% bedeuten.)

Anbei die Produktions-Schätzungen (in billion Bushels)

Informa Allendale FCStone Linn Group USDA (letzte Schätz.) 13349 13147 13195 13106 13365

Mich würde die Meinung der "Grünsternchen" zu diesen Schätzungen interessieren.
Sind derartige Abstufungen üblich ?
Vielleicht kann Bre etwas dazu sagen ?

Nachtrag:
Das habe ich gerade bei DTN gefunden:

"Informa told its clients the final 13.0 b bu production is based on "field count and weather model indications" that point to yield prospects near 158.5 bpa and their ongoing acreage research points to a 1 million bu increase in planted/harvested acreage. More fuel for the fire."

Alles für mich ein bißchen verwirrend.
Mal sehen wie es am Dienstag weiter geht.

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 1 Monat

@peterq

Schätzungen privater und staatlicher Institutionen sind hinsichtlich ihrer absoluten Höhe direkt sinnvollerweise nicht vergleichbar, weil unterschiedliche Erfassungs- und Bilanzierungsmethoden verwendet werden. Der Aussagewert steigt jedoch, wenn man die Veränderungen zur vorhergehenden Schätzung der gleichen Einrichtung im Vergleichswege unter die Lupe nimmt. Dabei schälen sich im Zeitablauf verschiedene Grundmuster der Schätzer heraus. Vom USDA-Report ist bekannt, daß systembedingt die Ergebnisse immer etwas „träge“ sind, d.h. aktuelle Informationen erst mit gewissen Zeitverzug in das Schätzsystem eingebaut werden und längere Zeit mit Durchschnitts- und Trendwerten gearbeitet wird, bevor man aus den umfassenden Umfrageergebnissen etwas „zuverlässigeres“ empirisches Datenmaterial gewonnen hat. Das USDA mit seinem weltumfassenden Ansatz legt Wert auf ein in sich geschlossenes „widerspruchsfreies“ Bilanzierungsmodell, mit einer Reihe von Plausibiliserungsläufen und Korrekturfaktoren.

Im Gegensatz zu den etwas „konservativen“ USDA-Schätzungen legen private Prognoseinstitute Wert auf höchst aktuell erscheinende Voraussagen, die allerjüngste Meldungen bereits eingespeist haben. Einige von ihnen begrenzen sich nur auf Schwerpunktberichte, damit der Erfassungsapparat finanziell überschaubar bleibt.

Eine hohe Priorität für die Aktualität kann bei Ernteschätzungen leicht in die Irre führen, denn frühe Druschergebnisse stammen häufig von Grenzstandorten, deren Erträge unterdurchschnittlich ausfallen. Da diese Standorte von Jahr zu Jahr nicht konstant bleiben, sind zuverlässige Vergleichsdaten als Stichproben - ohne strukturelle Effekte ausschließen zu können - kaum in der notwendigen Exaktheit verfügbar.
In diesem Jahr 2010 sind die Verhältnisse für die US-Maisproduktion grundverschieden - nicht allein zum krassen Vorjahr sondern auch im langfristigen Vergleich. Mit rund einem Monat Vorsprung gegenüber langjährigen Mittelwerten kam der Mais in die Erde. Die wöchentlichen Crop reports versprachen zu Beginn einen noch nie dagewesenen günstigen Verlauf, der zwar im Laufe der Vegetationsperiode an Vorsprung verlor, aber immer noch über dem Durchschnitt liegt. Der gegenwärtige Saatenstand wird immer noch zu 70 % mit good/excellent beurteilt. Die Zahlen liegen leicht über Vorjahr, das zu dem Zeitpunkt noch als Rekordjahr angesehen wurde, bevor alles anders kam.

Die diesjährige Ernte hat einen Reifevorsprung von 10 % gegenüber früheren Jahren. Das könnte ein wesentlicher Grund dafür werden, daß statt 91 % der Anbaufläche in diesem Jahr genug Zeit besteht, in die Richtung von 100% der Anbaufläche zu ernten. Eine lange günstige Vegetationsperiode bedeutet bei Mais im Regelfall auch hohe Ertragsausbildung. Beides zusammen kann am Ende zu der erwarteten Rekordernte führen.

Dem steht gegenüber, daß die ersten Druschergebnisse im US-Delta ungewöhnlich niedrige bu/ac gebracht haben. Die Begründungen dafür sind eher vage. Möglicherweise könnten die ersten Ertragsangaben tatsächlich eine Signalwirkung liefern, daß die Kolben- und Kornausbildung in den großen Flächenbeständen möglicherweise doch nicht so rekordverdächtig ausgefallen ist.

