Ölpreisentwicklung: Gegen Preisanstieg absichern ?
Wir planen gerade eine neue Heizung und zerbrechen uns den Kopf für welchen Rohstoff wir uns entscheiden sollen. Es ist in aller Munde, dass Öl sich in Zukunft erheblich verteuern wird.
Allerdings zeigen die Futures an den Warenterminbörsen genau in die gegenseitige Richtung: Der Kurs für das Barrel Öl der Marke Brent liegt 05/2012 bei 121,83, für 12/2019 bei 91,03. Ist das alles Panikmache, denn eigentlich könnte ich mich durch den Kauf solcher Futures bis Dezember 2019 absichern - oder?
@ Voelk [#1]
Wir hatten eine ähnliche Frage mal im Zusammenhang mit Diesel. Wenn Sie nicht gerade Mengen wie ein "mittelständischer Betrieb" also mehr als 250.000 liter oder ähnlich benötigen ist es nicht Sinnvoll über Futures abzusichern.
Sie haben:
- Finanzierungskosten
- Transaktionskosten
- Fremdwährungsrisiko
und das auf gut 15-25 Jahre. Macht so keinen Sinn.
Die Fragen werden eher sein - wie kann die Heizlast vermindert werden (Energieeinsparung) oder ist ein anderer Energieträger verfügbar -> Erdgas, Flüssiggastank, Pellets, Holz evtl.
Grüße
Ich glaube das hat Pullpush gemeint:
Vielleicht hilfts weiter.
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=143855&page=0
@ Voelk [#1]
Das Verhältnis vordere Monate (Mai 2012) zu hinteren ( Mai 2019) sagt eher das Gegenteil. Es liegt eine Backwardation vor. Dies spricht grundsätzlich eher für steigende Preise. Ab 250.000 Liter Jahresbedarf macht es Sinn sich abzusichern. Allerdings kommt für Europäer noch das Basis Risiko hinzu: Kassaware in Deutschland muss nicht mit dem Future an der NYMEX oder ICE korrelieren. Dies ist ein anderer Markt und dazu kommt noch das Wechselkursverhältnis EUR/USD. Dann lieber mit dem Lieferanten einen Rahmenvertrag über 10 Jahre abschliessen mit Zug um Zug Bezahlung gegen Lieferung wegen Insolvenzrisiko des Konrahenten. Abzuwägen bleibt ob man sich so lange binden möchte. Grüsse SPOMI
@ Voelk [#1]
Ja, Sie könnten sich über den Kauf von Futures weitgehend gegen starke Preiserhöhungen am Ölmarkt absichern. Allerdings wird Rohöl in Dollar gehandelt (wobei Sie ja später auch auf den Dollarpreis am Ölmarkt angewiesen sind) und die Preise von Heizöl weichen von denen auf Rohöl ab.
Die folgende Grafik zeigt die Kassapreise (schwarz) und die Terminpreise per Dezember 2013, 2015, 2017 und 2019 (grün). Seit November 2010 ist der Kassapreis um fast 50 % gestiegen, der Terminpreis per 2019 dagegen wird nach zwischenzeitlichen Schwankungen nahezu unverändert gehandelt.
1 Barrel Rohöl = ca. 159 Liter. / 1 Kontrakt = 1.000 Barrel = 159.000 Liter Rohöl (!)
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ SPOMI [#4]
Dann lieber mit dem Lieferanten einen Rahmenvertrag über 10 Jahre abschliessen mit Zug um Zug Bezahlung gegen Lieferung wegen Insolvenzrisiko des Konrahenten. Abzuwägen bleibt ob man sich so lange binden möchte.
Ich bezweifle eher ob ein Lieferant bereit ist, einen Vertrag mit einer Laufzeit von 10 Jahren zu den heute bekannten Terminkursen abzuschliessen. Beide Seiten haben das Risiko, dass die Gegenseite ihren Verpflichtungen nicht nachkommt, wenn es sehr ungünstig läuft.
Wenn es für solche Situationen Musterverträge nach deutschem Recht gibt, würde ich diese gerne lesen.
Das Verhältnis vordere Monate (Mai 2012) zu hinteren (Mai 2019)
Mai 2019 werden je nach Börse so gut wie gar nicht gehandelt. In den entfernten Jahren wird nur der Dezember Future aktiv gehandelt, daher habe ich die Grafik nur auf Dezember Kontrakten aufgebaut.
