Milch: Weltmarkt zeigt sich fest
LEL, Schwäbisch Gmünd (01.06.11) - Der Weltmarkt zeigt sich weiterhin fest, obwohl die Anlieferungen in den USA (Jan.-Apr.: +2,0 %) und der EU (Jan.-Mrz.: +2,6 %) weiter steigen.
Auch Neuseeland hat 2010 rund 4 % mehr gemolken. Allerdings erzeugt Russland trockenheitsbedingt weniger (2010: -2,1 %). Im ersten Quartal konnten die EU-Exporte weiter gesteigert werden (Käse: +14,3 %, MMP: +25,6 %). Trotzdem tendieren die Märkte in der EU im März und April schwächer, was auf die beachtlichen Produktionssteigerungen und den starken Euro zurückzuführen ist.
Irland lag im 1. Quartal 17,2 % über Vorjahr, Frankreich 7,0 % und Großbritannien 4,6 %. Wetterbedingt schrumpfen die Zuwächse, in Frankreich lagen sie Anfang Mai noch bei +2 %, aktuell wird dort weniger als im Vorjahr erzeugt. In Deutschland wurde Mitte Mai die Anlieferungsspitze überschritten. Für das 1. Quartal liegen die Anlieferungsmengen 2,9 % über Vorjahr, aktuell sind es noch 1,6 %. Bei der zu erwartenden knapperen Futterversorgung 2011/12 dürfte der Vorsprung weiter zurückgehen.
Das Quotenjahr 2010/11 ging mit einer deutschen Quotenausnutzung von ca. 99,3 % zu Ende. Insgesamt wurde 2,4 % mehr Milch geliefert. EU-weit kam es nicht nur in den Niederlanden und Dänemark, sondern auch in Österreich, Irland und Belgien zu Superabgaben.
An die Erzeuger wurde in Deutschland im März 33,5 ct/kg ausbezahlt (+6,2 ct/kg gg. VJ., bei 4,0 % Fett). In Baden-Württemberg lag der Auszahlungspreis bei 34,1 ct/kg (+6,2 ct/kg gg. Vj.), im April wird ein Erzeugerpreis von 34,3 ct/kg erwartet und auch für Mai ist mit weiteren leichten Befestigungen zu rechnen.
Der deutsche Erzeugerpreis für Bio-Milch (bei 4,2 % Fett) konnte sich 2011 kontinuierlich bis auf 42,3 ct/kg im April befestigen. Ein weiterer Anstieg bis 45 ct/kg wird erwartet. Der Kieler Rohstoffwert zeigte sich im Mai mit 34,8 ct/kg gegenüber April wieder etwas fester. Zur Spitze im März von 39,1 ct/kg fehlen wegen der niedrigeren MMP-Preise jedoch 4,3 ct/kg. In den Niederlanden konnte sich die Spotmarkt-Notierung in Folge höhere Fett- und Eiweißpreise mit aktuell 35,5 ct/kg (bei 4,4 % Fett) wieder deutlich erholen, nachdem im April ein Einbruch von 7,5 ct/kg zu verzeichnen war.
Bei Butter haben die Weltmarktpreise auf 5,1 $/kg angezogen. Wegen des starken Euros schlägt dies jedoch nicht auf den EU-Markt durch, in Deutschland wurden zuletzt 4,02 €/kg für Blockware notiert. Die Nachfrage hat sich Mitte Mai deutlich belebt. Neue Preisabschlüsse dürften auch wegen der hohen Rahmpreise höher ausfallen.
Die Pulvermärkte tendieren nach dem schwächeren März und April wieder fester. Am Weltmarkt werden derzeit 3,58 $/kg erzielt. Die deutschen Notierungen konnten sich zuletzt auf 2,4 €/kg für Lebensmittel- und 2,15 €/kg für Futterware befestigen. Die Exportnachfrage hat sich wieder belebt, allerdings agieren wichtige Importeure wie Russland und Algerien derzeit zurückhaltend. Der Käsemarkt scheint die Preisspitze mit 3,57 €/kg für Edamer und 3,64 €/kg für Gouda gesehen zu haben. Zwar läuft der Mengenabfluss im Inland zufriedenstellend, im Export wird jedoch von Zurückhaltung, v.a. aus Russland berichtet. Entsprechend normalisieren sich die Bestände wieder.
(Quelle: http://www.landwirtschaft-bw.info/pb/,Lde/Startseite )
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