Die nächsten 2 bis 3 Wochen durchlaufen noch einmal eine kritische Phase, denn es ist nicht ungewöhnlich, daß zu dieser Zeit die ersten Frühfröste auftreten, die die Kornfüllung beeinträchtigen bzw. ganz abbrechen. Dann könnte es am Flächenertrag fehlen. Andererseits sind die Wettermodelle nicht hinreichend genau, auch einen richtig schönen „Indian summer“, auszuschließen.

Informa Economics Schätzungen finden zwar Beachtung, aber selten von ausschlaggebender Bedeutung. Der USDA-Report am 12. Sep. wird - bei allen Vorbehalten - seine Wirkung auf dem Markt nicht verfehlen. Es wäre nicht das 1. Mal, daß mit Überraschungen aufgewartet wird.

Ob ein Boom-Jahr beim Mais ansteht, bleibt noch völlig offen. Schließlich ist die Fokussierung auf die US-Maisernte zwar nicht völlig sachwidrig, schließlich stellt sie mit fast 40 % der Weltmaisernte einen erheblichen Faktor dar, aber in diesem Jahr 2010 ist die weltweite Versorgungslage als eng und angespannt zu bezeichnen mit der Folge, daß sonst als vernachlässigbar angesehene Einflußfaktoren erheblich an Gewicht gewinnen können. Wenn schon eine Importladung von 20.000 t Brotweizen eines deutschen Müllers aus den USA Thema für Börsengespräche ist, mag man sich angesichts der Mio. t Schätzdifferenzen fragen, was sonst noch Bedeutung erlangen wird in diesem Jahr.

Da gibt eine ganze Reihe offener Einschätzungen. Was macht La Nina in Argentinien und Brasilien sowie im westlichen Teil Australiens, Länder mit hohen Exportanteilen, die um bzw. nach der Jahreswende für die Anschlußversorgung zuständig sind. Schaffen es die russischen Farmer im verbleibenden knappen Zeitfenster die Wintersaat in den Boden zu bringen oder muß mit einem geschätzten Ausfall von über 30 % gerechnet werden? Sommersaaten bringen nur halbe Erträge. Wie fallen die politischen Entscheidungen in China bezüglich der Getreideimporte aus? Die Erfahrungen von vor 15 Jahren mahnen zur Vorsicht vor zu großen Optimismus, wenngleich die Situation heute anders ist (Bevölkerungszahl, Einkommen). Wenn China einführt, dann können marktrelevante Mengen zustande kommen, wie das Beispiel Soja (58 % des weltweiten Sojabohnenhandels mit jährlichen Steigerungsraten von 5 bis 10 Mio. t) zeigt.

Last not least: Welche Entwicklungen nehmen der Dollar/Eurokurs bzw. die Rohölpreise (Stichworte: Mais=>Bioethanol) in den kommenden Monaten tatsächlich?

2010/11: ein Boom-Jahr? Jedenfalls ein spannendes Jahr

MFg
Bre

Gast

@ Bre [#4]

Vielen Dank für diese ausführliche Einschätzung.

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ich habe Wheat und Corn in meine Liste der Standartgeschäfte aufgenommen und möchte mich hier, speziel bei ladowa, peterg und den grünen Sternschen bedanken. Auch ohne goldenen Stern seit ihr Top in diesem Forum. Vielleicht etwas zu speziell für die anderen.

Gast

@ tantan [#6]

Danke für die Blumen :-).

Na hoffentlich bleibt da noch für mich ein bisschen übrig, wenn Du jetzt auch bei den Grains unterwegs bist. :-)
Hab vor 3 Jahren oft als MM agiert bei den Getreidespreads, aber leider haben sich seitdem die B/A-Spreads sehr verringert, sodass zusätzliche Kursbewegungen erforderlich sind, um mit Gewinn die Position schließen zu können. Das Risiko ist nun somit größer und es ist wesentlich schwieriger und ziemlich selten möglich, Gewinne rauszuholen.

Gute Entscheidung, dass Du anscheinend die Beans nicht dazugenommen hast. Die Spreadkurse der Sojabohnen sind wesentlich aggressiver und gefährlicher, da habe ich mir früher ordentlich die Finger verbrannt.

Profile picture for user SPOMI
SPOMI
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Die Qualität in diesem Teil des Forums -Getreide, spreads- ist sehr hoch. wirklich informativ. auch meinen Dank an die "Beitragstäter". vielleicht gesellt sich auch MYRRDIN in diesen Teil des Forums. er war früher in spreads sehr aktiv, so meine Erinnerung.

