Richard Ebert
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Milch: Wütende Bauern besuchen Landvolk Präsidenten

Wütende Bauern besuchen Landvolkpräsident

Von Gisela Webs

Topagrar.com (06.10.09) - Über 200 Bauern mit 100 Treckern besuchen den Niedersächsischen Landvolkpräsidenten Werner Hilse auf seinem Hof in Warpke zum Erntedank. Sie kamen nicht, um ihm zu danken, sondern um auf die verzweifelte Situation vieler Betriebe, insbesondere der Milchviehhalter, aufmerksam zu machen und um eine schnelle Lösung zu verlangen.

Über 200 Bauern mit 100 Treckern besuchen den Niedersächsischen Landvolkpräsidenten Werner Hilse auf seinem Hof in Warpke zum Erntedank.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.topagrar.com/?option=com_fireboard&Itemid=427&func=view&id=16640&catid=15)

Geschrieben von Richard Ebert am
Spekulatius_Maximus
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Huch, ich dachte schon, dass Sie, Herr Ebert, die Meinung der letzten 5 Zeilen haben, aber auf dem zweiten Blick wird deutlich, dass das die Meinung eines x-beliebigen Internetnutzers ist.

Vielleicht ist die MLPD ja etwas für die vom Landvolk enttäuschten Bauern, die beobachten das Geschehen sehr genau:

"06.10.09 - Milchbauern demonstrierten in Brüssel

Am Rande des Treffens der europäischen Agrarminister am Montag in Brüssel demonstrierten hunderte Milchbauern mit ihren Traktoren im Brüsseler Europaviertel. Das Tagungsgebäude musste zeitweise gesperrt werden. Die wütenden Bauern warfen mit Eiern, mit Milch gefüllten Ballons und China-Böllern, berichteten Augenzeugen. Die Milcherzeugerpreise wurden im Zuge der Wirtschaftskrise drastisch auf zum Teil unter 20 Cent pro Liter gedrückt, während die Einzelhandelskonzerne trotz Verbraucherpreisrückgänge ihre Gewinnspanne hoch gehalten haben."

Quelle: http://www.rf-news.de/2009/kw41/06.10.09-2013-milchbauern-demonstrierten-in-bruessel/

MfG S_M

riggert
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Schade das auch in diesem Forum derartige Beiträge eingestellt werden.Der Wahrheitsgehalt des Beitrages von Frau Webs sowie des unbekannten Users liegt was die Behauptungen zum Landvolk und Herrn Hilse betrifft bei null.

Ein Grundsatzgedanke zu dem Thema BDM gegen Bauernverband:

Frau Webs ist kein Mitglied im Landvolk, was also berechtigt Sie vom Landvolk zu fordern es soll sich für Ihre Richtung einsetzen ? Das ist ja so als ob die Mitglieder das HSV beim FC Bayern demonstrieren und verlangen das er dafür sorgen soll das der HSV Meister wird.

picprofi
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@ riggert

Hätte gern mal gewusst was von dem nicht Wahr ist ?

Ackerspezi
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Was ich einfach nicht verstehen kann, ist der Kampf gegen die Molkereien.
Wer den Absatz nicht hat, braucht keine Ware zu produzieren
Das Milkboard kann eine Möglichkeit sein, ähnlich des Nord-West-Preises bei den Schweinen, da muss man sich Gedanken machen. Da hat letztlich die ISN lange genug für gekämpft. Aber es ist bei der Milch ungleich schwerer, diesen Preis zu finden, als bei den Schweinen, da die Transportlogistik ds Problem ist und das Euter kann man noch nicht mal einen Tag zubinden. Ihr Mäster schreibt doch hier ständig, dass Schweine zurückgehalten werden sollen, um den Markt zu beeinflussen; das ist bei der Milch unmöglich. Auf alle Fälle müssen wir zur Kenntniss nehmen, dass die Politik keine Mehrheiten zur Verlängerung der Quote organisieren wird, dann wäre Deutschland der grösste Verlierer, wenn es um die Gesamtmengen geht. Über alles andere muss auch konstruktiv gestritten werden dürfen. Da darf keine Pauschalablehnung erfolgen- wie lange hat der Kampf mit den Biobetrieben gedauert - auch die Kraft hat man im Nachhinein sinnlos vergeudet. Es geht hier um mehr als nur reine Milchpolitik: Es geht m.E. um die Form des Wirtschaftens: viele der Protestler sehen die "bäuerliche" Landwirtschaft aussterben und das treibt sie um. Der ewige Zwang zum Wachsen, der in den letzten 20 Jahren ein Tempo aufgenommen hat, wo einem wirklich schwindelig werden kann, gerät in einen extremen Verdrängungswettbewerb. Neue künstlich geschaffene Konkurrenz ( Biogas mit großem flächenbedarf zu garantierten Preisen) wirbelt dazu den Pachtmarkt gehörig durcheinander. Wo Pächter und Verpächter schon seit Jahrzehnten gut zusammengearbeitet haben, steht plötzlich die Höhe der Pachtzahlung alleine im Vordergrund. All diese Faktoren summieren sich auf. Die Kollegialität geht gegen null, die Ellenbogen werden immer weiter ausgefahren. Da muss man sich schon gesamtgesellschaftlich fragen, ob denn alles nur wirtschaftlich gesehen werden kann. Dies sind Beobachtungen aus vielen Gesprächen, die einen doch ins Grübeln kommen lassen.

