Photovoltaik: Fragen und Antworten

Möchte in Photovoltaik investieren. Dabei stellt sich die Frage, ob die preisgünstigeren chinesischen Module (2500€/kW im Vergleich Markenprodukt 2800€/kW) gleichwertig sind. Würde dazu gerne einige Praxiserfahrungen hören.

Geschrieben von Guellemixer am
Gast

Hallo Guellemixer,

kommt drauf an wie gut du Chinesisch kannst ;-)

Was ist denn das "Markenmodul" bzw welche "Marke" ist das China Modul?

Empfehlenswert wäre zb als Chinese Suntech Power oder auch Trina Solar.Das sind 2 "Global Player".Hätte ich persönlich keine Probleme mit.

Andererseits, falls es zu Problemen kommen würde, und du hast Module aus EU-Produktion, ist es sicherlich einfacher mit der Garantieabwicklung.

Man kann pauschal sagen: Wieviel ist dir Sicherheit, bzw "Made in EU/Japan/Germany" wert?

Gruß,

MrSchnittlauch

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Guellemixer [#21]

Da wird sehr viel mit der Angst gearbeitet. Der Dünnschichtler macht die kristallinen wergen der Leistung madig Die Europamonteure die Chinesen und die Kristalliner verteufeln die Dünnschichtler wegen dem Gift und der Rückbaugarantie.
Wenn sie eine Firma mit entsprechenden Referenzen in Ihrer Region haben die Module mit der geforderten Garantie anbieten ist das denke ich die richtige Adresse.
Für 2010 sind aber 2500 € fix u. fertig montiert die Oberkante. Solche Preise konnte man teilweise ja schon 2009 im Mai bekommen.

Mfg
BB

Gast

Hallo BB,

also 2500 im Mai 2009 konnte man eventuell mit NoNames aus CN realisien, selbst FS Dünnschicht lag da schlüsselfertig noch etwas höher,bekannte kristalline sowieso.

Bis 2500/kwp anfang 2010 ist ein guter Preis wenn mann bekannte Module(CN) dafür bekommt.Schott/Scheuten/Solarworld/Aleo liegen anfang 2010 bei etwa 2700/kwp.

Gute Adresse für PV fragen aller art ist das Photovoltaikforum.

Gruß,
MrSchnittlauch

picprofi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ alle

2700 € ist ein guter Preis, na ich weiss nicht recht, da fang mal an zu rechnen.

Ich habe gehört die ersten kaufen FS für 2200,- €.

Guellemixer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Bekomme zur Zeit neue Angebote rein. 2800/kwp ist Kyocera um 8° aufgestendert.CN ist Topsolar für 2500€ Wie groß sind die Leistungsunterschiede. Wer hat Erfahrung ?

Gast

Naja, ob da nicht, wie so oft bei manchen schöngerechnet wird....gehört ist nicht gesehen oder gar gebaut.
Manche Angebote nur bis WR, AC Seite Extra berechnen, Zähleranschlusssäule, Trennstelle...und solche Scherze! First Solar ist zZ zum beispiel teurer wie gute Chinesen, wegen erhöhtem Montageaufwand bei Glas-Glas Modulen, nicht zu vergessen die 1-2% Glasbruch im 1. und 2. Jahr.Ausserdem hat FS zur zeit "leichte" Qualitätsprobleme. Freund Google hilft

Allerdings halte ich das Angebot mit Topsolar Modulen für zu teuer.Sind nicht grad die bekanntesten Chinesen. Das ganze mit STP modulen und es passt
Kyocera sind recht gute Japaner. Allerdings auch bischen zu teuer.
Wenn du ein gutes Preis Leistungsverhältniss möchtest frag deine Solarteure mal konkret nach Systemen mit Suntech Power,Trina, Yingli oder auch Canadian Solar Inc(auch ein Chinese).

Übrigends, nicht nur auf die Module achten sondern AUF JEDENFALL die Wechselrichterauslegung ÜBERPRÜFEN!

Leistungsmässig wird sich das kaum bemerkbar machen welche Module verbaut werden.

Gruß,

MrSchnittlauch

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ein Landwirt zapft die Sonne an

Mitteldeutsche Zeitung, Osterhausen / BTH (19.12.09) - Die neue Zeit hielt im großen Bauerngehöft von Fritz Knibbe in Osterhausen Einzug: Er hat jetzt auf 900 Quadratmetern Solarmodule auf dem Dach seiner 180 Jahre alten Scheune, die sogar bei bedecktem Himmel und geringerer Lichtausbeute noch Strom erzeugen können. Die 75 KW-Anlage speist seit dieser Woche Strom ins öffentliche Netz ein. Mehr als 56 Tonnen Kohlendioxid können so im Jahr eingespart werden.