Grüsse und Schönen Sonntag SPOMI

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ SPOMI [#8]

Für den Getreidehandel gibt es die

http://www.getreideseiten.de

mit noch viel mehr Informationen, Diskussionen, Kursen und Charts. Die Getreideseiten, die laufend erweitert werden, sind kostenfrei bis zur Aufnahme des Weizen Terminhandels an einer deutschen Terminbörse, mindestens jedoch bis Ende Juni kommenden Jahres.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bre [#4]

Vielen Dank für Deine Einschätzung.

Die Kurse in der letzten Woche wurden besonders durch die Schätzungen niedrigerer Erträge unter anderem am Freitag durch Informa getrieben.

Eine Sache fiel mir heute auf:
Ende März planten laut USDA amerikanische Farmer auf 88,8 Mio acres Mais anzupflanzen
Ende Juni gab es dann einen rapiden Preisverfall als die USDA im Pflanzbericht nur über 87,9 Mio acres Maisanpflanzungen berichtete.
Normalerweise ist die USDA im Planting-Intentions Report immer sehr zurückhaltend und erhöht meist die Zahlen im Juni-Bericht.
Heuer hat sich die USDA komplett konträr verhalten.
Das folgende Diagramm stammt von Allendale:
Bild entfernt.

Was die COT-Zahlen betrifft, so sehen die Commercials die Mais benötigen bislang immer noch keinerlei Veranlassung Mais über den Terminmarkt einzukaufen, bzw. sich abzusichern! Das läßt normalerweise eigentlich eher auf eine gute Ernte schließen.
Siehe: Bestand an Longkontrakten der Producer = dünne, gelbe Linie im Diagramm.
Bild entfernt.

Zweifellos ist die treibende Kraft hinter dem Kursanstieg bei Mais ein großes Long-Engagement der Managed Money-Fonds.
95% aller Kontrakte, welche die MM-Fonds halten sind nun Longkontrakte.
Ein sehr hoher Anteil.
Bild entfernt.

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Vielleicht ist es wieder mal interessant auf den aktuellen COT-Bericht hinzuweisen:
Der letzten Anstieg bei US-Mais wurde NICHT mehr von den spekulativen Fonds getragen, sondern vielmehr von den Commercials.

Bei den Netto-Positionen ist das nicht gut zu erkennen.
Man sieht in diesem Diagramm nur, dass mit dem letzten Kursanstieg (Kurs=schwarzer Chart und rechte Achse in Cent) der Kontraktbestand (OI=blaue Charts) nochmals deutlich stieg.
Bild entfernt.

Deutlicher sieht man die Entwicklung, wenn man sich den Bestand an Long- und Shortkontrakten der Commercials und der Managed Money-Fonds aufdröselt.
(Commercial short=gelb dicker Chart, Commercial long=gelb dünner Chart, MM long=rot dicker Chart, MM short=rot dünner Chart).
Man sieht hier recht schön, dass der letzte Anstieg im Kurs und Kontraktbestand vor allem aufgrund einer massiven Erhöhung der Long- und Short-Kontrakte der Commercials zustande kam.
Die MM-Fonds spielten hier keine Rolle mehr.
Bild entfernt.

Es scheint so, als ob die MM-Fonds am Limit ihrer "Long-Kapazitäten" wären. Gegenwärtig sind 97,3% der von Ihnen gehaltenen Kontrakte Longkontrakte. Ein historischer Extremwert.
Bild entfernt.

Das muss jetzt natürlich nicht heißen, dass morgen Mais einbricht.
Aber es könnte eine "Umverteilung" von den Fonds zu den Commercials die Long-Kontrakte kaufen beginnen.
Äußern würde sich das in einem Rückgang des Kontraktbestandes.
Und ob es dann noch zu weiteren Kursgewinnen kommt ?
Wir werden sehen.

papatric
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ peterg [#10]

Moin,
Ich hätte einmal die generelle Frage, was die oberste Grafik im Ausgangs-Post genau aussagt.
Ich bin im 13. Jahrgang und meine Lehrerin gab mir diese Grafik und nun soll ich diese beschreiben, was sie genau aussagt und die Gründe für die Steigerung bzw Senkung der Mais-preise herausarbeiten, jedoch werd ich aus der Grafik nicht schlüssig, was diese nun genau aussagt und was die Gründe für die verschiedenen Stufen des Anstiegs, bzw Abstiegs sind.
Könnten Sie mir da behilflich sein?
Ich interessiere mich sehr für das Thema.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ papatric [#12]

"Ich hätte einmal die generelle Frage, was die oberste Grafik im Ausgangs-Post genau aussagt."