riggert
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Klar das ein Verband (e.V.) dessen Mitglieder Bauern sind solche aus ihren Reihen in Führungspositionen wählen die sich für den vor - und nachgelagerten Bereich einsetzen. Was für ein Schwachsinn.

Wer die Meinungsäußerungen unter dem genannten link liest dem wird deutlich auf welche Ebene der BDM angekommen ist. Wenn das alles so wäre wie die Truppen behaupten müsste die Mehrzahl der Milchbauern beim BDM Mitglied sein- nach deren eigenen Angaben sind es nicht mal 5 %.Soviel zur Mehrheit der Milchbauern. Weiterhin verstehe ich das Feindbild DBV nicht wenn Sie doch so stark sind und die Mehrheit vertreten können Sie doch über ihre Milchbauern ein Milchboard gründen und die Menge reduzieren. Dann ist die Menge gebündelt und sie haben Marktmacht - daran kann und will sie niemand hindern. Nur anscheinend machen die Milchbauern nicht mit.

Also aufhören Andere mit Dreck zubeschmeißen und für die eigene Sache mit fairen Mitteln kämpfen. Dazu gehört dann auch zu akzeptieren das nicht genug davon überzeugt sind und nicht mitmachen.

Was Ackerspezi besonders im letzten Absatz beschreibt, zeichnet das Bild der Gesamtgesellschaft treffend wider. Nicht nur in der Landwirtschaft war der Wandel und die Entwicklung zu größer, höher, weiter anscheinend ungebremst. Die Krise hat auch oft eine Sinnkrise ausgelöst. Das nachdenken ist mehr als angebracht. Ist Gewinnmaximierung alles im Leben ? Es bewegen sich die meisten innerhalb der Gesetze, also gibt es nur den Weg in neue staatliche Regeln wie in Diktaturen oder die Gesellschaft kommt alleine zu neuen besseren Werten und Zielen.Ich hoffe das letzte trifft ein und die Masse der Handelnden ist noch lernfähig. Die technischen Möglichkeiten werden immer irgendwo genutzt - Fortschritt auch wenn er negativ ist läßt sich nicht verbieten. Wir in einer weit entwickelten Wohlstandsgesellschaft müssen uns diesen Fragen stellen.

Das Problem ist komplex, das waren in der Kürze nur ein paar Gedanken dazu von mir.

Richard Ebert
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Das Aus kommt mit Verzögerung / Landvolkchef Beermann: Wir vertreten die Interessen aller Mitglieder

Walsroder Zeitung, Bad Fallingbostel (10.10.09) - Auf dem Flur im Grünen Zentrum hängt ein lustiges Bild mit knallbunten Kühen. Doch nicht nur den Milchbauern ist wegen der Tiefstpreise für Milch die Lust am Lachen vergangen. Auch beim Bauernverband ist die Stimmung nicht gerade auf dem Höhepunkt – weder auf Bundesebene noch vor Ort. Die jüngsten Protestaktionen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) haben auch vor dem Hof von Landvolkpräsident Werner Hilse und Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke nicht Halt gemacht. „Diese Art der Auseinandersetzung, die auch mit körperlicher Bedrohung einhergeht, ist kein Mittel der Auseinandersetzung, auch wenn es außer Frage steht, dass die Not auf den Höfen sehr groß ist“, hofft Kreislandwirt Heiner Beermann, dass Herbst und Winter nicht noch größere Turbulenzen mit sich bringen.