Dass sich der Landwirt für Solarstrom interessiert kam nicht von ungefähr. Nach der Wende hatte Knibbe den elterliche Betrieb als Quereinsteiger und Wiedereinrichter wieder unter den Pflug genommen. In den fast zwei Jahrzehnten hat er den Betrieb auf rund 300 Hektar ausgebaut. Nun stand er vor der Entscheidung, auch in die Gebäude zu investieren. Zum Betrieb gehört ein Vierseitenhof, der zwar überwiegend verfallen war, aber auch unter Denkmalschutz steht. Das bedeute für viele landwirtschaftliche Gehöfte die Preisgabe zum Verfall, meint Knibbe. Dann nämlich, wenn der ursprüngliche Gebäudestil beibehalten werden muss und nicht an die heutige landwirtschaftliche Nutzung angepasst werden dürfe. "Man sieht solchen Verfall in vielen Orten."

Um seine landwirtschaftlichen Produkte gewinnbringend abzusetzen, sucht Knibbe nach Absatznischen wie dem Einsatz von Rüben und Getreide zur Energiegewinnung. Dass Raps angebaut wird, um Biodiesel zu erzeugen, ist bereits gang und gäbe. Er kann aber auch als Grundstoff für Farben dienen. Nach einer Nische suchte Knibbe auch für den Erhalt und die Nutzung der historischen ehemaligen Wirtschaftsgebäude seines Hofes. Die großen Dachflächen der Gebäude brachten ihn auf die Idee, Photovoltaikanlagen installieren zu lassen. Von der Idee bis zur Umsetzung habe er einige Nerven gelassen, so Knibbe. Ehe der Bauantrag gestellt werden konnte, musste natürlich die Denkmalschutzbehörde ihr OK geben. "Dafür musste ich eine Menge Unterlagen beibringen. Und auch die vier Monate Wartezeit ehe der Bauantrag dann bearbeitet war, waren nervig." Erfrischend schnell dann die Umsetzung in der Praxis. Vier Monate dauerte auch dies.

Um die Sonne anzapfen zu können, musste natürlich das Dach modernisiert werden. Das gesamte Dach der 1850 erbauten Scheune samt dem Tragwerk wurde entfernt. Es wurde ein Ringbalken von 110 Metern Länge aufgesetzt und ein neues Satteldach gebaut, dass eine Fläche von 950 Quadratmetern hat. Die Photovoltaikanlage ist 750 Quadratmeter groß. "Es war mir wichtig, dass alle Arbeiten von Firmen aus der Region ausgeführt wurden", sagte der Landwirt. So seien die Abbruchfirma Brokert, die Dachdeckerfirma Bunzel und die Solaranlagenbauer der Firma Hron aus Allstedt am Werk gewesen.

Und Landwirt Knibbe wäre nicht Landwirt Knibbe, wenn er nicht auch mit dem Innenraum seiner schönen neuen Scheune etwas anfangen würde. In er 500 Quadratmeter großen Scheune könne man gut Getreide lagern. "Aber auch eine Verpachtung an Externe kann ich mir vorstellen", so der Landwirt. Und fügt mit Augenzwinkern hinzu: "Das aber auf ganz unbürokratischem Weg."

(Quelle: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1260693527299&openMenu=1121028317550&calledPageId=1121028317550&listid=1121028317531)

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ picprofi [#28]

Die Investitionskosten verschiedener Anlagen zu vergleichen ist recht schwierig. Es gibt da doch sehr unterschiedliche Begebenheiten vor Ort: Wie groß ist die Anlage? Wie weit ist der nächste Trafo entfernt? Wieviele Hindernisse müssen bei der Verkabelung überwunden bzw. untergraben werden? Wieviel Leitungsverlust nimmt man in Kauf? Installation duch Fachfirma oder durch Schwarzkolonne? Gibt es eine Garantieverlängerung bei den Wechselrichtern? Anlagenüberwachung? etc.

Deshalb sollte man, wenn man vergleichen will immer nur bis zum Wechselricher rechnen und berücksichtigen, dass Anlagen > 100 kWp deutliche Rabatte erhalten können.

So sind die 2500€/kWp aus dem Mai 2009 für große Anlagen durchaus keine Utopie gewesen.