Welche Grafik meinst Du ?
Die vom Beitrag #1 oder die erste Grafik vom Beitrag #11 ?

papatric
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ peterg

Damit meine ich die Grafik aus dem Beitrag #1 von Richard Ebert.

Wäre klasse wenn Sie mir diese genauer erläutern könnten plus die dazugehörigen Gründes des Anstiegs bzw Falls der Kurve.

lg

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ papatric [#14]
Bekommt peterg dann auch die gute Note? ;)

Profile picture for user zorrie
zorrie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ papatric [#12]
... meine Lehrerin gab mir diese Grafik und nun soll ich diese beschreiben, was sie genau aussagt und die Gründe für die Steigerung bzw Senkung der Mais-preise herausarbeiten ...

Wer hat's erfunden? Wer soll's beschreiben?
Hier Hilfen für Sie, das Durchlesen sollte schlauer machen:

http://www.faz.net/s/Rub58BA8E456DE64F1890E34F4803239F4D/Doc~E7BDC8337D1754F2683B18815B696A3E2~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

http://www.rohstoff-report.de/tl_files/rr/downloads/2010/RohstoffReport_Nr1610.pdf
(Die Gründe für Preisveränderungen sind für Weizen und Mais sehr ähnlich)

Viel Erfolg!

papatric
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ gautama2

guter witz^^

@ zorrie

ja ich weiss, dass ICH es natürlich selbstständich erarbeiten soll, jedoch hätte ich gerne von peterg genau zu jener Grafik ein paar Starthilfen, da diese für mich 3 verschiedene Kurven aufweist, und die Zahlen der x-und y-Achse für mich ebenfalls rätselhaft sind.

Der Rohstoff-Report ist auf jeden Fall hilfreich, dafür bedanke ich mich auch sehr.
Nur habe ich die Grafik von Richard Ebert zu verwenden und trotz des Repots wird mir diese nicht klar verständlich.
Entschuldigt bitte mein Unwissen, aber dieses Thema behandeln wir erst seit 1 - 2 Stunden im Unterricht.

lg Patrick

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ papatric [#17]

Bitte melden Sie sich auf http://www.chartbuch.de an und lesen Sie dort die gründliche Einführung in die Charts. Auch das Forum auf Chartbuch.de lohnt sich.

Wenn Sie sich innerhalb von 30 Tagen wieder abmelden, kostet das nichts und Sie können in dieser Zeit alle Grafiken verwenden wann und wo Sie möchten, gerne auch als Ausdrucke für Ihre Arbeiten.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ papatric [#17]

Verfolgen Sie den Rat von Richard Ebert.

Ansonsten sind wir gerne bereit weiter bei Fragen behilflich zu sein.

Mich würde interessieren wo sowas gelehrt wird.

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ papatric [#17]

Ist das nun eine sehr schwere Aufgabe oder eine leicht? Geht es um die Ursache von Preisveränderung oder um den Aufbau von Charts und der visuellen Darstellung von Daten. Die X und Y-Achsen zeigen Wert und Zeit. Ganz unten sind Umsätze und Offenes Interesse. Im darüber liegenden Preischart sind zwei gleitende Durchschnitte eingezeichnet.

Ganz allgemein ändern sich Kurse durch ein Wechselspiel von Angebot und Nachfrage so wie dem Erwartungswert und Angst und Gier. Die COT-Daten versuchen aufzuschlüsseln welcher Grund gerade kursbestimmend ist.

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Wenn man sich die Mühe macht, selbst Daten zu sammeln und zu analysieren erhält man gelegentlich interessante Informationen,
die nicht ganz zu den Analysen der "Großmeister" passen.
aus:
http://www.pfgbest.com/services/research/blogs/grain-report.asp

"After funds took measurable profits out of the market from last weeks high into this past Tuesdays low as we predicted. You know how the third week of the month is, it's a charm for funds. The last four months saw funds buy the grains into the monthly USDA crop report that comes out the second week of each month. This then brings on profit-taking into the third week."

Tim Hannagan bezieht sich hier auf Mais.

