Richard Ebert
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Milch: Erzeuger ringen mit den Molkereien um bessere Preise

Konflikte mit Molkereien - Die Krisenherde

Agrarheute.com / bem, München (21.04.10) - Viele Milcherzeuger ringen mit den Molkereien um bessere Preise. Während viele Erzeuger die Molkerei wechseln, bestimmt in Frankreich das Milchpreisabkommen den Markt. Ein Überblick über die wichtigsten Auseinandersetzungen.

Große Unruhe zwischen den Milcherzeugern und den Molkereien: Eine leicht rückläufige Milchproduktion im, steigender Rohstoffbedarf der Molkereien, chronische Geldknappheit und drohende Liquiditätskrisen sorgen für große Bewegung im Markt.

Immer mehr Landwirte versuchen bessere Bedingungen herauszuhandeln. Und zwar entweder bei ihren Traditionsmolkereien oder bei neuen Abnehmern. Es droht eine Welle der Molkereiwechsel.

Viele Erzeuger wollen ihren Abnehmern kündigen - oder haben dies bereits getan. An manchen Orten erwägen die genossenschaftlich organisierten Landwirte sogar Satzungsänderungen in den Lieferbedingungen ihrer Molkereien - mit dem Ziel bereits nach drei Monaten Kündigungszeit den Abnehmer wechseln zu können. Was momentan auf dem Milchmarkt passiert, erfahren Sie im Folgenden:

Freiburg: Interne Streitereien bei Breisgaumilch

Die Schwarzwälder Molkerei Breisgaumilch machte in jüngster Vergangenheit Schlagzeilen durch umetikettierte Butter und einen hektischen Personalwechsel. Der Aufsichtsrat sprach sich dagegen aus, dass Breisgaumilch "Die faire Milch" abfüllt. Der Geschäftsführer Karl Laible erklärt: Derzeit sind keine Abwanderungen von Milcherzeugern festzustellen. Nach der geplanten außerordentlichen Generalversammlung kommende Woche wird man weitersehen."

Allgäu: Produzenten kündigen bei Allgäuland

Bei einem Informationsabend vergangene Woche kündigte Allgäuland rund 800 Landwirte an, die Milchpreislücke zu schließen. Der Gewinn solle künftig direkt an die Bauern weitergegeben werden. Dies war eine Reaktion auf die Kündigung von rund 37 Prozent der Milchlieferanten, die wegen zu niedriger Auszahlungspreise einen Wechsel zur Molkerei Zott erwägten.

Oberbayern: Molkereien erzwingen Wechsel

Landkreis Rosenheim: Hier wechselten im vergangenen Jahr rund 30 Prozent der Danone-Lieferanten zur baden-württembergischen Molkerei Omira, berichtet Burkhard Eysell vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Rosenheim.

Landkreis Pfaffenhofen: Im nördlichen Oberbayern fand Ende letzten Jahres ein Molkereiwechsel von rund 450 Milcherzeugern statt. Nachdem die Molkerei Stegmann die Verträge der Landwirte zum Jahresende kündigte, liefern diese nun geschlossen zu Müller/Weihenstephan nach Freising.

Nordbayern: Weg von der MEG

In Nordbayern zeichnet sich eine Tendenz weg von der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) ab. Wie das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Roth bei Nürnberg bestätigt, liefern einige der Landwirte ihre Milch künftig lieber zu Omira oder Goldmilch in Ingolstadt. Hauptgrund für den Wechsel sei der Preis. mehr…

Ostbayern: Milcherzeuger liefern für Zott

Im vergangenen Jahr hätten zwischen zehn und 30 Betriebe die Naabtaler Milchwerke verlassen, berichtet Franz Schneider vom AELF Schwandorf. Vor etwa fünf Jahren hätte es bereits eine Gruppe im zweistelligen Millionenliter Bereich gegeben, die von den Naabtaler Milchwerken zur Molkerei Zott wechselte. Die Mehrzahl der Milcherzeuger in der Oberpfalz liefert allerdings weiter zu den Naabtaler Milchwerken oder zu Domspitz nach Regensburg. Insgesamt verzeichnet der Landkreis Schwandorf seit Existenz der Milchbörse 2007 ein leichtes Plus der Milchquote.

Die Molkereien geraten durch die nur langsam steigende Produktion zunehmend unter Druck durch ihre Erzeuger. "Viele Molkereien haben große Verarbeitungskapazitäten aufgebaut und brauchen den Rohstoff Milch dringend", erklärt Hans-Jürgen Seufferlein, Geschäftsführer des Verbandes der Milcherzeuger Bayern.

Gerade in Regionen, in denen die Milchproduktion derzeit besonders rückläufig ist, versuchen Molkereien deshalb längerfristige Lieferverträge zu schließen. Dabei picken die sich gerne die größeren Bauern raus, die sich mehr lohnen, meint Seufferlein.

Der Geschäftsführer des Verbandes der Milcherzeuger Bayern warnt die Erzeuger allerdings: Oft versuchen Landwirte in ihrer Not überstürzt einen neuen Abnehmer für ihre Milch zu finden, der besser bezahlt. Dabei sei nicht immer der Preis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit entscheidend. Seufferlein schätzt die Situation weiterhin bewegt ein: "In Zukunft wird noch mehr Bewegung auf dem Milchmarkt stattfinden."

(Quelle und ausführlich weiter lesen: -> http://www.agrarheute.com/milch_und_rind/milchproduktion/die_krisenherde_.html?redid=330054)

Bild entfernt.

Der Butterpreis in Hannover sprang diese Woche nochmals fast 5 % nach oben

Geschrieben von Richard Ebert am
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