Aber mindestens genauso wichtig wie die Investitionskosten sind geeignete, schattenfreie Dächer! Es müssen noch viele Bäume abgesägt werden, damit einige Anlagen optimal laufen. Deshalb auch: Weniger kann auch mehr sein....

Gast

Kürzung der Einspeisevergütung im April 2010

Im April wird die Einspeisevergütung um 15% bis 17% gekürzt!

Gruß,
MrSchnittlauch

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ MrSchnittlauch [#33]

Wissen Sie das oder vermuten Sie das?

Man hört überall von geplanten Freiflächenanlagen in mehreren Megawatteinheiten für 2010

Die Kommunen können sich kaum retten vor Anträgen.

Das Entscheidende wird sein wie bringe ich die Anlage vor einer Kürzung ans Netz.

Gemunkelt wird ja schon längere Zeit über Kürzungen aber keiner weiß genaueres.

Mfg
BB

Gast
Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Solche Pläne hat man ja schon während der Koalitionsverhandlungen gehört. Dann lange nichts und jetzt doch noch... ich bin jetzt ja Gespannt auf die Reaktionen der Branche! Ob die Module im Preis weiter so gesenkt werden, dass eine ähnliche Rendite herauskommt wie heute?

Gast

Nein wirds nicht, genau das soll ja damit unterbunden werden!

2009 war seit Beginn des EEG das beste Jahr für PV!

Wird nicht wieder passieren ... zumindest nicht solange nicht Netzparität erreicht ist.

Werner
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Liebe Kollegen.
habe ein Angebot für PV bekommen 2350,- Euro/kwp für Module aus China
Wechselrichter SMa auf westdach mit 45 Grad Dachneigung. Sofortige
Lieferung , was halten die Kollegen davon???

Schönen Sonntag

Werner

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Werner [#15]

Westdach... das macht mich stutzig. Ständerst Du die Platten noch Richtung Süden auf?

Entscheidener als der Endpreis ist zunächst ein geeignetes Dach. 45° ist auch schon relativ steil, also auch nicht optimal. Mit wieviel Sonnenertrag rechnest Du bzw. Dein Installateur? Gibt er eine Ertragsgarantie?
der Preis ist i.O.,wenn alle Kosten drin sind- aber verschiedene Angebote reinzuholen lohnt sich sicherlich...

Gast

@Werner

Westdach ist jetzt garnicht so ungewöhnlich,allerdings ist die DN für ein Westdach ziemlich schlecht. Aufständern würde sich sicherlich lohnen unabhängig vom Standort.

Kostet grob 150€/kwp.

Westdächer bringen, je nach Region zweischen 700(Weser-Ems-Osnabrück) und 880(Freiburg-München)kwh/kwp.Aber sind sehr konservativ die daten.

@Spekulatius Maximus

Was meinst du mit Ertragsgarantie?

Gruß,

MrSchnittlauch

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ MrSchnittlauch [#17]

Ertragsgarantie: wenn der Installateur garatieren kann, die Anlage einen bestimmten Ertrag erreichen wird! Wenn z.B. die 700 kWh/kWp nicht erreicht werden, muß nachgebessert werden!

Es gibt ja sicherlich einige, die gerne verkaufen wollen, aber kein größeres Interesse an einem guten Betrieb der Anlage haben.

Ich kenne einige Anlagen auf Westdächern, die die Platten nach einem Jahr nachträglich aufgeständert haben.

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ MrSchnittlauch [#17]

Sind Freiflächenanlagen immer noch atraktiv?
In meiner Ortschaft will ein Eigentümer mit den Stadtwerken eine Fläche von ca 25 ha Zubauen? ( Plan liegt schon vor !!)
Wie ist es mit der Jagd und dem Naturschutz auf den Eingezäunten Flächen?
- Es ruht die Jagd! Fläche wird aus der Jagdfläche genommen - der Jäger kann kündigen!
- Naturschutz? Kleintiere sind im Zaun gefangen?

Wer kennt sich aus !?

Schönes Wochenende
Saubauer

Gast

Hallo Saubauer,

bei gutem Standort vor der Kürzung sicherlich, FFA bringen ja etwas mehr Ertrag wie Aufdachanlagen wegen besserer hinterlüftung.
Wenn FFA wirklich im Juli um 25% gekürzt werden wirds ziemlich eng!
Kommt jetzt halt drauf an ob man so ein goßes Projekt so schnell vorantreiben kann.
Liegt der Bebauungsplan schon vor?
Hat die Gemeinde das Projekt schon genehmigt?

