Manipulationen des Bauernverbandes von Internet Foren ?
LobbyControl erhebt Manipulationsvorwürfe gegen Bauernverband
ddp, Osnabrück (15.06.09) - Die Transparenz-Initiative LobbyControl wirft dem Deutschen Bauernverbandes (DBV) Manipulation von Internet-Foren vor. In einer internen E-Mail sei die Einrichtung einer Internet-Task-Force angekündigt worden, um Diskussionen im Internet im Sinne des Bauernverbands zu beeinflussen und für die Land- und Forstwirtschaft zu werben, berichtet die «Neue Osnabrücker Zeitung» (Montagausgabe). Der Verein, der vor kurzem das PR-Gebaren der Bahn aufdeckte, rücke Vorgehen des Bauernverbands in die Nähe der Bahn-Vorkommnisse.
Das geschäftsführende Vorstandsmitglied von LobbyControl, Heidi Klen, sagte der Zeitung, natürlich könne sich der DBV in Foren äußern. «Manipulativ und hoch problematisch wird es aber dann, wenn nicht erkennbar ist, dass dahinter ein Verband steckt, der seine Mitglieder zu Äußerungen animiert hat». In diesem Fall gehe es offensichtlich darum, «Verbandsinteressen zu artikulieren, die als Bürgerinteressen verpackt werden».
«Entsetzt» über das Vorgehen des DBV zeigte sich Deutschlands größter ökologischer Anbauverband Bioland. «Das ist eine Methode, Missliebige an den Rand zu drängen und mundtot zu machen», sagte dessen Präsident Thomas Dosch.
DBV-Generalsekretär Helmut Born wies die Vorwürfe entschieden zurück. Im Gegensatz zur Bahn nehme der Bauernverband keine Unterstützung dritter Agenturen in Anspruch und setze auch keine finanziellen Mittel ein. Der DBV fordere lediglich seine Mitglieder auf, «sich engagiert in diese Internet-Debatte einzubringen, um diese Diskussionen nicht allein kritischen Gegnern einer modernen Landwirtschaft zu überlassen».
Der Zeitung zufolge ist es laut DBV-Mail Ziel der Internet-Task-Force, «Diskussionen und Meinungsbildung gegen den Bauernverband frühzeitig zu entdecken, aktiv einzugreifen oder selbst auch Themen positiv zu besetzen». Als Beispiele würden nicht nur Internetseiten wie landlive.de, agrarheute.com und topagrar.com genannt, sondern auch «nicht-landwirtschaftliche Foren» wie spiegel.de und taz.de.