Milch erlebt Preisrutsch - Bauern protestieren und drohen
Milch erlebt Preisrutsch
Handelsblatt, Düsseldorf/Berlin (21.04.08) - Mit Zeitungsanzeigen haben die führenden Discounter Aldi und Lidl sowie der Supermarktriese Rewe auf Preissenkungen bei Milch und mehreren Milchprodukten wie Kondensmilch, Schlagsahne und Quark aufmerksam gemacht – die Bauern protestieren und drohen.
Die Preissenkungen bei Milch fielen mit 12 Cent je Liter noch stärker aus, als im Vorfeld in Branchenkreisen erwartet wurde. Bei frischer fettarmer Milch entsprechen die 12 Cent einem Rückgang um 18 Prozent. Der führende deutsche Lebensmittelhändler Edeka kündigte für die kommenden Tagen Milchpreissenkungen an.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.handelsblatt.com/News/Politik/Deutschland/_pv/_p/200050/_t/ft/_b/1420111/default.aspx/milch-erlebt-preisrutsch.html)
Bauern drohen erneut mit Lieferstopp - Bald keine Milch im Kühlregal ?
Tagesschau.de (23.04.08) - Die deutschen Milchbauern planen aus Protest gegen den kräftigen Preisrutsch bei der Milch offenbar Lieferstopps. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, Thorsten Sehm, sagte der "Berliner Zeitung", 88 Prozent der in dem Verband organisierten Betriebe hätten sich in einer Umfrage zu einem Boykott bereit erklärt. "Sinken die Preise, wie zu erwarten weiter, dann bleibt uns kaum eine andere Möglichkeit als der Lieferstopp", sagte Sehm.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/milchpreise4.html)
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Ich hab gehört, daß die Milchbauern in dieser Woche kurzfristig bestimmte Aktionen gegen niedrige Preise angehen wollen.
Kommt jetzt der Streik?
Hallo
Heute um 11 Uhr ist in München eine Kundgebung.Dort werden Bauern aus ganz Deutschland erwartet.
Der Streik ist nicht mehr weit.
Jetzt ist es so weit,ab morgen wird gestreikt.
Mehr darüber hier:
http://www.topagrar.com/
Hallo zusammen,
jetzt ist es also soweit der lang angekündigte Milchstreik beginnt morgen 27.05.
von dessen Erfolg oder Misserfolg vieles abhängen wird. Bei einem Rohrkrepierer werden die Bauern auf lange Zeit hinaus keine Ansprüche jeglicher Art mehr stellen zu wollen. Bei einem Erfolg wird dies zeigen, dass die Agrarbranche zusammensteht.
Man wird Forderungen der Schweinehalter auch ernster nehmen.
Seien wir solidarisch mit unseren Milchkollegen. Ich werde heute abend telefonieren was das Zeug hält, mit Freunden und Bekannten und sie bitten morgen Milchprodukte zu kaufen, damit die Regale schnell leer werden.
Morgen gehe ich mit meiner Frau hamstern und werde für 100.- € Milch kaufen.
Das ist mein kleiner Beitrag.
In diesem Sinne
BB
Protest gegen Milchpreise - Bauern stellen Lieferung ein
n-tv.de (26.05.08) - Die deutschen Milchbauern wollen beim angedrohten Lieferboykott ernst machen: Aus Protest gegen die Preispolitik der Molkereien solle ab diesem Dienstag keine Milch mehr geliefert werden, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchbauern (BDM), Romuald Schaber, am Montag bei einer Protestkundgebung vor der Molkerei Weihenstephan im bayerischen Freising.
"Es bleibt uns nur noch die Möglichkeit, unsere Milch als Druckmittel einzusetzen. Milch ist Macht, und wir haben die Milch", sagte Schaber.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.n-tv.de/Protest_gegen_Milchpreise_Bauern_stellen_Lieferung_ein/260520082415/969788.html)
Hohe Teilnahmebereitschaft am Milchstreik
der seit Heute, 0.00 Uhr laufende Milchstreik wird in unserer Region flächendeckend eingehalten.
Ganze Gemeinden haben heute Morgen geschlossen die Milchabholung durch den
Sammelwagen verweigert.
