Milch: Butter wird wieder billiger - Ladenpreise minus 20 Prozent
Butter wird zum Discount-Produkt
Süddeutsche Zeitung/AP/cmue/tob (27.01.10) - Eine schlechte Nachricht für die Bauern, eine gute Nachricht für die Verbraucher in Deutschland: Butter wird bereits am kommenden Montag wieder billiger. Der Preis für ein 250-Gramm-Päckchen deutsche Markenbutter könne um 20 Cent auf 79 Cent sinken, wenn der Handel wie bisher üblich seine sinkenden Einkaufspreise in voller Höhe weitergebe, berichtete die Lebensmittel Zeitung.
Der Grund für den Preisrutsch: Auf dem weltweiten Markt für Butter und andere Fette sind die Preise in den vergangenen Wochen deutlich eingebrochen. Mit dem Auslaufen der bisherigen Kontrakte zwischen Handel und Industrie erreichen die neuen niedrigeren Preise voraussichtlich in der kommenden Woche auch die Verkaufsregale.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wirtschaft-kompakt-butter-wird-zum-discount-produkt-1.63640)
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Butterweiche Preise: Aufstrich soll nur noch 79 Cent kosten
Gießener Anzeiger / cvg (29.01.10) - „Ich kann die Bauern verstehen, die künftig ihre eigene Milch selbst in den Markt bringen. Oder wenn sie ihre eigene Butter direkt verkaufen wollen“. So kommentierte ein einheimische Einzelhändler die neuerlichen Preissenkungen, die sich für Butter am Horizont abzeichnen. Der Lebensmittelzeitung zufolge wird ab nächster Woche mit deutlich niedrigeren Preisen für Butter gerechnet. Der Preis soll für das 250-Gramm-Stück auf 79 Cent fallen gegenüber heute noch 99 Cent.
„Die Preisspanne liegt je nach Produkt zwischen 99 Cent und 1,49 Euro“, berichtet der Einzelhändler aus dem Gießener Raum. Dabei seien auch hier die Discounter der Schrittmacher. „Unsere Preise werden ja letztlich von unseren Einkaufszentralen vorgegeben. Wir haben da wenig Spielraum“, meint der Mann. Ein anderer Kollege, der Leiter eines anderen Marktes ist, bestätigt diese Einschätzung. Das Verständnis für die um ihre Existenz kämpfenden Milchbauern hat auch dieser zweite Händler.
Einzig die Pressestelle von Lidl war zumindest bereit, überhaupt eine Antwort zu geben: „Wir geben zu den Preisgestaltungen grundsätzlich keine Auskunft. Ich denke, das wird generell in der Branche keiner machen. Wir jedenfalls werden dazu nichts sagen“, so die offizielle Lidl-Position. Die für den heimischen Bereich zuständige Edeka-Handelsgesellschaft aus Melsungen gab genauso wie die Kölner Rewe-Zentrale trotz Nachfrage keine Stellungnahme ab. Ähnlich wie vor einem Jahr geht es beim Butterpreis wieder abwärts. Für diese Entwicklung soll die Lage am Fettmarkt verantwortlich sein, wie die Lebensmittelzeitung berichtet.
Schwankender Preis
An den Butterbörsen in Hannover und Kempten, die die Preisgestaltung der Butter mit einbeflussen, gibt es zwei Tendenzen: Während in Hannover für das „geformte 250-Gramm-Stück Markenbutter“ von einer „verhaltenen Nachfrage bei nachgebenden Preise“ die Rede ist, wird in Süddeutschland von einer normalen Nachfrage gesprochen. Für das 250-Gramm-Stück Markenbutter schwankt der Preis zwischen 75 und 93 Cent, Stichtag 27. Januar.
Hans-Martin Sames, Geschäftsführer des heimischen Bauernverbandes, verwies auf die Position seines Dachverbandes, der die Preisdrückerei des Handels bereits vor Jahresfrist als verantwortungslos bezeichnet hatte. Mit 66 Cent hatte der Butterpreis im Februar 2009 ein „historisches Tief“ erreicht, das dem Preis während der Währungsreform von 1948 glich.
(Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/landkreis/8306544.htm)
Ja Klasse; Butter kostet tatsächlich nur 79 ct; aber nun sind nur noch 200 gramm drin...
Das ist mal eine ( kreative) Preissenkung.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
Milchbauern: Jeder zweite Betrieb könnte pleite gehen - Scharfe Reaktion auf Preissturz bei Butter
PR-inside.com (02.02.10) - Nach dem Preissturz bei der Butter schlagen die Milchbauern Alarm. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) warnt vor dem «Beginn einer Preissenkungsspirale im gesamten Milchsortiment». In der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Dienstagausgabe) sagte BDM-Vorsitzender Romuald Schaber: «Das wäre für uns katastrophal. Die Betriebe sind ausgelaugt. Sie stehen am Abgrund.»
Nach dem Preissturz bei der Butter schlagen die Milchbauern Alarm. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) warnt vor dem «Beginn einer Preissenkungsspirale im gesamten Milchsortiment». In der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Dienstagausgabe) sagte BDM-Vorsitzender Romuald Schaber: «Das wäre für uns katastrophal. Die Betriebe sind ausgelaugt. Sie stehen am Abgrund.» Nach Schabers Worten würde ein Großteil der Höfe ein Jahr mit Niedrigpreisen wie 2009 nicht überleben. «Jeder zweite Vollerwerbs-Landwirt könnte pleitegehen», sagt der BDM-Vorsitzende. Denn im vorigen Jahr hätten die Milchbauern in Deutschland «rund drei Milliarden Euro am Milchmarkt verloren». Deshalb sei auch das zweijährige Sofortprogramm der Bundesregierung für Landwirte über 750 Millionen Euro, davon etwa 500 Millionen für den Milchsektor, «ein Tropfen auf den heißen Stein. Das bringt nicht einmal einen Cent pro Kilogramm Milch», sagte Schaber. Die Verbraucher sollten sich über den niedrigen Butterpreis nicht zu früh freuen, so der BDM-Vorsitzende. «Über längere Zeit gerechnet bleibt bei stark schwankenden Preisen der Profit beim Handel hängen.»
