Richard Ebert
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12 Jahre 9 Monate

Milch / Schweine: Trotz oder wegen Wachstum massiv überschuldet !

Ein Beitrag, den auch die Schweinemäster aufmerksam lesen sollten.

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Trotz oder wegen Wachstum massiv überschuldet!

elite-magazin.de (28.09.12) - Die Kreditbelastung der dänischen Milchbauern hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Der Durchschnittsbetrieb steht mit drei Millionen Euro in der Kreide – Folgen eines massiven betrieblichen Wachstums. Ein Teufelskreis.

Eine vom Beratungsunternehmen des Landwirtschaftverbandes LF durchgeführte finanzielle und wirtschaftliche Analyse kommt zu dem Schluss, dass der durchschnittliche dänische Milcherzeuger mit rund drei Millionen Euro in Form von Darlehen bei den Banken in der Kreide steht. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Fremdkapitalbelastung um satte 140.000 Euro. Zurückzuführen ist die Fremdkapitalzunahme u.a. auf die verstärkten Investitionen, von durchschnittlich rund 75.000 Euro pro Unternehmen.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.elite-magazin.de/news/Trotz-oder-wegen-Wachstum-massiv-ueberschuldet-952460.html )

Bild entfernt.

Milchpulverkurse Oktober 2012 an der Eurex Frankfurt

Geschrieben von Richard Ebert am
Muehlenbach
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12 Jahre 9 Monate

Reingefallen; Herr Ebert.
Denn in DK wird der Hof nicht vererbt; sondern an die Nachfolgende Generation verkauft.
Daher die sehr hohen Summen.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

papuawenzel
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@ Muehlenbach [#2]

Ist in NL auch so oder ?

ARIE
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Papuawenzel.

Guten tag

In holland kan man verkaufen naturlich dass ist immer frei , aber esgibt ach mogelichkeiten zu verereben gegen ein niederige preise (ich schatze halbe marketwerte ) und dass wird acceptiert bei die steur leute .

gruss // A. Graveland

Richard Ebert
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@ Muehlenbach [#2]

Könnten Sie etwas näher ausführen, wie das funktioniert mit den Verkäufen von massiv überschuldeten Betrieben ?

Dazu sollten wir vorher das Wort Überschuldung klären. Wikipedia schreibt dazu:

Überschuldung

Es existieren unterschiedliche Definitionen von Überschuldung. Gemeinsam ist diesen, dass die Verschuldungshöhe der betreffenden Schuldner jeweils definierte Größenordnungen übersteigt. Ab diesen Größenordnungen wird angenommen, dass die Schuldner sich in einer krisenhaften finanziellen Situation befinden, insbesondere mit der Implikation, dass die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsproblemen gegenüber Gläubigern zunimmt, gegebenenfalls auch das Risiko von Insolvenzen der Schuldner steigt.

(Quelle und ausführlich lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberschuldung )

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Muehlenbach
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Gerne doch; obwohl schon bereits mehrfach erklärt.
Zum einen ist das eine Investition; genaus wie in anderen Bereichen der Industrie auch ( Firmenübernahmen durch Aktienverkäufe o.ä.).
Der Landwirt kauft in diesem Falle den Betrieb von seinem Vorgänger mit einem Endzeitdarlehen; sprich die fällige Summe ist am Ende ( VErkauf) fällig.
In der "Nutzungszeit" zahlt der Landwirt lediglich die Zinsen; die in bestimmten Zeiträumen fest sind.
Gewinne; die er im Laufe seines Handels macht; werden entweder im Betrieb investiert ( vergrössert) oder ausserbetrieblich eingesetzt.
Am Ende seiner Laufbahn verkauft der Landwirt dann seinen Besitz an seinen Hofnachfolger oder Landwirten oder sonstwen; der resultierende Verkaufspreis abzüglich des Kaufpreises zzgl. eingesetzter Einlagen zzgl. Wertsteigerungen stellt dann seine Altersvorsorge dar.
Soweit so gut.
Dort ist es auch ganz normal; dass der Landwirt höchstens 20% Eigenkapital ( ebend die Gewinne und Wertsteigerungen) hat; wie in der Industrie üblich.
"Leider"; und das ist das Problem; gibt es in den letzten zwei Jahren keinen Wertzuwachs im Bodenmarkt mehr; nein es gibt sogar eine "Bodendeflation"; hauptsächlich darauf beruhend; dass die restriktive Umweltpolitik den Reinertrag nach oben hin deckelt sowie der schlechten Lage in der Landwirtschaft ( weniger sind bereit dort zu investieren aufgrund der schlechten Ertragssituation).
Da die meisten Landwirte ihre Gewinne in getrennten Betriebszweigen investieren; haben die Dänischen Banken nun massiv Probleme; denn wenn der Landwirt seinen Betrieb verkauft und ebend nicht den Kaufpreis aufgrund o.g. Gründe erzielt; bleibt die Bank auf Restforderungen sitzen; da die Gewinne ja nicht greifbar sind ( da quasi getrennte Unternehmen).
Da liegt der Hase im Pfeffer.
Das währe hier in Deutschland genauso ein Problem; wenn nicht die Erbfolge ganz anders Gesetzlich geregelt währe.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#6]

Danke für die ausführliche Erklärung. Diese Handhabung kann, wie Sie es wohl selbst ähnlich sehen, wie bei den US-Immobilien, die von Privatpersonen ohne Eigenkapital mit 100 % Fremdfinanzierung erworben wurden, zu einer finanziellen Katastrophe mit Dominoeffekt für die gesamte Landwirtschaft werden.