Naturschutztechnisch, gute Frage! Kann ich dir leider nicht beantworten.

Nochwas, anscheinend rudert die Bundesregierung wieder etwas zurück, nach dem neuen Entwurf werden Dachanlagen !wahrscheinlich! erst zum 1.Mai gekürzt.

Gruß,
MrSchnittlauch

Werner
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Liebe Forumsteilnehmer,

ich habe ein Dach 45 Grad Richtung Osten und möchte dieses mit PV volllegen. Hat vielleicht einer Erfahrungen wegen Ertrag usw. ?

Einen Dank schon im voraus.

Werner

Franke
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo Werner,

hatte auch so ein Dach, 25 Grad Dachneigung, Dünnfilmmodule. Bei mir waren keine Spitzenerträge zu erzielen. Oft nur 800 bis 830 kw, im Gegensatz zu meinen guten Dächern mit durchschnittlich über 1000 kw.

Hatte die Gelegenheit auf eine bessere Ausrichtung um zu montieren und danach war die Leistung super.

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Werner [#21]

Zahlen vom 25.07.09 bis 24.07.10 polykristalline Module Süddeutschland:

Westhälfte 15 Grad Neigung: 865 kw/ installiertem KW
Osthälfte 15 Grad Neigung: 930 kw/ installiertem KW

Dieses vergangene Jahr war aber nicht das sonnenreichste.
Zum Vergleich gleicher Zeitraum Süd 1020 kw/ installiertem KW
Die Südanlage hat aber auch schon die 1100 geknackt. Die O/W Anlagen habe ich erst seit 09.
45 Grad ist natürlich schon heftig steil, da kommt nachmittags nicht mehr viel rüber. Da wird´s knapp bei derzeitigen Anlagepreisen.
hoffe Ihnen damit helfen zu können.

Mfg
BB

Werner
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

PV Anlagen Preise

Liebe Forumsteilnehmer,

hat mal einer Preise von PV Anlagen gehört? Normal aufs Dach gelegt incl. aller Kosten für Wechselrichter etc.

Danke, Werner

Benno Baumann
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

2100 - 2200 + MwSt.

schneemann111
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Benno Baumann [#25]

Mit welchen Modulen und Wechselrichtern?

Gruß

Schneemann

Benno Baumann
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Wechselrichter: SMA
Module: Suntech oder Trina
Preis incl. PC-Kopplung und "Rundum Sorglospaket" (Papiekram wird erledigt und kostenloser Kundendienst)

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Benno Baumann [#27]

Hallo !

Habe keine Ahnung von PV bzw. bisher nicht damit beschäftigt. Welche Leistung/Größe hat denn solch eine Anlage zu dem genannten Preis ?
Dank für weitere Info.

FGruß

Schweinchendick
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Pro KW

Benno Baumann
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ papuawenzel [#28]

wie Schweinedick schon geschrieben hat verstehen sich die Preise pro KW intallierte Leistung. D.h. wenn man sich 40-50 KW drauflegen lässt wäre man dann bei etwa 100.000 EUR. Wenn Du Dächer hast die Richtung Süden geneigt sind lohnt es sich für Dich in jedem Fall damit zu beschäftigen, die Renditen sind in der Regel zweistellig.

Mfg

Landjus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Darf man mal ein wenig provozieren :

Die Vermögensfrage
Die Renditen der Solaranlagen bieten keinen Anlass zum Jubel

Beteiligungen an „grünen“ Anlagen eignen sich in erster Linie für umweltbewusste Senioren, die auf laufende Erträge angewiesen sind und gleichzeitig die Umwelt schützen wollen. Allerdings sollte die Rendite genau nachgerechnet werden.

Von Volker Looman

Solaranlagen, eine labile GeldanlageSolaranlagen, eine labile Geldanlage
10. Februar 2008

Der Markt der Beteiligungen besteht seit vielen Jahren aus zwei großen Blöcken. Das sind einerseits die Immobilien und andererseits die Mobilien. Bei den beweglichen Wirtschaftsgütern sind Schiffe der einsame Spitzenreiter. Sie erfreuen sich in erster Linie bei vermögenden Anlegern größter Beliebtheit, weil die Erträge weitgehend steuerfrei bleiben. Daneben haben sich in jüngster Zeit „grüne“ Anlagen etabliert. Biogas, Solaranlagen und Windkraftwerke werfen in der Regel nicht so hohe Erträge ab wie Schiffe, doch das Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun, ist vielen Privatleuten manchen Minderertrag wert.