(Kurse: http://www.theice.com/marketdata/reports/ReportCenter.shtml )
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Vergleich Kassa-Brentoil zu Dezember 2019 Brentoil
Was ich hier nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass anscheinend mit stetig fallenden Rohölpreisen gerechnet wird. Welche fundamentalen Infos gibt es denn für dieses Börsenhandeln.
Ich habe die letzten 7 bis 8 Jahre immer mit 10% Preissteigerung für Diesel und Heizöl gerechnet. Bisher würde ich weiter von einer mindestens so hohen Preissteigerung ausgehen, aber gibt es wirklich noch konkrete Aussicht auf fallende Preise? Oder habe ich da einen Denkfehler?
Für mich zählen folgende Fakten:
- Wirtschaft wächst weltweit
- leicht auszubeutende Ölvorkommen werden weniger
- schwer zugängliche Ölvorkommen benötigen auch einen höheren Marktpreis, um überhaupt gefördert zu werden
- erneuerbare Energien werden mittelfristig nicht das Öl substanziell ersetzen können (weltweit)
@ Spekulatius_Maximus [#7]
Fallende Preise sind für mich auch nicht nachvollziehbar, zumal der Peakoil immer weniger geleugnet wird und der Übergang zu alternativen Energien auch nicht schnell genug erfolgen kann. Also Nachfrage höher als Angebot -> ?
Ich denke es wird schneller eng als uns lieb ist.
Peak Oil liegt hinter uns
Craig Morris 11.11.2010
Jetzt ist es wohl offiziell - die Internationale Energieagentur (IEA) hat selbst zugegeben, dass die Förderung höchstens für einige Jahre stabil bleiben kann, bevor sie endgültig abrutscht
Vor wenigen Jahren war Peak Oil ein Thema für Skeptiker und Außenseiter. Auch wenn einige wenige prominente Insider die Alarmglocken mit geläutet haben (z.B. Matthew Simmons) , behaupteten BP, die IEA, und andere Industrieorganisationen immer brav und beruhigend, der Peak komme wohl erst in ein paar Jahrzehnten. Zum Beispiel meinte die IEA erst 2009, dass Peak Oil frühestens 2020 erreicht werde.
Am Dienstag schlug die IEA im World Energy Outlook 2010 jedoch überraschend einen neuen Ton an. Nun spricht die Organisation nicht nur offen von Peak Oil (die IEA nahm bisher den Begriff ungern in den Mund), sondern liefert gleich eine Grafik mit, die es in sich hat.
http://www.heise.de/tp/artikel/33/33646/1.html
Peak Oil: Großbritanniens Ölförderung in 2011 um fast ein Sechstel gesunken
Norbert Rost 17.04.2012
Großbritannien hat sein Ölfördermaximum 1999 überschritten. Seitdem sinken die Fördermengen. Angesichts der Benzinpreisdebatte lohnt ein Blick auf das schwindende Nordseeöl
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36764/1.html
@ Spekulatius_Maximus [#7]
Vielleicht sollte man sich einmal von dem Gedanken trennen das der Ölpreis rein von Angebot und Nachfrage also effektiven Verbrauch getrieben wird, sondern das sich in der Preisfindung des Öls eine Assettinflation darstellt.
Was heisst das der Ölpreis letztendlich dem massiven Anstieg der Geldmenge Rechnung trägt, dies ebenso in den Grains und Softs und anderen Commodities.
Möglicherweise ist in den derzeitigen Preisen einfach eine zu hohe Risikoprämie eingepreist!
Die ganze Situation erinnert mich an das Szenario in den 70er Jahren.
Auch hier war der Auslöser der massiven Ölpreiserhöhung von 1 auf 10 Dollar die dramatische Ausweitung der Geldmenge durch die AMIS welche ja ihren Vietnamkrieg zu finanzieren hatten.
Gleichzeitig wurde auch damals verkündet das der Ölvorrat im Jahre 2000 erschöpft sei.
Für mich ist der Ölpreis nichts anderes als ein Fieberthermometer des Geldmengenwachstums in den USA, denn auch hier hat sich die Geldmenge ab 2000 dramatisch erhöht und auch hier haben sich die Preise verzehnfacht.
