Richard Ebert
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Milchpulver: Millardenkosten von Vorteil für die Milchbauern ?

Kreiszeitung.de (10.11.09) - auszugsweise - Jörg Hüner und Ottmar Böhling vom Kreisteam des BDM begegnen solche Geschichten täglich. „Die Überproduktion ist das Grundproblem“, sagt Hüner. Vielmehr müsse sich die Menge nach der Marktnachfrage richten, wie bei jedem anderen Betrieb auch.

Unmengen von Butter und Milchpulver seien vom deutschen Staat und der Europäischen Union aufgekauft worden – als Intervention, um den Markt zu entlasten. „Diese Mengen werden aber irgendwann auf den Markt zurückkommen“, sagt Jörg Hüner und stuft es als „Wahnsinn“ ein, literweise Milch überhaupt erst zu produzieren, um sie dann mit viel Energie in Milchpulver zu verwandeln, das eingelagert wird, um es wieder zurück in Milch zu verarbeiten.

1,2 Milliarden Euro werde diese Intervention den europäischen Steuerzahler insgesamt kosten, sagt Ottmar Böhling. Dabei gehe es europaweit um rund 220 000 Tonnen Milchpulver und rund 200 000 Tonnen Butter. „Wir sagen dazu ganz klar, dass wir neue Übermengen gar nicht mehr produzieren wollen“, versichert Jörg Hüner. „Subventionen lösen das Problem nicht.“ Ganz im Gegenteil: Sie seien nur schädlich. Vielmehr sei eine flexible Steuerung der Produktion nötig. Mit der starren Milchquote, wie es sie seit 1984 gibt, gehe das jedoch nicht.

(Quelle: http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-rotenburg/rotenburg/aufgeben-kommt-nicht-frage-524202.html)

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Dies ist einer der Beiträge aus den täglichen Meldungen, die ich nicht verstehe.

Volle Lager bedeuten in der Marktwirtschaft normalerweise ein über der Nachfrage liegendes Angebot und damit Druck auf die Preise. Steigen die Lagerbestände, werden die Preise noch weiter sinken.

Vielleicht kann mir ein Milchbauer den Sinn von 420.000 Tonnen Butter und Milchpulver in Lagerhäusern erklären ?

Geschrieben von Richard Ebert am
Lukas
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@ Richard Ebert [#1]

Ich war mal ein Milchbauer. Das ist aber unwichtig. Denn das Prinzip ist überall das gleiche wie bei Schweinefleisch, einlagern und später im Sommer wenn die Preise steigen wieder auslagern.

Was wird damit bezweckt?

Meine Meinung dazu:

Grundsätzlich werden damit die Tiefs gestutzt. Denn wenn eingelagert wird, wird Menge vom Markt genommen damit sie nicht ins Bodenlose fallen. Der Preis ist natürlich sehr tief angesetzt. Hiermit ist es für den Staat kein Riesen Verlustgeschäft, denn wenn die Ware teurer wird, wird wieder ausgelagert.

Die Folgen des Eingreifens:

Aufstockende Betriebe haben grundsätzlich das Problem, das die Liquidität sehr stark abnimmt (mit einer Verdoppelung des Betriebszweiges wird nicht immer die Liquidität des Betriebes auch verdoppelt, somit ein Grundproblem). Daher können kleinere Betriebe kurzfristig solche ganz tiefen Tiefs gut durchhalten.

So und jetzt kommt die Lagerhaltung ins Spiel:

Die Preise fallen nicht ins Bodenlose, sondern sind so tief das die Betriebe die aufgestockt haben so gerade überleben können.

Denn größere und rationalisierte Betriebe können für niedrigere Preise produzieren. Somit ist der kleinere Betrieb der teurer produziert nämlich der, der aufhören muss.

Dieses bedeutet das die Milch immer günstiger wird, denn der größere hat überlebt und produziert zum kleinen Preis. Ist auch gewollt von der Marktwirtschaft und vom Staat.

Die PLH ist der Gegenspieler der Börse! Die PLH ist die Vollkasko für die Wachstumsbetriebe. Daher wird sie wenig genutzt (Schweinebörse).

MfG
Lukas

Richard Ebert
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@ Lukas [#2]

Denn wenn eingelagert wird, wird Menge vom Markt genommen damit sie nicht ins Bodenlose fallen.

Das stimmt ohne Zweifel, bei Schweinen, Getreide, Kartoffeln und fast allen Waren ist das so.

Die andere Seite der Madaille, wie ich schon geschrieben habe:

Volle Lager bedeuten in der Marktwirtschaft normalerweise ein über der Nachfrage liegendes Angebot und damit Druck auf die Preise. Steigen die Lagerbestände, werden die Preise noch weiter sinken.

Ist dem so ? Was bedeutet das für den Milchbauern, der mehr oder weniger das gesamte Jahr liefert ? Werden durch die Lagerhaltung nicht vor allem die hohen Preise vom Markt genommen ? Welchen Einfluss hat das auf seinen Ertrag, wobei ich nicht die Liquidität sondern das Jahresergebnis meine ?

Die Intervention, siehe Beitrag [#1], kostet weit über eine Milliarde Euro und das nur für Milch und Produkte.

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