Massiv überschuldete Betriebe zu erwerben wäre für mich nie eine Lösung.

Der Landwirt kauft in diesem Falle den Betrieb von seinem Vorgänger mit einem Endzeitdarlehen; sprich die fällige Summe ist am Ende (Verkauf) fällig.

Da stelle ich mir vor, ein 20-jähriger (K) kauft einen landwirtschaftlichen Betrieb von einem sechzigjährigen (V). Die Zahlung ist fällig, wenn er selbst (K) nach 50 Jahren mit 70 Jahren aufhört. Der sechzigjährige Verkäufer (V) bekommt dann, theoretisch bereits 110 Jahre alt, die Auszahlung.

Habe ich das richtig verstanden ?

Falls es im Internet eine ausführliche Darstellung des Systems gibt, bitte ich um einen Link.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Richard Ebert [#7]

Der 20-jährige kauft den Betrieb mit Hilfe eines Darlehens (von einer Bank). Diese Summe bekommt der Verkäufer (sechzigjährige).

Der heutige Käufer, verkauft seinen Betrieb zum Zeitpunkt wenn das Endfällige Darlehen fällig wird, an einem nachfolgenden Käufer, mit der Hoffnung, das der Betrieb mehr Wert ist, und er somit seine eigenen Rentenzahlungen finanzieren kann.

Gruß
Lukas

D
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Wenn ich es richtig verstanden habe, wird ein Großteil dieser Kauf-Kredite über Bodenkreditinstitute abgewickelt, d.h. der Vater tilgt das Darlehen mit dem Verkaufspreis, den der Sohn zahlt und wiederum ein Darlehen bei dem Kreditinstitut bekommt. Diese Kreditinstiute beleihen einen (Groß?)-Teil des Wertes des Hofes, der Rest stammt aus Eigenmitteln oder anderen Darlehen von normalen Kapitalmarkt.

Richard Ebert
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Danke für die Beiträge.

@ Lukas [#8]

Der heutige Käufer, verkauft seinen Betrieb zum Zeitpunkt wenn das Endfällige Darlehen fällig wird

Nehmen wir an der Käufer ist 20 Jahre alt.

- Wann wird das Darlehen endfällig ? Ist das ein fester Termin ?

- Was passiert wenn der "heutige" Käufer vor Rückzahlung stirbt ?

- Was ist wenn er von für "massiv überschuldeten" Betrieb keinen Verkäufer findet oder nur zu einem Preis weit unter dem, den er bezahlt hat ?

- Was ist wenn - durch was auch immer - die Betriebspreise zwischenzeitlich fallen (siehe Finanzkrise ausgelöst durch fallende US Immobilienpreise bei Vollfinanzierung durch die Banken) und er eine Nachzahlung leisten muß ohne Kapital zu haben oder zu bekommen ?

Das sind für mich keine theoretischen sondern praktische Fragen. Zumal wir alle nicht wissen, wie sich die Milchwirtschaft in Dänemark und Europa nach der Freigabe der Milchpreise entwickeln wird. Neue Milchseen, die nicht mehr mit EU-Mitteln finanziert werden, könnten die Preise ins Bodenlose fallen lassen.

Und nochmals die Frage an alle, ob es mehr im Internet nachzulesen gibt.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ganz einfach; stirbt der Betriebsleiter und keiner der Familie macht weiter; dann gehört der Betrieb der Bank; die dann die Abwicklung macht.
Fällig wird das Endzeitdarlehen je nach der verhandelten Zeit; entweder wird der Betrieb dann übergeben oder man verlängert dann nochmal.
Der Betriebsleiter muss garkeinen Käufer o.ä. finden; denn den übernimmt immer dann die Bank ( schliesslich will die ihr Geld ja auch wiedersehen).
Und genau deshalb haben die grossen Dänischen Agro-Banken ( nennen wir es mal so) auch momentan massiv Probleme; denn die Betriebe sind nun weniger Wert und haben keinen Verkaufsmarkt.
Der bisherige Besitzer hat sein bis dato verdientes Geld nie in die quasi "Meier/Müller/Schulze GmbH" investiert; sondern in ein eigenes Haus in der Stadt; oder auf dem Land; in einem eigenen Schweinemaststall; in eigenes Land; in einer WKA oder sonstwas; quasi genaus wie es in der Deutschen Industrie auch so üblich ist.
Fragen Sie doch mal unsere Abnehmer; wieviel Eigenkapital denn so ein Schlachtbetrieb hat; 10%?30% das ist schon eine Hausnummer...
Deswegen haben auch die weitermachenden Betriebe in DK ein Finanzierungsproblem; weil die ebend kein Eigenkapital in den Betrieb investieren wollen und die Bank das aufgrund o.g. Gründe nicht mehr finanzieren will.
Das nennt man Kreditklemme.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#11]

Vielen Dank, das war gut verständlich für mich.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

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