Wenn man bei einem Ölpreis von 150 Dollar feststellt das eine einzige Schweizer Firma 30 Prozent des Weltmarktes aufgekauft hat, so hat dies nichts mit effektiven Bedarf zu tun, sondern nur mit aufgeblähten Kapital.
Das ganze hat nichts mit Angebot und Nachfrage zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit einer Neubewertung des Rohstoffs aufgrund der massiven Geldentwertung.
Machen Sie sich einmal die Mühe und legen sie einen Ölchart über einen Chart welcher die Geldmenge ausweist, dann wird das Bild deutlicher.
@ benedikt54 [#9]
Das ist sicherlich auch ein Aspekt, aber nicht der einzige und wir haben sicher einen Mix aus Ursachen und Wirkungen.
"Gleichzeitig wurde auch damals verkündet das der Ölvorrat im Jahre 2000 erschöpft sei."
Da lagen die gar nicht falsch, denn mit den damals bekannten Methoden war in der Tat zur Jahrtausendwende Schlus mit Öl. Erst gestern auf n-tv kam eine Wiederholung dieser Reportage.
http://www.youtube.com/watch?v=ZfHVHAj8Vpc
Sehr interessant.
Es gibt noch mehr als genug Öl im Boden, es ist nur die Frage welchen Preis bezahle ich für dessen Förderung. wenn man sich nur mal bewusst macht das durch die konventionelle Förderung gerade mal 1/3 des Öls von selber , aufgrund der in ihm gelösten Gase, nach oben kommen und höhere recovery raten durch CO2 oder Dampfinjektion (Enhanced Oil Recovery) erst in den letzten Jahren wirtschaftlich interessant wurden, dann werden wir noch sehr lange Öl benutzen.
Kohlenwasserstoffe sind nun mal der perfekte Energiespeicher, bei jedem Säugetier sind Fette der Energiespeicher nummer 1, man denke nur an Bären die sich Fett anfressen um im Winter zu überleben !
@ gautama2 [#8]
...zumal der Peakoil immer weniger geleugnet wird...
wenn man dies hier liesst erscheint Peakoil doch noch nicht so nah:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/peak_oil_off_great_game_on/
und zum Gaspreis passt das hier:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/russia_and_the_shale_revolution/
@ StoxxDude [#11]
Man kann es durch bessere und teurere Methoden sicher noch länger fördern. Wie lange genau noch welches aus der Erde kommt war hier aber nicht die Frage, sondern benedetto stellte in Frage, dass die Ölpreise überhaupt steigen, weil ja soviel Geld gedruckt wird (?). Also warum auch immer eine höhere Zahl an der Zapfsäule hängt ist mir eigentliich egal.
Wenn das Zeug also nur noch mit teureren Methoden aus der Erde geholt werden kann, dann wäre eine Preissenkung für die Zukunft nur ein schwer verständlicher Gedanke, egal ob Kapital aufgebläht ist oder was auch immer. Was immer seltener und immer teurer gefunden und gefördert werden kann, und mit immer wertloserem Geld bezahlt werden muss, kann auf Dauer nicht günstiger werden.
@ gautama2 [#13]
Anbei - ich zähle bei den letzten 6 Jahresenden den Preisstand zusammen und bilde einen Mittelwert - ich komme grob auf 65$. Hört sich ganz anders in der Wahrnehmung an als 105 oder 80$ - oder nicht?.
Bin kein Ölexperte - klar ist jedoch das der Ölpreis ingesamt die Wirtschaftsentwicklung abzeichnet. Öl ist in seiner ersten Funktion Energieträger, sichert die globale Mobilität und ist einer der größten Investitionsobjekte. Öl ist vorallem aber auch politisches Druckmittel - in diesem Zusammenhang werden die Preise auch in Zukunft stark schwanken. Ob Öl immer nur steil nach oben läuft bezweifle ich stark.
Schauet euch nur mal 2008/2009 an - das ist gerade mal 3-4 Jahre her. Ausser Frage steht das vorallem für den privaten und gewerblichen Bedarf die "Unsicherheit" aus der Preisentwicklung genommen werden muss.
@ pullPUSH [#14]
klar ist jedoch das der Ölpreis ingesamt die Wirtschaftsentwicklung abzeichnet
Wenn bei einem Preis von 150 'Dollar ein einziges Schweizer Finanzunternehmen 35 Prozent des Jahresbedarfs in Form von Kontrakten innehat, so hat das nichts mit Bedarf zu tun,
sondern mit Spekulation aufgrund ausufernder Liquidität, zumal selbst bei 150 Dollar die Lager in Rotterdam voll waren und die Tanker nicht einlaufen konnten.