Bin sehr gespannt über die Auswirkungen und Ergebnisse dieser neuen marktwirtschaftlichen Komponente.
Gruß Mog
Hallo,
da stelle ich mir doch die Frage: Wer bezahlt denn in den Streiktagen- wochen das Futter und sonstigen Kosten?. Was macht Ihr in dieser Zeit mit der produzierten Milch? - verfüttert ihr sie an die Kühe?.
Euer Streik ist, nach meiner Meinung, ein Schuss ins Knie: Ihr habt keine Streikkasse, die eure Kosten für die Zeit ohne Einkommen übernimmt. Was macht Ihr, wenn der Nachbar seine Milch liefert und ihr nur Kosten produziert? Wie lange könnt Ihr dieses Prozedere aushalten?.
Mein Fazit: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Somit wird nicht eine neue marktwirtschaftliche Komponente (Lieferstreik) für bessere Preise sorgen, sondern eine Selbstkontrolle der Landwirte. Dazu gehört die Einhaltung der Milchquotenmenge. Was macht ihr denn, wenn die Milchquote fällt? - Dann geht es euch genauso wie uns Schweinemästern und Erzeugern. - Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht -.
mfg
Bigpig
Hallo,
@ BigPig,
nur zur Information- ich bin kein Milcherzeuger sondern verfolge dies nur im Kreise meiner Bekannten und Nachbarn.
Für die anfallende Streikmilch gibt es tatsächlich nur bergrenzte betriebliche Verwertungsmöglichkeiten, für den Rest bleibt nur die Vernichtung.
Deinen kritischen Anmerkungen stimme ich weitestgehend zu, nicht jedoch in der Auffassung das es keine markwirtschaftliche Komponente ist.
Ein umfassender Lieferboykott bedeutet nichts anderes als eine kurzfristige, massive Mengenreduzierung mit (je nach Dauer) unterschiedlichsten Kosequenzen die wiederum Reaktionen des Marktes hervorrufen werden.
Gruß Mog
Preisverfall bei Milch - Seehofer kämpferisch
n-tv (27.05.08) - Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) gibt den Supermarktketten Schuld an den niedrigen Milchpreisen. Zum Abschluss eines Treffens mit seinen EU-Kollegen im slowenischen Brdo sagte Seehofer am Dienstag, eine entsprechende Analyse des Deutschen Bauerverbandes sei richtig.
"Es gibt eine starke Nachfragemacht und Oligopolisten", sagte der Minister. Dem stehe aber auf Seiten der Milchbauern keine entsprechende Angebotsmacht gegenüber.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.n-tv.de/Preisverfall_bei_Milch_Seehofer_kaempferisch/270520085614/970372.html)
Bis welchen Grades kann man denn Milch in der Schweinemast einsetzen?
Die muss doch auch einen Futterwert haben...
Ich könnte noch so manchen Liter gebrauchen (Flüssigfütterungen)...
Aber wie ich unseren Staat kenne; gibt es irgendwo wieder irgendwelche Verordnungen; die die Verwertung/ Inverkehrbringen ( so darf ich eigentlich nur von QS-Zertifizierten Abnehmern auch nur als Einzelfuttermittel deklarierte Erzeugnisse verwenden; ansonsten muss ich Untersuchungen machen und mich HACCP anerkennen lassen....) regeln....
Wer weiss mehr?
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach
Wir setzen seit 2 Jahren ca. 15 % Spülmilch auf 88% TM gerechnet in unseren Mastrationen ein! ´
Wir beziehen die Spülmilch mit 5,5% TM! Das entspricht ca. 50% Wasser und 50% Milch! Der Preis liegt bei Abnahme von vollen Zügen bei ca. 10 €/t!
Vom Futterwert ist Milch mit Sicherheit eines der besten Produkte die es zurzeit auf dem Sektor der Nebenprodukte gibt!
Hallo BigPig
Schon mal nachgerechnet ? Momentaner Milchpreis 35 ct gefordert mind. 40 ct, soll heissen wenn Streik erfolgreich hat man den Tag an dem man nicht liefert innerhalb 7 Tagen wieder komplett in der Kasse. Bei 10 Streiktagen und einem ausgehandelten Preis v. 40 ct hat man im August alle fehlenden Tage wieder.
