Cross-Flow
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

" Notierungshelden "

Die Preisfindung am Schlachtschweinemarkt gerät völlig aus den Fugen. Unsere Vertreter von den Erzeugergemeinschaften schaffen es nicht mehr einen realen Schlachtschweinepreis zu finden, der Druck aus dem Lager der roten Seite schreibt Ihnen vor was Sie zu notieren haben. " Sonst Hauspreise" !!! Die finanzielle Abhängigkeit ist so groß das es gar keinen Notierungspreis mehr gibt der sich aus Angebot und Nachfrage bildet, sondern vielmehr zu verstehen zu  als Dikataturpreis der Schlachtindustrie. Dieses gleicht schon "Mafiösen Strukturen " !!

Jetzt folgt der nächste Schritt der Diktatur , es geht um Marktmacht. Wie ich gehört habe kommt nun die 2. Stufe die gezündet wird. Man will nicht mehr Wettbewerb sondern eine weitere Konzentration zur Monopolstellung. Allen voran kann sich ja jeder denken wer den Hals nicht voll genug bekommen kann mit Schlachtschweinen.

Das Zukunftsmodell sieht folgendermaßen aus: Die Notierung soll am Boden  des machbaren gehalten werden, es hat ja oft genug einer uns gezeigt wer den Notierungspreis raus gibt, dieses hat man ja nun fest im Griff. Der / die Händler ( einfach mal schauen wer die meisten Schweine nach Ostwestfalen fährt )  bekommen nun mehr " Ausgleichszahlungen " damit im Wettbewerb um die Schlachtschweine beim Landwirt die Verkaufsentscheidung schneller gefallen ist zu wem die Schweine gehen sollen.

Was macht eigentlich das Kartellamt ??? 

Gruß  Cross-Flow

Geschrieben von Cross-Flow am
paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Was macht das Kartellamt, was macht die ISN, was macht der Bauernverband?? 

Bagira
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ich verstehe die Bauern nicht! Wir sind doch in einem freien Land, niemand muß irgendwas für einen Preis verkaufen der ihm nicht passt! Sagt doch einfach den bösen Schlachtern gebe ich dafür meine Schweine nicht ich will 2€ pro kg haben und gut ist. Jeder kann frei entscheiden ob er die Schweine dafür haben will oder nicht. Keine Sau muß sich per Gesetz an irgendeine Notierung halten oder!?

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Bagira, du hast den Vorteil, daß du als Mitläufer der Konzerne, will nicht sagen Schmarotzer , von deren rücksichtloser Preisabsprache profitierst.

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Zitat Paul:

"was macht die ISN, was macht der Bauernverband?"

Die ISN und der Bauernverband wurde von Mästern bzw. Landwirten geschaffen und gehört diesen. Soweit mir bekannt ist, gehören auch mehrere der Schlachtunternehmen, wie Westfleisch, den Mästern, die sie gegründet haben.

Die Frage ist: Warum wird nicht im Sinne der Eigentümer = Mäster gehandelt ? Oder sehe ich das falsch ?

Alternative: Jeweils alternative Unternehmungen gründen für die ISN, eine eigenständige alternative Preisnotierung, einen alternativen Bauernverband, ein neues Schlachtunternehmen, welches ständig mehr als die Wettbewerber zahlt.

Vom jammern alleine wird nichts besser - wer nicht zufrieden ist, muss handeln.

üzgür
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Zu dem Beitrag von Crossflow passt auch die folgende Meldung in der heutigen

"Corriere della serra", wo aus einem der Tageszeitung zugespielten Geheimdossier

des deutschen Bundesnachrichtendienstes zitiert wird:
"Seit dem Ausscheiden von Silvio Berlusconi aus der italienischen Regierung gerät die 
Camorra in Sizilien und Kalabrien immer stärker unter Druck. Nach der Verhaftung von
etlichen namhaften Patrones und der intensiven Verfolgung durch Exekutive und Staats-
anwälte überlegt die Mafia allen Ernstes, ihr Headquarter von Palermo nach Rheda-Wiedenbrück
zu verlegen. Der bis jetzt eigentlich im "Gesamtkonzern" eine untergeordnete Rolle spielende
Zweig des Fleischhandels soll drohende Einnahmensverluste aus den Branchen Schutzgeld,
Drogenhandel, Prostitution und illegalem Glücksspiel wettmachen. Die Rahmenbedingungen 
in Deutschland erscheinen den Bossen optimal: Schwächelnde Mitbewerber, Schweineproduzenten,
die um jeden Preis immer mehr günstigen Rohstoff liefern, von eigenen Gefolgsleuten unterwanderte
Notierungskommissionen und Arbeitsgesetze, die die Ausbeutung von osteuropäischen Tagelöhnern
praktisch legalisieren. Durch die Finanzierung eines beliebten Bundesligavereins ist in Deutschland
auch das Image besser als in Italien, durch Querverbindungen über Gazprom zur russischen Mafia
ergeben sich zusätzlich noch gewisse Synergieeffekte".
Linus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ üzgür

