Richard Ebert
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Milch: Entlastung beträgt nicht 1, sondern 10 Cent je Liter

300-Millionen-Hilfe für Bauern sollen schnell kommen - Geld soll bis Herbst 2010 bei den Landwirten eingehen

Nürnberger Nachrichten, München (02.12.09) - Bayerns notleidende Bauern sollen bis zum nächsten Herbst rund 300 Millionen Euro Sonderhilfen erhalten, um den Preisverfall auf den Agrarmärkten zu überstehen. Der Löwenanteil entfällt mit 210 Millionen Euro aus dem Hilfsprogramm der schwarz- gelben Bundesregierung, wie die Staatskanzlei am Mittwoch nach der Kabinettssitzung mitteilte.

Bis Herbst 2010 sollen die Gelder nach und nach bei den Bauern eingehen. Agrarminister Helmut Brunner (CSU) wies die Kritik verärgerter Milchbauern zurück, dass die Hilfen umgerechnet nur einem Cent zusätzlich pro Liter Milch enstprächen. «Das ist weit mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein», sagte Brunner.

Programm als «großer Erfolg»

Nach Rechnung des Agrarministeriums bedeuten alle Hilfen zusammengerechnet eine Entlastung von etwa 10 Cent pro Liter Milch. «Das ist locker das Zehnfache.» Im Einzelnen sollen die bayerischen Landwirte 104 Millionen für ein so genanntes Grünland- Milch-Programm erhalten. Pro Hektar Wiese und Weide soll den Bauern eine Grünlandprämie zwischen 25 und 35 Euro gezahlt werden, außerdem ein Zuschuss von 21 Euro pro Kuh.

Diese Gelder werde die EU voraussichtlich Mitte 2010 freigeben, sagte Brunner. 94 Millionen werden ausgegeben, um die Beiträge zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung billiger zu machen. Hinzu kommen weitere Hilfsmaßnahmen. Brunner wertete das Programm als «großen Erfolg». Bayern erhält nach Angaben der Staatsregierung mehr als ein Viertel der Hilfen, die der Bund an die deutschen Bauern zahlt.

«Unsere bäuerlichen Betriebe erhalten eine gerechte Unterstützung», sagte der CSU-Politiker. Die SPD kritisierte, dass das Programm zeitlich begrenzt ist. «Mit 20 Euro pro Kuhschwanz sind keine großen Sprünge zu machen, wenn der Bauer eine Frau sucht oder die Existenz seiner Familie sichern will», sagte die Agrarsprecherin Maria Noichl.

(Quelle: http://gestern.nordbayern.de/artikel.asp?art=1133521&kat=27&man=3)

Geschrieben von Richard Ebert am
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