Richard Ebert
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Milch: Terminmärkte werden von Molkereien prinzipiell begrüsst

Jahrestagung der Export-Union für Milchprodukte - Milchmarkt gefestigt - Verarbeiter nutzen Terminmärkte kaum

Agrarheute.com / AgE, Hamburg (18.10.10) - Die neu geschaffenen Möglichkeiten zur Preisabsicherung für Milchprodukte an den Warenterminmärkten werden von Molkereimanagern zwar prinzipiell begrüßt, aber bisher an der Börse kaum genutzt.

Das ist bei der Jahrestagung der Export-Union für Milchprodukte in Hamburg deutlich geworden, wo das Thema Warenterminbörsen Anfang Oktober erörtert wurde. Für die Instrumente, die die Frankfurter Warenterminbörse Eurex zum Risikomanagement auf volatilen Milchmärkten anbietet, warb dort Dr. Carsten Becker.

Argumente für eine Preisabsicherung an den Börsen sieht er unter anderem durch

* verstärkte Preisvolatilitäten,
* bedingt unter anderem durch rückläufige Lagerhaltung,
* Spekulationseffekte auf den physischen Märkten sowie
* kontinuierlich steigende Angebots- und Nachfragemengen.

Als Vorteile stellte er die Standardisierung der Kontrakte an den Warenterminbörsen heraus. Zusammen mit der "Entpersonalisierung der Vertragsabschlüsse" ermögliche die Standardisierung, eingegangene Verpflichtungen jederzeit vor Fälligkeit glattstellen zu können. Zentraler Vertragspartner beim Börsenhandel sei das Clearinghaus, das den ordnungsgemäßen Handel sicherstelle.

Warenterminbörsen: Gute Möglichkeit zur Preisabsicherung

Als gute Möglichkeit zur Preisabsicherung sieht Becker die Warenterminbörsen beispielsweise, um langfristige Lieferbeziehungen für Massenware wie Magermilchpulver aufzubauen und dabei über die Börse Risiken durch Preissprünge abzufedern, indem man ein bestimmtes Preisniveau absichert.

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Stabile Marktlage

Die Jahrestagung der Export-Union fand in einer Zeit relativ guter Milcherzeugerpreise von zuletzt mehr als 30 Cent/kg statt. Anders als in den Vorjahren sind zudem die Auszahlungsspannen zwischen den Molkereien verhältnismäßig schmal geworden und reichten im Sommer von 28 Cent bis knapp 33 Cent. Wie der zusammen mit Karin Monke neu gewählte Geschäftsführer der Export-Union für Milchprodukte, Dr. Björn Börgermann, in Hamburg betonte, ist die Marktlage momentan recht fest.

Frischmilch: Preisverhandlungen stehen an

In den nächsten Wochen stehen für die Milchverarbeiter erneute Preisverhandlungen für Frischmilch auf der Tagesordnung. Kürzere Abschlüsse sind hingegen derzeit am Buttermarkt üblich. Da es laut Branchenbeobachtern zuletzt häufig als günstiger eingestuft wurde, Sahne direkt zu vermarkten als zu Butter zu verarbeiten, scheint in diesem Bereich ein Preislimit erreicht.

Haushaltsausgaben in Südeuropa höher

Wie Franz-Josef Lange vom Marktforschungsinstitut Europanel bei der Jahrestagung der Export-Union deutlich machte, liegt Deutschland im Vergleich zu anderen mittel- und südeuropäischen Staaten bei den Ausgaben für Molkereiprodukte weit unten. Laut Langes Prognose geben die Haushalte in diesem Jahr voraussichtlich im Schnitt 315 Euro für Milchprodukte aus, nach 335 Euro im Jahr 2008, als die Preise kräftig geklettert waren. In Italien wendet ein Haushalt hingegen schätzungsweise 580 Euro für Molkereiprodukte auf, in Spanien 450 Euro sowie in Österreich 400 Euro. Ausschlaggebend für die hohe Wertschöpfung in Italien ist der Käsesektor, nicht nur bei Hartkäse wie Parmesan. Wie Lange erklärte, vollziehen sich in Italien fortwährend Ausgabensteigerungen im Käsebereich, vor allem bei Frischkäse.