Der Ölpreis ist für mich das Fieberthermometer es weltweit aufufernden Geldmengenwachstums und das ist nach dem klaren Rechtsbruch der Amis durch das nicht einhalten der Bretton Woods Verträge entstanden, hier wurde die Büchse der Pandora geöffnet.
Hier wurden all den Eurobürokraten doch gezeigt was ein Vertrag wert ist der nicht eingeklagt werden kann. Die Welt wurde von den AMIS betrogen und die AMIS sagen, was solls.
@ benedikt54 [#15]
Um nicht zu sehr vom Thema abzuweichen - habe mir heute auch den Vortrag von Prof. Sinn vom Januar CIS-IFO in München angesehen. Sieht düster aus - aber alles nur auf dem Papier. Solange es auf dem Papier bleibt ist nichts verloren.
Zurück zum Thema: der Euro stand im Sommer 2008 bei ca. 1,6 - die 150$ so waren damals die "Währungssicherung" der Amis (und ich denke auch mit wenigen großen Ausnahmen vom Rest der Welt) gegen den Dollarverfall.
2008 1 Barrel zu 150$/1.60 = 93,75 Eur
2012 1 Barrel zu 105$/1.31 = 80,15 Eur
Preisdifferenz vom Sommer 2008 Währungsbereinigt auf heute grob 15%. und 15% sind im Öl wie wir wissen kein Ding (siehe Chart oben).
Ob ein einzelnes Finanzinstitut 35% Öl-Jahresbedarf "nackt" bunkert kann ich mir schwer vorstellen - wie mit Positionslimits an den Börsen?, begrenzte "fremde" Lagerstätten, etc.
Gebe dir aber gerne Recht wenn von heut auf morgen "Plop" der Stöpsel auf die Quelle kommt, der Ventilhahn zu geht und die Pumpe stillsteht - nach dem Motto wir warten mit der Förderung bis der Preis besser ist - künstlich zu verknappen wäre für uns schlecht.
Ich rechne eher mit "Strafsteuern" um die Nutzung und den Verbrauch zu mindern - und ab da wird´s verzwickt das kannst du über den offenen Markt so nicht mehr handeln.
Grüße
Anbei mal die aktuelle Terminkurve im Vergleich vor drei Monaten. Was ich besonders interessant finde, wie sich das ultra lange Ende entwickelt hat.
@ xforce [#17]
Sehr interessant! Das sieht aus als seien hinten nur noch Produzenten im Markt. Keine Käufer die sich absichern wollen. Sind die Alternativenergien denn schon so weit?
@ tantan [#18]
Sind die Alternativenergien denn schon so weit?
Mit Sicherheit nicht. Elektroautos werden auch bis dahin nicht unser alltägliches Strassenbild prägen. Batterien sind schwer, teuer und halten nicht besonders lange.
Für ein längerlaufendes Investment bieten sich hier auf alle Fälle die hinteren Kontrakte an. Gleichzeitig haben die den Vorteil, das bei einem Kunjunkturshock wie zb nach der Lehmann Pleite der Preis recht stabil bleibt. Die Vola ist hier super gering im Vergleich zu den Frontmonaten.
Die Grafik hier stammt aus der Zeit der Finanzkrise 2.0(erste Pleitegrüchte Griechenlands,EURUSD fällt auf 1,20) als das Öl auch nochmals kurz unter die Räder kam. Ich habe leider keine Strukturkurve vom Tief nach der Lehmannpleite so Ende 2008/Anfang 2009 zur Hand, aber ich bin mir recht sicher, das die Kurve damals noch wesentlich steiler nach oben ging.
@ xforce [#19]
Tolle Kurven, vielen Dank !