Landvolk-Klaus Grünhagen ist sicher, dass sich der Strukturwandel im Milchviehbereich verstärken wird. „Da erfolgt mit zeitlicher Verzögerung in den kommenden Jahren, was in anderen Bereichen schon in der Vergangenheit passiert ist“, blickt der Kreisgeschäftsführer nach vorne. Auch wenn die Politik sich veranlasst sehe, in diesem Produktionsbereich zu helfen, seien die Einwirkungsmöglichkeiten am Markt sehr begrenzt.

Staatliche Fördermaßnahmen bringen nicht das erwünschte Ziel oder verzögern das endgültige Ende nur. So sind die vom Bund und Land versprochenen Liquiditätshilfen für die Landwirtschaft recht unbürokratisch zu bekommen. 52 Betriebe im Landkreis haben davon Gebrauch gemacht, zwischen 8000 und 100.000 Euro beantragt. Der Haken beim Darlehn: Das erste Jahr ist tilgungsfrei, in den drei Folgejahren muss es aber getilgt sein. „Das Geld muss erstmal da sein. Das bedeutet, dass Betriebe, die diese Hilfe am nötigsten haben, das Geld nur mit erhöhten Zinsbelastungen oder auch gar nicht in Anspruch nehmen können“, beschreibt Heiner Beermann die Realität und lässt keinen Zweifel daran, „dass wir als Landvolkverband für alle Mitglieder da sind und die Interessen aller Mitglieder, nicht nur die der Milchbauern zu vertreten haben.

(Quelle: http://www.wz-net.de/?&artikel=109259755&red=21&ausgabe=)

Richard Ebert
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Milch-Bauern protestieren erneut gegen eigenen Verband

Volksfreund.de / sey, Koblenz (13.10.09) - Rund 100 Milch-Bauern aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz haben für heute morgen Proteste am Hauptsitz des Bauernverbands Rheinland-Nassau in Koblenz angekündigt. Nach Angaben eines Sprechers der Demonstranten fühlen sich die Milch-Landwirte von ihren Funktionären nicht mehr vertreten.

Rund 100 Milch-Bauern aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz haben für heute morgen Proteste am Hauptsitz des Bauernverbands Rheinland-Nassau in Koblenz angekündigt. Nach Angaben eines Sprechers der Demonstranten fühlen sich die Milch-Landwirte von ihren Funktionären nicht mehr vertreten.

Die teilweise mit Bussen anreisenden Bauern wollen gegen 11 Uhr an der Hauptgeschäftsstelle des Verbands eintreffen. Dort tagten am Dienstagmorgen die Kreisvorsitzenden, sagte Dietmar Johnen, ein Sprecher der Protestierer, im Gespräch mit volksfreund.de.

Die größtenteils aus der Eifel und dem Kreis Trier-Saarburg kommenden Landwirte werfen dem Bauernverband vor, sich nicht ausreichend für die unter dem Preisverfall leidenden Milch-Bauern einzusetzen. „Viele Bauern wollen deshalb heute aus Protest aus dem Verband austreten“, kündigte Johnen an. Der Bauernverband Rheinland-Nassau hat nach eigenen Angaben 19.000 Mitglieder.

(Quelle: http://www.volksfreund.de/Milch-Bauern-protestieren-erneut-gegen-eigenen-Verband;art1129,2228063)

Richard Ebert
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Man möchte nicht die Schlagzeilen haben, dass die Bauern ruiniert werden

Von Dirk Drazewski

wendland-net (15.10.09) - Der Bauernverband hat angekündigt, dass Hilfe für die Milchbetriebe kommt. 30 Cent pro Liter Milch sollen ab dem Jahresende bezahlt werden. Doch das reicht den Betrieben nach wie vor nicht, um überleben zu können, sagt Gisela Webs aus Quickborn. Sie ist Teamleiterin des Bund Deutscher Milchviehhalter, hat unter anderem die Proteste beim niedersächsichen Landvolkpräsident Werner Hilse organisiert.

Im Interview mit wendland-net, fordert Gisela Webs weiterhin einen fairen Milchpreis.

Wnet: Woher kommt Ihrer Einschätzung nach, die neue Zahl von 30 ct. pro Liter?

Wenn der Bauernverband das sagt, dann muss das Geld ja von den Molkereien an die Bauern kommen. Da muss man sich ja fragen, woher weiß der Bauernverband das auf einmal so schnell. Die Milchindustrie ist ja auch Mitglied im Bauernverand. Ich vermute, dass man die Bauern ruhig stellen will.

Wnet: Es reicht also nicht?