Anbei die aktuellen Long/Short-Positionen der Commercials (gelb) und MM-Fonds (rot).
Wiederum gilt wie oben: Commercial short=gelb dicker Chart, Commercial long=gelb dünner Chart, MM long=rot dicker Chart, MM short=rot dünner Chart.
Bild entfernt.
Also "messbare Gewinnmitnahmen" kann ich jetzt beim besten Willen hier nicht interpretieren.
Vielmehr setzt sich der saisonal-typische Ablauf fort: Die Commercials decken sich zur Erntezeit weiter (Long) ein. Der mäßige Anstieg des Kontraktbestandes geht wiederum auf das Konto der Commercials

Anders sieht das Ganze übrigens momentan beim Chicago-Weizen aus. Hier haben die MM-Fonds in den letzten Wochen konsequent ihre Longpositionen reduziert bzw. abgesichert. D. h. Es kam zu einer Umschichtung: Fonds verkauften ihre Kontrakte an die Commercial, welche seit ca. Juli deutlich ihren Bestand an Long-Kontrakten erhöhten.
Ist ja eigentlich auch klar, die MM-Fonds können ihre riesigen Long-Bestände nicht von heute auf morgen auf den Markt werfen ohne einen massiven Kurseinbruch zu riskieren, sondern müssen warten bis Käufer (sprich: Commercials zur Erntezeit) in den Markt eintreten.
Beachte hierzu auch, dass sich der Kontraktbestand bei Chicago-Weizen ohne Spreads (=hellblauer Chart) seit etwa Mitte des Jahres seitwärts bewegt.
Diese Art der Saisonalität scheint wohl zunehmend an Bedeutung zu gewinnen.
Bild entfernt.

Bild entfernt.

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ SPOMI [#8]

Danke für die Blumen.

Habe einige Monate mit dem Traden pausiert und mich anderen Themen gewidmet. Nachdem ich den Handel wieder aufgenommen habe, bin ich auch gerne wieder im Forum aktiv.

Stimmt, ein Schwerpunkt meiner Aktivitäten sind Spreads.

Mit besten Grüßen aus Österreich, Myrrdin

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Nachfolgend einige Informationen zu den aktuellen COT-Daten (Disaggregated Futures und Options) über Mais:

-Der weiterhin stetige Anstieg des Kontraktbestandes (blaue Linie im nachfolgenden Chart) wird nicht mehr durch die Fonds getragen sondern von den Commercials.
-Die Commercials haben in den letzten Wochen ihre short, als auch vor allem ihre long Positionen deutlich erhöht (gelbe Linien).
-Die MM-Fonds haben netto ihre long Positionen leicht reduziert (siehe rote Linien im Chart).
Der erste Chart zeigt die Nettopositionen und schwarz den Kursverlauf von Mais.
Bild entfernt.

-Die SWAP-Dealer haben ihre Netto-Positionen in den letzten Wochen deutlich reduziert (grüne Linien).
-Die SWAP-Dealer halten für ihre Verhältnisse, atypisch hohe Shortpositionen !
Gegenwärtig werden von den SWAP-Dealern 43778 Short-Kontrakte gehalten. Bislang lag das Minimum hier bei -32761 am 26.8.2008. Beachte Kurse in dieser Zeit.
Der zweite Chart zeigt die Long/Short-Positionen und schwarz den Kursverlauf von Mais
Bild entfernt.

-Die Kaufdynamik der Managed Money Fonds (COT-Movement-Index) hat seit September stetig nachgelassen. Der COT-Movement-Index auf 6-Wochenbasis läuft ins Negative.
Der dritte Chart zeigt den sogenannten COT-Movement-Index der Managed Money Fonds !!!(=COT-Index-Differenz im 6-Wochen-Intervall) und schwarz den Kursverlauf von Mais
Bild entfernt.

Die gegenwärtigen, fundamentalen Aspekte erscheinen momentan in den Kursen eingepreist.
Der Export in den USA scheint gegenwärtig (ähnlich bei Weizen) nicht so hoch wie erwartet, China hält sich bei Mais zurück.
Die Zahlen für den zukünftig erwarteten Export- und Futtermittelverbrauch könnten im kommenden USDA-Bericht nächste Woche angepasst werden, zumal die USDA nach ihrem letzten Bericht wohl auch psychologisch etwas unter Druck steht.
Vielleicht sollte man sich mit einem Long-Engagement bei Mais momentan etwas zurück halten.

Myrrdin
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Der heutige USDA-Report war für Mais bearish gegenüber den Erwartungen. Dennoch sind die Preise - nach einem kurzen Rückgang - gestiegen. Ein bullishes Zeichen.

Habe CN11 700 Put-Optionen verkauft - 700 wird der Maispreis bis Ende Juni meines Erachtens nicht mehr sehen.

Myrrdin

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