Richard Ebert
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Milch: Aldi senkt die Preise um weitere 13 % auf 48 Cent

Bauern sind sauer: Aldi senkt Milchpreise

n-tv (04.05.09) - Trotz der wütenden Proteste der Milchbauern hat Aldi eine neue Preissenkungsrunde bei Milchprodukten eingeläutet. Der führende deutsche Lebensmitteldiscounter senkte den Preis für einen Liter Frischmilch am Montag gleich um sieben Cent auf nun 48 Cent. Der Milchbauernverband BDM kritisierte die Preissenkungen scharf.

Der Liter fettarme Frischmilch kostet bei Aldi inzwischen nur noch 42 Cent.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.n-tv.de/1148734.html)

Geschrieben von Richard Ebert am
Saubauer
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Auf geht`s jetzt ist es doch leicht die Milch wegzuschütten!!

Es war doch "Schwachsinnig" bei 40 ct letztes Jahr die Milch wegzuschütten.
Jetzt wäre ein guter Zeitpukt gewesen.
2008 protestieren -- jammern und gleichzeitig Rekordgewinne einfahren--jetzt folgt die Ernüchterung.( das erfahren auch die Verbraucher!)
Und auch jetzt ist immer der DBV oder BBV schuld!?
Na toll
MfG saubauer

Tapereader100
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Irgendwas stimmt an diesem Markt nicht. Wieso verkaufen Bauern ihre Milch für 0,20€, wenn sie 0,40€ benötigen. Offensichtlich machen einige Bauern mit 0,20€ doch Gewinn? Oder ist es einfach so, das die Bauern eine derartige Überproduktion haben, die absolut fern vom Bedarf produziert wurde? Genau diese Bauern verkaufen zu jedem Preis, damit die Milch nicht schlecht wird.
Marktwirtschaft ist doch nicht schwer zu verstehen. Aber hier gibt es irgendwelche Verzerrungen, die nicht zur Marktwirtschaft passen.

OS
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@Tapereader100
Aus der landwirtschaftlichen Nationalökomomie haben sich die Studiengänge wie Volks-/Betriebs-oder Marktwirtschaft entwickelt.
Die ersten Ökonomen wie z.B. Malthus,Smith oder von Thünen waren landw. Ökonomen.
Leider sind Bauern auch heute noch zunächst stolze Produzenten von Nahrungsmitteln: für viele von Ihnen zählt mehr die Höhe des Naturalertrag, nicht was an Gewinn vielleicht übrig bleibt.
Die meisten Viehbetriebe (Kühe/Schweine) hatten in den letzten 20 Jahren (bei einer 4% Verzinsung des Vermögen) einen negativen Stundenlohn bzw. sie haben einen Vermögensverzehr gehabt.
Spitzenmilchviehbetriebe (vielleicht 10% der Betriebe, mit ca. 20% der Milchmenge) dürften in den letzten Monaten Vollkosten von 28 cent pro kg Milch gehabt haben. Viele Betriebe haben Vollkosten von 40+X cent pro kg, hier werden zur Zeit nicht einmal die variablen Kosten im Ansatz gedeckt!
Die Preise für Nahrungsmittel sind sehr "unelastisch": schon kleinste Übermengen führen zu einem dramatischen Preisverfall.
Die Autoindustrie oder auch die Milch- oder Schlachtindustrie stellt bei einem Absatzeinbruch die Produktion ein und sozialisiert die Verluste durch z.B. Kurzarbeit.
Eine Kuh oder Sau kann man nicht abstellen oder zum Arbeitsamt schicken. Der Bauer versucht die Verluste zu minimieren indem er versucht die Stückkosten zu senken, das geht meist zunächst über die Steigerung der Produktivität. Dies führt dann aber in einem freien Markt zu noch mehr Angebot und zu noch niedrigeren Preisen. Dies ist so, seitdem die EU die Milchquoten vor einem Jahr gelockert und damit schon fast aufgegeben hat. Diese Überproduktion machen sich nun ALDI und Co zu Nutze: Gut für ALDI (Einkaufsmonopolisten) und den Kosumenten - katastrophal für die Bauern (Null Verkaufsmacht).
Die Marktwirtschaft funktioniert schon in der Landwirtschft: doch die Anpassungsprozesse laufen sowohl im Rauf- als auch im Runterfahren sehr viel langsamer als in anderen Wirtschaftsbereichen, das ist sowohl "technisch"(siehe oben) als auch mental bedingt: sehr oft wird die Produktion erst zu einem Generationswechsel eingestellt: die alte Generation lebt von der Substanz (solange noch welche da ist), die nachrückende Generation wirft dann erst das Handtuch.
Aus markt- bzw. betriebswirtschaftlicher Sicht gibt es ein weiteres marktwirtschaftliches "Problem": es sind in der Landwirtschaft oft nicht die Betriebe mit den niedrigsten Vollkosten die überleben, sondern die Betriebe, die die meisten Kosten nicht in "Rechnung" stellen (müssen/wollen), bzw. über das höchste Eigenkapital pro Produktionseinheit verfügen und so zunächst liquiditätsmäßig die Nase vorn haben:
Der Bauer mit 50 Kühen, der seine Futterflächen geerbt hat, seinen Stall selber vor 30 Jahren gebaut hat und seine Arbeit nicht rechnet, steht ganz anders da, als der Nachbarbetrieb mit 250 Kühen, der seinen neuen Stall finanziert hat, Milchquoten gepachtet hat, seinen Mitarbeiter bezahlen muß und noch teuer Futterflächen dazu pachten muß.

Tapereader100
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Danke OS, jetzt bin ich wenig schlauer :)

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