Trotzdem gilt auch bei den „ökologischen“ Investitionen die Devise, dass sich die Anlagen zu rechnen haben. Wie hoch die Renditen dieser Geschäfte sind, bleibt in vielen Fällen aber im Dunkeln, weil die Initiatoren dieselben Fehler machen wie ihre Kollegen von der etablierten Zunft. Sie werfen Zahlen in die Runde, die mit Renditen wenig zu tun haben, so dass die Gefahr besteht, dass mancher Investor auf der Suche nach umweltverträglichen Anlagen auf finanzielle Abwege gerät. Die Chancen und Risiken werden in folgendem Beispiel deutlich.
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Ein Geheimnis des Anbieters

Ein bayerischer Initiator bietet auf dem Dach eines Gewerbegebäudes, das in der Nähe von München steht, eine Photovoltaikanlage an. Dahinter verbirgt sich ein Kraftwerk, das Sonnenenergie in Strom umwandelt. Warum die kleine Anlage vollmundig als „Bürgersolarprojekt“ offeriert wird, bleibt das Geheimnis des Anbieters, doch die Zahlen sehen auf den ersten Blick interessant aus. Die Anlage kostet 328.000 Euro. Hinzu kommen Fondsgebühren von 9000 Euro und einmalige Pachtzahlungen von 31.000 Euro. Das führt zu einem Gesamtaufwand von 368.000 Euro.

Die Investition wird zu 28 Prozent mit Eigenkapital bezahlt. Die offenen 72 Prozent werden über einen Kredit dargestellt, der 5,1 Prozent kosten und innerhalb von 15 Jahren in gleichen Jahresraten getilgt werden soll. Die Solaranlage wird mindestens 20 Jahre lang Strom zu festen Preisen liefern. Die jährlichen Ausschüttungen beginnen bei 2 Prozent, weil am Anfang das Darlehen zu tilgen ist, und klettern am Ende der Laufzeit - nach der Rückzahlung des Kredites - bis auf 32 Prozent des Eigenkapitals. Insgesamt sollen dem Anleger oder den Investoren nach Angaben des Initiators rund 246 Prozent der Einlage zufließen.
Wo liegt die Ursache des Durcheinanders?
Zum Thema

* FAZ.NET-Serie: Die Vermögensfrage
* Die Photovoltaik überstrahlt den Osten

Die vielen Zahlen, vor allem die 246 Prozent, werden manchen Anleger blenden. Wer die Rückflüsse durch die Laufzeit teilt, kommt auf einen Mittelwert von 12,3 Prozent je Jahr. Und wer diese Zahl ins Verhältnis zu der Einlage von 104 000 Euro setzt, wird in hohem Bogen aus der Kurve fliegen, weil die jährliche Rendite niemals 11,83 Prozent beträgt.

Unter die Räder kommt, wer von 246 Prozent die Einlage abzieht, den Rest durch die Laufzeit teilt und die Meinung vertritt, die Verzinsung betrage 6,83 Prozent je Jahr. Die tatsächliche Rendite vor Steuern beträgt, um die Verwirrung auf die Spitze zu treiben, 6,35 oder 7,76 Prozent pro Jahr, und die Ursache des Durcheinanders liegt in der Frage, wie hoch der Anteil der Schulden ist. Die 6,35 Prozent gelten bei Barzahlung, und die 7,76 Prozent sind die Rendite, wenn die Anlage zu 72 Prozent mit einem Kredit bezahlt wird.
Was folgt, steht in den Sternen

Bei kühler Betrachtung der Dinge haben Kredite bei der Beurteilung, wie vorteilhaft Geldanlagen sind, nichts zu suchen. Das ist ein alter Hut und gilt auch für die grünen Investitionen. Im vorliegenden Fall geht es um eine Anlage, die effektiv 368.000 Euro kostet. Dafür winken dem Anleger über zwei Jahrzehnte hinweg Erträge von 33.000 Euro je Jahr, da der Strom nach dem Gesetz über erneuerbare Energien erstens so lange und zweitens so hoch absetzbar ist. Was dann kommt, steht in den Sternen. Die Geschichte muss nicht zu Ende sein, doch sie kann es, so dass nüchterne Kaufleute unterstellen, dass weitere Zahlungen ausbleiben und die Anlage trotz des Hinweises, keinem Verschleiß zu unterliegen, doch nichts mehr wert sein wird.