Wenn das kein Argument ist sich aktiv am Streik zu beteiligen.
Alle Milchviehhalter die jetzt nicht mitmachen bezeichne ich als Schmarotzer der anderen die das Streikrisiko auf sich nehmen.
Übrigens: Bei Netto ist in manchen Läden 3,5 % Vollmilch bereits ausverkauft.
Mfg
BB
Aktuelle Informationen zum Milchlieferstopp gibt es hier:
http://www.lieferstopp-bdm.de/
Milchboykott: Keine Engpässe im Kühlregal - Handel: "Die Regale sind voll"
Tagesschau.de (30.05.08) - Im deutschen Einzelhandel hat es auch vier Tage nach Beginn des Milch-Lieferboykotts nach Angaben der Branche keine Engpässe bei der Versorgung gegeben. "Wir können völlige Entwarnung geben", erklärte Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbands des deutschen Einzelhandels. Die Regale der Supermärkte und die Lager seien voll.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/milchboykott6.html)
Dieser Herr Pellengahr, dessen Gesichtszüge von Fernsehauftritt zu Fernsehauftritt verkniffener wirken, erinnert ein wenig an diesen ehemaligen irakischen Informationsminister, der auch dann noch behauptet hat, es gebe keine US-amerikanische Invasion im Irak, als im Hintergrund schon die Einschläge schwerer Artillerie zu hören waren.
Wenn ein Rückgang von 42% keine Auswirkung hat, 58% demnach ausreichen, stellt sich die Frage, war zuvor, als noch geliefert wurde, mit den 42 % Milch gemacht worden ist, die angeblich niemand braucht.
Hat Herr P. darin gebadet ?
In den Milch-Streit kommt Bewegung - Nach etlichen Blockaden durch Bauern am Wochenende
Handelsblatt, Hamburg/München (01.06.08) - Am sechsten Tag des Lieferboykotts deutscher Milchbauern hat es am Sonntag erstmals Bewegung gegeben. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und der Deutsche Bauernverband wollen Gespräche mit dem Milchindustrie-Verband aufnehmen.
Ein erstes Treffen war für Sonntagabend geplant. Es gehe um einen Einstieg, Ergebnisse erwarte der BDM noch nicht, sagte der Verbandsvorsitzende Romuald Schaber zuvor.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.handelsblatt.com/News/Politik/Deutschland/_pv/_p/200050/_t/ft/_b/1437537/default.aspx/in-den-milch-streit-kommt-bewegung.html)
Molke an Mastschweine: Ich setze z.Zt in meiner Flüssigfütterung seit Streikbeginn täglich 2 l Frischmilch bei 100 kg Mastschweinen ein, habe auf 12,6 MJ-schrot umgestellt und reduziere die Tagesration an 12,6 MJ-Schrot um 500 g. Die Tiere bekommen 2 l Milch + 2,2 kg Schrot + Wasser in drei Tagesrationen.
Hole die Milch selbst bei meinen Nachbarn ab und lagere sie in meinem Molketank. Die Milch ist umsonst, sie wird mit 1% Ameisensäure (ca. 0,02 €/l) haltbar gemacht und soll so über Wochen lagerfähig sein. Aufgrund der Energiekonzentration von ca. 2,75 MJ/l Frischmilch und der übrigen wertbestimmenden Faktoren setze ich für mich einen Futterwert von 0,05- 0,06 €/l an.
Habe am ersten Tag mit 1 l/Tier (bei 100kg LG) angefangen und gleich am zweiten Tag auf 2 l gesteigert. Heute ist der 6. Tag und es gibt keinerlei Durchfallprobleme. Die Tier würden fressen gierig und würden mehr Milch aufnehmen.
Hallo Schweinebacke
Leider ist es verboten Milch anderweitig als an die Molkerei zu verkaufen oder zu verschenken. Der Landwirt darf die Milch nur innerbetrieblich verwerten.
Das sollte dein Nachbar unbedingt wissen.