Das ist erst mal eine Besserung, aber das reicht ja nicht. Um kostendeckend zu produzieren, müssen wir immer noch die 40 ct haben, je nach Betrieb. Aber das mindeste ist für die Futterkosten, ohne Lohn 35 ct. Also das ist jetzt ein kurzes Versprechen, ein Hinhalten, aber reichen tut es nicht.

Wnet: Warum dann so ein Angebot?

Ich denke mal man möchte nicht die Schlagzeilen haben, dass die Bauern ruiniert werden. Das hat ja Unruhe gebracht. Und zwar bis an oberste Stellen. Die Kirche, die Politik, alle mischen sich ein.

Wnet: Wie wird es weiter gehen?

Also wir werden auf keinen Fall aufhören zu demonstrieren, wir werden dran bleiben Unser Ziel ist 2015, wenn die Quote fällt, einzustehen, dass wir eine flexible Mengenbegrenzung in Bauernhand haben. Wir werden niemanden mehr vertrauen, wir vertrauen nur noch auf uns selbst und wollen als Marktpartner im Handel ankommen, auf Augenhöhe: Die Bauern, Molkereien und der Lebensmittelhandel.

Video:

http://wendland-net.de/index.php/artikel/20091015/moechte-nicht-die-schlagzeilen-haben-dass-die-bauern-ruiniert-we

(Quelle: http://wendland-net.de/index.php/artikel/20091015/moechte-nicht-die-schlagzeilen-haben-dass-die-bauern-ruiniert-we)

Richard Ebert
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Milchbauern werfen Vorstand des Landvolk-Kreisverbands Grafschaft Diepholz Untätigkeit vor - „Funktionäre haben versagt“

Kreiszeitung.de / mks, Sulingen (23.10.09) - „Die Herrschaften sind nicht gerade fröhlich gestimmt“, teilte Geschäftsführer Wilhelm Bergmann den 33 Milchbauern mit, die sich vor dem „Grünen Zentrum“ versammelt hatten. „Und wir sind nicht zum Singen hier,“ hieß die postwendende Antwort aus der Mitte der Protestler, die dem Vorstand des Landvolkverbands am Mittwochabend ihren Austritt erklären wollten.

„Der Vorstand lässt sich nicht unter Druck setzen“, lautete die Botschaft von Bergmann, ein direktes Gespräch werde es laut mehrheitlichem Vorstandsbeschluss unter den gegebenen Vorzeichen nicht geben. Die Milcherzeuger waren am Mittwochabend vorgefahren, um dem Vorstand des Landvolks, der im Zentrum tagte, eine Erklärung abzugeben. „Gut bezahlte Funktionäre haben auf ganzer Linie versagt,“ lautet ihr Vorwurf. Ihre Forderung: eine Reduzierung der Angebotsmenge, Mengensteuerung und Absatzbelebung. „Unser Verband wartet darauf, dass einige Betriebe aufgeben müssen und dann genug für die anderen bleibt“, hieß es lakonisch aus ihren Reihen.

Geschäftsführer Bergmann versuchte, die Wogen zu glätten. Er verstehe Frustration und Depression und müsse „Agrarpolitik verkaufen“, die er nicht zu verantworten habe. Der Kreisverband habe stets das Gespräch gesucht, Kontakte zu Entscheidungsträgern vermittelt und sich bemüht, agrarpolitisch das Beste für die Mitglieder zu erreichen. Im Übrigen seien die Milcherzeuger nicht die einzigen Landwirte, die „von den Banken leben“.

Im Anschluss an eine heiße Diskussion mit Geschäftsführer Bergmann vor verschlossener Tür verlas Manfred Schmidt die Resolution, die dem Vorstand anschließend in schriftlicher Form zuging: Man wolle nicht zu einer Organisation gehören, die nur mit „Stillhalte-Parolen“ auf die katastrophale Situation der Milchviehbetriebe reagiere. „Landvolk-Funktionäre sollen nicht das Sprachrohr der Lebensmittelindustrie oder der Politik sein, sondern auch in schwierigen Situationen für die Interessen ihrer Mitglieder kämpfen – notfalls mit unpopulären Mitteln.“ Obwohl die EU nationale Möglichkeiten eröffnet habe, sei die Spitze des Landvolks untätig. Grundsätzlich stelle man den Landvolkverband jedoch nicht in Frage, gerade in Sulingen leisteten die Mitarbeiter hervorragende Arbeit.