(Quelle: http://www.pr-inside.com/de/scharfe-reaktion-auf-preissturz-bei-r1699363.htm)
@ Richard Ebert [#4]
Der Nachrichtenlage in den letzten Jahren nach könnte man meinen es gäbe außer Milcherzeuger gar keine Bauern, zumindest keine denen es schlecht geht. Fakt ist aber auch, daß prozentual gesehen im letzten Jahr doppelt soviele Schweinehalter aufgegeben haben als Milchionäre.
Obwohl ich den BDM als einen Verein betrachte der für seine Mitglieder wirklich was tut, rate ich nicht die gleiche Leier wie der DBV aufzulegen und anzukündigen, daß ein Großteil der Betriebe das Jahr nicht überleben wird.
Wie oft ist schon vor einer brachliegenden Landschaft die kostenaufwändig vom Staat gepflegt werden müsse von Seiten des Bauernverbandes gewarnt worden ?
Und was ist gekommen?
Steigerung der Pacht- und Grundstückspreise ins Uferlose.
Mfg
BB
@ Bauer Bernie [#5]
"Wie oft ist schon vor einer brachliegenden Landschaft die kostenaufwändig vom Staat gepflegt werden müsse von Seiten des Bauernverbandes gewarnt worden ??
Und was ist gekommen?
Steigerung der Pacht- und Grundstückspreise ins Uferlose."
Das ist doch ganz gut so, jedenfalls deutet ein hohes Pachtpreisniveau darauf hin, dass die Wertschöpfung in der Vergangenheit ganz gut gewesen sein musste.
Wenn sich das Pachten nicht mehr rechnen würde und einige Äcker plötzlich brach liegen würden, dann wäre die Landwirtschaft quasi tot und das kann ja auch niemand wollen, oder?
Nichtsdestotrotz werden vielfach Pachtzinsen gezahlt, die deutlich zu hoch sind. Aber jeder kann auch mal Nein sagen...
Wenn´s ja nur die Milch wäre, die darnieder liegt. Es ist auch der Ackerbau, den es vorallem auf leichten Standorten erwischt hat (Thema: Düngerpreise, Getreidepreise). Das ist nicht´s mehr mit Quersubventionierung. Da gibt es keinen Spielraum mehr.
Ja ich muss sagen, wir denken aktuell darüber nach unsere schlechten Böden wieder "stillzulegen". Und wenn es weiter so bliebt: die Konsequenz wäre die schlechtesten Flächen nach Auslaufen der Pachtverträge dem Eigentümer zurückzugeben. Wenn alle so dächten, wären die Pachtpreise ganz schnell wieder da, wo sie hingehören, nämlich auch auf den Boden der Tatsachen.
Mfg
Geno-Bauer
Bauern in Angst: Butter-Preise sind im freien Fall
Von Sandra Schäfer
Hamburger Morgenpost (07.02.10) - Gibt es eine neue Abwärtsspirale beim Preis für Milchprodukte? Es könnte dazu kommen. Nach den Discountern Aldi, Lidl und Penny haben jetzt auch Rewe und Edeka die Butterpreise gesenkt. Ein halbes Pfund Markenbutter kostet nur noch 79 Cent, 20 Prozent weniger als vor einer Woche.
"Die meisten Michbetriebe werden ein zweites Jahr mit Niedrigpreisen wie 2009 nicht überleben", warnt Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverband Deutscher Milchviehhalter. Grund für die Preissenkung ist das internationale Überangebot an Milchprodukten, die Molkereien sind dadurch in einer schlechten Verhandlungsposition. Zudem hatte die EU den Butterpreis zeitweise gestützt und jetzt damit aufgehört.
Dass der Milchpreis nicht auch sinkt, ist allein der Tatsache zu verdanken, dass die Milchverträge zwischen Molkereien und Einzelhandel erst im Mai auslaufen. Über die Butter wurde gerade jetzt neu verhandelt. Der Vertrag gilt zunächst nur für vier Wochen, ein Zeichen dafür, dass der Einzelhandel sich weitere Preiseinbrüche erhofft und die Butter möglicherweise noch günstiger wird.
Im vergangenen Jahr hatte es 12 Preissenkungen bei Butter gegeben, zeitweise kostete das Paket nur noch 66 Cent. So wenig wie seit der Währungsreform von 1948 nicht mehr.
Butter wird von den Verbrauchern zwar längst nicht mehr so viel gekauft. Trotzdem ist sie laut Handelsinformationsdienst "Planet Retall" immer noch ein Produkt, bei dem jeder auf den Preis guckt. An Butter werde bemessen, ob ein Geschäft günstig sei.
Zudem haben Aldi und Lidl es offenbar nötig, Kunden in die Geschäfte zu locken. Denn Aldi verzeichnete 2009 Umsatzeinbußen um enorme vier Prozent. Die Discounter sind laut ver.di allerdings selbst schuld an der Misere. Ein ver.di-Sprecher dazu: "Grund für die Umsatzeinbußen ist der schrankenlose Preissenkungs-Wettbewerb im Einzelhandel."
(Quelle: http://www.mopo.de/2010/20100206/hamburg/politik/butter_preise_sind_im_freien_fall.html)