Ob die Botschaft bei den Adressaten wohl angekommen ist?

Ich glaube es kaum

Linus

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ üzgür, gähn, der Postillion gibt sich mehr Mühe,

@Linus eine Botschaft wirds morgen geben, endlich

holz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hat man schon einmal überlegt warum in den USA der Terminmarkt bei Schweinen und Rindern funktioniert und bei uns nicht? Wenn ja, kann man die Gründe mal nennen und überlegen was zu tun ist?

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Antwort auf von holz

[quote=holz]

Hat man schon einmal überlegt warum in den USA der Terminmarkt bei Schweinen und Rindern funktioniert und bei uns nicht? Wenn ja, kann man die Gründe mal nennen und überlegen was zu tun ist?

verhaltenes Interesse trifft auf kein Interesse. Es müssen zunächst Hedger her und dann können auch Spekulanten angelockt werden.

[/quote]

holz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Antwort auf von Spekulatius_Maximus

Ja, richtig, aber wer rüttelt zunächst die Schweinebauern mal wach, so dass sich Hedger und Spekulanten angesprochen fühlen. Vielleicht sollte man es am Ferkelmarkt beginnen, hier können die Schweinebauern beide Positionen besetzen.

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Erst die Hedger ?

SM schrieb:

" Es müssen zunächst Hedger her und dann können auch Spekulanten angelockt werden."

Holz hat das korrekt erkannt. Am Ferkel Terminmarkt sind es die Ferkelerzeuger und Schweinemäster, die als Hedger tätig sind. Und diese finden tausend Gründe, warum sie den Terminmarkt nicht nutzen.

Auch am Schweine Terminmarkt sind es die Mäster, die als Hedger tätig sind, um kalkulierbare Erlöse zu erzielen. Aber auch hier wird eine Chance vertan.

Möglicherweise hat sich das Thema Hedging und Spekulation am Ferkel Terminmarkt bald erledigt. Wenn keine Kontrakte mehr offen sind, das ist vielleicht schon in acht Wochen der Fall, kann die Eurex überlegen, den Terminmarkt zu schließen. Dieser ist gerade am verhungern.

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

Hedge-Bedarf bei Ferkeln

(1)Hat man schon einmal überlegt, warum in den USA der Terminmarkt bei Schweinen und Rindern funktioniert und bei uns nicht? Wenn ja, kann man die Gründe mal nennen und überlegen, was zu tun ist?

(2)Verhaltenes Interesse trifft auf kein Interesse.

(3)Ja, richtig, aber wer rüttelt zunächst die Schweinebauern mal wach, so dass sich Hedger und Spekulanten angesprochen fühlen. Vielleicht sollte man es am Ferkelmarkt beginnen, hier können die Schweinebauern beide Positionen besetzen.

(4)Am Ferkel Terminmarkt sind es die Ferkelerzeuger und Schweinemäster, die als Hedger tätig sind. Und diese finden tausend Gründe, warum sie den Terminmarkt nicht nutzen.

Möglicherweise hat sich das Thema Hedging und Spekulation am Ferkel Terminmarkt bald erledigt. Wenn keine Kontrakte mehr offen sind, das ist vielleicht schon in acht Wochen der Fall, kann die Eurex überlegen, den Terminmarkt zu schließen. Dieser ist gerade am verhungern.

Es ist sicherlich bedauerlich, wenn ein Preissicherungsinstrument nicht in ausreichendem Maße genutzt wird, damit es seine Existenzberechtigung behält. Aber es gibt nicht „tausend Gründe“, sondern ein paar wenige handfeste Fakten, die man schlicht zur Kenntnis nehmen sollte.

