Ölsaaten Cockpit, 08.11.2014 - Diskussion
ZMP-Meinung:
Die Erwartung großer aufeinander folgender Sojaernten bleibt ungeschmälert. Die rekordverdächtige US-Ernte wird Mitte November ohne Schaden abgeschlossen sein. Man erwartet sogar noch Ertragssteigerungen. Das große Hindernis sind die logistischen Probleme in den USA, aber nur für eine kurze Strecke.
Aus Brasilien wird großer Nachschub prognostiziert. Das Sojabohnen-Mais-Preisverhältnis spricht eindeutig für den Sojaanbau. Die südamerikanischen Ernten kommen jedoch erst in den Frühjahrsmonaten an den Markt. Dennoch werfen sie ihre Preisschatten voraus.
Für europäische Sojaverbraucher dämpft der schwache Eurokurs die Hoffnungen auf die erwarteten dollarnotierten Preisenkungen zu einem gewissen Grade.
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http://www.zmp.de/cockpit/oelsaaten-cockpit-08112014/74872
Was meinen Sie?
Nicht nur hinsichtlich Ölsaaten: Empfehlenswert!
Die FAO der UNO hat eine sehr interesante Platform AMIS (Agricultural Market Information System heute neu ins Internet gestellt. Darin viele aktuelle, fundamentale Informationen zu den weltweiten Agrarmärkten, grafisch ansprechend aufbereitet und sogar mit einigen abrufbaren Datenbanken.
"Established at the request of the Agriculture Ministers of the G20 in 2011, the Agricultural Market Information System (AMIS) is an inter-Agency Platform to enhance food market transparency and encourage coordination of policy action in response to market uncertainty. The initial focus of AMIS is on four crops that are particularly important in international food markets, namely wheat, maize, rice and soybeans."
http://www.amis-outlook.org/home/en/
Meiner Meinung nach gibts es zu viele Informationen, nur wirklich gute, die sind schwer zu finden. Sei es drum: Die Ölsaatenmärkte schreiben hohe Endbestände. Endbestände von 103 Mio. t bedeuten eine „Stock to use Ratio“ von 24% und damit eine deutlich höhere Quote als in den Vorjahren. Das sich dennoch die Kurse für die maßgeblichen Ölpflanzen in den letzten Wochen erhöht haben liegt überwiegend an logistischen (USA) und politischen (Südamerika) Problemen und den damit verbundenen Versorgungsengpässen. Trotz der anhaltend guten Nachfrage aus China ist zu befürchten, dass die Kurse in den kommenden Monaten unter Druck geraten.
Sehen Sie aufgrund der jüngsten Fälle von Vogelgrippe in China, Deutschland, Ägypten, Großbritannien und in den Niederlanden Risiken für Ölsaatenkurse?
Klar, die Vogelgrippe ist immer ein Argument die Preise bei den Futterrohstoffen zu drücken. Andererseits gibt es die Vogelgrippe schon länger und global gesehen hielten sich die Auswirkungen bisher in Grenzen. Den größten Preisdruck sehen ich eher von Seiten der hohen Ölsaaten-Endbestände und dem Rohölkurs.