Milch: DBV möchte Milchpreis Intervention auch nach 2013
EU-Agrarrat prüft Bericht der High Level Group „Milch“
Deutscher Bauern Verband (19.07.10) - Die Agrarminister der EU-Länder, die kürzlich in Brüssel tagten, haben den Bericht der Expertengruppe Milch, der sogenannten High Level Group, die nach der Milchmarktkrise des vergangenen Jahres eingerichtet wurde, geprüft. Die Experten haben sieben Empfehlungen an den EU-Agrarrat und die EU-Kommission gegeben, wie durch strukturelle Verbesserungen die Marktlage und die Einkommenssituation der Milchbauern verbessert werden können. Leider fallen diese Empfehlungen eher vage aus und setzen nicht auf eine konsequente Markterholung.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht durchaus Chancen, über Erzeugerorganisationen und Molkereigenossenschaften die Marktmöglichkeiten besser auszuschöpfen. Allerdings muss dabei die Verantwortlichkeit bei den Unternehmen verbleiben. Ein Rückfall in eine „alte“ staatliche oder staatlich unterstützte Marktsteuerung wird strikt abgelehnt.
Richtig ist dagegen der Vorschlag, die Vertragsbeziehungen zwischen Milchlieferanten und Molkereien in schriftlichen Verträgen festzuhalten. In Deutschland müssen die nach Marktstrukturgesetz möglichen Erzeugerorganisationen hierfür die Verhandlungsmacht der Milchbauern bündeln. Auch in den übrigen Mitgliedstaaten der EU sollten derartige Möglichkeiten geschaffen werden. Damit muss auf offeneren Märkten sowohl für die Milcherzeuger wie für die Molkereien mehr Planungssicherheit geschaffen werden. Solche Verträge erfordern auch ein hohes Maß an Markttransparenz, die durch größeres staatliches Engagement unterstützt werden sollte.
Auch die Erkenntnis, dass ein Sicherheitsnetz für Marktkrisen in der EU-Agrarpolitik nach 2013 notwendig ist, wird vom DBV nachdrücklich unterstützt. Allerdings muss jetzt sichergestellt werden, dass zum Beispiel eine Intervention zur Verhinderung eines völligen Preisverfalls in der Marktkrise auch tatsächlich und rechtzeitig eingesetzt werden muss.
(Quelle: http://www.tiergesundheit-aktuell.de/rinder/aktuelles-862.php?seite=)
Terminmarkt: Kassa Butter 60 Euro über Terminkurs
An der Terminbörse in Frankfurt schloss Juli Milchpulver unverändert bei 2.225 Euro (2.200 Geld zu 2.250 Brief).
Juli Butter gab um 10 auf 3.655 Euro nach (3.630 Geld zu 3.680 Brief). Die Differenz zwischen Kassa- und Terminpreis liegt derzeit bei rund 60 Euro (siehe Grafik oben). Bis Mittwoch kommender Woche werden sich beide Preise auf Null anpassen.