„Man sollte am Ferkelmarkt beginnen“:

In den USA gibt es keine Börsennotierungen für Ferkel. Warum nicht? 45 % der Schweine werden in Pork-Powerhouses gehalten. Die größten 25 Unternehmen beginnen mit etwas über 20.000 Sauen und reichen bis Smthfield zu 1 Mio Sauen.  Das geschlossene System bzw das vertragliche Verbundsystem ist vorherrschend. Nebenbei bemerkt werden überwiegend Ferkel im Gewicht von 5 bis 8 kg zwischen den Abferkelstationen und Aufzuchtbetrieben umgesetzt. (im ureigenen Sinn des Wortes)

In Deutschland werden wöchentlich rd. 1 Mio. Ferkel „umgesetzt“. Addiert man die in den Notierungsgebieten gemeldeten Handelsmengen kommt man auf rd. 430.000 Stück pro Woche. Entsprechend gehen - salopp gesagt - 60 % der Ferkel nicht über den Markt.

Aber auch „Marktferkel“ unterliegen nur begrenzt dem freien Angebots-Nachfrage-Spiel, sondern sind vertraglich und in Ankopplungsformeln  in irgendeiner Form gebunden. Erzeugergemeinschaften sind mit der Vermittlungstätigkeit vollauf beschäftigt. Für die notwendige Marktanalyse für gezieltes Hedgen besteht wenig Bedarf und noch weniger  Interesse. 

Bleiben eigentlich nur die Spotpartien, die in den letzten 3 Jahren immer weniger geworden sind.

Vom leidigen Thema der notierungslosen Zu-und Abschläge sollte man erst gar nicht mehr reden, hat auch längst an Bedeutung verloren. Der Ferkelmarkt hat sich heute gegenüber der Zeit drängender Angebote  infolge Produktivitätssteigerung und Importdruck grundlegend gewandelt.

Bleibt noch als letzter Hinweis die begrenzte Aussagekraft des Piglet-Index, der aufgrund der Durchschnittsbildung die regionalen Notierungsgepflogenheit nur eingeschänkt mitgehen kann.

Volatilität ?!

Im Jahr 2012 blieben die wöchentlichen Ferkelpreise in 28 von 52 Wochen unverändert, manchmal mehrere Wochen hintereinander. Im Jahre 2013 stieg der Unverändert-Anteil auf 31 von 52 Wochen.  Die Spannbreite der Preisänderungen vom Hoch bis Tief lag zwischen 48,50 und 54,50 €/25 kg Ferkel Nordwest.

Im lfd. Jahr 2014 blieben bisher 16von 23 Wchennotierungen unverändert bei gleicher Spannbreite von weniger als 4 €/Stück . Und das trotz der Preisschocks bei den Schweinepreisen infolge der russichen Importsperre!

Allein in den letzten 9 Wochen blieb der Ferkelpreis bei 56 € je 25 kg Nordwest unverändert!!!

Besteht angesichts solcher Marktverhältnisse dringender Bedarf an Absicherung? Woher soll die Überzeugungskraft  und Begeisterung  kommen?

mit gewisser Ernüchterung   Bre

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Börsenhandel in "Aufschlägen" ?

Für was gibt es denn wöchentliche Ferkelpreise in den verschiedenen Regionen, wenn sie den Marktpreis nicht wirklich widerspiegeln ?

Wenn Bre feststellt, daß sich die Ferkelpreisnotierungen nicht ändert, dann werden sich doch vermutlich die Aufschläge auf die Ferkelpreise je nach Angebot und Nachfrage in den meisten Wochen ändern.

Wäre es dann nicht sinnvoll, eine "Notierung der Aufschläge auf die Schweinepreise" wöchentlich festzustellen ?

Als nächster Schritt könnte es dann eine Notierung "Ferkelpreis plus Aufschläge" geben und einen Terminmarkt für "Ferkelpreis plus Aufschläge".

Natürlich gäbe es noch eine Alternative: Terminmarkt für Ferkel ganz einstellen. Die Ferkelerzeuger und Mäster haben bereits ja bereits darüber abgestimmt, etwa 100 % waren für die Einstellung des Terminhandels.

noch etwas nüchtern, Richard

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

Börsenhandel in Aufschlägen

Wäre es dann nicht sinnvoll, eine "Notierung der Aufschläge auf die Schweinepreise" wöchentlich festzustellen? Als nächster Schritt könnte es dann eine Notierung "Ferkelpreis plus Aufschläge" geben und einen Terminmarkt für "Ferkelpreis plus Aufschläge".

Eine interessante Idee,  aber   . .  .