Mit 19 Austritten und 14 Androhungen bekräftigten die Milchviehhalter ihren Standpunkt: „Wir sehen das als letztes Mittel, damit die verantwortlichen Personen ihre Starrköpfigkeit aufgeben oder von ihren Ämtern zurücktreten“, hieß es in der Erklärung. Namentlich genannt wurden Landvolkvorsitzender Lothar Lampe, sein Stellvertreter Adolf Oehlmann und Landvolkpräsident Werner Hilse.

Nach Rücksprache mit dem Vorstand bat Wilhelm Bergmann zu einem Gespräch am kommenden Mittwoch in der Hoffnung auf eine „diplomatische Lösung“. Für die Milchbauern ist das „Ende der Fahnenstange“ erreicht: „Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen – diskutiert haben wir genug“.

(Quelle: http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-diepholz/sulingen/funktionaere-haben-versagt-500447.html)

Richard Ebert
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Landvolkpräsident Hilse in Sulingen: „Dem Markt stellen“

Kreiszeitung.de / oti, Sulingen (07.11.09) - Die Protestaktion der Milchbauern beim Kreisverband Grafschaft Diepholz des Niedersächsischen Landvolkverbandes zeigt Wirkung. „Wir setzen auf Austausch und intensive Diskussion“, formulierte Kreislandwirt Lothar Lampe am Donnerstagabend im „Grünen Zentrum“. Gesprächspartner waren ausgewählte Vertreter der Milcherzeuger – und Niedersachsens Landvolkpräsident Werner Hilse.

Während der letzten Protestaktion in Sulingen Ende Oktober hatten 33 Milchbauern der Region im Zusammenhang mit dem Milchstreit nicht nur scharfe Kritik am Bauernverband geäußert, sondern zum Teil auch die Rücktritte von Funktionsträgern gefordert – unter anderem die von Kreislandwirt Lampe und Landvolkpräsident Hilse (wir berichteten). Die Kritiker werfen dem Berufsverband Untätigkeit vor. Man wolle nicht zu einer Organisation gehören, die nur mit „Stillhalte-Parolen“ auf die katastrophale Situation der Milchviehbetriebe reagiere.

„Mit Kritik an meiner Person kann ich leben“, formulierte Werner Hilse am Donnerstagabend in Sulingen. „Den Vorwurf, das Landvolk tue nichts, lasse ich nicht gelten.“

Der Landvolkpräsident verwies auf die Begleitung der Koalitionsverhandlungen der Bundesregierung durch den Bauernverband. 500 Millionen Euro seien in den kommenden zwei Jahren zur Stabilisierung der Milchwirtschaft vorgesehen. „Wir werden es aber nicht am Kuhschwanz packen können.“

Haltung des Bauernverbandes sei, nicht an der bisherigen Mengensteuerung durch Quotenregelungen festzuhalten. „Wir müssen uns dem Markt stellen. Der Staat kann nicht weiter das finanzieren, was der Markt nicht nachfragt. In einem Europa mit 27 Staaten darf man nicht erwarten, dass es zu einer einheitlichen Quotenregelung kommt.“

Der Landvolkpräsident geht davon aus, dass der Erzeugerpreis für einen Liter Milch sich mittelfristig – je nach Nachfrage – auf einen Mittelwert zwischen 20 und 40 Cent einpendeln wird. „Im Moment kehrt sich was nach oben – ich gehe von 27 bis 29 Cent im Januar aus.“ Aktuell liegt der Erzeugerpreis bei 23 Cent je Liter.

Gemeinschaftsaufgabe von Berufsverbänden, Landwirten, aber auch den Molkereien sei, die Nachfrage in Gang zu bringen. „Da müssen wir alle gemeinsam ansetzen.“ Zurzeit seien in der Bundesrepublik an die 150 Molkereien am Markt etabliert – zwei Drittel unter genossenschaftlicher Führung. „Wir dürfen bei der Gewinnverteilung nicht nur an die Ausschüttung denken, sondern müssen genauso in die Produktentwicklung investieren.“

Inwieweit die Ausführungen des Landvolkpräsidenten bei den Vertretern der Milchbauern auf offene Ohren stoßen, bleibt abzuwarten. „Wir stehen nach wie vor vor der Tatsache, dass es den Betrieben dreckig geht, wir brauchen klare Regelungen, wollen wissen, in welche Richtung der Weg führt“, hieß es. Im Raum stehen nach wie vor 19 Austrittserklärungen und 14 entsprechende Androhungen, die die 33 protestierenden Milchbauern Ende Oktober gegenüber dem Landvolkverband angezeigt hatten.

(Quelle: http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-diepholz/sulingen/dem-markt-stellen-519360.html)

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