Ich suche noch nach den Gründen der niedrigen künftigen Ölpreise. Warum preist der Markt die entfernten Termine so niedrig ein ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Momentan scheint es am langen Ende (2017 bis 2019) relativ flach bei 90 Dollar zu stehen. die Ausschläge dort hängen sicher dann auch mit den erwarteten Zinsen zusammen, wenn das sauber gepreist werden soll. (Wobei es bei höheren Zinsen ja eher hoch gehen sollte)
@ Richard Ebert [#20]
Möglicherweise normalisiert sich die Lage am ölMarkt nachdem die Gulf-Cushing-pipeline Mitte Mai umgedreht wird. Viell. trägt die Verringerung des Spread WTI-Brent auch zu einer Verflachung der Terminkurve bei. Grüsse SPOMI
ich habe eine interessante Kurve entdeckt, diese zeigt die Rig counts nach Erdgas/Erdöltätigkeit von einem der führenden Bohrausrüster.
http://www.peak-oil.com/wp-content/uploads/2012/04/share-of-weekly-active-rig-counts-oil_gas-eia-this-week-in-petroleum1.jpg
http://www.peak-oil.com/2012/04/unkonventionelles-oel-tight-oil/
@ StoxxDude [#23]
klasse Beitrag! Ich finde das Phänomen der niedrigen Terminkurse sehr interessant!
hab noch eine
http://graphics.thomsonreuters.com/11/07/CMD_NATRIGC_SC.html
@ Richard Ebert [#5]
Beziehe mich auf den Chart von Herrn Ebert.
Viele von uns hier sind ja Trader.
Die eigentliche Frage sollte lauten. Wieso ist der spread Dez. 12 zu Dez. 19 auf über 32 USD gelaufen. Vor 12 Monaten war dieser noch bei 2 USD im Minus.
Dies ist für mich nicht nachvollziehbar und bietet sehr interessante Handelsmöglichkeiten die ich in einem anderen thread schon beschrieben habe.
Thomas
@ bbw [#26]
Zieht man die Schätzungen von BP heran welche eine Steigerung des Ölverbrauchs bis 2025 um derzeit 20 Prozent sehen so steht der Markt hier konträr.
Da ich mich persönlich lieber auf den Markt verlasse als auf Studien von Produzenten ist wohl eher damit zu rechnen das entweder der Verbrauch rückläufig sein wird oder das Angebot auch künftig ausreichend sein wird, zumal das Angebot noch nie geringer war als die Nachfrage und das auch nicht in Krisenzeiten.
Bleibt letztenlich doch die Einschätzung das Öl nichts anderes ist ein ein Spiegelbild der Assetinflation.
Das diese Argumentation gewicht hat, zeigt sich doch auch in allen anderen Commodities.
Sojabohnen, Weizen usw. , diese Preissteigerungen sind doch nicht auf eine Verknappung des effektiven Bedarfs zurückzuführen, sondern auf die Spekulation welche eben durch Assetinflation genügend Nahrung erhält.
Wie konkret soll man denn aus der derzeitigen Backwardation in Öl einen Profit ziehen?
@ benedikt54 [#27]
Ich habe für mich folgende Strategie entwickelt.
Verkauf Dez. 12 gg Kauf Dez. 15
Hier lässt sich momentan ein spread von ca. 13 USD erzielen.
Wenn man jetzt die nächsten 12 Monate betrachtet, dann zeigt sich, dass sich hier von April 12 bis April 13 in etwa die gleichen Preise bezahlt werden mit einem kleinen Aufpreis im 7 - 8 Monat.
Geht man davon aus, dass man aufgrund dieser Konstellation die verkauften Kontrakte aus dem Dez. 12 in Richtung Dez. 15 rollen kann ohne nennenswerten Verlust zu machen, dann kann man über die Zeit gesehen den kompletten Wert als Gewinn einstreichen.
Wenn sich die Backwardation allerdings wieder in eine normale Contango-Situation umwandeln sollte, dann geht es natürlich deutlich schneller.
Thomas
Ich glaube der Hauptgrund dürfte im Irak zu suchen sein ! Die fangen gerade erst richtig an ihre Förderquote hochzufahren, derzeit 3 Millionen bpd. Der Irak ist mit das einzige Land im Nahen Osten dessen Gigantenfelder noch nahezu jungfräulich, sprich am Anfang ihrer Förderkurve stehen !
So verkündet der Irakische Ölminister ein Ausbau der Förderung von 3 auf 10 mio. bopd innerhalb von 6 Jahren !
http://www.rigzone.com/news/article.asp?a_id=117282&rss=true
@ bbw [#28]
Hier die Grafik zum Spread:
@ bbw [#28]
Öl-Guru erwartet Preisrutsch
http://wirtschaft.t-online.de/oel-guru-erwartet-preisrutsch/id_56103792/index