Richard Ebert
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Milch: Preise haben im 2010 um 6 Cent zugelegt

Milchpreisvergleich: In 2010 im Mittel 31,1 Cent

AMI, Bonn - Die Milcherzeugerpreise haben 2010 in Deutschland kräftig zugelegt. Nur sieben der insgesamt 124 koventionell Milch verarbeitenden Molkereien blieben hinter der 30- Cent-Schwelle zurück. Die höchsten Milchpreise erzielten erneut die süddeutschen Erzeuger.

Wie die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) mitteilte, haben alle 124 im Milchpreisvergleich vertretenen Molkereien und Liefergruppen ihre Auszahlungsleistung angehoben, wobei es nahezu durchgängig gelang, die 30-Cent-Marke zu durchbrechen.

Der Vergleichspreis für ein Kilogramm Milch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß sowie einer Jahresanlieferung von 500 t lag 2010 im bundesweiten Mittel bei 31,1 Cent. Damit haben die Landwirte laut AMI rund 6 Cent mehr für ihre Milch erhalten als ein Jahr zuvor. Zur richtigen Einordnung muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Referenzgröße das Krisenjahr 2009 war, in dem die Milchpreise einen historischen Tiefststand erreicht hatten. Zudem muss der kräftige Anstieg der Vergleichspreise auch vor dem Hintergrund der gestiegenen Betriebsmittelkosten gesehen werden.

Überdurchschnittlich gestiegen sind die Milchpreise im Norden mit einem Plus von 7,2 Cent/kg und im Osten mit 6,3 Cent/kg. Die in diesen Regionen angesiedelten Molkereien profitieren von den festen Tendenzen von Milchpulver und Butter. Bei den Molkereien, die verstärkt Milchfrischprodukte erzeugen, fiel die Steigerung nicht so hoch aus. Im Westen und im Süden fiel der Zuwachs mit 5,3 Cent/kg und 5,1 Cent/kg hingegen geringer aus.

Von 29,3 bis 34,0 Cent/kg

Bei einer Jahresanlieferung von 500 t bewegten sich die Auszahlungspreise in einem Korridor von 29,3 und 34,0 Cent/kg. Die bundesweit höchsten Auszahlungspreise erzielten die Lieferanten der FrieslandCampina GmbH in Köln mit 34 Cent/kg. Auch ihre Kollegen aus Heilbronn sowie die Lieferanten der Schwarzwaldmilch GmbH, der Hohenloher Molkerei und der Molkerei Grafschaft Hoya reihen sich auf den oberen Plätzen ein, die - wie im Jahr zuvor – von Markenartiklern und Käseherstellern aus Bayern besetzt wurden. Die süddeutschen Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Durchschnitt denn auch 0,6 Cent mehr aus. Der Abstand zwischen dem schlechtesten und dem besten Auszahler betrug in 2010 nur noch 3,7 Cent (Vorjahr: 5,4 Cent).

Biomilch bringt 9,2 Cent mehr

Biomilchproduzenten erhielten im bundesweiten Durchschnitt 9,2 Cent mehr für die Milch. Im Vergleich zu 2009 hat der Auszahlungspreis nochmals leicht, um 1,7 Cent, auf 40,3 Cent zugelegt. Die höchste Auszahlungsleistung gewährte die Allgäuer Emmentaler-Käserei Leupolz mit 43,7 Cent, den niedrigsten Preis mit 36,7 Cent zahlten die Albflor Milchwerke aus (Biomilchpreise wurden für eine Jahresmilchleistung von 150 t berechnet).

Für den Milchpreisvergleich 2010 hat die AMI 124 konventionelle und 29 Bio- Molkereien ausgewertet.

(Quelle und ergänzende Informationen: http://www.elite-magazin.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1278:milchpreisvergleich-in-2010-im-mittel-311-cent&catid=1:meldungen )

Bild entfernt.

Kräftig zugelegt haben auch die Umsätze im Butter Terminhandel an der Eurex in Frankfurt. Die Zahl der offenen Kontrakte stieg im August von 10 auf 254 Kontakte = 12.700 Tonnen. Der Handel wird immer liquider.

Geschrieben von Richard Ebert am
Geno-Bauer
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Jetzt, wo das Kartellamt aktuelle Milchpreisvergleiche nahezu verboten hat, wird der Börse eine bedeutendere Rolle bei der Preisfindung zu kommen. Zumindest die Erzeuger werden sich verstärkt daran orientieren müssen, mangels anderer Quellen.

Es wäre die Frage,ob man dann nicht doch einen Kontrakt auf Rohmilch einführt. Wenn die Quote fällt wird Bewegung in die Milchszene kommen. Ob sich die Molkereien dann leisten können einzelnen Erzeuger, die keine langfristigen Verträge abschliessen wollen, von der Anlieferung auszuschiessen, ist fraglich.

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