Wenn die variablen (nicht die systembedingten) Auf und Abschläge überhaupt noch eine maßgebliche Rolle spielten (die Zeiten sind vorbei), müßte nach der ursprünglichen Notierungsherausgabe eine zweite freiwillige Auf-/Abschlagsnotierung erfolgen.

Wer das Notierungswesen bei Ferkeln kennt, weiss um die Unmöglichkeit eines solchen Vorhabens.

Die Vielfalt der systembedingten Zu- und Aufschläge für Gewichtsstaffeln, Mengenstaffeln, Qualitätsstatus, Hygienestatus, Impfstatus, Mehrwochendurchschnittspreise u.a.m. weist bereits auf die Vielgestaltigkeit der regional unterschiedlichen Notierungen hin. Die Differenzen sind größer als die Notierungsschwankungen. Alleine dies auf eine verlässliche und aussagefähige Basisnotierung zu bringen, ist in Deutschland offensichtlich nicht gelungen. Der Beweis steht jede Woche auf den Notierungsseiten. Keine Notierung ist mit der anderen direkt vergleichbar, Umrechnungen liefern nur begrenzte Aussagewerte. Nicht alle Auf- und Abschläge des systembedingten Unterschiede werden veröffentlicht. Der Endpreis bleibt weitgehend im Dunkeln. Die Notierungen liefern nur  Richtungsorientierung.

Die Bereitschaft in Abhängigkeit von einer ersten Basisnotierung der variablen Zu- und Abschläge zu melden und in eine Notierung einzubinden,  grenzt an Null. Der nächste Schritt wäre nämlich variable Zu- und Abschläge von der "Notierung der Zu- und Abschläge" zu machen. Darin besteht ja die Problematik dieses Notierungswesens, dass man zwar eine Notierung haben will, aber im kritischen Fall  immer noch seine eigenen Preise stricken möchte.

Markt- und Preistransparenz sind hohe Werte, aber man sollte die Ideale da oben belassen und sich mit dem Teil des ewig Unvollkommenen arrangieren. Das Streben zum Besseren ist damit nicht ausgeschlossen.

Letztlich: die Auf/Abschlagsnotierung kommt zu spät, der Markt ist längst weiter gegangen.

Im Schweinebereich ist es im Prinzip ähnlich. (aber mit gebotener Vorsicht). Auch in diesem Fall ist die V-Notierung Orientierungsgrundlage. Hauspreise werden in bestimmten Marktphasen selten durchgesetzt. Aufschläge werden gezahlt, wenn das aktuelle Lebendangebot knapp ist. Eine Veröffentlichung der unsicheren Hauspreise scheint kein Problem zu sein. Die tatsächlich (und vermeintlich) gezahlten Aufschläge bleiben geheime Kommandosache. Lediglich in den amtlichen Notierungen der Klasse E kann man 8 Tage später in seltenen Extremsituationen vage Tendenzen in dieser Richtung ausmachen. 

Entscheidend bleibt die Feststellung, dass die Volatilität im Ferkelmarkt in den letzten Jahren nicht ausreicht, weder Hedger noch Spekulanten zu begeistern. Die maßgebliche Ursache der geringen Preisschwankungen besteht im europaweit knapp bedarfsdeckenden Ferkelangebot gemessen am tendenziellen Überhang der Mastplatzkapazitäten. Folgerichtig bleiben die Ferkelpreisschwankungen in engen Bahnen.

Die Zeiten können sich auch wieder ändern! Sie werden sich ändern!

ein nicht ganz hoffnungsloser   BRE

 P.S.: Der Titel des Threads "Notierungshelden" passt immer noch, auch wenn sich der Sinngehalt gewandelt hat.

Unique09
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo Bre,

super Kommentar! Sehr gut!

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Die wahren "Notierungshelden" sind nicht die Preismelder sondern all diejenigen Landwirte deren EZG Verträge hat bei denen sie trotz Hauspreisen den höheren V-Preis garantiert bekommen. Genau diese Helden sind Schuld daran, dass bei Nachfragemarkt der Preis nicht steigt weil deren Vertreter dann die Hose voll haben und lieber tiefer melden.  Diese Landwirte sollten schleunigst dafür sorgen, dass diese Verträge aufgelöst werden.

Aber hier redet man wohl gegen eine Wand, weil hier leider keiner das große Ganze sieht, sondern nur seinen eigenen Vorteil, der für alle eigentlich nur ein Nachteil ist.

Mfg

BB

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