Milch: Preise für Magermilchpulver geben deutlich nach
Milchdauerwaren: Ruhige Nachfrage am internationalen Markt
ZMB/pd, Kempten/Hannover (20.10.10) - auszugsweise - Die Milchanlieferung in Deutschland ist weiter rückläufig. In der 40. Woche erfassten die Molkereien laut ZMB 1,2 Prozent weniger Milch als in der Vorwoche. Der Vorsprung zum Vorjahr sank auf 2,2 Prozent.
Butter: Normaler Absatz
Das Preisniveau von Butter ist auch in dieser Berichtswoche erneut unverändert. Laut Butter- und Käse-Lagebericht der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten wird Markenbutter bei stabilen Preisen normal abgesetzt. Die Preise für geformte Markenbutter notieren in Kempten weiter zwischen 3,84 und 3,90 Euro je Kilo. Die amtlichen Notierungskommissionen in Hannover melden ebenso unveränderte Preise zwischen 3,85 und 3,95 Euro je Kilo. Insgesamt zeigt sich der Buttermarkt leicht belebt.
Magermilchpulver: Ruhige internationale Nachfrage
Die Lage am Markt für Magermilchpulver ist von einem ruhigen Marktgeschehen gekennzeichnet. Bei den Werken gehen nur wenig Anfragen ein und so werden auch kaum Kontrakte geschlossen. Die Verwender am Binnenmarkt dürften noch gewissen Bedarf für das vierte Quartal und größeren für das erste Quartal 2011 haben. Im Moment überwiegt aber ein sehr abwartendes Nachfrageverhalten, während die Hersteller abgabebereit sind. Auch die Anfragen für den Export in Drittländer sind derzeit recht begrenzt, zumal die Konkurrenzfähigkeit der EU wechselkursbedingt seit einigen Wochen verschlechtert ist. Insgesamt wird aber von einer ruhigen Nachfrage am internationalen Markt berichtet. Die Preise für Lebensmittelware liegen etwas abgeschwächt gegenüber der Vorwoche zwischen 2.100 und 2.250 Euro je Tonne. Die Preise für Futtermittelware haben ebenfalls weiter nachgegeben und tendieren bei ruhigem Geschäft zwischen 1.920 und 1.970 Euro je Tonne.
Vollmilchpulver: Ruhiges Geschäft
Das Geschäft mit Vollmilchpulver ist ebenfalls ruhig, vor allem was den Export betrifft. Die Preise sind insgesamt uneinheitlich zwischen 2.670 und 2.800 Euro je Tonne. Obwohl teilweise günstigere Offerten vorliegen, ist die EU am Weltmarkt kaum konkurrenzfähig. Die Preise beim Global-Dairy-Tender haben am 19. Oktober 2010 im Schnitt um 1,1 Prozent nachgegeben.
(Quelle: http://www.agrarheute.com/butter_und_kaese2010)
Kassamarkt: Einbruch der Milchpulver Preise
Die Eurex veröffentlichte heute wie jeden Mittwoch den aktuellen Index für Butter und Milchpulver. Während der Butter Index mit minus 8 auf 3.740 Euro nahezu stabil blieb, ging es bei Milchpulver (siehe oben, rote Linie) mit minus 65 auf 2.168 Euro steil abwärts. Der heutige Milchpulver Index entspricht dem tiefsten Stand seit einem halben Jahr und einem Rückgang von 12 % seit dem Jahreshoch im Mai dieses Jahres.
Terminmarkt: Unverändert
Unbeeindruckt vom Kassamarkt schlossen die Oktober Futures in Frankfurt unverändert, Butter wurde bei 3.713 und Milchpulver bei 2.238 Euro getaxt.
Am Terminmarkt in Paris gab es am dritten ebenfalls keinen Handel. Ernst zu nehmende Orders lagen nur zwei im Markt, zum Kauf von März Milchpulver bei 2.000 Euro und Verkauf von Juli Milchpulver zu ebenfalls 2.000 Euro.
Ergebnisse der Internationalen Internetversteigerung 19. Okt.10 für neuseeländische Milchprodukte
Angesichts der starken Exportorientierung der europäischen Preisfindung für Milch und Milchprodukte kommt es wesentlich auf die Kurse an, die der wettbewerbsstärkste Anbieter auf dem Weltmarkt vorzuweisen hat. Die neuseeländische Milcherzeugung ist zwar gerade nur doppelt so groß wie die bayrische, aber mit einem Handelsanteil von über 30 % am Weltexport sind die dort erzielten Preise von richtungsweisender Bedeutung.
FONTERRA als größte Molkerei veranstaltet zweimal im Monat eine internationale Internetauktion für Milchprodukte. Die Ergebnisse vom 19. Okt 10 lieferten erwartungsgemäß im Durchschnitt aller Produkte ein Minus von 2,5 % gegenüber der Auktion Anf. Okt.10. Dabei schnitt MMP mit – 4,5 % am schlechtesten ab, während die VMP- und Butterkurse mit -1,1 bzw.-1,2 % im Durchschnitt aller Liefertermine moderat ausfielen. Angesichts des vergleichsweise hohen Preisniveaus, das 22 % über dem zehnjährigen Durchschnitt liegt, ist die jüngste Preisentwicklung nicht als besorgniserregend anzusehen. Interessant ist die Beobachtung, daß für den Lieferzeitraum Apr. bis Jun. 11 die Butterpreise wieder um + 3,2 % anzogen. Das unterstützt die Argumentation, daß die Milchpreise auch im ersten Halbjahr 2011 auf vergleichsweise hohem Niveau bleiben dürften. Vom staatlich garantierten EU-Interventionspreisniveau heben sich die Marktpreise zwischen 25 und 40 % nach oben ab.
Mit freundlichen Grüßen
Bre