Milch-Boykott illegal ? - Erste Regale leer
n-tv.de (03.06.08) - Der Lieferboykott der Milchbauern zeigt erstmals Wirkung: Rund eine Woche nach Beginn des Auslieferungsstopps ist ersten Geschäften die Milch ausgegangen. Von zeitweiligen Engpässen waren nach eigenen Angaben einige Real-Märkte wie auch Filialen des drittgrößten deutschen Discounters Plus betroffen. Edeka berichtet, im Norden Bayerns gebe es teilweise Lücken in den Regalen.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.n-tv.de/MilchBoykott_illegal_Erste_Regale_leer/030620084215/973782.html)
Hallo
Es tut sich was,die ersten Molkereien geben nach:
Die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG, Piding hat mit Wirkung vom 1. Juni 2008 einen Milchpreis von 43 Cent/kg netto zzgl. MWSt. für konventionelle Milch beschlossen. Für Bio-Milch wird 51,00 Cent bzw. 52,00 Cent bezahlt. Die Molkereiwirtschaft geht mit diesem Beschluss in Vorleistung, die Umsetzung am Milchmarkt scheint ihnen möglich.
Hallo
Es ist geschafft:
Wie ich soeben erfahre ist der Milchlieferstopp vorerst ausgesetzt und alle Milchbauern sollten ab heute abend wieder liefern.
Gruß
SD
@ Schweinchendick [#23]
Was ist geschafft ?
Geschafft ist, das der Dieter Schwarz ein riesen Imageproblem zu Zeit hat, und jetzt mal richtig sein grösstes Putztuch rausgeholt hat.
Geschafft ist auch, das Onkel Carl und Onkel Theo (die wären nicht umgefallen ) jetzt vor Wut auf den lieben Dieter sich sicherlich was einfallen lassen, und jetzt mal zeigen wer hier der Herr im Ring ist. Aber erstmal werden sie das Spiel mitspielen müssen.
Da bin ich mal gespannt, wie das in den nächsten Monaten weitergeht. Ich glaube die Molkereien werden jetzt erstmal die grossen Verlierer sein.
P.S. Ich gönne den Landwirten das Geld, keine Frage ,aber die Story ist noch nicht zu Ende. Weil ich fest davon überzeugt bin, das kann so nicht gutgehen.
Jeder Bauer 20 % der Kühe weg, das hätte funktioniert, auch dauerhaft.
Alles Gute
@Ina
Deswegen sind Herr Seehofer, Herr Schaber und ich auch für einen Erhalt der Milchquote.
@ Schweinchendick [#25]
und das ist es, was ich nicht begreife: wie kann man die Milchquote beibehalten wollen, wenn man doch weiß, dass die Quote in den vergangenen Jahren für diese verheerende Situation am Markt hauptverantwortlich war?
Die wachsenden Milchviehbetriebe haben erhebliche Quotenkosten zu tragen- Jahr für Jahr! Ich kann mich noch sehr gut an die Sofamelkerschimpfereien erinnern- kurz: das System gehört abgeschafft in meinen Augen.
Wenn die Milchmengenregulierung bleiben sollte, dann frage ich mich, wer hier Regulieren darf? Erzeuger? Politik? oder gleich das Kartellamt? Alle Lösungsansätze seitens des BDM finde ich sehr realitätsfern...
http://www.readers-edition.de/2008/06/04/gerechter-milchpreis-oder-marktwirtschaft-hintergruende-zum-milchstreik/print/
@ Wollewatz
Der Artikel besteht im wesentlichen aus einer Aneinanderreihung von Halbwahrheiten, Lügen, Polemik und schlecht verborgenem Bauernhaß.
Er ist nicht wert, gelesen, geschweige denn diskutiert zu werden.
Ich habe ihn ja nicht kommentiert.
Wenn Du so darauf antwortest liest jetzt wahrscheinlich jeder den Artikel.
Gruß,
wollewatz
Stimmt.
Wir hätten ihn besser beide einfach totgeschwiegen.
Wer kann helfen ?
Ich suche monatliche oder besser noch wöchentliche Notierungen für Milch zwecks Veröffentlichung als Grafik hier im Forum. Die Notierungen sollten aktuell zu erhalten sein und einigermassen repräsentativ.
Bitte melden Sie sich hier im Forum oder per e-Mail an Ebert@TerminmarktWelt.de.
Gerne willkommen sind auch die Landwirtschaftskammern, die hier mitlesen, die ZMP oder eine Organisation der Milcherzeuger oder Milchindustrie.