Höhere Wertschöpfung erzielen

In Polen, wo die Menschen eine deutlich niedrigere Kaufkraft haben als in Deutschland, geht Europanel pro Haushalt immerhin von 192 Euro an Ausgaben für Milchprodukte aus. Vor diesem Hintergrund appellierte Lange, die Branche brauche mehr Wertschöpfung für höhere Preise. Gleichzeitig betonte er, die Höchstpreise im Jahr 2008 hätten die Verzehrsmengen für Milchprodukte nicht tangiert. Ein Wachstum durch Konsumsteigerung sei kaum mehr möglich, so der Marktspezialist vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung.

Stabile Preistendenz in Ozeanien

Die Aussichten für die Milchviehhalter in Europa werden in den kommenden Monaten aber auch von Witterungseinflüssen in Übersee abhängen. So sind die neuseeländischen Erzeuger auf der Südhalbkugel relativ spät in die Saison gestartet, denn nach einem recht harschen Winter begann dort die Vegetationsperiode verspätet. Die noch vor einiger Zeit gehegte Erwartung eines Produktionszuwachses in zweistelliger Höhe scheinen vor diesem Hintergrund nicht erreichbar, was sich wiederum dämpfend auf das Angebot am Weltmarkt auswirken dürfte. In Reaktion auf die neuen Entwicklungen wurden die Butternotierungen in Ozeanien laut Kommissionsangaben zum 6. Oktober gegenüber dem 21. September 2010 um 2,4 Prozent angehoben. Die Vollmilchpulverpreise legten in ähnlicher Größenordnung zu. Einiges wird für die Lieferanten in Neuseeland und in der Europäischen Union in den kommenden Monaten auch von Wechselkursentwicklungen abhängen.

(Quelle: http://www.agrarheute.com/milchmarkt_gefestigt)

Terminmarkt: Freundliche Tendenz

An der Eurex wurden die Kurse heute herauf getaxt, für Magermilchpulver Oktober um 50 auf 2.238 Euro, für Butter Oktober um 13 auf 3.710 Euro.

Bild entfernt.

Start des Terminhandels in Paris scheitert an der Technik

An der Nyse-Liffe-Euronext in Paris sollte heute der Terminhandel im Magermilchpulver beginnen. Er wurde jedoch auf morgen verschoben.

LCH.Clearnet To Clear Skimmed Milk Powder Futures Contracts

18/10/10 - LCH.Clearnet SA (LCH.Clearnet) is set to clear Skimmed Milk Powder (SMP) Futures Contracts traded on NYSE Liffe. Increasing price volatility in European and international dairy markets means both producers and market participants are looking to manage exposure to price risk through cleared trading opportunities.

Cleared SMP futures contracts will enable market participants to benefit from efficient price risk management, reduced credit risk, enhanced capital efficiency and the operational resilience of reliable and secure systems. The service is a natural extension to LCH.Clearnet’s commodities offering which has over 40 years proven experience.

The contracts will be traded in multiples of 24 tonnes, and will be delivered in January, March, May, July, September and November. Physical delivery will be carried out at delivery points that are within a 150km radius of Antwerp, Hamburg or Rotterdam, making this the vastest delivery zone in Europe. The first delivery will take place in March 2011. SMP contracts will be cleared through LCH.Clearnet’s standard derivatives clearing system.

Christophe Hémon, CEO of LCH.Clearnet SA said: “Skimmed Milk Powder is a valuable addition to our broad range of existing futures and options contracts. Volumes in the commodities segment have increased significantly over the past year and we believe that this trend will continue. It demonstrates our commitment to extending our clearing services in line with client and market demand.”

Geschrieben von Richard Ebert am
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