Die Gegenüberstellung der eingesetzten 368.000 Euro und der 20 Rückflüsse von jeweils 33.000 Euro führen zu einer jährlichen Verzinsung von 6,35 Prozent vor Steuern. Das ist die Basisverzinsung der Anlage, und an diesem Ergebnis führt kein Weg vorbei. Es ist völlig egal, ob ein Anleger das Kraftwerk allein kauft oder ob sich an der Investition, wie vom Anbieter vorgeschlagen, auch Anleger mit Beträgen von 4000 Euro an beteiligen. Die Verzinsung vor Steuern wird in allen Fällen jährlich 6,35 Prozent vor Steuern betragen.

Und dieser Wert ist die Grundlage für den Vergleich mit anderen Geldanlagen. Kredite können das Ergebnis verbessern, doch sie dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass dadurch die Anlage besser werden würde. Sonne bleibt Sonne, und Strom bleibt Strom. Wer um jeden Preis den Kredit in die Rendite einbinden möchte, muss beim Vergleich mit anderen Geldanlagen darauf achten, dass dort mit denselben Verbindlichkeiten gearbeitet wird. Sonst werden Äpfel und Birnen miteinander verglichen.
Erfreuliche und enttäuschende Ergebnisse

Unter Berücksichtigung der Abgaben verschieben sich die Ergebnisse. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Stroms sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Sie können mit der Abschreibung der Solaranlage verrechnet werden, so dass der steuerliche Überschuss sinkt. Vor diesem Hintergrund sind bei der Barzahlung je Jahr nicht 33.000 Euro, sondern nur 14.600 Euro steuerpflichtig. Folglich hängt die Höhe der Verzinsung von der Höhe der Beteiligung und von der Höhe des Einkommens ab. Wer die Anlage allein stemmt und 100.000 Euro versteuert, muss mit 3,77 Prozent im Jahr zufrieden sein, und wer sich mit 10.000 Euro beteiligt und 20.000 Euro versteuert, darf sich über eine jährliche Rendite von 4,71 Prozent freuen.

Die beiden Ergebnisse werden für die einen Anleger erfreulich und für die anderen Investoren enttäuschend sein. Viel wichtiger als das persönliche Gefühl ist jedoch die Frage, für wen sich diese Geldanlagen und Renditen eignen. Der bloße Zahlungsstrom zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Anlage ein Entnahme- oder Rentenplan ist. Der Privatmann legt eine bestimmte Summe auf den Tisch. Er bekommt 20 Jahre lang gewisse Beträge zurück. Danach ist die Sache zu Ende. Folglich eignet sich das Solarkraftwerk, so hart es klingen mag, vorzugsweise für Senioren, die in der Jugend viel im Porsche durch die Lande gefahren sind, jetzt aber im Alter jährlich Geld brauchen und ihr schlechtes Gewissen auf dem Fahrrad und mit Ökostrom beruhigen wollen.
Garantie bei der privaten Rentenversicherung

Umgekehrt ist die Anlage ungeeignet für junge und mittelalte Anleger - welche individuelle Verzinsung im Einzelfall auch zutreffen mag. Die beiden Gruppen brauchen Sparverträge, weil sie fürs Alter vorsorgen müssen und am Ende der Sparzeit verrentbares Kapital benötigen. Das wird bei diesem Solarkraftwerk aber nicht zur Verfügung stehen. Daran wird auch die Aufnahme von Darlehen nichts ändern. Die Kredite verlangen von allen Anlegern gleich zu Beginn höhere Einlagen, und die jährlichen Ausschüttungen führen zu Einkünften, die unter allen Umständen bis zum Rentenbeginn wieder angelegt werden müssen, weil sonst im Alter kein Geld zur Verfügung steht.

Vor diesem Hintergrund ist die Solaranlage für Sparer nicht die richtige Anlage. Sie sind mit Investmentfonds, die das Geld ihrer Kunden in Umweltprojekten anlegen, besser bedient. Erstens sind auf diese Weise sowohl Spar- und Rentenpläne darstellbar, und zweitens dürften in den Fonds ähnliche Verzinsungen erzielbar sein. Das gilt auch für klassische Geldanlagen wie die private Rentenversicherung. Wer sparen will, kann dort Schein auf Schein anhäufen, und wer laufend Geld braucht, kann sein Kapital verrenten lassen. Bei der privaten Rentenversicherung gibt es sogar die Garantie, dass die Bezüge bis zum Lebensende bezahlt werden.

Der Autor ist Finanzanalytiker in Reutlingen.

Text: F.A.Z., 09.02.2008, Nr. 34 / Seite 22

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